Sh2-224 mit meiner Lichtenknecker Flatfieldcamera

DietSky

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Hallo!

Sh2-224, auch unter dem Namen Reishut-Nebel (Chinese Hat Nebula) bekannt, ist ein lichtschwacher Supernova-Überrest im Sternbild Fuhrmann (Auriga). Die Entfernung beträgt 14.700 Lichtjahre.

Schaut man sich die Geometrie dieses Nebels an, so fallen zwei unterschiedliche Formen auf. Zum einen eine rundliche, blasenartige Struktur und zum anderen eine eher dreieckige konisch verlaufende. Dies wird damit begründet, dass die Sckockwelle der Supernova auf Gebiete mit unterschiedlicher Gasdichte getroffen ist.

Aufgrund der geringen Flächenhelligkeit des Objekts, bieten sich Aufnahmen mit Schmalbandfiltern an, um einen möglichst hohen Kontrast zum Himmelshintergrund zu erzielen. Die Linien von Wasserstoff (Ha) und Sauerstoff (OIII) sind hierfür besonders geeignet, doch auch die Spektrallinie von Schwefel (SII) ist vertreten, allerdings deckt sich die Struktur fast vollständig mit der vom Wasserstoff, sodass die Belichtung mit diesem Filter kaum weitere Details zum Vorschein bringt. Ich habe aus diesem Grund nur eine Stunde mit dem SII-Filter belichtet und danach die Session abgebrochen.

Besonders beeindruckt war ich vom Bildergebnis unseres Forenmitglieds Herfried @Herfried , welches hier vor einiger Zeit präsentiert wurde. Herfried hatte den Supernova-Überrest mit seiner lichtstarken Optik unter Hochgebirgsbedingungen abgelichtet und so eine beeindruckende Tiefe in seiner Aufnahme erzielt. Dies war mir leider nicht vergönnt, denn in den Aufnahmenächten über Weihnachten waberten permanent Nebelschwaden in der näheren Umgebung meiner Sternwarte und ich musste zeitweise die Aufnahmesequenz unterbrechen, um auf etwas bessere Bedingungen zu warten.

Zusätzlich hat mir der nahestehende, recht helle Stern Capella noch einen Lichtreflex ins Bild gezaubert, der nur schwer zu entfernen war. Ich muss mal schauen, ob ich diesen Einfluss durch eine Auskleidung meiner Flatfieldcamera mit Velour beseitigen kann. Auf die Belichtung des Objekts in LRGB habe ich aus besagten Gründen komplett verzichtet.

Ich hoffe, mein Bildergebnis gefällt dennoch und ich wünsche Euch hiermit ein erfolgreiches Astrojahr 2026 und allzeit Clear Skies,

Dietmar


Sh2-224_HSO_klein.jpg


Größere Version

Aufnahmedaten:
Instrument: Lichtenknecker Optics Flatfieldcamera 4,0/760mm
Aufnahmekamera: QHY268M @-10°C Sensortemperatur
Guiding: QHY5III-200M an William Optics UniGuide 50mm
Filter: Antlia Filtersatz Ha (3nm), SII (3nm); OIII (3nm)
Belichtungszeiten: Ha: 12x900s; SII: 4x900s; OIII: 18x900s
Gesamtbelichtungszeit: 8h30m
Aufnahmedatum: Dezember 24.-26.12.2025
 
Hallo Dietmar,

das ist wirklich ein schönes H-(S)-O Objekt,

welches ich auch noch auf meiner ToDo-Liste habe.

Dafür das es ein reines Schmalband Bild ist sehen die Sterne auch recht

natürlich aus.

Eine sehr gelungene Aufnahme.

Grüße und CS
Karsten
 
Moin Dietmar,

Lichtenknecker Optics Flatfieldcamera 4,0/760mm

kenne ich gut, nutzt mal eine etwas andere Version. Die FFCs sind anspruchsvolle Systeme und genau richtig für Objekte wie Sh2-224.
Sh2-224 ist dir sehr gut gelungen, kontrastreich und detailliert. Sternfarben sind bei reinen Schmalbandaufnahmen kritisch, auch hier hast du ein gutes Händchen bewiesen, chapeau!

CS
Peter
 
Hallo Dietmar,

ein sehr ansprechender, gelungener fotografischer Jahresauftakt mit deiner FFC-Optik. Sh2-224 kommt sehr gut zur Geltung ist farblich schön ausgewogen präsentiert.

Toll anzuschauen sind auch die sehr dezenten OIII „Wolken“ im Bildfeld, die sich fast im dominierenden H-Alpha Signal verlieren und sicher in der Bearbeitung und Zusammenmischung eine Herausforderung waren. Auch wie, bspw. auf 12:00h wo sich OIII und der deutlich längere Ha Ausläufer, bis fast zum oberen Bildfeldrand, nur knapp über dem Hintergrund liegen.

Tolle Aufnahme.

Viele Grüße,
Alexander
 
Hallo Dietmar,

zauberhaft, Falschfarben kannst Du wirklich gut und der Vergleich mit Herfrieds Ergebnis ist angebracht, beide habt Ihr dieses Objekt ganz großartig dargestellt. Es wird höchste Zeit, dass ich mit dem kleinen Epsilon da auch mal hinhalte, in nur einer klaren Nacht sollte zu mindestens ein DNB-Ergebnis herausspringen...

VG
Stefan
www.capella-observatory.com
 
Hallo Dietmar, ein großartiges SHO aus deinem Lichtenecker präsentierst du uns hier und ich bin überrascht wie viel Signal du hier aus der vergleichsweise kurzen Belichtungszeit kitzeln konntest ohne, dass der Nebel überreizt wirkt! Super! Wie Stefan habe ich um den immer einen Bogen gemacht....das sollte ich auch dringenst mal ändern!
CS Ben
 
Guten Morgen Dietmar und alles Gute im neuen Jahr!
Mir gefällt dein "Chinesischer Hut" ;) sehr gut, deine Bearbeitung der Schmalbandkanäle (inclusive Sternendarstellung) sind mE sehr ästhetisch und schön anzuschauen:y:.
Den Bogen hast du ziemlich gut ´raus, wobei ich mich erinnere, dass du in früherer Zeit kaum Schmalbandfilter eingesetzt hast und eher mit deinem 12 Zöller langbrennweitig unterwegs warst?
Das Wetter in den Weihnachtsnächten war auch am Niederrhein für lange Brennweiten eher ungeeignet und ich hatte - wie du auch - ´ne Menge Ausschuss wg. Wind und Feuchtigkeit. Gerade letztere ist für die höher frequenten OIII/Blau-Photonen vernichtend :coffee:.
Umso mehr freut es mich, dass du uns so ein schönes Bildergebnis präsentieren kannst!
Weiterhin noch viel Freude am Hobby und herzliche Grüße
Thomas
 
Hallo Dietmar,

die FFC 1:4 / 760 war m.E. die beste Kamera von Herrn Lichtenknecker. Noch handlich, und rattenscharf. Ich habe mein Exemplar leider viel zu früh verkauft - ich wollte mehr Brennweite. (Die "kleine" 1:3,5 / 500 war auch nicht schlecht, aber einen Tick weniger problemlos.)
Ich freue mich immer wieder, wenn die "alten Exoten" immer noch erstklassige Ergebnisse in den Händen erfahrener Fotografen abliefern!

Übrigens: Das Foto ist ein Hammer!:y::y::y::y::y:

LG und CS Erich
 
Hallo Peter, Bernhard, Manfred, Alexander, Stefan, Ben, Thomas und Erich,

vielen Dank für eure freundlichen Wortmeldungen, das freut mich wirklich sehr!
Während die Aufnahmen liefen, hatte ich wenig Hoffnung auf ein brauchbares Ergebnis. Zu schlecht waren die Witterungsbedingungen und dann noch der Lichteinfall von Capella. Ich war leicht frustriert und dachte mir, es soll einfach nicht sein, zu Weihnachten noch Astrofatografie zu betreiben, wenn andere entspannt am Weihnachtsbaum sitzen. ;)
Es war schon eine härtere Nuß, die Daten noch zu einem einigermassen brauchbaren Endergebnis zu verarbeiten.

Das kann ich unterschreiben. Ohne meine bisherigen Optimierungsarbeiten hätte ich sie nicht mehr einsetzen wollen. Damals auf Filmemulsion war es noch okay, aber mit den hochauflösenden Bildsensoren der heutigen Kameras wird jeder noch so kleine Abbildungsfehler sichtbar. Ich hoffe, das ich die Streulichtempfindlichkeit noch besser in den Griff bekomme. Leider waren vor 40 Jahren die Vergütungen der Linsenflächen noch nicht so breitbandig wie die heutigen, und speziell im blauen Licht merkt man das besonders. Dagegen kann ich leider nichts tun.

Falschfarben kannst Du wirklich gut und der Vergleich mit Herfrieds Ergebnis ist angebracht, beide habt Ihr dieses Objekt ganz großartig dargestellt. Es wird höchste Zeit, dass ich mit dem kleinen Epsilon da auch mal hinhalte, in nur einer klaren Nacht sollte zu mindestens ein DNB-Ergebnis herausspringen...
Lieber Stefan,
Mit den Falschfarben stand ich lange auf dem Kriegsfuß, doch mittlerweile habe ich mich ein wenig eingearbeitet.
Du solltest Sh2-224 auf jeden Fall einmal aufnehmen, dein Instrument ist wie geschaffen dafür!

Den Bogen hast du ziemlich gut ´raus, wobei ich mich erinnere, dass du in früherer Zeit kaum Schmalbandfilter eingesetzt hast und eher mit deinem 12 Zöller langbrennweitig unterwegs warst?

Lieber Thomas,
ja, in letzter Zeit habe ich mich etwas intensiver mit der Schmalbandtechnik befasst, doch mein 12-Zöller scharrt schon mit den Hufen und wartet auf die Galaxiensaison!

Ich freue mich immer wieder, wenn die "alten Exoten" immer noch erstklassige Ergebnisse in den Händen erfahrener Fotografen abliefern!

Lieber Erich,
ich wollte meiner alten FFC noch einmal eine Chance geben und sie auch mit einer modernen CMOS-Kamera betreiben. Dazu waren einige Anpassungs-/Optimierungsarbeiten erforderlich, zumal ich damit auch remote arbeiten wollte.

CS Dietmar
 
Hallo Dietmar,

das schaut klasse aus! Gefällt mir richtig gut.

Lass mal ein Bild sehen von dem Reflex, gerne auch per PN falls du den Thread hiermit nicht füllen willst. Ich hatte an meiner FFC auch mit Reflexen von hellen Sternen zu kämpfen, dafür aber eine gute Lösung gefunden die vielleicht auch bei Dir hilft.

Viele Grüße,
Georg
 
Hallo Georg,

danke für dein Lob!
Ich schicke dir gern ein Bildbeispiel mit besagtem Reflex per PN.

CS Dietmar
 
Hallo Peter,

vielen Dank für deine Anerkennung. Freut mich, das dir meine Aufnahme gefällt, obwohl sie doch um einiges farbintensiver als deine Ausarbeitung ist.

CS Dietmar
 
Hallo Dietmar,

Ich habe jetzt erst Deinen Sh2-224 in SHO entdeckt und bin von Ergebniß begeistert.
SII kann man schon wunderbar erkennen. Ich habe meinen Sh2-224 vor einigen Tagen auch mit SII ergänzt, aber hatte noch keine Zeit zum Ausarbeiten. Danke fürs Zeigen.

LG & CS, Herfried
 
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