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Hallo!
GBendt schrieb:
>Der Spiegel des Keck-Teleskops ist meines Wissens nach mit
>Aluminium belegt und nicht mit Silber.
Der Aufbau ist ziemlich kompliziert.
Für sichtbares Licht verwendet die LLNL-Schicht Silber.
Darunter (also näher zur Glasoberfläche) befindet sich
in dieser patentierten Beschichtung Aluminium, welches
das vom Silber durchgelassene UV-Licht reflektiert.
Über der Silberschicht befinden sich Schutzschichten
aus Siliciumnitrid etc. und Cr/Ni. Ganz außen wurde
ein Interferenzsystem aus u.a. Hafniumoxid aufgedampft, welches das Reflexionsvermögen für kurzwelliges UV-Licht
verbessert.
Den Aufbau findet man z.B. hier:
http://www.llnl.gov/tid/lof/documents/pdf/238656.pdf
>Einen mit Silber belegten Spiegel kann man wohl nicht mit
>einem Gemisch von konzentrierter Schwefelsäure und
>Kalisalpeter reinigen. Bei dem Prozess entsteht
>Salpetersäure, die löst das Silber blitzschnell auf.
Es ging mir um die Reinigung des Borosilikatglases,
nicht die Entfernung des Silbers. Das Silber kann man
leicht mit halbkonzentrierter Salpetersäure entfernen.
>Und anschließend hat man das Problem, die Suppe aus
>konzentrierter Schwefelsäure, Salpetersäure, Silbernitrat
>und Kaliumsulfat zu entsorgen, ohne sich Löcher in Finger
>und Klamotten oder den Rasen zu ätzen.
>Beim Neutralisieren mittels einer Lauge kocht das Zeug
>sofort über, und Wasser darf man bekanntlich nie in
>konzentrierte Schwefelsäure kippen, weil die Säure dann
>unter Hydratbildung sehr exotherm reagiert und in einer
>Dampfexplosion auseinanderspritzt: "Erst das Wasser, dann
>die Säure, sonst passiert das Ungeheure" lautet der
>bekannte Merkspruch ...
Solange man nur das Borosilikatglas reinigt, erhält man
eine Art Nitriersäure aus Schwefelsäure, Salpetersäure
und Kaliumsulfat. Diese kann man vorsichtig (Schutzbrille
und Schutzhandschuhe!) langsam unter Rühren in kaltes
Wasser giessen, verdünnen und mit etwa der
Kaliumhydroxidlösung neutralisieren und weggießen.
>Ich würde bei einer Silberschicht auf dem Spiegel alle
>Versuche einer mechanischen Reinigung unterlassen. Der
>Belag blättert zu leicht ab.
Der optimale Reinigungsprozess ist leider auch noch
nicht gefunden. Ich habe mal experimentiert und diverse
Tests mit den allermeisten Vorschlägen aus der Patentliteratur gemacht.
Am besten und schnellsten (Reinigung in Sekunden) funktioniert hat noch die Reinigung mit der
Alufolie und Carbonatlösung. Problem ist jedoch u.a., dass
man damit die Silberschicht leicht beschädigt, denn die
Alufolie kratzt leicht daran.
Eine in der Patentliteratur alternativ vorgeschlagene Reinigung mit Alupulver oder Zinkpulver in
Carbonatlösung etc. war jedoch nicht erfolgreich. Problem
ist vermutlich, dass die feinen Metallpulver im Wasser
suspendiert werden, anstatt mit dem Silber/Silbersulfid ein
Lokalelement zu bilden, die das Ag2S reduzieren.
Zinkstaub ist offenbar chemisch unter den in der Patentlit.
genannten Bedingungen zu inaktiv.
Die traditionelle Methode bei großen Teleskopspiegeln
war früher das mechanische Polieren mit Leder/Watte.
Man nannte das in der englischsprachigen Literatur
"burnishing".
GBendt schrieb:
>Der Spiegel des Keck-Teleskops ist meines Wissens nach mit
>Aluminium belegt und nicht mit Silber.
Der Aufbau ist ziemlich kompliziert.
Für sichtbares Licht verwendet die LLNL-Schicht Silber.
Darunter (also näher zur Glasoberfläche) befindet sich
in dieser patentierten Beschichtung Aluminium, welches
das vom Silber durchgelassene UV-Licht reflektiert.
Über der Silberschicht befinden sich Schutzschichten
aus Siliciumnitrid etc. und Cr/Ni. Ganz außen wurde
ein Interferenzsystem aus u.a. Hafniumoxid aufgedampft, welches das Reflexionsvermögen für kurzwelliges UV-Licht
verbessert.
Den Aufbau findet man z.B. hier:
http://www.llnl.gov/tid/lof/documents/pdf/238656.pdf
>Einen mit Silber belegten Spiegel kann man wohl nicht mit
>einem Gemisch von konzentrierter Schwefelsäure und
>Kalisalpeter reinigen. Bei dem Prozess entsteht
>Salpetersäure, die löst das Silber blitzschnell auf.
Es ging mir um die Reinigung des Borosilikatglases,
nicht die Entfernung des Silbers. Das Silber kann man
leicht mit halbkonzentrierter Salpetersäure entfernen.
>Und anschließend hat man das Problem, die Suppe aus
>konzentrierter Schwefelsäure, Salpetersäure, Silbernitrat
>und Kaliumsulfat zu entsorgen, ohne sich Löcher in Finger
>und Klamotten oder den Rasen zu ätzen.
>Beim Neutralisieren mittels einer Lauge kocht das Zeug
>sofort über, und Wasser darf man bekanntlich nie in
>konzentrierte Schwefelsäure kippen, weil die Säure dann
>unter Hydratbildung sehr exotherm reagiert und in einer
>Dampfexplosion auseinanderspritzt: "Erst das Wasser, dann
>die Säure, sonst passiert das Ungeheure" lautet der
>bekannte Merkspruch ...
Solange man nur das Borosilikatglas reinigt, erhält man
eine Art Nitriersäure aus Schwefelsäure, Salpetersäure
und Kaliumsulfat. Diese kann man vorsichtig (Schutzbrille
und Schutzhandschuhe!) langsam unter Rühren in kaltes
Wasser giessen, verdünnen und mit etwa der
Kaliumhydroxidlösung neutralisieren und weggießen.
>Ich würde bei einer Silberschicht auf dem Spiegel alle
>Versuche einer mechanischen Reinigung unterlassen. Der
>Belag blättert zu leicht ab.
Der optimale Reinigungsprozess ist leider auch noch
nicht gefunden. Ich habe mal experimentiert und diverse
Tests mit den allermeisten Vorschlägen aus der Patentliteratur gemacht.
Am besten und schnellsten (Reinigung in Sekunden) funktioniert hat noch die Reinigung mit der
Alufolie und Carbonatlösung. Problem ist jedoch u.a., dass
man damit die Silberschicht leicht beschädigt, denn die
Alufolie kratzt leicht daran.
Eine in der Patentliteratur alternativ vorgeschlagene Reinigung mit Alupulver oder Zinkpulver in
Carbonatlösung etc. war jedoch nicht erfolgreich. Problem
ist vermutlich, dass die feinen Metallpulver im Wasser
suspendiert werden, anstatt mit dem Silber/Silbersulfid ein
Lokalelement zu bilden, die das Ag2S reduzieren.
Zinkstaub ist offenbar chemisch unter den in der Patentlit.
genannten Bedingungen zu inaktiv.
Die traditionelle Methode bei großen Teleskopspiegeln
war früher das mechanische Polieren mit Leder/Watte.
Man nannte das in der englischsprachigen Literatur
"burnishing".
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