Sirius mit Halo?

#1
Heute konnte ich nach 1000 Jahren Dunkelhaft so gegen 19h die Sterne sehen, aber leider durch einen dünnen Cirrenschleier, der sich später zu allem Ärger noch verdichtete. Dabei zeigte sich Sirius mit einem Hof oder Korona....

kann das sein? Kennt jemand dieses Phänomen? Auch noch eine elliptische Korona, wie sie manchmal auch beim Mond oder Sonne vorkommen kann.

Belichtungszeit 20s bei ISO 800 durch Canon 1000d und Skywatcher ed 127, Null Grad, mässiger Wind aus West, recht trockene Luft

Gruss von Anette
 

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#2
Hallo Anette,

also den umliegenden Sternen nach bist Du noch meilenweilt vom Fokus weg gewesen, kann das sein? Die Ellipse hätte ich eher einem Asti zugeordnet.
 
#3
Hi Toni,

was meinst du mit Asti? Also das Gerät war ein Skywatcher ed Halbapo, der ist ja kein Farbwerfer, die anderen Sterne sind ein bissel flotschig, das stimmt, habe hier nochmals eines mit 20s Belichtung, da elongieren sie leicht, sind aber schärfer, der Hof um Sirius geht diffus ins Gewölk über...

Gruss von Anette
 

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#4
Hallo Anette,

naja, Asti hat ja mit Farbfehler zunächst nichts zu tun.
Dein zweites zeigt aber, das der Fokus doch nicht so weit weg war, wie ich erst angenommen hatte. Ganz ehrlich, ich habe so etwas noch nie gesehen oder allenfalls, wenn bei mir irgendwas am Zutauen war.
 
#5
Tau war absolut keiner vorhanden, es waren nur 65% Feuchte, die ganze Nacht kein Taubeschlag, noch Reif. Alles Equiptment war sehr trocken.

Hier noch mal ein Beispiel von heute Abend bei wolkenlosem Himmel, minus 2 Grad und 65% RF, also auch wieder sehr trocken, aber absolut keine Wolken, kein Wind.

Warten wir mal ab, welche Informationen hier noch reinkommen.

Danke für Deine Antwort Toni und Gruss von Anette
 

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#7
Hallo Anette,

Du hast Sirius 20s belichtet. Die Canon 1000d hat ja nur einen geringen Dynamikumfang, daher ist Sirius hoffnungslos überbelichtet. Dazu kommt noch die ungenaue Nachführung (sieht man an den strichförmigen Umgebungssternen) und Optikfehler (Strahlengang). Ich würde hier zunächst ansetzen.

Die Aussagen aus dem Forum für Atmosphärische Erscheinungen würde ich nicht allzu hoch bewerten, die kennen sich nicht mit der Aufnahmetechnik aus.

Gruß

Frank
 
#8
Hallo Frank,

sollten dann diese Lichtbrechungen nicht eher circular sein? Wie kann es so schön vertikal, elliptisch rüber kommen? Es gibt Leute, die belichten Haloerscheinungen auch mit 20s, wird sogar empfohlen, z.B. im Buch für Himmelsfotografie von S. Seip. Aureolen gibt er mit 2s an. Eine Aufnahme ist ja mit 9s gemacht worden, da sieht die Aureole gleich aus.

Ich habe hier noch ein Foto vom 24.12.2017 zw. 21 und 22h mit 20s und gleichem Equiptment auch ohne guiding.
Der Refraktor war schon am vereisen (ich auch), die Taukappe hielt noch ne Weile tapfer das Objektiv frei und dabei habe ich diese beiden shot´s im Abstand von 8 s gemacht.....


Wenn Du recht hast, teile ich das dem besagten Forum mit, das muss alles in Betracht gezogen werden und die müssen das wissen, weil dort vieles analysiert wird.

Danke für die Antwort und Gruss von Anette, die noch ein bissel um den Globus segelt, um das endgültig abzuklären.
 

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#9
Hallo nochmal,

was ich meine ist folgendes: Ich gehe einmal davon aus, dass die Canon im jpg-Format aufgenommen hat. Dann hat ein Pixel genau 255 Helligkeitsstufen bevor es "voll" ist (voll bedeutet "Schneeweiss", heller geht nicht). Wenn ein Pixel voll ist und Du weiter belichtest, dann gibt dieses Pixel die überschüssige Energie an ein Nachbarpixel weiter und dieses läuft dann auch voll usw. Das ganze geht einher mit einem enormen Informationsverlust, denn Du bildest nicht mehr den Stern oder besser gesagt das Airy-Scheibchen ab, sondern einen grossen hellen Blob ohne Informationen. Wenn Du nun 20s belichtest, dann hast Du in der Mitte diesen weissen Blob und am Rand sind die noch nicht gesättigten Pixel (die noch nicht voll sind) und da erkennst Du dann eine Farbe (in diesem Falle blau). Diese rührt aber wahrscheinlich nicht von einem Halo her, sondern wahrscheinlich vom Farbfehler Deines Refraktors (mein TAK FS 102 z.B. zeigt auch einen geringen blauen Rand um sehr helle Objekte).

Gruß

Frank
 
#11
Liebe Forengemeinde,

ich habe dann mal diese Aufnahme noch von einigen Physikern untersuchen lassen und Les Cowley aus England hat sie nach gründlichen Berechnungen dann als echt anerkannt und auf seinem Link veröffentlicht.

Wen es interessiert:

https://www.atoptics.co.uk/fza158.htm

Manchmal beschenkt einen der Zufall. Ich wollte ja nur den Kamerafokus an Sirius scharf stellen, als der nervige Cirrostratus langsam ankroch und den Himmel überzog. Nach zwei Shots an Sirius und einen noch um den M42 packte ich alles wieder ein.

LG
Anette
 
#12
Hallo Anette,

Wow, herzlichen Glückwunsch. Das hätte ich nicht gedacht, dass das doch eine atmosphärische Erscheinung ist. Aber wenn die wirklich so selten ist, ist es natürlich nicht verwunderlich, dass das keiner kennt. Ich hatte auch auf einen optischen Fehler des Equipments getippt.

Beeindruckt:
Marcus
 

Neustes Astronomie Foto

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