Selbstbaumontierung mit ca. 50kg Tragfähigkeit ...

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Eike82

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Moin Astros,

ursprünglich wollte ich eine Fornax 50/51 Montierung kaufen, entschied mich aber wegen des hohen Preises und der für hohe Steifigkeit suboptimalen Aluminiumachsen dagegen. Die Konkurenz hat auch nicht wirklich das was ich will und wenn, dann außerhalb meiner Finanzen. Deshalb entschloss ich mich letztendlich für einen Selbstbau.

Die Montierung soll auf meine schon vorhandene Stahlsäule passen, weshalb die Aufnahme entsprechend gestaltet wurde.

Die Meinung eine Montierung sollte das Doppelte von dem was sie tragen kann wiegen damit sie eben dieses auch kann, kann ich nicht ganz teilen. Meiner Meinung nach kommt es bei Tragfähigkeit mehr auf Steifigkeit als Gewicht an, wobei viel Gewicht natürlich nicht schadet.


Das Projekt hat folgende Zielsetzungen:
* möglichst hohe Steifigkeit und kleine Lagerabstände
* möglichst niedriger Schwerpunkt
* Einstellbare Polhöhe
* Schneckenräder in beiden Achsen mit ca. 200mm Durchmesser
* Adaption auf bereits vorhandene Stahlsäule
* Fertigung der benötigten Teile weitgehend in Eigenleistung
* Lagerung der Achsen über Kegelrollenlager
* hauptsächlich verwendete Werkstoffe: Stahl und Aluminium
* notfalls transportabel, stationärer Einsatz geplant
* Gesamtgewicht der Montierung ca. 65kg incl. GG-Stange
* Tragfähigkeit min. 50kg (ohne Gegengewichte)
* Leichtbau wo es möglich ist ohne auf benötigte Steifigkeit zu verzichten
* Antrieb der Achsen über Schrittmotore und die LittleFoot Elegance Steuerung (Alternative wäre die FS2, die jedoch aufgrund einiger meiner Meinung nach äußerst suboptimaler Fakten aus meinen Überlegungen gestrichen wurde)


Die erste Überlegung war die Höhe der gewünschten Tragfähigkeit und aufgrund der bereits vorhandenen Säule die ungefähre Zielgröße der Montierung. Mein Bauchgefühl sagte mir, dass Achsgehäuse mit einem Durchmesser von ca. 140mm brauchbar aussehen und der gewünschten Größe nahe kommen. Da ich von Anfang an Kegelrollenlager verwenden wollte, kamen nicht besonders viele Größen in Frage. Um das Achsgehäuse möglichst sinnvoll auszufüllen, wählte ich Lager mit einem Außendurchmesser von 110mm, was sich in einem 140mm Gehäuse ganz gut machen sollte, denn ich habe immer ein besseres Gefühl wenn etwas mehr Wandstärke übrigbleibt als eigentlich nötig.

Nun schloss sich die Werkstoffauswahl an. Aufgrund der geforderten Steifigkeit, des Zielgewichtes und der verfügbaren Werkstoffe kamen nur Stahlachsen in Frage, denn die Steifigkeit wird alleine durch den Elastizitätsmodul bestimmt und nicht durch Festigkeit oder Härte. Demnach biegt sich z.B. eine weiche Stahlwelle ganz genau so durch wie eine gehärtete Welle. Die Festigkeit bzw. Härte hat nur einen Einfluss auf Verschleiß und ggf. Dauerfestigkeit.

Da Aluminium deutlich besser bearbeitbar ist und eine wesentlich geringere Dichte hat, wurde Stahl nur für die Achsen und Verbindungsteile gewählt und Aluminium für die Achsgehäuse sowie die nötigen Anbauteile zu Befestigung der Motore und der Montierung auf der Säule.

Da der E-Modul von Stahl ca. um Faktor drei höher ist, als der von Aluminium, müssen die Achsgehäuse ein mindestens drei Mal so hohes Flächenträgheitsmoment besitzen wie die Stahlachsen um deren Steifigkeit zu erreichen. Dies ist notwendig, da bei der Verwendung von Kegelrollenlagern der Fluchtfehler der Lagersitze nur wenige Winkelminuten betragen darf und die Steifigkeit der Achsgehäuse den Achsen überlegen sein muß.

Kegelrollenlager ist zwar nicht der reibungsärmste Wälzlagertyp, nach Rücksprache mit FAG bestätigte sich aber die Entscheidung für Kegelrollenlager zugunsten der Steifigkeit.

An dieser Stelle entschied ich mich für Achsgehäuse mit quadratischem Querschnitt. Dies bringt folgende Vorteile mit sich:

* großzügig überdimensionierte Steifigkeit im Vergleich zu den Achsen
* ein Anbau von weiteren Teilen ist einfacher, als auf einer runden Flächen
* große Fläche und damit stabilere Klemmung der Polhöhe als bei gefräsen Flächen an Rundmaterial


Der Nachteil dabei ist, dass sich rundes Material besser beschaffen läßt und ein Vierbackenfutter an der Drehbank benötigt wird, welches aber glücklicherweise vorhanden ist. Im Moment sieht es aber eh so aus, als ob ich 200er Rundmaterial verwenden werde und auf 140x140mm fräsen lasse - ist billiger als passende Quader.

Der Nachteil der unterschiedlichen Wärmeausdehnungen von Aluminium und Stahl fällt normalerweise nicht so stark ins Gewicht, dass er sich bemerkbar macht. Hier kann auch durch eine entsprechende Vorspannung der Lager entgegengewirkt werden. Nächste Woche soll ich von FAG die optimalen Werte hierfür erhalten.

Nachdem also die groben Umrisse der Planung feststanden, folgte die Berechnung der Flächenträgheitsmomente um die Verhältnisse der Steifigkeiten von Achsen und Achsgehäusen abzuschätzen. Für die 110mm Lageraußendurchmesser hätte es auch einen Innendurchmesser von nur 60mm gegeben, jedoch spricht einiges gegen 60mm Achsen. Da der Durchmesser im Flächenträgheitsmoment mit ^4 eingeht, kann die 70mm Achse als Hohlwelle ausgelegt werden und ist bei höherer Steifigkeit sogar leichter als eine 60mm Vollwelle. Bei rein stationärem Einsatz würde ich allerdings Vollwellen bevorzugen, da das Gewicht dann ja nicht so wichtig ist.

Das Flächenträgheitsmoment und damit die Steifigkeit einer 70mm Vollwelle gegenüber einer 60mm Vollwelle ist z.B. um Faktor 1,85 höher. Wird die 70mm Achse längs mit 40mm Durchmesser durchbohrt, sinkt die Steifigkeit nur um 10%, wobei das Gewicht jedoch um 8% geringer ist, als das der 60mm Vollwelle.

Ich habe dann noch die Biegung der Achsen für eine Last von 150kg (DEC-Achse, Optik, GG) in verschiedenen Lagerabständen berechnet. Das vermittelt meiner Meinung nach ein besseres Gefühl für die Steifigkeit, als der Zahlenwert des Flächenträgheitsmomentes. Somit viel meine Wahl auf eine 70mm Achse, die mit 40mm durchbohrt werden soll. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit einen Polsucher verwenden zu können. Um wieviel die DEC Achse durch eine nötige Querbohrung geschwächt wird bleibt abzuwarten, da der nötige Bohrungsdurchmesser experimentell ermittelt werden wird.

Durch die Entscheidung die Achsgehäuse mit quadratischem Querschnitt herzustellen ergab sich ein gegenüber der 70/40mm Welle um Faktor 23,6 höheres Flächenträgheitsmoment. Hierbei wurde die schwächste Stelle, also 110mm Innendurchmesser berücksichtigt. Nicht jedoch die für Anbauteile angebrachten Bohrungen (was ich für vernachlässigbar halte). Da der E-Modul von Aluminium nur ca. 1/3 von Stahl beträgt, sind die Achsgehäuse also nur um Faktor 7,9 steifer als die Achsen. Aufgrund dieser Überdimensionierung steht eindeutig fest, dass der alleinige Einsatz von Kegelrollenlagern bedenkenlos durchgeführt werden kann.


Nun schloss sich die Konstruktion an. Glücklicherweise habe ich die Möglichkeit sämtliche Einzelteile in einem 3D CAD Programm zu konstruieren, zusammenzubauen und technische Zeichnungen abzuleiten. So ist es möglich Problemstellen frühzeitig zu erkennen und zu verbessern. Die Form der Grundplatte war durch die vorhandene Säule vorgegeben. Für die Seitenteile wählte ich 20mm dicke Aluminiumplatten und für die Klemmung des RA Achsgehäuses M16 Schrauben. Die Einstellung der Polhöhe erfolgt über eine Gewindestange mit Rechts- und Linksgewinde (siehe Bild).

Link zur Grafik: http://img.album.de/files/images/screen/159/15961973651371.jpg

Um einen möglichst geringen Schwerpunkt zu erzielen, ist die Montierung so konstruiert, dass das RA Schneckenrad bis „unter“ die Montageplatte reicht. Der Verbindungsflansch zur DEC Achse wirkt als „Schulter“, um das obere Kegelrollenlager mit dem unteren verspannen zu können. Die Verspannung erfolgt über zwei entsprechende Muttern und eine Druckscheibe auf der unteren Seite der Achse. Das Gleiche Prinzip wurde für die DEC Achse übertragen. Die Gegengewichtstange wird abnehmbar. Das Schnittbild zeigt noch eine Version mit Schnecken, wie sie so nicht zum Einsatz kommen werden. Die Wahl der Lager und das Design der Halterung sind noch nicht fertig.

Im Moment überlege ich noch ob ich für die Lagerung der Schnecken Gleitlager oder Wälzlager einsetzen soll ... das werde ich nächste Woche noch mit FAG besprechen. Wälzlager sind zwar schön einfach zu verbauen, haben aber aber auch einen großen Durchmesser was einen größeren Lagerabstand als bei Gleitlagern bedeuten würde.

Link zur Grafik: http://img.album.de/files/images/screen/159/15961998320816.jpg

Link zur Grafik: http://img.album.de/files/images/screen/160/16018232055466.jpg

Die Teilkreise werden so befestigt, dass sie auch beim Lösen der Schneckenräder und manueller Verstellung der Position mit den Achsen gedreht werden, aber jederzeit verstellbar sind.

Die Schneckenräder werden vorerst aufgrund des hohen Preises für richtig gute Teile ebenfalls Eigenbauten. Hier wird ein Freund die Fertigung übernehmen, da das auf einer modernen Fräse viel besser geht als auf meiner Drehe. Auf der heimischen Drehe ist so etwas aber auch möglich, wie dieser Bericht zeigt: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/schneckengetriebe.htm

Die Verkleidung der Schneckengetriebe ist kein Teil das eine große Stabilität erfordert. Deshalb sollen hier neben Alu die leichten Materialien GFK/CFK sowie Plexiglas verwendet werden. Durch das Plexiglas ist jederzeit ein Blick auf die Schneckengetriebe und deren Versorgung mit Schmierstoff möglich. Die Verkleidungen lassen die Klemmpunkte der Schneckenräder frei, so dass sie zur manuellen Verstellung der Position jederzeit gelöst werden können.

Die Ansteuerung der Schrittmotore soll eine LittleFoot Elegance Steuerung übernehmen, sobald das Projekt einen entsprechenden Stand erreicht hat.




Ich habe zwar eine lange Zeit über die Konstruktion nachgedacht und rumgerechnet, aber wenn Euch Fehler oder Verbesserungspotential auffallen sagt bitte was.

Sobald ich das erste Material da habe wird angefangen zu bauen ... ein Bericht folgt natürlich.


Mit heute N8 vermutlich von der Schneckenlagerung träumenden Grüßen
Eike
 
Hallo Eike,
Das sieht recht interessant aus. Man merkt, du hast dir einige Gedanken gemacht.
Du schreibst, dass das Ganze auch "noch" transportabel sein soll. Mit welchem Gewicht rechnest du? Wäre es nicht sinnvoll RA- und Dec-Gehäuse teilbar zu gestalten?
Welche Art (wenn überhaupt) von Rutschkupplung möchtest du verbauen?
Grüße
Jürgen
 
Moin Jürgen,

das Zielgewicht ist ca. 65 kg. So wie die Konstruktion jetzt steht, wiegt sie 57,6kg. Dazu kommen noch die Lagerungen der Schnecken, deren Gehäuse, die Motore und sämtliche Schrauben. ca. 9kg fallen schon auf die Flansche zwischen den Achsen und zum Teleskop. Durch den Einsatz von Aluminium oder Titan ließe sich das Gewicht hier zwar drücken, kostet aber Steifigkeit.

Aus Steifigkeitsgründen sind die Achsen auch nur bedingt teilbar. Vorgesehen ist eine Verschraubung der DEC Achse am Flansch mit 4 Schrauben von oben und 8 Schrauben von unten. So ist das zwar teilbar, aber nicht mal eben fix. Denkbar wäre auch eine Verschraubung nur von oben. Da ich das Teil aber nicht quer durch die Weltgeschichte tragen werde, fällt das für mich weg.


Als eine Art Rutschkupplung könnte die einstellbare Klemmung der Schneckenräder wirken. Was anderes ist erstmal nicht geplant.

Für die Schneckenlagerung werde ich wohl kombinierte Nadel-Schrägkugellager verwenden.
 
RESPEKT.
Ich verstehe zwar nur Bahnhof, aber ich bewundere die Leute die sowas können.

P.S.: Ich bin 3 Mal durch technische Mechanik gefallen. Beim vierten Versuch gab der Prof seinen Abschied vor der Rente und hat nur Aufgaben aus den Übungen gebracht. Da ich in jeder Übung drin war und dies als einziges Hilfsmittel zugelassen war kam ich mit 19 von 20 Punkten durch. Hatte aber leider gar nichts mit meinem Wissen/Können zu tun.


Tolles Projekt. Weiter so und auch dokumentieren.
 
Hallo Eike
Tolles Projekt! Da ich selbst eine bauen möchte hab ich mich auch im www mal umgesehen. Anbei mal ein Link der vielleicht als Anregung genutzt werden kann

Montierungsselbstbau

PS Soll auch ein Polsucher eingebaut werden und wenn ja wie löst du das ?

Gruss Hans-Peter
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Danke für den Link. Das mit der Höhen-Feineinstellung gefällt mir!
Hat der Aluminiumachsen genommen? Das kostet Steifigkeit ... ich möchte gehärtete 70h6 Wellen benutzen. Dann brauche ich mir auch keinen Kopp um die Lagersitze zu machen.
Eine Option wären noch rostfreie Achsen, aber 1.4305 kriegt man nur in h9. Mit Glück liegen die dann noch in der h6 Toleranz ... muß ich aber beim Kauf nachmessen sonst ärger ich mich später wenn die Lager eben doch nicht richtig drauf passen.

Da ich sowieso plane die 70er Wellen zu durchbohren wird auch ein Polsucher eingesetzt. Die Welle bekommt entweder ein Innengewinde oder der Poluscher wird in einer eigenen Halterung einfach hinten draufgesteckt. Das entscheide ich wenn ich einen passenden Polsucher hier habe.

Mit bastelnden Grüßen
Eike
 
Inzwischen hat sich das Design der Achsen verändert. Ich habe beschlossen, sie aus dem Vollen zu drehen statt eine h6 Welle zu verwenden. Das ist zwar aufwändiger, Materialverschwendung und dauert länger, aber es ermöglicht auch:

- Änderung der Flansche für DEC Achse und Montageplatte
- 75mm Durchmesser an den Lagerstellen
- 45mm Längsbohrung
- mehr Steifigkeit als die 70/40 Achsen bei fast 3kg weniger Gewicht
- garantiert rechtwinkliger "Anschlag" für das jeweils obere Lager.

Die Vorspannung der Lager wird evtl. über Tellerfedern realisiert. Hängt noch davon ab, ob ich eine entsprechende Feder finde ...

Link zur Grafik: http://img.album.de/files/images/screen/161/16119432720869.gif


Btw, warum wird hier eigentlich die L ittle Foot E legance Steuerung zensiert?

fragt
Eike
 
Hallo Eike,

ein sehr schöner Ansatz. Zu den Schneckenlagerungen: Nimm auf jeden Fall Wälzlager. Bei den geringen Umdrehungsgeschwindigkeiten von astronomischen Schneckengetrieben reisst der Schmierfilm im Lager immer wieder. Das führt dann zu deutlichem Verschleiß unter Last.

Clear skies

Tassilo
 
Hallo Eike,

pass mit dem Durchmesser der Bohrungen in der Dek-Welle/Gehäuse für den Polsucher auf.

Ich habe 26mm Bohrungen, aber mit meinem 20mm f4 Polsucher-Objektiv weit unten in der RA-Achse eingebaut massiven Tunnelblick (Vignettierung). Deshalb baue ich demnächst noch ein Relay-Linsen-System ein, um das Polsucherobjektiv fast ganz nach oben verlagern zu können.


Deine Polhöhenwiege mit den biegeschlaffen Seitenblechen solltest du mal mit einer FEM verifizieren. Könnte gegenüber den Hauptachsen eine Schwachstelle werden.

Die Erfahrung aus meinen damaligen FEM-Vergleichen bei verschiedenen Designs war: wenn eine Wiege, dann muss der untere Drehpunkt sehr dicht an der steifen (!!) unteren Grundplatte (Stativkopf) liegen. Das Problem bei der Wiege sind Drehmomente in Azimutrichtung. Ansonsten ist, bei gleichem Gewicht, ein klassischer Polblock besser. War zumindest mein Ergebnis bei meinen Randbedingungen, wobei hier aber etliche Faktoren reinspielen.


Noch kurz zu deinem obigen Kommentar zu Alu-Achsen: für mein Dafürhalten kann man keineswegs sagen dass Alu-Achsen Steifigkeit kosten. Die 3-fache Wandstärke für gleiche Steifigkeit (+ ein paar mm mehr Durchmesser um den gleichen "effektiven" Radius für das gleiche Iy) ergibt ggf. wertvolle konstruktive Freiheitsgrade, indem man z.B. den Platz für stirnseitige Gewinde erhält, oder mehr radialen Freiraum für Durchmesserabstufungen hat (z.B. für Gewinde oder Anlageschultern).


Und wer keine robuste Maschine hat, wird am Bohren und tiefen Ausdrehen von St-Wellen keinen Spaß haben...

will sagen: zum Selbermachen finde ich Alu-Wellen besser ;)


Übrigens, den toten Raum zwischen den Lagern für mehr Wellendurchmesser zu nutzen bringt einiges an Steifigkeit. Dieses Potential zu heben war mir bei meinem Design wichtig.

Betrachte nicht nur die Biegemomente, sondern auch die Torsion der Wellen wenn die Schneckengetriebe am unteren Ende sitzen! Da haut das Wellenstück zwischen den Lagern stark rein.


cs
Martin
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Die Bohrung in der DEC Achse für den Polsucher ist im Moment einfach nur da und nicht auf Durchmesser optimiert. Bevor ich das bohre, werde ich die nötige Größe experimentell ermitteln.

Findest Du 20mm dicke Seitenbleche biegeschlaff? Gibt Schlimmeres ... notfalls kann ich jederzeit Rippen draufstricken. Evtl. gibt es noch Verstrebungen in Azimutrichtung, denn da ist das FTM der Bleche wirklich nicht beonders hoch. Den eventuellen Bedarf wird die Praxis schon zeigen.

Eine robuste Drehe habe ich, da sind die Wellen Drehen und Bohren kein Problem. Für kleine Maschinchen finde ich Alu auch besser. Eine Aluachse mit der Steifigkeit einer 75/40mm Stahlachse müßte übrigends etwa 96,5mm Durchmesser haben - ohne Bohrung.


Wie würdest Du den Raum zwischen den Lagern für mehr Wellendurchmesser nutzen? Dann müßte ja der Anschlag für das jeweils obere Lager auf der Welle montiert werden, was ich vermeiden möchte.

Torsion ist auch ein gutes Stichwort - hab ich aber im Moment noch ein gutes Gefühl bei.
 
Hallo Eike,

ok, 20mm ist natürlich schon ordentlich, die Bleche sehen in deinen Bildern irgendwie so dünn aus...

Bei meiner Monti wird das obere Lager zwischen Dek-Flansch und Wellenschulter fest verspannt. Dadurch konnte ich die Welle zwischen den Lagern 70mm dick machen, bei 50er Lagerdurchmesser. Die Welle steht nicht über das Lager heraus, somit wird der biegekritische Kragarm eliminiert.

Natürlich kann man auch wie in deinem Design den Wellendurchmesser im Kragbereich vergrößert.

Mein hartes Ziel war damals 18kg für die komplette Monti, deshalb habe ich konsequent kurz und materialsparend gebaut...

Hast du eigentlich mal absolute Steifigkeitswerte berechnet (z.B. in der Form: Anregung 1N am OAZ --> 0,1" Verdrehung der Wellen-Endquerschnitte?)

Bei der Torsion spielen vor allem auch die Getriebe eine Rolle.

cs
Martin
 
Hallo Martin und Eike,

eine Steifigkeitsberechnung macht nur dann Sinn, wenn auch die Lagersteifigkeiten erfasst werden. Und genau das ist meines Wissens der begrenzende Faktor bei einer Montierung. Es gibt darüber eine Diplomarbeit Maschinenbau an der TU-München von einem ehemaligen VSW Mitglied. Darin kommt Sonja meines Wissens zu dem Ergebnis, daß bei optimalem Lagerabstand und der Verwendung von Kegelrollenlagern die Lagersteifikeit bestimmend wird, wenn die Wandstärke der Welle 3mm bei Stahl und 8mm bei Alu übersteigt. Mehr Wandstärke kann natürlich trotzdem sinnvoll sein, alleine aufgrund der Kerbwirkung von Einstichen und Gewinden etc. Aber von der Steifigkeit her ist das dann theoretisch totes Gewicht.

Clear skies

Tassilo
 
Hallo Tassilo,

die Ergebnisse müsste man sich mal im Detail betrachten.

Gerade Kegelrollenlager sind wirklich extrem steif, so dass mich das von dir genannte Ergebnis auf den ersten Blick erstaunt, aber trotzdem zutreffen könnte: Der steifigkeits-optimale Lagerabstand ist wahrscheinlich deutlich kürzer als man das normalerweise bei Montierungen macht (da man ja auch Platz wegen der umgebenden Bauteile bzw. Störkanten zu Stativ/Tubus/Getrieben etc. braucht).

Ich meine daher, dass bei den üblichen "langen" Achsen deren Steifigkeit immer deutlich kleiner ist als die der KRL.

Es gibt in einer Durchmesserreihe ja auch verschiedene Lager, mit verschiedenen Wälzkörpern und somit unterschiedlichen Steifigkeiten.

Außerdem, wie weiter oben schon erwähnt, die Torsion der Achse bei untenliegendem Getriebe ist keineswegs vernachlässigbar. Und diese hat natürlich nichts mit den Lagern zu tun.


Aber eine gute Gelegenheit, mal wieder auf die erstaunliche Tatsache hinzuweisen, dass die schmalen ("leichten") Lager mit vielen kleinen Kugeln/Rollen steifer sind als die mit wenigen dicken. Obwohl letztere mehr Last vertragen.


Bei "normalen" Rillenkugellagern ist es aber wirklich so, dass man sich (zumindest im Montierungsbau) die Steifigkeit einer Achse mit den Lagern ruinieren kann. Kritisch ist hier vor allem die kombinierte axial- und Radialbelastung, die zu einer sehr ungünstigen axialen Verschiebung der Kugeln zum Rand der Laufbahnen führt. Leider ist das rechnerisch schwer zu fassen, da man die konkreten Verhältnisse im vorliegenden Lager schlecht abschätzen kann.


cs
Martin
 
Hallo Martin,

da ging es meines Wissens um Kegelrollenlager der "normalen" 302XX-Baureihe bei optimalem Lagerabstand (ungefähr 2xD, wenn ich mich nicht irre...)

Clear skies

Tassilo
 
Absolute Steifigkeiten habe ich noch nicht berechnet. Jedoch kann ich schonmal sagen, dass eine 75/45mm Hohlwelle aus Stahl in der Torsionssteifigkeit um Faktor 3,5 besser ist als eine 70mm Aluwelle. Generell gilt aufgrund der Schubmodule bei exakt gleichen Abmessungen eine um Faktor 3 (abgerundet) bessere Torsionssteifigkeit von Stahl gegenüber Aluminium.
 
Hallo Leute,

ich weis nicht ob die Frage hier her passt.
Aber ich dachte mir, da dies ein aktuelles Selbstbauprojekt ist, stelle ich meine Frage hier.

Da ich auch aktuell an einer Montierung arbeite bin ich auf folgendes gestoßen.

Bei der Wahl von Schneckenrädern, habe ich gelesen das es eingängig rechts und zweigängig rechts gibt. Das gleiche auch bei Schnecken.

Was bedeutet dass?

Würde mich auf eine Antwort freuen.

Grüße

Giuseppe
 
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