Selbstbau Protuberanzenansatz

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GerdHuissel

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Hallo Freunde unseres Zentralgestirns,

zur Zeit bin ich an der Planung und Konstruktion eines Protuberanzenansatzes nach Nögel für meinen AS 130/1950.
Bei der Verwendung von einem Objektiv aus einem Zeiss Jena D.F. 7x40=150mm Brennweite als Hlfslinse
und einem Rodenstock Rogonar S Projektivs (F=90mm)als Sekundäroptik komme ich nun auf eine Effektivbrennweite von 1729mm.
Die Kegelblende wird wegen grossem D (ca.18mm) Off-Axis und verdrehbar eingebaut werden.
Im Katalog der Fa. Edmund Optic habe ich schöne Irisblenden gefunden.
Der Backfokus ist ca.150mm ,dadurch ist die Verwendung meines Baader 60° Binos möglich.
Beim Einsatz von 2x 25mm Okularen erreicht man eine Vergrösserung von 69 fach.

Wer von Euch hat sowas ähnliches schon einmal gebaut??
Ein Erfahrungsaustausch wäre erwünscht.
Gibt es eine kostengünstigere Alternative als 670 Euro für ein 1,5 Angström Filter von ........?

In Erwartung auf Eure Antworten.
Mit freundlichem Gruß, Gerd
www.bksterngucker.de

 
Hallo Gerd,
also den einzigsten den du mal fragen könntest, wäre Wolfgang Lille. Ob er nun bereit ist, einige seiner Geheimnisse zu verraten, weiss ich nicht.
Was ich aber aus eigener Erfahrung mit einem Prot-Ansatz weiss ist, daß du nicht nur eine Kegelblende benötigst, sondern mehrere. Mind. 6 Stk wirst du benötigen. So viele hatten wir bei unserem Ansatz dabei. Die Kegelblenden müssen so berechnet werden, daß der Sonnenrand noch als Ring abgebildet werden kann, der rest muss/wird natürlich abgeblendet. Die Kegelblenden sollten natürlich auch so hergestellt werden, daß die austauschbar sind. Hierzu hat Lille eine Bohrung in der Mitte der Optik angebracht und dort natürlich eine Kegelblenden-Aufnahme eingebaut. Ich kann mir vorstellen, daß es kein leichtes Unterfangen ist, ein Protuberanzenansatz zu bauen, aber bestimmt auch nicht unmöglich.

Gruß
 
Hallo Robert,
Danke für Deine Antwort.

Den Wolfgang Lille habe ich vor Jahren in Kärnten beim ITT kennengelernt,
möchte aber aus finanziellem Motiv und aus Bastelleidenschaft den Ansatz selbstbauen.
Der Lille ist ein netter Kerl, aber wie Du sagst wird er sein Knowhow wohl nicht preisgeben werden.

Ich werde 3 austauschbare Kegelblenden verwenden,
1x für max-Winter.,1x für min-Sommer.,und einmal für Frühling/Herbst.
Sollten die nicht reichen kann ich immer noch welche mit Zwischengrössen nachfertigen.
Die Kegelblenden werden bei mir im Gegensatz zum"klassischen Nögel" nicht in die Hilfslinse gesteckt,
ich kann bei Off-axis Anordnung ein Aufnahmeklötzchen mit Gewindebohrung am Hülsenrand befestigen.

Mich interessieren auch Vergleiche von Protuberanzen-Beobachtungen
mit Coronadogeräten versus Protuberanzenansatz.
Hast Du damit Erfahrungen?

Mit freundlichem Gruß, Gerd
www.bksterngucker.de


 
Hallo Gerd

Ich habe mir sowas gebaut als Unigraphenansatz.
Wegen der großen Kegelblende damals am AS 110/1650 (15mm) mußte ich auch den Kegel aus der Mitte verbannen.
Das ganze Klateradatsch für denn Ansatz bekommst du aus dem T-2 System von Baader.
Wie ich das alles zusammengebaut habe schreibe ich dir in einer PM mit Bilder.
Das wichtigste ist der H-Alpha Filter! ich habe einen 1,2 Angström Filter mit ihm steht und fällt das ganze Teil!
6 Angström reichen zwar auch doch je schmaler desto besser.
Lille hat interessante Filter die nicht mehr altern, brauchen aber zusätzliche Filter.
Wenn du willst kann ich dir noch denn Ultimativbericht von G. Nemec aus den 70 Jahren schicken.

Gruß Uwe
 
Hallo Uwe,
solche Informationen interessieren mich sehr <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> .
Ich bin wie schon geschrieben noch in der Konstruktionsphase.
Ein paar Teile sind schon vorhanden,haben aber noch nicht viel gekostet.
Notfalls kann ich noch umdisponieren und bereits vorhandenes wieder ins Ebay setzen.
Bin also noch sehr offen für Anregungen und mir noch nicht bekannte Lösungen.
Im Moment warte ich noch auf die Ankunft des Zeiss Fernglasobjektivs und Aluminiumrohre /Rundmaterial.
Ich beabsichtige die ganzen Bauteile in ein Alurohr mit D68 d65mm zu installieren.
Besonders bei der empirischen Ermittlung der genauen Lage
optischer Komponenten ist diese Bauweise vorteilhaft.
Hin-und herschieben bis es passt und dann sofort fixieren.

Mit freundlichem Gruß, Gerd
www.bksterngucker.de

PS :werde auf Deine PN gleich antworten.

 
Hallo Gerd,

jetzt, wo es Uwe erwähnt hat <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Die neunteilige Artikelserie aus SuW von 1971/72 habe ich
auch noch rumliegen. Das habe ich eben mal nachgeprüft
und Lesezeichen reingehängt. Theoretische Grundlagen und
Selbstbaupraxis, kann ich Dir gerne mal zur Verfügung stellen.
 
Hallo Gerd,

ich hab mir mal einen Ansatz gebaut, siehe auf meiner Homepage.
Der hat recht gut funktioniert, aber wegen der systembedingt etwas umständlichen Handhabung habe ich ihn mittlerweile verkauft. Wär vielleicht anders gekommen, wenn ich eine stationäre Sternwarte hätte.

Die Irisblende würde ich mir aus einem gebrauchten Objektiv ausbauen. Was die Bandbreite des Filters betrifft, da gilt natürlich: je enger, desto gut. Aber selbst mein 30A-Filter hat funktioniert. Allerdings brauchte man schon recht passablen Himmel, sonst ging der Kontrast deutlich in den Keller. Die Quelle war LOT-Oriel.

Den Wolfgang Lille würde ich mal nicht so informationsknausrig einschätzen, er hat mir schon mal gute Tips für den Selbstbau meines Sonnenzenitprismas gegeben.

Viel Spaß beim Bauen,

Rudi
 
Hallo Rudi,
vielen Dank für Deine Antwort!
Eine tolle Homepage hast Du da aufgestellt.
Ich denke daraus kann ich viel für mein Projekt ableiten.
Ich möchte de Kegel off-Axis in einem drehbaren Ring einbauen. Was hältst Du davon?
Lass mir mal bitte Deine Email Adresse zukommen.

An welchem Teleskop hast Du den Ansatz verwendet?


Mit freundlichem Gruß, Gerd
ww.bksterngucker.de
 
Hallo,

Uli Schmidbauer, ein Kollege von der VSW München hat sich auch einen Ansatz nach Nemec konstruiert und selber gebaut. Kannst dich ja mal auf seiner Homepage umschaun.

PSW München

Grüße, Martin
 
Mich interessieren auch Vergleiche von Protuberanzen-Beobachtungen
mit Coronadogeräten versus Protuberanzenansatz.
Hast Du damit Erfahrungen?

Hallo Gerd,

ja ich habe damit auch Erfahrungen. Wir hatten in der Astro AG ein Protuberanzenansatz nach Lille. Eich schönes Gerät, jedoch aber mit seinen Eigenarten. Sonne darf nicht aus der Kegelblende ragen, fotografisch nur mit einem Exzenteransatz möglich, Vergrößerungen ebenfalls.
Am PST (haben das jetzt neu) ist alles "kinderleicht". Sowohl Beobachtung, als auch Fotografie (was aber keine automatischen Superergebnisse beinhaltet <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ). Zumal am PST die Sonnenoberfläche sichtbar ist, die mit ihren Flaren, schwazen FLecken und etliches mehr, einfach beeindruckender ist. Ich würde sagen, bei einem Anschaffungswert eines PST um 630 Euro, ist der Aufwand ein Protuberanzenansatz zu bauen zu groß, zumal die Sonnenoberfläche unsichtbar bleibt und die Protuberanzen dadurch eigentlich auch nicht anders sichtbar werden.
Ich bin froh, uns (der Astro AG) das PST gekauft zu haben.

Gruß
 
Hallo

Ich finde man kann das nicht so einfach vergleichen. Wenn wirklich nach Protuberanzen gefragt ist also die Randerscheinungen so zeigt ein guter Protuberanzenansatz diese eindrucksvoller als das PST.
Man darf auch nicht vergessen das PST hat eine Öffnung von 40mm was eine sehr bescheidene Öffnung und Auflösung bietet im gegensatz zu 130mm Öffnung mit Ansatz.
Sicher das PST zeigt die Filamente auf der Oberfläche und ein schönes Übersichtsbild, doch dort wo die wirkliche Acktion ist, außer denn Flares auf der Oberfläche, dass sind doch die Protuberanzen am Sonnenrand.
Wenn sich da etwas tut, will man das auch größer sehen und vor allem mit mehr Auflößung und da stost das PST schnell an seine Grenzen!
In meinen Augen ist das PST ein schöner einstieg in die H-Alpha beobachtung doch der Protuberanzenansatz zähle ich immer noch zu denn Spezialinstrumenten.
Um in etwa die Protuberanzen annähernd so zu sehen wie in einem 4-5" Refraktor mit Ansatz braucht man mindestens einen Coronado-Filter von 90mm Öffnung und dann sieht auch das Preis-Leistungsverhältnis wieder ein wenig anderst aus!
Ja ich finde das kann man einfach nicht vergleichen.

Gruß Uwe
 
Hallo Uwe,
wir hatten unser Protuberanzenansatz an einem 120/1000 mm betrieben. Also auch wir hatten "volle Öffnung". Was aber das kleine PST mit seinen 40 mm zeigt, hatte der Protuberanzenansatz leider nicht drauf. Am Ansatz war ein 1,5 Angström Filter von Coronado im einsatz, also schon gute Technik, aber trotzdem....das PST ist meiner Meinung doch gar nicht mal so "mickrig". Die Protuberanzen am PST können auch gut vergrößert werden, ich habe bisher dort mit einem 7 mm Pentax Okular bei 57x-fach gearbeitet und es war eine herrliche Sonne zu sehen. Vergrößerungstechnisch war da noch nicht schluss, das PST vermag noch mehr.
Wie gesagt...der Protuberanzenansatz war schon mal eine gute Möglichkeit die Sonne zu beobachten, das PST (oder halt die größeren Coronados) sind einfach die besseren Geräte.

Gruß
 
Hallo

wir hatten unser Protuberanzenansatz an einem 120/1000 mm betrieben. Also auch wir hatten "volle Öffnung". Was aber das kleine PST mit seinen 40 mm zeigt, hatte der Protuberanzenansatz leider nicht drauf.

Dann bin ich mal so frech und behaupte das bei der Sache etwas nicht in Ordnung war!
Wenn ein Teleskop mit 120mm Öffnung nicht mehr zeigt als eins mit 40mm dann stimmt etwas nicht!
Ich kann mit 127mm Öffnung die Protuberanzen bei über 200fach beobachten mit 1,2 Angström.
Zumal ein Protuberanzenansatz die Protuberanzen viel klarer zeigen muss weil er ja die störende oder überstrahlende Sonnenoberfläche abdeckt. Gehe ich mit einem 40mm PST in die Vergößerung wird das Bild so dunkel das auch die feinen Protuberanzen verschwinden.
Ich habe selber denn Vergleich, da muss schon ein 90mm Coronado oder Solar Max für ein paar Tausend Euro her um die Protuberanzen so zu zeigen wie ein Protuberanzenansatz!

Gruß Uwe
 
Hallo Uwe,
hier http://www.geocities.com/ath_astro_hueckelhoven/sonnenfoto2.html findest du eine Aufnahme, gemacht mit dem damaligen Protuberanzenansatz. Hier http://www.geocities.com/ath_astro_hueckelhoven/sonnenfoto4.html ist eine weitere Aufnahme.
Also auch wir hatten eigentlich gute Protuberanzen gesehen. Aber ich bin immer noch der Meinung, daß unser PST, visuell eine menge mehr zeigt. Ich habe bereits die ersten Avis mit dem PST gemacht, aber diese sind wahrscheinlich wegen der Belichtungszeit nicht optimal zum bearbeiten in Registax oder Giotto geeignet. Mir fehlt da noch die Erfahrung damit. Aber ich denke, nach gewissen Experimenten, werde ich eine Tolle aufnahme hinkriegen und diese werde ich posten, damit man sich ein Bild machen kann, was das PST echt liefern kann.
Aber eins kann ich dir versichern, daß bei der bereits erreichten Vergrößerung von 57-fach mit dem PST, noch lange nicht Schluss ist, es geht mindestend noch 30-40-fach mehr.

Gruß
 
Hallo

Deine Aufnahmen sind doch sehr bescheiden!
So sind da doch im Vergleich zu meinem Visuelleneindruck an meinem TS 127/1200 mit Selbstbau Unigraphenansatz Welten dazwischen!
Ich rede hier von Vergrößerungen von über 200fach damit kann man sich in denn Chromosphärischen Teppich reinzoomen und sieht hauchzarte Filamente, Loops und Struckturen in denn Protuberanzen und keine Übersichtsbilder.
Mit dem PST werden ja nur die größten, Flächenhaften Protuberanzen sichtbar, dass PST schafft es nie in denn Bereich eines Protuberanzenansatzes.
Die Fotos sind schlecht und zeigen nie denn Visuellen eindruck.
Deshalb steckt da iergend wo ein Fehler drin. Sei es am Seeing, an der Qualität des 2 Angström Coronado-Filters, an denn Optischen Komponenten des Ansatzes, oder am Teleskopobjektiv, oder nur an der Aufnahme.
Um sich von der Leistungsfähigkeit eines Protuberanzenansatzes ein Bild machen zu können verweise ich an Harald Paleske, www.unigraph.de und an die Aufnahmen von Wolgang Sorgenfrey.
Deshalb bin ich der Meinung wer Hochleistung an denn Protuberanzen sehen will, ist mit einem Protuberanzenansatz für 1500 Euro bestens bedient und kann diesen noch selber bauen, muss ich doch um mit einem Coronado das gleiche zu erreichen 7000 Euro ausgeben.

Gruß Uwe
 
Hallo Uwe,
im Vergleich mit den von dir aufgezeigten Bildern, gebe ich dir Recht. Unser Protuberanzenansatz war wohl nicht fehlerhaft, aber dies hat der auf keinen fall gebracht. Nuja, es ist eh verkauft und daher mache ich mir keinen weiteren Kopf drum <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> .
Das PST zeigt natürlich solche Protuberanzen nicht, wie die vom Herrn Sorgernfrey.

Gruß
 
Schönen Dank an alle für Rat und Tat zum Protubi

Hallo Sonnenbeobachter,

meinen herzlichen Dank an Alle die hier geantwortet haben,
besonders aber Dir Uwe, der mich sofort mit Material und Literatur versorgt hat.
Diese tolle Reaktion hatte ich nicht erwartet <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> !
Darin liegt der Reichtum in einem Interessenforum <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> .

Gut, manchmal wird hier auch ein bisschen gezankt,
was den Chips und Colaverbrauch in manchen Privathaushalten
rapide in die Höhe schnellen lässt!

Und schön, wenn man solche Freunde hat <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> ,
die ich nicht einmal persönlich kenne,
aber ich hoffe dies ändert sich beim ITT 2005 in Kärnten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> !

Sodele, jetzt wird alles nochmals neu gerechnet und konstruiert,
und dann werden Späne gemacht!


Mit freundlichem Gruß, Gerd
www.bksterngucker.de
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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