Sh2-108 First Light veTEC571c

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frasax

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Hallo Forum,

Anfang September habe ich eine Omegon veTEC571c bekommen, zunächst vom Astroshop nur zu Testzwecken habe ich bereits nach der ersten Aufnahme beschlossen die Kamera zu kaufen. Kurz nach der Zusendung war es bereits klar und ich konnte zwei Stunden mit dem Tak Epsilon belichten. Etwas husch husch ging es doch wohl und so habe ich noch eine leichte Verkippung im ganzen System. Dennoch hat mich die Kamera gleich überzeugt (ist übrigens baugleich mit der Lacerta DSpro 2600 über die es ja einen langen Thread hier im Forum gab). Ich habe auch ein ausführliches Video zur Kamera gemacht, welches ich weiter unten verlinke.

Sh2-108_Final.jpg


Hier zu den Aufnahmedaten und hoher Auflösung

Takahashi Epsilon 130D
Omegon veTEC571c
Skywatcher EQ6R
2.September 2021 in der Vulkaneifel
24x300s im LowGain Mode

Ich hoffe das Bild gefällt euch.

Hier das Video

CS Frank
 
Hallo Frank,

tolles Bild! Bin immer wieder beeindruckt wie viel Farbe und Farbdifferenzierung du aus so wenigen Daten herausbringst. Julian und ich haben eine der ersten Versionen von Omegon-Kameras in der Entwicklungsphase getestet und Beispielbilder für die Galerie gemacht, damals gab es aber noch sehr viele Probleme. Schön zu sehen, dass bis auf die kurzen Kabel alles gelöst wurde und die Kamera gut funktioniert und tolle Ergebnisse liefert! Gab es von dem Bild nicht auch eine andere Version mit Epsilon und Canon? Wäre sicherlich sehr interessant für viele Einsteiger/Fortgeschrittene mal einen Vergleich zu sehen wie viel besser eine "dedicated cooled Astrocam" gegenüber einer gemoddeten DSLR ist. Ist ja einer der natürlichen Schritte erst mit einer DSLR anzufangen und dann zur gekühlten Cam überzugehen...

CS Jan
 
Hallo Jan,

danke dir! Oh das wusste ich nicht, dass ihr schon getestet habt, da hätte ich mich sicher mal gemeldet. Aber ja, die Kamera macht einen sehr guten Eindruck.
Ja ich habe das gleiche Feld vor einem Jahr mit der 6D aufgenommen und neulich hier mal einen Vergleich gezeigt. Nun schreibe ich gerade an einem Artikel darüber. Problematisch an solchen Vergleichen ist die Methodik wie man vergleicht. Klar kann man rein nach dem ersten Bildeindruck gehen, das würde der Thematik aber nicht gerecht werden. Überlegt man sich wie man Bilder quantitativ (und gerecht!) vergleichen will, kommt man ans grübeln. Aber was erzähle ich einem Astronomiestudenten etwas über Methodik, das weißt du ja bereits alles besser als ich.
CS Frank
 
Hallo Frank,

für die 2 Std. Gesamtbelichtung hast Du eine tolle Ausbeute erzielt. Es erstaunt mich immer wieder wie die neuen Farbcams sich in den RGB Bereichen schlagen. Da kommt man echt ins Überlegen, ob man sich die LRGB-Variante antun muss. Wären da nicht meine Filterräder mit 7 Positionen, mit denen ich dann mit den SW Kameras auch Schmalband machen kann und beide fest in der Sternwarte montiert, hätte ich mir schon mal eine dieser Kameras gegönnt. Interessanter Test!

LG
Willi
 
Hi Frank
schoenes first light und schoene Review.
Etwas Klugschiss zu ein/zwei Details in der Review ;)

USB
Naja, weil die USB-Dramen, die sich da teilweise unter dem Nachthimmel abspielen, langsam etablierte Legende werden, mal wieder (einmal mehr) klar gesagt:

Max 3m Kabellaenge ist fuer USB3 wird nicht "oft empfohlen", sondern ist die offizielle USB3 Spezifikation.

Laengere Kabel (5m) ohne Repeater funktionieren natuerlich oft in der Regel auch irgendwie, aber entscheidend ist die "mean time between failure". Denn Kabel mit Ueberlaenge sind eben kein binaeres "geht oder geht nicht", sondern die Fehlerwahrscheinlichkeit steigt einfach ueberproportional an. Diese Kameras nehmen stundenlang ein Bild nach dem anderen auf und die Wahrscheinlichkeit, dass dabei dann irgendwann Datenuebertragungsfehler auftreten, die eventuell sogar die Kamera aufhaengen koennen, wird dann immer wahrscheinlicher.
Dass kann man machen, aber das produziert dann mitunter schwer reproduzierbare Aufhaenger und dann gibt's hier in den Foren jedesmal diese frustrierten Rants, wo ueber Software oder Kamerahardware geschimpft wird, weil dann in jeder dritten Nacht um 3:00 Morgens das Ding wieder eingepackt hat.:confused:

Die Sache mit der Heizung
Ich war Anfang des Jahres nahe dran, bei der veTEC 571c zuzuschlagen und hatte daher auch etwas recherchiert. Ich halte die Angabe, dass in der Touptec bewusst eine besondere "Frontscheibenenteisung" ueber die Elektronikabwaerme stattfindet, fuer "den ueblichen Marketingstuss".
Touptek baut Industriekameras/Mikroskopkameras in Grosserie. Damit werden die aggressiven Preise gemacht, naemlich ueber Stueckzahl. Extrawuerste bzgl. baulicher Aenderungen fuer den kleinen Astromarkt wuerden sich da IMHOdann doch im Preis niederschlagen.
Auf Mikroskopen bei Raumtemperatur ist Beschlagen auf der Innenseite des Kameradeckglases ein Problem, auf der Aussenseite dagegen nicht. Touptek verbaut daher die entsprechenden Trockenpatronen um Innenbeschlag zu vermeiden.
Es wuerde mich aber sehr wundern, wenn Touptek da "besondere" Antibeschlagmassnahmen gegen Aussenbeschlag im Referenzdesign getroffen haette, denn diese Kameras werden normalerweise nicht am Taupunkt und bei schwankenden Temperaturen betrieben.
Daher hoert man hier und da tatsaechlich davon, dass Toupteks von Aussen beschlagenen:

Und auch Altair raeumt grundsaetzlich wenigstens ein, dass es mit Aussenbeschlag gelegentlich Probleme geben kann:

Und Forist @kaidet (und @Tom0104) berichtet hier in den Foren vom gleichen Problem an der von Lacerta vermarkteten Touptek in diesem Thread:
aber @MarkusW77 stellt klar, dass die Lacerta offenbar eine Heizung hat (?), aber - dann wieder @kaidet - diese trotzdem manchmal nicht ausreicht.:oops:
Da ist mir irgendwo nicht mehr so ganz klar, (a) hat die Touptek von Lacerta nun eine Heizung (offenbar ja doch?) und hat die OMEGON Pro veTEC571c nun eine (offenbar ja nicht)?o_O

Und falls die OMEGON keine Heizung hat, dann sei doch mal so gut und behalte diesen Aspekt im Auge, denn mich wuerde wirklich interessieren, ob Du in sehr feuchten Naechten nahe am Taupunkt mit sowas an der veTEC 571c Probleme hast. Vielleicht ist das auch alles Paletti, aber ein "erfahrener Poweruser" wie Du duerfte das ja relativ schnell bemerken.

ZWO ASI war da ja (aus Kostengruenden) auch lange in einer Phase der Ignoranz diesbzgl., aber inzwischen verbauen ZWO ASI und QHYCCD grundsaetzlich alle gekuehlten Kameras mit extra Heizelement und das hat schon seinen Grund.

Letzter Punkt:
in der Tat waere eine Pro veTEC 571MM eine schoene Kamera. Aber das ist dann eine Kamera, die schon jenseits der psychologischen Schwelle von 2kE spielt.
Lacerta bietet die entsprechenden ToupTec Kamera ja auch an DSPro2600m | DeepSkyPro2600 mono - 26 MPixel (IMX571 back-illuminated) , also ein prinzipielles Problem ist das ja nicht, man kann den Chip bei Touptek bestellen, wenn man genug Volumen abnimmt.
Aber die Omegon Leute identifizieren die Oberklasse wohl nicht als ihren Kernmarkt, in dem ja auch wesentlich weniger Volumen umgesetzt wird und es fuer viele Anbieter dann auch entsprechend duenn wird. Insbesondere, wenn bei Mono-Kameras die Zubehoerfrage wesentlich relvanter wird und Omegon da nicht besonders etabliert ist. Eine Mono-Version der Pro veTEC 571 wuerde mich daher schon sehr wundern, aber man weiss ja nie ...

Anyway, Gruss und CS ....
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin Frank,

schöne Aufnahme, gefällt mir sehr gut in Farben und Definition. Ich schaue fast immer zuerst auf die Sterne, auch super klar definiert und schöne Farben, klasse Bild



meinst du damit gain 0 ?

CS
Peter

www.pixlimit.com
Low Gain = LCG, Gain = 309 für unit gain
High Gain = HCG getickt im Treiber, Gain = 400 für ca 0,25 e/ADU.
Gain 0 gibt es nicht, es wird dann Gain 100 eingestellt. Das ist dann ca 3e/ADU, also ziemlich unempfindlich. Man hat dann aber 65k full well capa.
cs Joachim
 
Hallo zusammen,
bezüglich der Frontscheibenheizung bei der veTec571C kann ich berichten, dass sie bei mir im nativen (und ASCOM) Treiber angestellt werden kann. man sieht auch kleine Widerstände hinter der Frontscheibe. Ich habe die Kamera gestern bei ziemlich widrigen Bedingungen (Bodennebel, etc.) genutzt und keinen Beschlag feststellen können. (bei der Lacerta DSPro2600C habe ich mal die Heizleistung gemessen, die beträgt ca 0,3W.)
cs Joachim
 
Hallo zusammen,

vielen Dank euch allen für die Rückmeldungen zum Bild und auch zum Kameratest! Freut mich wenn es gefällt.
Ein paar Dinge noch zu den Fragen:
Es gibt einen High Conversion Gain und Low Conversion Gain Auslesemodus. Ich betreibe die Kamera im LowConversion Gain und das bei geringster Gainstufe. Das Ausleserauschen vernachlässige ich bei den Gegenbenheiten und erhalte so die höchste FWC. Die Gainwerte sind nicht absolut und sind Herstellerabhängig, der eine Hersteller fängt bei Null an zu zählen, der andere bei 100.

Das mit der Frontscheibenheizung wird ein Mysterium bleiben fürchte ich. Der Astroshop hat mir klar gesagt dass es eine solche nicht gibt. Im Treiber kann man sie aber an und ausschalten, aber ob das auch was bewirkt ist ja die Frage!? Ich sehe bei mir keine Heizwiderstände oder ähnliches, ein ansteigender Stromverbrauch wäre aber ein starkes Indiz. Ich weiß es auch nicht :-) Ich hatte in 15 Jahren mit gekühlten CCDs aber auch nie das Problem.

Was den Vergleich zu monochromen Kameras angeht, wie in meiner Antwort an Jan schon geschrieben ist ein fairer und sachlicher Vergleich schwer zu machen. Tatsächlich betrachte ich den Epsilon als mobiles Setup bei dem ich die Technik übersichtlich halten möchte, darum Farbe. Stationär würde ich immer eine monochrome Kamera vorziehen.

CS Frank
 
hallo zusammen,
habe gerade mal nachgemessen bei meiner veTec533. das "Aktivieren" des Menupunktes "dew heater" führt zu keiner Änderung des Stroms, den die Kamera zieht. Also, die Widerstände, die ich sehe, sind wohl nicht zum Heizen der Frontscheibe da.
Hatte gestern aber wie gesagt, keine Probleme mit anlaufender Scheibe.
cs Joachim
 
hallo nochmal,
Noch einige Infos. Jetzt wird es wild...:
Ich habe meine DSPro2600 und die veTEC533 nochmal durchgemessen mit APT 3.88.8 mit ASCOM Treiber und nativem Omegon/Touptek Treiber.
ASCOM Treiber: bei beiden Kameras ändert sich der Strom wenn man den dew heater ein/ausschaltet (d.h. Regler ganz links bzw rechts im Menu) um ca 60mA.
Das sind bei 13V dann ca 1W.
Nativer Treiber: Da tut sich bei beiden Kameras nichts, wenn man den dew heater anklickt. Der Strom bleibt konstant (mit und ohne Kühlung an).
Interessant ist, dass der Leerlaufstrom bei beiden Kameras (kein USB angeschlossen) mit ca 180mA gleich ist. (gleiche Elektronik?)
Daraus werde ich nun auch nicht schlau.

Jetzt mülle ich deinen Thread aber nicht mehr weiter voll, Frank.

cs Joachim
 
hallo nochmal,
Noch einige Infos. Jetzt wird es wild...:
Ich habe meine DSPro2600 und die veTEC533 nochmal durchgemessen mit APT 3.88.8 mit ASCOM Treiber und nativem Omegon/Touptek Treiber.
ASCOM Treiber: bei beiden Kameras ändert sich der Strom wenn man den dew heater ein/ausschaltet (d.h. Regler ganz links bzw rechts im Menu) um ca 60mA.
Das sind bei 13V dann ca 1W.
Nativer Treiber: Da tut sich bei beiden Kameras nichts, wenn man den dew heater anklickt. Der Strom bleibt konstant (mit und ohne Kühlung an).
Interessant ist, dass der Leerlaufstrom bei beiden Kameras (kein USB angeschlossen) mit ca 180mA gleich ist. (gleiche Elektronik?)
Daraus werde ich nun auch nicht schlau.
Hi Joachim,
Danke fuer deine Bemuehungen.
Es scheint wohl tatsaechlich so, irgendwas ist da tatsaechlich verbaut. Der Schwachpunkt ist wohl eher die etwas durchwachsene Treibersituation/Unterstuetzung.
Ich glaube das ist ein wichtiger Hinweis in der Praxis.
Sollte Ich mir so ein Ding doch noch mal holen (...bin aber eher der Mono-Typ...), dann wird da wohl einfach mal ein Temperatursensor davorgeknallt und geschaut, ob da was heizt.
Jetzt mülle ich deinen Thread aber nicht mehr weiter voll, Frank.
Nanu, warum das denn, ist doch auch eine Kamera-Review?

Ich weiß es auch nicht :) Ich hatte in 15 Jahren mit gekühlten CCDs aber auch nie das Problem.
Frank, Ich hatte bei meiner alten Kamera, die ueber eine geschlossene Abstandshuelse am Reducer fest verschraubt wurde, ohne Heizing auch wenig Probleme. Aber da findet auch kaum Luftaustausch vor dem Kameraglas statt und der Reducer/Flattener und die Linsengruppe eines Refraktors (Glas ist fuer thermisches IR ein Sperrfilter) sind dann effektiv die "Taukappe" Richtung Himmel.
Mir ist dann aber die gleiche Kamera an einen eher offnen "zugigen" Fokusierer ohne Glasbullauge davor (also: das Kamerafenster sieht ueber Spiegel am Newton direkt den Himmel, Z.B. bei Planetenfotografie) dieselbe Kamera dann auch in Naechten mit weniger Luftfeuchtigkeit und groesserem Abstand zum Taupunkt mitunter komplett abgesoffen. Manchmal ist das Gleiche nicht dasselbe...
Ist halt schoen wenn eine Heizung drin ist und man sich um sowas keine Gedanken machen muss, denn man hat ja i.d.R. genug Floehe zu hueten... ;)
MfG & CS
 
Ich habe gestern Abend versucht, das Thermoelement (vom Sesto focuser) vor der Scheibe der veTec533 zu platzieren. Temperatur Messungen sind ja so eine Sache… ich würde aber sagen, dass ich beim Betrieb der Kamera ohne Peltier Kühlung einen Temperaturanstieg von 1,8C gesehen habe im Vergleich zur nicht angeschlossen Kamera. Mit Kühlung steigt die Temperatur nochmal um ca 0,7C. Ich habe nicht ewig gewartet bis die Temperaturen im Gleichgewicht waren, ein möglicher Temperaturdrift ist nicht auszuschließen.
Eine grobe Abschätzung der temperaturerhöhung durch den Eintrag von 6W (bei laufender Kühlung) ergibt ca 1-2 C. Hängt stark von der angenommenen Wärmekapazität ab. Ich habe mal Messing angenommen. Die tenperaturerhöhung durch die zusätzlich 1W bei Aktivierung des „Dew heater“ würde dann zusätzlich ca 0,2C bringen. Alles grobe Annahmen. Mein Schluss: die Abwärme der Kamera Elektronik wärmt das frontglas schon gut.
(Eine thermokamera werde ich mir nicht kaufen. Vielleicht kann ja jemand das damit nochmal/wirklich messen).
Cs Joachim
 
Hallo,

danke nochmal allen für die Kommentare zum Bild und natürlich auch zu Kamera. Kann sein dass es einen Unterschied macht ob der Sensor frei steht oder ein Korrektorelement davor sitzt, das hatte ich tatsächlich noch nie, zumindest nicht bei DeepSky. Ich werde berichten falls ein problem auftaucht.
Di Abend war es einigermaßen klar aber durch die Inversion auch sehr feucht. Stand gute vier Stunden in der triefend nassen Wiese. Kein Beschlag, nicht mal am Leitrohr.
Habe nicht wirklich ernsthaft Astrofotografie machen wollen (eher justieren, Video drehen etc.) aber das ist dann doch dabei heraus gekommen. Bis zur 100%igen Kollimation sind es noch wenige zehntel Millimeter und das Leitrohr war mies befestigt. Ich finds trotzdem hübsch.


CS Frank
 
Hallo Frank,

ein schönes Video zu der Kamera, die ein ebenso schönes Bild gemacht hat (mit deiner Mithilfe ;-)
Insbesondere die feinen Farbnuancen gefallen mir.
 
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