Selbstbau Rolldachhütte

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Kempa1711

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Hallo zusammen,

Ich bin derzeit am überlegen ob ich mir eine Rolldachhütte für mein Teleskop zulegen soll und recherchiere daher wie ich das am besten angehe. Daher hätte ich zwei Fragen:

1. Fundament: Ich hab vor ein Streifenfundament für die Hütte zu verlegen und zusätzlich natürlich noch ein Fundament in die Mitte für die Säule. Bezüglich der Tiefe des Fundaments lese ich allerdings in den Foren sehr unterschiedliche Meinungen. Manche reden von 50cm, andere gar bei der Säule von 100cm. Daher die Frage: Wie tief sollte ich das Streifenfundament für die Hütte und den Block für die Säule einplanen?

2. Säule: Ebenfalls ein häufiger Diskussionsgrund im Internet ist die Auswahl zwischen Stahl- & Betonsäule. Da bei mir erstmal nur eine CEM60 mit einem Esprit 100ED + Fotografie-Equipment auf der Säule montiert werden soll ist eine extreme hohe Tragkraft nicht so extrem wichtig. Eine Betonsäule ist ja auf jeden Fall billiger, allerdings habe ich bis jetzt keinen Betonsäulenadapter für die CEM60 gefunden der nicht mit Zoll und monatelangen Lieferzeiten aus den USA kommt. Die Stahlsäule hätte den Vorteil dass man sie leichter wieder entfernen oder aufrüsten kann. Was würdet ihr empfehlen?

Grüße und CS,
Benjamin
 
Hallo Benjamin,

ich plane gerade etwas Vergleichbares, jedoch wird es bei mir eine Segmentdachhütte, wo sich die Dachteile übereinander schieben. (Geschuldet der notwendigen Baugenehmigung in Sachsen für Bauten über 10 m2; leider zählt das Stützenwerk zur überbauten Fläche)

Frostsicher sagt man ist alles, was tiefer ist als 80 cm, hier kann es wohnortbedingt Abweichungen geben: 60cm - 1m. Vielleicht sind 200 mm Punktfundamente mit einem Erdbohrer leichter zu realisieren. Einfach mal drüber nachdenken.

Das Fundament der Säule sollte auf jeden Fall entkoppelt vom Hüttenfundament sein um Vibrationen z.B. durch Schritte zu vermeiden. Bei der Säule würde ich auch eher mehr als zu wenig einplanen.

Bei den Säulenadaptern, falls nicht verfügbar, pragmatisch denken: Maße lassen sich abnehmen, einen Bekannten, der einem für ein-zwei Bier und ein gutes Essen die Adapterplatte konstruiert und eine Zeichnung macht lässt sich für gewöhnlich finden. Den Metallbauer oder die kleine Fräserei, die das umsetzt auch. Die Gewindestangen sind frei verfügbar. Mehr ist es ja im Prinzip nicht.

CS
Ralf
 
Hallo Benjamin,
zu 1 kann ich nur nachplappern, was ein befreundetet Gartenbau-Unternehmer mir gesagt hat. Fundamente werden bei uns in der Regel mindestens 80cm tief gesetzt, weil der Boden nicht tiefer durchfriert. Frost würde sonst dein Fundament möglicherweise anheben, was du mindestens im Fall der Säule nicht möchtest. An flächigeren Fundamenten können so wohl auch Schäden entstehen.
zu 2 kann ich nicht viel sagen. Ich hatte lange an einer Betonsäule überlegt und geplant. Am Ende habe ich doch lieber eine Säule aus Metall genommen. Die ist schöner, kann leichter wieder abgebaut werden und ist leichter einzubauen. Einfach 4 Gewindestangen in das Fundament eingießen und Säule festschrauben. Ich habe das nicht bereut.
Gruß
Sebastian
 
Ich geh einen dritten Weg: Bei mir ist es eine EQ8-RH auf dem Pier, ich setze 3 Punktfundamente für die Fussteller der Säule. Sie bleibt so höhenverstellbar und justierbar. Stabil genug ist sie aufgrund des Eigengewichts.
Für eine Festinstallation einer Säule würde ich wohl auch die Metallsäule bevorzugen.
 
Hallo Benjamin,

ich würde Punktfundamente empfehlen, denn die sind sehr viel einfacher zu realisieren als Streifenfundamente. Ich habe dazu bisher immer mit einem Spaten Löcher von etwa 30cm Tiefe gebuddelt, mit Beton gefüllt, einen vielleicht 5cm hohen Kragen auf einem aufgeschnittenen 250mm KG-Rohr aufgelegt und wieder bis zum Rand mit Beton gefüllt. Nach dem aushärten des Betons wird der einfach geöffnet und abgezogen. Bei den Punktfundamenten habe ich mir mit der Ausrichtung keine besondere mühe gegeben. Die Fundamente sind also alle nicht in genau der gleichen Höhe. Dies Problem habe ich bei einem Gartenhaus und einen größeren Holzlager einfach dadurch gelöst, dass ich nivellierbare Träger für die unteren Balken eingebaut habe. Die Dinger kosten rund 20 Teuro pro Stück, aber für kleine Hütten kommt man mit vier bis sechs Trägern hin. Sollte sich später der Boden etwas setzen oder Frost die Punktfundamente anheben, so kann man problemlos nachnivellieren. Bei meinen Hütten hat sich aber über Jahre absolut nichts getan, obwohl die Punktfundamente eher unterdimensioniert sind.

Ich würde eher zu einer Stahlsäule tendieren, aber nur, weil ich gelernt habe wie schwer es ist Beton zu entfernen. Beton schafft halt Tatsachen. ;) Aus dem Grund würde ich inzwischen auch nicht mehr zu viel Beton in die Erde bringen und schon an den Abbau denken. Also nur wenig Stahl ins Fundament und dann hauptsächlich in die Säule und den Übergang zum Fundament. Sollte so etwas rückgebaut werden müssen, so empfehle ich dringend für ein paar Euro das richtige Werkzeug zu leihen. Am besten sucht ihr euch im Bekannten und Freundeskreis auch noch jemanden der dumm, ... äh unerfahren genug ist um euch dabei zu helfen. ;)


MfG

Rainmaker
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

Ich habe dazu bisher immer mit einem Spaten Löcher von etwa 30cm Tiefe gebuddelt, mit Beton gefüllt, [...] Bei den Punktfundamenten habe ich mir mit der Ausrichtung keine besondere mühe gegeben.

so haben wir es bisher auch immer gemacht, wobei wir sogar noch auf die angesprochene nachträgliche Nivelliermöglichkeit verzichtet haben! Einfach die Hütte beim Aufbau mittels Wasserwaage ausgerichtet und fertig! Unsere Erfahrung ist, dass sich die Hütte(n) auch nach mehreren Jahren immer noch genauso leicht öffnen und schließen ließen, wie am Anfang. Wo wir inzwischen eher das Problem sehen, ist das Baumaterial Holz für die Hütte selbst...

Zur Erklärung:

Wir hatten damals (1996 und 2003) unsere beiden Rolldachhütten komplett aus Holz gebaut. Trotz jährlicher Pflege mit Holzschutzmittel waren die Hütten irgendwann nach 15 bis 20 Jahren einfach durchgefault. Angefangen hat es dabei nach ca. 5 Jahren - beide Male auf der "Wetterseite" (Westen), gefolgt von der Nordseite, weil das Holz nach einem Regen dort naturgemäß länger benötigt, um wieder zu trocknen. Am Anfang konnten wir das noch mit dem teilweisen Austausch der Seitenverkleidung beheben. Als dann auch die beiden horizontalen Balken die die Laufschienen tragen irgendwann "durch" waren, hätten wir die Hütten prinzipiell komplett zerlegen und wieder neu aufbauen müssen... :(

Das haben wir dann allerdings nicht gemacht, sondern uns stattdessen für den radikalen Umbau unserer Sternwarte entschieden: Weg mit den beiden Holzhütten und dafür eine Kuppel aus deutlich wetterfesterem GFK-Material angeschafft. Ist zwar sch***e teuer, aber dafür auch recht pflegeleicht. Die Unterkonstruktion der Kuppel nutzt übrigens die Punktfundamente einer der beiden alten Hütten und ist aus WPC-Trägern und -Terrassendielen aufgebaut. Mit diesem Material hatte ich bereits fast 12 Jahre Erfahrung im Garten und wußte daher, dass es deutlich weniger wetterempfindlich und pflegeintensiv als "echtes" Holz ist.

Zur Säule:

Wir hatten in beiden Hütten eine Betonsäule. Die Montierung wurde mittels drei ausreichend dimensionierten einbetonierten Gewindestangen darauf befestigt. Die Montierungsadapter für unsere "kommerziellen" Montierungen waren jeweils selbst gebaut: Bei der G-11 reichte dafür ein mit dem entsprechenden Durchmesser ausgedrehtes Stück Alu-Rundmaterial, das dann auf einer dreieckigen Platte (ebenfalls aus Aluminium) geschraubt wurde. Diese Platte saß dann auf dem o.g. Gewindestangen (siehe u.a. hier).

Die spätere Fornax 51 und unsere aktuelle GM 2000 konnten sogar direkt auf die jeweilige Basisplatte geschraubt werden (siehe hier und hier).

Wie man das bei der CEM60 lösen kann, kann ich nicht sagen, da ich die Details dieser Montierung nicht kenne...

Ach ja, Rainmakers Ausführungen zum Rückbau kann ich im Großen und Ganzen bestätigen. :oops: Viel Stahl macht es beim Zerlegen nicht leichter! Eine Sternwarte muss ja, im Nachhinein betrachtet, auch nicht die Stabilitätsansprüche eines U-Boot-Bunkers an der französischen Westküste erfüllen. :whistle:

Alleine für den Rückbau der Säule und der sechs Punktfundamente unserer ersten Rolldachhütte habe ich insgesamt jedenfalls drei Tage benötigt! Der (kleine) elektrische Abbruchhammer vom Lidl hat dabei übrigens ganze Arbeit geleistet. Die beiden Meißel aus der Grundausstattung waren danach dann aber auch hinüber...

Viele Grüße,
Axel
 
Hallo,

meine Sternwarte steht auf Punktfundamenten,welche ca. 50 cm tief reichen.Ich habe bisher nie Probleme
damit gehabt,auch wenn es dieses Jahr Nächte mit -16,5° C gab und die Frostperiode über 2 Wochen lang
anhielt.Ich wohne im Münsterland und für diese Region scheint mir eine Gründungstiefe von 50cm ausreichend,
zumindest für die Fundamente des Schutzbaues .Im Alpenraum dürfte das anders sein.

Die Gründungstiefe meiner Betonsäule liegt bei ca. 90 cm und selbstredend gab es auch hier keine Probleme.
Ich bin dabei aber "auf Nummer sicher gegangen",da die Säule relativ hoch über den Boden hinausragt.

Der Frage,ob die Säule nun aus Beton (mit ausreichender Armierung !) oder aus einem Metallrohr besteht,wird
meiner Meinung nach eine falsche/zuviel Bedeutung beigemessen.Entscheidend sind die Dimensionen der
Säulenkonstruktion in Abhängigkeit von den darauf benutzten Gerätschaften.

Wo wir inzwischen eher das Problem sehen, ist das Baumaterial Holz für die Hütte selbst...


Für den eigentlichen Schutzbau ist für mich,nach wie vor,Holz das beste Material ! Es ist verhältnismäßig
kostengünstig und kann von jedem handwerklich Begabten leicht bearbeitet werden.Das Holzhütten nicht hinreichend
wetterbeständig sind ist für mich völlig abwegig.Ich habe in der Nachbarschaft viele Gartenhäuser stehen,und was
sind Sternwarten anderes als Gartenhäuser bei denen man das Dach öffnen kann (?) ;),die 20 Jahre und älter sind.Diese
Gartenhäuser sind alle "tipptopp" und sind nirgendwo durchgefault.Stimmen Konstruktion,Holzqualität und Pflege überein
halten diese "Teleskopbehausungen" sehr lange.

Eine Kuppel aus GFK ist ungleich teurer,das Material ist Sondermüll und muss bei Nichtverwendung eventuell entsorgt werden.
Ich kenne einige Berichte von Kuppelbesitzern,welche Probleme mit Feuchtigkeit haben und ohne zusätzliche Belüftung/Entfeuchtung
nicht auskommen.


Gruß und klare Nächte

Andreas
 
Hallo Andreas,

ich hoffe Du hast mich nicht so verstanden, dass ich Benjamin von einer Holzhütte auf jeden Fall abraten will. Nein, ich möchte nur aufzeigen, dass es mit einer schnell gebauten Holzhütte durchaus - zumindest auf mittelfristige Sicht - Probleme geben kann.

Für den eigentlichen Schutzbau ist für mich,nach wie vor,Holz das beste Material ! Es ist verhältnismäßig
kostengünstig und kann von jedem handwerklich Begabten leicht bearbeitet werden.Das Holzhütten nicht hinreichend
wetterbeständig sind ist für mich völlig abwegig.Ich habe in der Nachbarschaft viele Gartenhäuser stehen,und was
sind Sternwarten anderes als Gartenhäuser bei denen man das Dach öffnen kann (?) ;),die 20 Jahre und älter sind.Diese
Gartenhäuser sind alle "tipptopp" und sind nirgendwo durchgefault.

Keine Frage, unsere beiden Schutzbauten haben ja auch 23 bzw. 16 Jahre gehalten, da sage ich ja auch gar nichts gegen. Man hätte durch eine andere Konstruktion auch sicherlich die eine oder andere Schwachstelle von Anfang an vermeiden können. Wie Du aber auch selbst sagst:

Stimmen Konstruktion,Holzqualität und Pflege überein halten diese "Teleskopbehausungen" sehr lange.

Damals Mitte der 90er hatten wir (kurz nach der Ausbildung) eine einfache und vor allem kostengünstige Lösung gesucht. Klar, es gab damals auch bereits fertige Gartenhausbausätze aus den massiven sog. "Blockhausbohlen", die waren von super Qualität und die hätte man sicherlich zu einer guten Sternwarte umbauen können. Aber dazu fehlte uns damals einfach das Geld (bzw. wollten dafür so viel nicht ausgeben), so dass es dann "nur" eine (Eigen-)Konstruktion aus 4-kant Hölzern und Rauhspund in B-Qualität aus dem Baumarkt wurde.

Bauanleitungen gab es damals nicht wirklich und das Buch von A. Staus ("Fernrohre und ihre Schutzbauten") war schon seit Jahren vergriffen. Man sah sich an, was Vereine oder andere Amateure sich selbst konstruiert hatten und versuchte das für die eigenen Zwecke zu adaptieren. Das Internet für den Privatmenschen war noch ganz am Anfang und solche Foren wie hier, in denen man Ideen austauschen konnte, gab es noch nicht...

Eine Kuppel aus GFK ist ungleich teurer, [...] Ich kenne einige Berichte von Kuppelbesitzern,welche Probleme mit Feuchtigkeit haben und ohne zusätzliche Belüftung/Entfeuchtung
nicht auskommen.

Ja, eine GFK-Kuppel ist teuerer und sie hat an einigen Tagen im Jahr, je nach Wetterlage, auch ein Feuchtigkeitsproblem - aber ich will nach nun knapp 3 Jahren Nutzung die Vorteile, wie Wind- und Lichtschutz, sowie die leichte Umsetzung der Remote-Bedienung ("out of the Box") nicht mehr missen.

Dazu kommt, dass unsere Rolldachhütten für unsere damaligen Teleskope auch einfach "zu klein geworden" waren. Für eine Automatisierung hätte man alleine für das Aus- und Einparken des Teleskops in seine Ruheposition komplexe Schwenkwege programmieren müssen. Sachen, die man bei der manuellen Bedienung einfach ohne nachzudenken macht. Mal ganz davon ab, dass auch ein Umschwenken der deutschen Montierung nicht so einfach ohne Anschlagen an der Wand möglich gewesen wäre... Die eine Hütte war halt z.B. für ein C-8 auf G-11 konstruiert worden und hatte nacher einen 12"-Newton auf Fornax 51 drin.

das Material ist Sondermüll und muss bei Nichtverwendung eventuell entsorgt werden.

Sorry, aber das Argument zieht nicht so ganz! Behandeltes Holz ist auch Sondermüll! * ...von der mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls verwendeten Teerpappe auf dem Dach mal ganz abgesehen.

Viele Grüße,
Axel

*) Auch wenn viele Kaminofenbesitzer anscheinend ihr altes "Gartenholz" auch heute immer noch gerne "warm entsorgen". :mad:
 
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