Siril - Bildinspektor für Verkippung

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Dane Vetter

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Hallo zusammen,

ich habe mich zum ersten Mal mit dem Bildinspektor für Verkippung in Siril beschäftigt. Generell arbeite ich nicht mit Siril, aber speziell für dieses Tool habe ich es mal installiert.

Ich habe an meinem C11 EHD zum ersten Mal eine Vollformat, eine ZWO ASI 2400 MC Pro angehängt, und stelle unrunde Sterne fest. Teilweise Kreisförmig verzogen, teilweise längs zum Zentrum. Ich gehe davon aus, das hier eine gewisse Verkippung besteht.

C11_NGC4151.jpg

In Siril wird eine Verkippung von 7% angezeigt. Laut der Beschreibung auf der Siril Seite, ist erst ab 10% mit einer Verkippung zu rechnen.

2023-04-12 22_14_17-Siril-1.2.0-beta2.jpg

Die Anzahl der erkannten Sterne ist bei mir mit 192 laut Definition der Beschreibung klein, und werde da wohl noch mit dem Schwellenwertes/Radius rumspielen müssen. Ich wollte aber nun mal einfach mit den Standardeinstellungen einfach mal mein Ergebnis hier posten, und mich nach Erfahrungen erkundigen. Ich weiß noch nicht genau wie ich das nun Interpretieren soll. Laut der einfachen Angabe bin ich ja mit 7% gut unter 10%, und somit sollte keine Verkippung vorlagen. Ich weiß jetzt aber nicht, ob man das auch pauschal so nehmen kann, oder ob das nicht doch ein Anzeigen auf Verkippung zu deuten ist.

Wie sind denn hier so generell die praktischen Erfahrungen mit dem Tool? Was hat es bei euch angezeigt, und war denn tatsächlich eine Verkippung vorhanden, die ihr dann auch beseitigen konntet? Oder ist das Tool vielleicht sogar praktisch nicht wirklich hilfreich?

Über Meinungen und Erfahrungen würde ich mich gerne freuen. Danke im Voraus.
 
Hallo Dane,

Siril hatte ich ne Weile um mir ne Idee zu machen wo es kneift. Aber bin damit nicht zufrieden gewesen.

Danach habe ich ASTAP gefunden, und da wird einiges mehr angeboten auch im FitsHeader nach dem Solve was ich öfters brauche um zu wissen wo ich dran bin bei meinen Mods.
Unter Tools » Image Inspection, oder aufrufbar über die Taste F5 hat man so ziemlich fast alles was man braucht.
Online Bedienungsanleitung ist Ok.

Clear skies,
- Martin
 
Hallo Martin,

vielen Dank für deine Erfahrung. Von ASTAP habe ich heute auch das erste Mal gehört. Nach meinen üblichen Anfängen mit DeepSkyStacker vor langer Zeit, bin ich auf Astropixelprcessor gekommen, und mittlerweile in den Anfängen mit Pixinsight. Siril habe ich wirklich auch nur wegen dem Tool installiert, weil das hier mal jemand empfohlen hat. Es scheint wohl doch so einige Programme zu geben.

Konnte dir das Tool denn bei Verkippungen sinnvoll helfen? Und wenn ja, in welcher Form?
 
Hallo Dane,

Sorry für die späte Antwort, habe viel zu viel Sachen am laufen und musste mir schon den Einblick auf den Foren verbieten das ich vorankomme in den kurzen Wochenenden.

Gut ich muss dir gestehen dass ich die Tools bei meinem RC viel benutzt habe, und sehr oft absolut No Idea at all hatte, weil es üppig überall Probleme bei mir gegeben hatte(und noch gibt die poco a poco/peu á peu gelöst werden) die alles andere als regulär und nett waren.
Wenn ich nur deine Mini Verkippung hätte wäre ich schon sehr zufrieden bei meinen Katadioptern mit etwas höheren f Nummern, aka +f9 upwards.
Aber was mir sehr gut gefallen hat bei ASTAP war die Möglichkeit direkt reinsehen zu können bei gefertigten kürzeren getrennten Stacks, ich meine damit mit vielen z.B. 10sec Bildern über zwei Stunden oder mehr(das ist auch so nen Problem daheim, Beton überm Scope, aka Balkon... »meine Wirbelsäule lässt mich wieder mal auch nicht raus mit dem schweren Karren(!)...), ansehen zu können über die ´Show Distortion´ und Roundness F3, die Striche bei den Diagrammen anzugucken, in welche Richtung die sich befinden und nach mehreren aufgeteilten Stacks mir anzugucken wo die Sache "absackt" durch das Gewicht des Imagingtrains. Dabei drehe ich mir die Cam das sie auch für das umgekehrte Bild am Himmel wieder passt, und da fängt die riessen Konfusion an wo was ist von oben/unten, links und rechts am Himmel und ist was und was am Teleskope. Der pure Wahnsinn für meine Birne, hatte letztens so ein Ding beim improvisierten Fräsen an der Bank wo ich sehr schnell überall Bleistift beschriftetes Tape mit Drehrichtung anbappen musste oder ich kam niemals klar bei der Aktion in drei Richtungen gleichzeitig.o_O
Das gute am Teleskop ist mit der Cam das es somit immer (fast)gleich aufgebaut wird und man solangsam versteht was wo denn eigentlich ist.
Ich wünschte mir mehr Zeit zu haben dass man da komplet dahinter kommt und ohne Trial und Error nachvollziehen kann.
Gleichzeitig im Fitsheader nach dem Solve des (gestackten) Bildes konnte ich auch nachsehen wo die Monti mit Teleskop den Kegel erzeugt.
Dazu musste ich mehere Scopes einsetzen, was mir immer fast auf das tupfen gleiche Resultat kam, sehr zuverlässig die Astrometrie von ASTAP, zeigt gleich an wo was ist.
Resultat war es wurde an meiner Monti der Kopf regelrecht abgedreht und ne neue Klemme angebracht diese Woche, zumindest auf der DEC habe ich Ruhe jetzt, die RA wird noch nachträglich kommen..., sure.

Versuche mal nachvollziehen in welche Richtung, mit einem Strich durchs Bild dir Bildlich vorzustellen wo das "Graviton" drückt je nach Position wo es nach unten drückt zum Boden wenn das Setup von Teleskop und Imagetrain an der Monti sich befindet. Ich denke mal dass ist das herkömmlichste Problem.
Sollte es mit fast unmöglicher Überdenkung am HS oder relationierten und aufgreifenden plus dort befestigten Bauteilen liegen(inklusive HS), muss man sich wirklich vertiefen in die Materie wo ist was und in welcher Richtung, was immens Zeit verkaut um das rauszufinden.
Beste Methode ist absichtlich etwas in Frage kommendes "lockerer" zu lassen und dann beidseitig auf der Monti bei einer Höhe überm Horizont bei ~50º-60º ziehen zu lassen zu unserem unten liegenden Heimatplaneten.

Wo viel Wolken übers Jahr da sind ist es ja fast schon (Astro-)strafbar solche langen Tests zu machen, da man diese Zeit als Photonen Sammeln besser nutzt.
Sicherlich mit Pixinsight kann man da einiges an den Sternen "bereinigen", was wiederum ordentlich Zeit kostet, sicherlich wer sich mit PI auskennt macht diesen Step im Fingerschnipsen.
Ich versuche mit meinen kleineren Dingen/Fehlern bei Foto einen Kompromiss derzeit zu machen, oder alles wird bei mir wider eingelagert, nur das visuelle bleibt immer(!).
Meinerseits wenn Beobachtungen möglich sind inklusive "Rausgehen", habe ich entschieden nach meiner aufbauenden Astrozeit 1/3 auf Imaging auszulegen am Budget, und 2/3 aufs visuelle.

Ich hoffe das man mich gerade noch verstehen konnte, bin nit gross ein guter Schreiber...., Sorry(!).

Clears skies,
- Martin
 
Vielen Dank für deinen Input Martin, ich kann die erwähnten Probleme gut nachvollziehen. Und ja, was das Problem mit klaren Nächten, und diese mit Tests zu vergeuden, kann ich ebenfalls mit einem schmerzhaften Gesichtsausdruck nachempfinden. Manchmal habe ich das Gefühl, ich komme von dem ständigen testen und einstellen gar nicht mehr los, oder ich muss mehr Kompromisse eingehen. Ich kann gut verstehen, weshalb der eine oder andere, wieder mehr Augenmerk auf das Visuelle legt. Jedenfalls habe ich schon öfters von solchen Entscheidungen gelesen.
 
Moin Dane,

das ist das Dilemma der 99,9% - je mehr man versucht, sich dem Optimum zu nähern, um so mehr tendiert der Optimierungsaufwand gegen unendlich, zu Lasten der Produktivität. Das ist ein erwiesener Sachverhalt weshalb es, wie Du schreibst, durchaus sinnvoll sein kann, auch irgendwo eine gewisse Toleranz zu entwickeln, zumal sich durch die reine Produktion und die wachsende Expertise im Umgang mit den Daten weitere Potenziale erschließen.

CS
Jörg
 
Hi Jörg,

die Entwicklung einer gewissen Toleranz ist bei mir schon seit Jahren in Arbeit, aber ob das noch bei mir wird. :) Für mich ist das hier immer etwas schwierig diese Toleranz einzugehen. Ich weiss das ist ein Thema, worüber sich verschiedene Meinungen bilden. Aber ich bin jemand, ich kaufe sicher nicht das billigste Equipment ein, aber auch nicht das teuerste. Oben gezeigte Kombi, ein C11 EHD und eine 2400 MC Pro, welche zusammen mit etwas Zubehör schon über die 10K€ kosten – ohne eine Montierung, da habe ich einfach gewisse Erwartungen. Und die sind bei mir schätzungsweise einfach wie üblich zu hoch. :D
 
Hallo Dane,

Ich würde es so sehen: Eine Verkippung ist nicht dann ein Problem, wenn sie einen bestimmten Prozentsatz überschreitet, sondern dann, wenn die Sternabbildung Dir persönlich nicht mehr gefällt.
Wenn Du dann genauer objektiv messen möchtest, dann würde ich mir evtl. eine sternreichere Gegend suchen. In Deinem Beispielbild sind nicht allzu viele Sterne vorhanden, und viele davon schon in der Sättigung (violette Markierung). Mit mehr Datenpunkten würde ich dem Ergebnis eher vertrauen.

Grüße und CS,
Steffen
 
Hallo Steffen,

ja das stimmt durchaus, die Gegend ist nicht optimal. Das muss ich demnächst berücksichtigen, wenn ich hierzu weitere Tests mache. Das Wetter hat mich aber eher dazu gedrängt, mit dem zu Arbeiten, was ich bisher habe. Und generell wollte ich mich erst einmal erkundigen, wie hilfreich so ein Tool zu sehen ist, und wie ich die Daten interpretieren kann.

Das mit der Sättigung und der violetten Markierung hat mich auch schon Überlegungen bewegt. Aber das sind halt die großen fetten Sterne. Ich habe aber auch nur mal auf die schnelle schlichte 5min Belichtet, ich hab mir dabei Gedacht, das bei f/10 hier sicher nicht zu sehr über die Grenzen springe. :)
 
Hallo Niki,

der Titel von dem Buch hätte ich gleich für mein Buch adaptieren können. :) Aber eben, gäbe es eines für das Leben, würde ich es eh nicht lesen, da ich ja prinzipiell bei Geräten nur wahllos solange Knöpfe drücke bis das passiert, was ich auch haben möchte. ;) Naja, so wie es eigentlich bei mir auch im normalen Leben läuft. :ROFLMAO:
 
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