Dane Vetter
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
ich entwickle gerade für meinen eigenen Gebrauch ein kleines Tool. Es soll mir helfen, nach einer Aufnahme von Planeten, Sonne oder Mond die Videos auszuwählen, bei denen sich die Bearbeitung am meisten lohnt. Ich habe da bei mir gerne mal ein kleines Datenchaos, was den zig Gigabytes an Videodaten leider nicht so ganz von Vorteil ist.
Dazu liest das Programm einen Aufnahmeordner ein und bewertet die vorhandenen SER-Videos. Neue Aufnahmen werden beim nächsten Start automatisch ergänzt.
Neben einer Vorschau mit kurzem Videoausschnitt zeigt das Tool unter anderem:
- eine Rangfolge der Aufnahmen innerhalb derselben Serie
- den Schärfeverlauf über die Aufnahme
- Bildbewegung und Nachführdrift
- Hinweise zu Belichtung, Aussteuerung und Aufnahmedauer
- bereits vorhandene AutoStakkert-Ergebnisse
- einen Verlauf der geschätzten Seeing-Werte über die Session
Was ich gerne mit euch hinterfragen würde, ist vor allem die Bewertungsmethodik.
Für die Schärfebewertung werden derzeit etwa 120 Einzelbilder über jedes Video verteilt ausgewertet. Gemessen wird die Energie feiner Bildstrukturen in einem festgelegten Größenbereich. Das soll möglichst wenig auf Pixelrauschen reagieren. Die besten Frames dienen dann als Grundlage für den Vergleich der Videos innerhalb einer Serie.
Zusätzlich entsteht ein kleiner, global ausgerichteter Teststack aus den besten Stichprobenbildern. An dessen Objektrand wird die Kantenbreite gemessen. Das ist als ergänzender Anhaltspunkt gedacht. Fokus, Optik, Abtastung und das Objekt selbst beeinflussen diesen Wert natürlich ebenfalls.
Beim Seeing wird es schwieriger: Das Programm misst die Bildbewegung in mehreren kurzen Zeitabschnitten, entfernt jeweils eine lineare Drift und berechnet daraus einen theoretischen Seeing-Schätzwert. Öffnung, effektive Brennweite und Pixelgrösse sind hinterlegt.
Mir ist dabei bewusst, dass die Bewegung eines ausgedehnten Objekts keine unabhängige Seeing-Messung ersetzt. Wind, Montierung, Belichtungszeit und lokale Verformungen innerhalb des Bildes können das Ergebnis beeinflussen. Gerade bei Sonnenaufnahmen kann das Bild stark wabern, obwohl sich der Schwerpunkt kaum bewegt.
Aktuell gibt es außerdem eine Bewertung von 1 bis 5 Sternen und daraus abgeleitete Anzeigen für Antoniadi und Pickering. Ob diese Zuordnung überhaupt sinnvoll ist, möchte ich ausdrücklich zur Diskussion stellen. Die Skalen beruhen auf visuellen Beobachtungen, insbesondere Pickering auf dem Erscheinungsbild eines Sterns. Eine direkte Übertragung auf Planeten- und Sonnenvideos erscheint mir deshalb fraglich.
Auch ein momentan verwendeter Korrekturfaktor ist bisher nur anhand weniger eigener Aufnahmen angepasst. Dass die Ergebnisse zu meiner Einschätzung einer guten oder schlechten Nacht passen, ist noch kein unabhängiger Nachweis für die Genauigkeit.
Mir stellen sich hier diverse Fragen zu der Methodik, und mich würden dazu eure Erfahrungen interessieren:
1. Welche Messgröße eignet sich am besten, um die Bearbeitungswürdigkeit verschiedener Videos derselben Serie einzuschätzen?
2. Wie zuverlässig lassen sich echte Details von Rauschen unterscheiden, gerade bei hohem Gain?
3. Wäre die lokale Bildverformung innerhalb mehrerer Bildbereiche aussagekräftiger als die Bewegung des gesamten Objekts?
4. Lassen sich aus solchen Videos belastbare Seeing-Werte ableiten, oder wäre eine rein relative Bewertung ehrlicher?
5. Wie würdet ihr eine automatische Bewertung gegenprüfen? Beispielsweise mit identisch bearbeiteten Stacks und einer anschließenden Bewertung ohne Kenntnis der Dateinamen?
Das Tool ist bisher privat und noch nicht veröffentlicht. Mir geht es zunächst darum, die Methodik kritisch zu prüfen und zu verbessern. Es soll am Ende bei der Auswahl der Aufnahmen helfen und keine Genauigkeit suggerieren, die sich aus den Daten gar nicht ableiten lässt. Ich weiß aber auch noch nicht so wirklich, wie sinnvoll so etwas ist. Es war jetzt nur einmal eine erste Idee um bei mir etwas Ordnung zu schaffen. Vielleicht werde ich das Thema und das Tool auch weider einäschern.
Über Hinweise, Kritik und eigene Erfahrungen würde ich mich freuen.
ich entwickle gerade für meinen eigenen Gebrauch ein kleines Tool. Es soll mir helfen, nach einer Aufnahme von Planeten, Sonne oder Mond die Videos auszuwählen, bei denen sich die Bearbeitung am meisten lohnt. Ich habe da bei mir gerne mal ein kleines Datenchaos, was den zig Gigabytes an Videodaten leider nicht so ganz von Vorteil ist.
Dazu liest das Programm einen Aufnahmeordner ein und bewertet die vorhandenen SER-Videos. Neue Aufnahmen werden beim nächsten Start automatisch ergänzt.
Neben einer Vorschau mit kurzem Videoausschnitt zeigt das Tool unter anderem:
- eine Rangfolge der Aufnahmen innerhalb derselben Serie
- den Schärfeverlauf über die Aufnahme
- Bildbewegung und Nachführdrift
- Hinweise zu Belichtung, Aussteuerung und Aufnahmedauer
- bereits vorhandene AutoStakkert-Ergebnisse
- einen Verlauf der geschätzten Seeing-Werte über die Session
Was ich gerne mit euch hinterfragen würde, ist vor allem die Bewertungsmethodik.
Für die Schärfebewertung werden derzeit etwa 120 Einzelbilder über jedes Video verteilt ausgewertet. Gemessen wird die Energie feiner Bildstrukturen in einem festgelegten Größenbereich. Das soll möglichst wenig auf Pixelrauschen reagieren. Die besten Frames dienen dann als Grundlage für den Vergleich der Videos innerhalb einer Serie.
Zusätzlich entsteht ein kleiner, global ausgerichteter Teststack aus den besten Stichprobenbildern. An dessen Objektrand wird die Kantenbreite gemessen. Das ist als ergänzender Anhaltspunkt gedacht. Fokus, Optik, Abtastung und das Objekt selbst beeinflussen diesen Wert natürlich ebenfalls.
Beim Seeing wird es schwieriger: Das Programm misst die Bildbewegung in mehreren kurzen Zeitabschnitten, entfernt jeweils eine lineare Drift und berechnet daraus einen theoretischen Seeing-Schätzwert. Öffnung, effektive Brennweite und Pixelgrösse sind hinterlegt.
Mir ist dabei bewusst, dass die Bewegung eines ausgedehnten Objekts keine unabhängige Seeing-Messung ersetzt. Wind, Montierung, Belichtungszeit und lokale Verformungen innerhalb des Bildes können das Ergebnis beeinflussen. Gerade bei Sonnenaufnahmen kann das Bild stark wabern, obwohl sich der Schwerpunkt kaum bewegt.
Aktuell gibt es außerdem eine Bewertung von 1 bis 5 Sternen und daraus abgeleitete Anzeigen für Antoniadi und Pickering. Ob diese Zuordnung überhaupt sinnvoll ist, möchte ich ausdrücklich zur Diskussion stellen. Die Skalen beruhen auf visuellen Beobachtungen, insbesondere Pickering auf dem Erscheinungsbild eines Sterns. Eine direkte Übertragung auf Planeten- und Sonnenvideos erscheint mir deshalb fraglich.
Auch ein momentan verwendeter Korrekturfaktor ist bisher nur anhand weniger eigener Aufnahmen angepasst. Dass die Ergebnisse zu meiner Einschätzung einer guten oder schlechten Nacht passen, ist noch kein unabhängiger Nachweis für die Genauigkeit.
Mir stellen sich hier diverse Fragen zu der Methodik, und mich würden dazu eure Erfahrungen interessieren:
1. Welche Messgröße eignet sich am besten, um die Bearbeitungswürdigkeit verschiedener Videos derselben Serie einzuschätzen?
2. Wie zuverlässig lassen sich echte Details von Rauschen unterscheiden, gerade bei hohem Gain?
3. Wäre die lokale Bildverformung innerhalb mehrerer Bildbereiche aussagekräftiger als die Bewegung des gesamten Objekts?
4. Lassen sich aus solchen Videos belastbare Seeing-Werte ableiten, oder wäre eine rein relative Bewertung ehrlicher?
5. Wie würdet ihr eine automatische Bewertung gegenprüfen? Beispielsweise mit identisch bearbeiteten Stacks und einer anschließenden Bewertung ohne Kenntnis der Dateinamen?
Das Tool ist bisher privat und noch nicht veröffentlicht. Mir geht es zunächst darum, die Methodik kritisch zu prüfen und zu verbessern. Es soll am Ende bei der Auswahl der Aufnahmen helfen und keine Genauigkeit suggerieren, die sich aus den Daten gar nicht ableiten lässt. Ich weiß aber auch noch nicht so wirklich, wie sinnvoll so etwas ist. Es war jetzt nur einmal eine erste Idee um bei mir etwas Ordnung zu schaffen. Vielleicht werde ich das Thema und das Tool auch weider einäschern.
Über Hinweise, Kritik und eigene Erfahrungen würde ich mich freuen.