Sind neue bildstabilisierte Feldstecher in Sicht?

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alzheimer

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hi folks,

bin seit jahren von meinem canon 12x36IS begeistert (hatte vorher ein 15x50IS).
ist irgendwo irdgendwas neues in der pipeline, das viell. die lücke zw. 50 und 36 mm öffnung schließen könnte bei der gleichen handlichkeit des 12x36IS? vielleicht sogar mit noch effektiverer bildstabilisierung?

mir schwebt gefühlsmäßig 15x40I vor. gibts da neuigkeiten?

horst
 
Hallo Horst,

ich habe nichts von neuen bildstabilisierten Ferngläsern gehört. Aber für die Astronomie ist das 15x50 (wegen der größeren Öffnung) doch sicherlich interessanter als ein 15x40, oder ? Vielleicht wiegt ein 15x40 weniger, aber ein gewisses Gewicht ist denke ich sogar vorteilhaft um dass Zittern der Hände noch besser auszugleichen. Die "Lücke" wird
finde ich von dem bereits vorhandenen 10x42 gut geschlossen.
 
hallo andre,

für die himmelsbeobachtung sind die satbis wohl nicht so der preller. nach verschiedenen erfahrungsberichten und meinen eigenen scheint die stabilisierung bei starker neigung aus der waagerechten nicht mehr so optimal zu arbeiten.
egal-für die terrestrische beobachtung sind die dinger allemal ein genuss!

h.
 
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Hallo Leute,

Ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen: Statt viel Geld für bildstabilisierte Ferngläser mit vergleichsweise kleiner Öffnung auszugeben, kaufe man sich lieber ein vernünftiges Stativ, einen Stativadapter und ein Großfernglas, der Beobachtungsgenuss steigt nicht nur rein physikalisch quadratisch mit der Öffnung, auf jeden Fall wesentlich mehr als mit solchen Gags ;-)

Gruß und CS,
Marcel
 
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hallo marcel,

für den nachthimmel sind sie nicht so toll aber für die terrestrische beobachtung sind sie unschlagbar!!! wenn du sie als gag abtust, hast du noch nie durchgeschaut. der informationsgehalt des bildes ist mangels zittern 1000x besser als bei jedem top glass von zeiss oder leica usw., und das scharf bis zum rand!

habe mein trinovid 10x50 BA genau aus diesem grund wieder verkauft. das trinovid schien mir eher ein gag zu sein, da nicht mal randscharf für die viele kohle, die es gekostet hatte. (kein wunder, dass die mal fast pleite waren...).

h.

ps: auf ein stativ kann man die stabis außerdem setzen! kann man umgkehrt deins auf bildstabilisierung umschalten? ich glaube nicht...
 
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Hallo!

ich betrachte in der Astronomie die Bildstabilisierung in einem Fernglas als Gag, da sie kein notwendiges Feature ist. Man kann völlig problemlos mit Stativ und Stativadapter für wenig Geld ein ebenso ruhiges Bild bekommen. Die Moneten, die man spart, kann man in bessere Optiken investieren.
Lieber ein 20x80er, statt so ein kleines bildstabilisiertes Glas.
Für Beobachtungen am Tag, etwa von Tieren oder Vögeln, stelle ich mir Bildstabilisierung recht genial vor. Aber bei der Himmelsbeobachtung kann man wohl drauf verzichten. Einzig das ungezwungene Beobachten aus der Hand könnte Spaß machen...

Gruß und CS,
Marcel

P.S. : Natürlich habe ich schon durch bildstabilisierte Ferngläser geschaut...Aber wo liegt der Nutzen einer Bildstabilisierung im Fernglas, wenn man es dann nur auf einem Stativ benutzt...? Kann ich irgendwie nicht ganz verstehen ;-)
 
meine frage bezog sich nicht auf ferngläser in der astronomie sondern auf bildstabilisierte ferngläser.

(einfach mal den inhalt meiner frage lesen...).

h.
 
Hallo "alzheimer",

beide Aspekte wurden in meinem Posting behandelt (einfach mal den Inhalt lesen...)

Gruß und CS,
Marcel
 
antworten auf fragen, die keiner gestellt hat?

daran krankt jedes forum...

h.
 
Ich finde bildstabilierte Ferngläser auch (oder gerade) am Sternenhimmel sehr beeindruckend. Ein Druck auf die Bildstabilisierungs-Taste und man sieht plötzlich wesentlich lichtschwächere Sterne, als ohne Bildstabilisierung. Natürlich geht das ganze auch mit Stativ. Meiner Meinung nach machen am Sternenhimmel aber nur Ferngläser mit 45°-Einblick auf einem Stativ Spaß. Meistens gucke ich auch nur mal eben für ein paar Minuten zu den Sternen und das aus freier Hand und da geht nichts über ein bildstabilisertes Fernglas. Naja, jeder hat halt seinen persönlichen Geschmack, ist doch auch gut so...

 
Hallo alle miteinander

Ist vielleicht jetzt etwas OT, aber
da ich mir auch schwer tue mein Fernglas (7x50) ruhig zu halten, habe ich ich mir an mein Fernglas Stabilisatoren gebaut. Die sind so ähnlich, wie die, die von den Sportbogenschützen verwendet werden, aber etwas kürzer und etwas einfacher gebaut.

Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, allerdings verwende ich mein Fernglas nur im Garten, brauche es also nicht grossartig zu transportieren.

Grüsse

Thomas
 
das ganze sieht aus, wie ein großes Y ...

Meine Version besteht aus 3 Alu-Vierkantrohren und kleine Gewichte am Ende.
Damit kann man das Fernglas ruhiger halten.

Hallo Thomas,

ich vermute mal, dass man damit versucht, das Trägheitsmoment (gegenüber Drehbewegungen) zu erhöhen.

Ulkigerweise ist das aber genau das Gegenteil von der Strategie, die man z.B. bei wackeligen Fernrohrmontierungen empfiehlt. Dort heißt es immer: kurze Hebel und Gegengewicht so dicht wie möglich an die Drehachse.

Es ist aber auch gut möglich, dass die Bedingungen zur Stabilisierung von Fernrohrmontierungen bzw. handgehaltenen Ferngläsern so verschieden sind, dass man zu so entgegengesetzten Konzepten kommt. Letztendlich ist immer das am besten, was sich in der Praxis bewährt. Allerdings möchte man natürlich schon verstehen, was für physikalische Prinzipien dahinter stehen.

Was den Sport des Bogenschießens betrifft, so muss ich völlige Ahnunungslosigkeit bekennen. Immerhin scheint es durchaus möglich, dieses Hobby mit ähnlicher Hingabe und finanziellem Aufwand zu betreiben, wie es aus der Amateurastronomie bekannt ist.

Wer ähnlich ignorant wie ich bzgl. der technischen Ausstattung moderner Bogenschützen ist, kann sich vielleicht mal das folgende Video anschauen. Dort wird auch der von Thomas beschriebene "Y-Stabilisator" gezeigt:

YouTube Video (5:36 min)

Allerdings scheint die Gemeinde sich nicht ganz einig zu sein, wie's denn nun wirklich funktioniert:

Archery Forum

Jedenfalls scheint's da einen gewissen Hang zum Martialischen zu geben:

Doinker A-Bomb: The World's #1 Stablilizer

Archery Stabilizer - Key to Nailing Your Game

"A quality stabilizer will ... improve the archer's chance of scoring a hit and putting a meal on the table."

Na, dann Mahlzeit!

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Hallo Peter

danke Dir für Deine Ausführungen.

Wie Du schon schreibst sind die Strategien unterschiedlich.
Ich denke es kommt daher, wo das Verwackeln herkommt:
Bei der Montierung werden die Wackler vom Teleskop auf die die Montierung übertragen (von eher langsamen Bewegungen wie Schneckenfehler einmal abgesehen).
Beim Bogen und beim Fernglas kommt das Verwackeln von der Hand (jedenfalls bei mir).

Ich habe die Stabilisatoren ursprünglich für meinen (einfachen) Sportbogen gebaut. Damit schieße ich im Garten bis auf 30 m.
Die Stabilisatoren (auch in dieser vereinfachten Ausführung) bringen auch dabei etwas, aber ich kann mich mit den Stabis am Bogen nicht anfreunden - ich schieße ihn lieber als Blankbogen (eigene Klasse).

Es hat aber sicher seine Gründe, warum bei Wettbewerben bei den normalen Klassen Recurve und Compound alle Bögen mit Stabilisatoren ausgestattet sind.
Es herrscht unter den Sportbogeschützen die auf Zielscheiben schießen (eher unbewegliche Ziele wie unsere Sterne usw.) kein Zweifel an der Wirksamkeit vom Stabis allgemein, sonder nur bei der Frage, welcher der beste Stabi für welchen Zweck ist.

Ob diese beim Fernglas aus Carbon sein müssen, mag jeder für sich entscheiden.

Ich kann nur sagen: ausprobieren!

Grüsse Thomas
 
Einspruch...

Natürlich sind bildstabilisierende Ferngläser nicht primär für die Himmelsbeobachtung entwickelt worden (bei Fujinon stand die Anwendung von bewegtem Untergrund -> Schiff - Auto - Hubschrauber im Vordergrund), aber: Wer einmal mit einem Technostabi freihändig Flugzeuge, ISS oder Satelliten verfolgt hat, der wird die Vorteile nachvollziehen können.
Andere Pluspunkte: Man könnte z.B. beim TS14x40 2"-Nebelfilter als Objektivfilter verwenden, dann kann man freihändig ohne Stativ eben auch Nebelbeobachtung machen.
Ich als Stadtrandbeobachter habe auch keine Probleme mit "nur" 3mm Austrittspupille - die drückt dann den Himmelshintergrund soweit runter, dass ich (wieder als Beispiel TS14x40) freihändig so um die 11 mag Grenzgröße erreichen kann.

Aber o.k., wenn´s dann um richtig viel Licht und Kontrast geht, dann nehme ich auch lieber das 16x70 FMT-SX2 - nur muss ich dann halt immer ein Stativ mitzerren.

So oder so - beides macht Sinn - ist meine Meinung als Beobachter.

Clear Skies,

Stefan Korth


 
Ich als Stadtrandbeobachter habe auch keine Probleme mit "nur" 3mm Austrittspupille - die drückt dann den Himmelshintergrund soweit runter, dass ich (wieder als Beispiel TS14x40) freihändig so um die 11 mag Grenzgröße erreichen kann.

Hallo Stefan,

das mit der Grenzgröße von 11 mag für eine 40 mm Optik betrifft dann aber wohl nicht Deine Stadtrand Location mit 3 mm Pupillenöffnung,
sondern einen richtig dunklen Himmel mit einer unbewaffneten Grenzgröße von 7 mag:

(1) Pupillenöffnung = 7 mm

Lichtgewinn = (40mm/7mm)² ~ 33

-> Delta m ~ 2.5 lg 33 ~ + 3.8

Grenzgröße ~ 7 + 3.8 ~ 11


(2) Pupillenöffnung = 3 mm

Lichtgewinn = (40mm/3mm)² ~ 178

-> Delta m ~ 2.5 lg 178 ~ + 5.6

Grenzgröße ~ 3 + 5.6 ~ 8.6


Oder meinst Du eine Situation mit Einsatz von Filtern? Ich würde jedoch bezweifeln, dass Du an einem lichtverschmutzten Stadtrandhimmel mit einer gefilterten 40 mm Optik auf eine Grenzgröße von 11 mag kommst. Das würde ja bedeuten, dass so ein Filter nur Lichtverschmutzung, aber kein Sternlicht schluckt.

Leider zu schön, um wahr zu sein ...

Nichts für ungut.
Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
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Ach ja, ganz nett solche Formeln, aber nach 27 Jahren Beobachtungserfahrung (10 davon als Veränderlichenbeobachter) habe ich mir abgewöhnt, danach zu schielen.
Fakt ist - ich habe Einzelsterne u.a. auch in M37 wahrgenommen, die eben etwa 11. Größe haben, nur dass zählt für mich persönlich. Aber wie das ebenso bei visuellen Beobachtungen ist - beweisen kann (und will) ich das natürlich nicht.
Aber wenn wir schon einmal bei Formeln sind, dann sei noch der Hinweis erlaubt, das Deine Ausführungen den Einfluss der Vergrößerung auf die Grenzgröße nicht berücksichtigen - und dieser Einfluss ist in der Beobachtungspraxis gerade bei stadtnahen Standorten ziemlich heftig. Beispiel: Mit einem Celestron 14 habe ich bei 123facher Vergrößerung in bestimmten Nächten ca. 14.0mag Grenzgröße erreicht, in der gleichen Nacht am gleichen Objekt mit 434x dann ca. 15.5mag.
Quantitativ habe ich diesen Vergleich mit Ferngläsern à la 7x50 vs. 10x50 noch nicht durchgeführt. In der Praxis habe ich auch festgestellt, dass stadtnah betrachtet im 7x50 schwache Sterne im Hintergrund absaufen, die ein 10x50 noch zeigt.
Zurück zum Ausgangspunkt: Ich bleibe dabei, ein bildstabilisierends Fernglas kann Sinn für die Himmelsbeobachtung machen. ABER: Da es in meinen Augen das EINE Fernglas für ALLE Binoanwendungen (Astro/Orni/Wandern) nicht gibt, sollte man wie bei allen anderen Optiken eben die verschiedenen Faktoren (Brauche ich dies? Kann ich auf ein anderes Feature verzichten?) abwägen, bevor man sich zum Kauf entscheidet.
Zurück zum echten Thread-Anfang: Nein, von Fujinon wird es innerhalb der nächsten 6 Monate kein neues bildstabilisierendes Fernglas geben. Wir haben das Technostabi TS12x32 um einen zweiten Stabilisierungsmodus erweitert, man hat die Wahl zwischen Standard- und Feinmodus. Der Standardmodus funktioniert zu Wasser und zu Land, auf bewegtem und auf festem Untergrund. Der Feinmodus ist nur auf festem Untergrund empfehlenswert und hilfreich z.B. beim Lesen entfernter Schriftzüge. In etwas abgewandelter Form ist dieses Feature aber schon bei unserer Nikon-Variante eingesetzt worden.
Größere Technostabis wird es nicht geben, weil die Teile dann zu unhandlich und zu schwer werden würden. Ein Vorabentwurf über ein 20x60 hat ergeben, dass dieses Teil die Ausmaße eines DIN A4-Blattes annehmen würde - im Consumerbereich wird dies nicht akzeptiert. Hintergrund: Die Mechanik und die Prismen für mehr Öffnung brauchen eben - wenn sie denn wie bei uns üblich +/- 3 - 5° Abweichung korrigieren können sollen - entsprechend viel Volumen, da kann man nichts miniaturisieren. Kleinere Kompensationswinkel wiederum machen keinen Sinn, weil man dann das Einsatzgebiet Wassersport vergessen kann.
Kleinere Technostabis als z.B. das 12x32 machen auch keinen Sinn, denn wozu soll man Gläser unter 10facher Vergrößerung stabilisieren? Im Wassersportbereich käme man mit den Parametern ganz schnell an die üblichen 7x50-Gläser - und die brauchen geübte Segler oder Wassersport nicht zu stabilisieren.


Schöne Grüße,

Stefan Korth




 
Hallo Stefan,

schade, dass ein Fernglas mit den Abmessungen eines DIN A4-Blattes im allgemeinen nicht akzeptiert wird. Ich finde, dass auch z.B. das 10x70 FMT-SX2 noch gut freihändig einsetzbar ist. Ein 20x60, auch wenn es z.B 1800 g wiegt, fände ich durchaus interessant! Ich kann da viele Leute nicht so ganz verstehen, die ein Fernglas mit über 1000 g Gewicht schon als schwer empfinden. Klar, wenn man es den ganzen Tag mit sich rumträgt... Aber für die Astronomie holt man es doch meist aus seinem Schrank, geht auf die Terasse und schaut damit für ein paar Minuten in die Sterne. Da trägt ein etwas höheres Gewicht doch nur zur Stabilität des Bildes bei; und gewisse Abmessungen sind für eine große, lichtsammelnde Objektivöffnung eben unvermeidbar.
 
Hallo Stefan,

natürlich hängt die erreichbare Grenzgröße von vielen weiteren Faktoren ab, und dazu gehört sicher auch die Vergrößerung. Wenn solche Parameter nicht explizit auftreten, so bedeutet das schlicht und einfach, dass man von vornherein von einer maximalen sinnvollen teleskopischen Vergößerung mit einer AP in der Gegend von etwa 0.7 mm und natürlich einem perfekten f_st ~ 6.5 mag Himmel ausgeht.

Unter derart idealen Bedingungen würde man für eine 40 mm Optik bei einer Vergrößerung von 60x allenfalls eine Grenzgröße von 11 mag erwarten. Für Ferngläser mit typischen Vergrößerungen von weniger als 20x sind die Bedingungen aber erheblich schlechter, zumal an einem f_st ~ 3 mag Himmel. Auf dieser simplen Einschätzung beruht meine Skepsis.

Das Thema Grenzgröße und Vergrößerung wird auch von Ronald Stoyan in interstellarum allgemeinverständlich diskutiert. Dort gibt er für eine Grenzgröße von 11 mag an einem perfekten Himmel sogar eine erforderliche Öffnung von 50 mm bei einer optimalen Vergrößerung von 75x an.

Manche Leute haben versucht, sämtliche vorstellbaren Effekte zu modellieren und dafür teilweise ein monströses Formelwerk zusammengetragen. Siehe z.B. B.E. Schaefer: Telescopic Limiting Magnitudes. Vermutlich stimmen wir darin überein, dass man sowas auch übertreiben kann, zumal viele der modellierten Parameter mit erheblichen Unsicherheiten belastet sind.

Andererseits gibt es einfache Skalierungsgesetze, mit deren Hilfe man z.B. für eine bestimmte Himmelsqualität den Effekt unterschiedlicher optischer Parameter auf die erreichbare Grenzgröße ziemlich zuverlässig abschätzen kann, oder umgekehrt, den Einfluss unterschiedlicher Himmelsqualität für eine bestimmte Optik.

Was Du über Deine Beobachtungen mit dem C14 schreibst, kann ich durchaus bestätigen, da ich dieses Instrument auch schon seit langem benutze.

Und Deine fachkundigen Kommentare zu bildstabilisierten Ferngläsern insbesondere sind natürlich besonders wertvoll und wichtig. Das ist wohl für die meisten hier sowieso von größerer Bedeutung als diese kleine Kabbelei über die Grenzgröße von Ferngläsern.

In diesem Sinne biete ich Dir meine Friedenspfeife an und verbleibe mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Re: Sind neue bildstabilisierte Feldstecher in Sic

Zitat von P_E_T_E_R:
Ulkigerweise ist das aber genau das Gegenteil von der Strategie, die man z.B. bei wackeligen Fernrohrmontierungen empfiehlt. Dort heißt es immer: kurze Hebel und Gegengewicht so dicht wie möglich an die Drehachse.

Es ist aber auch gut möglich, dass die Bedingungen zur Stabilisierung von Fernrohrmontierungen bzw. handgehaltenen Ferngläsern so verschieden sind, dass man zu so entgegengesetzten Konzepten kommt. Letztendlich ist immer das am besten, was sich in der Praxis bewährt. Allerdings möchte man natürlich schon verstehen, was für physikalische Prinzipien dahinter stehen.

In der Tat sind das genau entgegengesetzte Konzepte. Das liegt physikalisch auch daran, dass sie für sehr unterschiedliche Probleme konzipiert sind:
- Bei den Bogen- und Fernglas-Stabis geht es darum, ein Objekt statisch möglichst ruhig zu halten, das von einem aktiven Regelkreis (Auge, Muskeln) stabilisiert wird. Hierbei wirkt zusätzliches Trägheitsmoment positiv, da es der Verzögerung im Regelkreis entgegenwirkt (Kann man auch relativ einfach in Formeln aufschreiben, habe ich aber gerade keine Lust zu ;-))
- Bei einer Teleskop-Montierung geht es darum, ein Objekt dynamisch in gleichförmiger Bewegung zu halten, dass nur von einem ungeregelten Aktuator bewegt wird. Hierbei ist das einzige was hilft, den Aktuator möglichst gut in seinem Spezifikationsarbeitsbereich zu halten. Und da die Montierungsmotoren alle für eine Last "von Null bis Maximum" ausgelegt sind, hilft weniger Trägheitsmoment mehr

Gruss,
Chip
 
Re: Sind neue bildstabilisierte Feldstecher in Sic

Bei einer Teleskop-Montierung geht es darum, ein Objekt dynamisch in gleichförmiger Bewegung zu halten

Hallo Chip,

Du sprichst hier von einer Fernrohrmontierung mit motorischer Nachführung. Ob das ein wesentlicher Gesichtspunkt und Unterschied für die stabile Montierung einer Optik ist, würde ich jedoch bezweifeln. Ob ich ein Fernrohr mit Motoren oder auch nur manuell, z.B. über biegsame Wellen, nachführe, oder auch gar nicht, hat mit der hier gemeinten Stabilität erst mal nichts zu tun. Da geht es vor allem darum, wie das System auf ein störendes Drehmoment (z.B. Windstoß oder Okularberührung) reagiert, also, wie groß ist die dadurch verursachte Amplitude und wie schnell klingt sie wieder ab. Sowas wird natürlich wesentlich durch das Trägheitsmoment der gesamten Anordnung, also insbesondere die Massenverteilung und die wirksamen Hebelarme, aber auch durch die Steifigkeit der Konstruktion bestimmt.

Was die hier diskutierte Fernglas-Stabilisierung durch bewusste Vergrößerung des Trägheitsmomentes betrifft, also den von den Bogenschützen abgeschauten Trick mit den stabilisierenden Zusatzmassen, so muss man natürlich erst mal registrieren, dass der menschliche Körper völlig andere Eigenschaften hat als eine Fernrohrmontierung. Insbesondere fehlt ihm wohl eine nennenswerte Steifigkeit. Eine Fernrohrmontierung mit solchen Eigenschaften müsste man wohl aus Gummiteilen bauen.

Insofern ist es dann vielleicht nicht mehr so überraschend, dass unter solchen Voraussetzungen eine Erhöhung des Trägheitsmomentes durch Zusatzgewichte das schnelle Zittern und Ausschlagen beim manuellen Halten des Fernglases dämpft. So würde ich mir den Effekt erklären.

Allerdings würde ich auch erwarten, dass diese Strategie bei Störeffekten mit langsamen Perioden, wie man sie z.B. beim Beobachten aus einem fahrenden Auto oder Zug, oder auch bei Seegang im Marineeinsatz erwarten würde, u.U. gar nicht mehr gut funktioniert, wenn die durch Zusatzmassen reduzierte Eigenfrequenz zu Resonanzeffekten führt.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Re: Sind neue bildstabilisierte Feldstecher in Sic

Wow!
.. so viele "Nicht-Antworten" auf die Eingangsfrage ..

cs
Andreas
 
Re: Sind neue bildstabilisierte Feldstecher in Sic

Wow!
.. so viele "Nicht-Antworten" auf die Eingangsfrage ..

Hallo Andreas,

Die Eingangsfrge ist doch schon längst beantwortet: soweit man weiß, gibt es nichts neues und in absehbarer Zeit ist auch nichts zu erwarten, siehe Beitrag von Stefan Korth von Fujinon (Europe) GmbH.

Die Diskussion hat aber auch rübergebracht hat, dass der Sinn und Nutzen von motorischer Fernglasstabilisierung für astronomischen Einsatz von vielen in Frage gestellt wird. Außerdem wurde eine hier weitgehend unbekannte passive Stabilisierungsmethode, wie sie von Bogenschützen praktiziert wird, vorgestellt.

Geht zwar über die Eingangsfrage hinaus, ist aber nach meinem Befinden wirklich zehnmal so interessant wie die Beantwortung der urspüngliche Frage.

Jedenfalls meine Meinung zu deinem Kommentar.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter



 
Re: Sind neue bildstabilisierte Feldstecher in Sic

Hallo Peter,
gebe dir vollkommen recht, Stefan Korth ist auf die ursprüngliche Frage eingegangen.

Ob Stabis für Astro sinnvoll sind wurde hingegen schon des öfteren lang und breit diskutiert und erinnert mich hier sehr an die Refraktor / Reflektor-Diskussionen.

Mit freundlichen Grüßen,
Andreas

 
Hallo!

Kein Problem, auch als Nichtraucher wird die "Friedenspfeife" immer von mir akzeptiert, wenn entsprechend kommuniziert wird.
Im übrigen halte ich in diesem Zusammenhang den von Dir zitierten Beitrag von Ronald Stoyan am besten, darauf kann man aufbauen.
Und ansonsten bin ich mir natürlich auch bewusst, dass der visuellen "Messung" immer der Nachteil der nicht-Reproduzierbarkeit anhaftet, dass macht Größenklassenangaben letztendlich immer nur zur Schätzung, nicht mehr.
Mir ging es persönlich nur um den Zusammenhang Vergrößerung <> Grenzgröße und den Hinweis, dass kleine Austrittspupille nicht immer schlecht für Himmelsbeobachtung ist.

So, und nun wird wieder beobachtet (wenn der Mond weg ist...)

Stefan Korth



 
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