Sh 2-112: OIII vs. H-beta

StKorth_privat

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Trotz Dunst habe ich gestern nach einer Schippe Sternhaufen auch noch Sh2-112 in meinem 12"-Dob angefahren. Hoppla, war das Teil einfach!
Okulare: 21mm Ethos und 31mm Nagler
Nebelfilter: Baader OIII / 4nm, Baader H-beta 3,5nm

Gewinner war die Kombination 31mm Nagler / OIII: Da konnte ich dann eine diffuse und unregelmäßige Aufhellung südlich eines Sterns 10. Größe ausmachen, indirekt war das Nebelgebiet sofort erkennbar. Ich bin happy, dass so ein Nebel auch unter Vorstadtbedingungen geht!

Ich hoffe auf heute Abend, es sollte klarer werden und nicht mehr so feucht wie letzte Nacht...

CS,
Stefan Korth
 
Hallo Stefan,

bravo zu Deiner Sichtung! Sh2-112 wird ganz wenig beobachtet - und unter Vorstadtbedingungen so gut wie gar nicht, vielleicht bist Du der Erster, der das gemacht hat. Das hat damit zu tun, dass der Nordamerika/Pelikan-Komplex ja nur 3° östlich liegt und die Schau stiehlt. Und genaus so viel hat es damit zu tun, dass bisher niemand mit 4nm OIII unterwegs war (Jiri beiseite, Gruß nach Erlangen!) und folglich niemand die Möglichkeiten der OIII-Beobachtung unter Vorstadthimmel voll ausgeschöpft hat.

Ich besuche Sh2-112 laufend mit meinem "Nachtsicht/Mogelgerät" in H-alpha, habe mich aber nie mit "nur-Glas" in OIII/H-beta rangewagt. Mit nur-Glas macht es nach Deiner Erfahrung offenbar Sinn, konsequent auf OIII (nicht auf H-beta) zu gehen. Dein Bericht gibt mir Ansporn, das auch mal zu probieren.

Seit Neuem habe ich Antlia Dualband-Filter H-alpha/OIII mit 5nm/5nm bzw. 3nm/3nm im Fundus. Visuell sind das effektiv OIII-Filter mit 5nm bzw. 3nm Durchlaß. Am Nachtsicht/Mogelgerät sind sie sehr wirkungsvoll bei jenen Nebeln, die nebem dem allgegenwärtigen H-alpha-Signal auch ein starkes OIII-Signal haben. Bin mal gespannt, was sie mit nur-Glas bringen!

Beste Grüße,
Christopher

PS: Hattest Du am Freitag erneut Erfolg?
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Christopher!

Danke für die freundlichen Worte! Ganz wichtiger Hinweis zuerst (Jiri hat mich entsprechend angestupst): Das H-beta-Filter hatte natürlich eine HWB von 5,5 nm - 3,5 nm will wohl keiner, das wird zu dunkel ;-)
Was soll ich sagen - ich hab´s mit Sh 2-112 einfach probiert - da war das Ding! Es gibt sicherlich ganz viele Nebel, die ich unter meinem Vorstadthimmel nicht sehe, aber etwas Geduld und eben die schmalbandigen Baaders haben mir geholfen. Ich hätte speziell diesen Nebel auch nicht in´s Auge gefasst, wenn nicht einer meiner Kollegen aus unserer rheinischen Signal-Gruppe da ein weitwinkeliges Urlaubsastrofoto gepostet hätte, wo Sh 2-112 zumindest in H-alpha schon sehr auffällig war. Dass dann jetzt OIII gewonnen hat, sagt mir einmal mehr, dass es gut ist, zwei Spektralpfeile im Köcher zu haben.
Freitag war der Himmel besser, da habe ich dann Sh 2-112 auch noch besser wahrnehmen können. Und später dann bei Sh2-132, NGC 7380 und NGC 281 hat sich die zweifiltrige Strategie auch bewährt, aber davon ein andermal mehr - jetzt ruft die Arbeit in meinem Heimbüro!

CS,
Stefan Korth
 
So, meine "Aufsuchkarte" oder "Postkarte" zu Sh 2-112 findet Ihr hier:

....es gibt also noch einiges für eine wirklich dunkel Nacht zu tun!

CS,
Stefan Korth
 
Hallo Stefan,

die OIII Filter werden für das weitere Umfeld um Deneb oft unterschätzt, und mein Baader Super G ( ich habe 2, auch für die Fernglaäser) ist enorm hilfreich, und insbesondere wenn man nicht die exorbitanten Preise für Chroma bezahlen will.
Zugegeben, den Chroma OIII 3nm habe ich auch, aber nur 1 Stück, mit dem alten Astrodon 3nm sind es doch 2 in der 3nm Klasse.

Dicht neben dem Deneb sitzt der SNR G78.2+2.1, verhüllt durch den üblichen Schrott der Molekülwolken. Einige extrem dünne Filamente wurden bereits photographiert.
Ich bin dabei die "Signatur" dieses SNR in den Molekülwolken visuell indirekt herauszukitzeln, aber es ist eine harte Nuß. An die Filamente komme ich visuell nicht, da fehlt mir der Zugang zu der richtigen Teleskopöffnung.
Wenn geknackt, dann wäre es mein 64-te SNR, visuell von Erlanger Oberland, falls ich deshalb nicht in den Bayerischen Wald reisen muss.

LG,
Jiri
 
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