Skizze von Galaxiendetails in M51

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MikeWölle

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Hallo Freunde der Nacht,

endlich gab es mal ein paar schöne mondlose Nächte am Stück, die letzte und beste davon mit einem für unsere Verhältnisse hier sehr guten Grenzgröße von 6.0mag. Dabei versuchte ich das Gesehene in einer Bleistiftskizze festzuhalten. Die Zeichnung wurde dann mit Photoshop invertiert und der Kontrast so angepasst, dass er möglichst dem Gesehenen entspricht. Die Galaxie füllte im 13mm Ethos am 24" Dobs etwa ein Drittel des Gesichtsfeldes aus, also grob 30 Grad. Um sich also vorzustellen wie diese wunderschöne Spiralgalaxie tatsächlich live aussieht, ist es also notwendig das Bild am Monitor noch stark zu vergrößern, bis M51 den ganzen Monitor ausfüllt.
Link zur Grafik: http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/8apm-2j.jpg
CS Mike
 
Hallo Mike,

eine sehr schöne Zeichnung, die Lust auf eine größere Öffnung macht. Endlich einmal wieder eine visuelle Wiedergabe und nicht wieder allerbeste softwareoptimierte Digitalfotos oder 8-zöllige Beobachtungsberichte mit massenhaften exakten NGC-Nummern, über die man sich nur wundern kann.

Danke!

Viele Grüße + clear skies

Ralf
 
Danke Ralph,

als recht hilfreich hat sich beim Skizzieren folgendes Buch erwiesen: "Astronomical Sketching" von Richard Handy.
Erst beim Skizzieren wird einem klar was genau man eigentlich sieht und wie oft man kontrollieren muß um es einígermassen hinzubekommen. Interessant war auch die anschließende Besprechung über die Details mit einem Beobachterfreund und die unmittelbare Überprüfung der Skizze am Okular durch Kollegen. Das gibt einem auch mehr Sicherheit.

CS Mike
 
Moin Ralf!

> und nicht wieder allerbeste softwareoptimierte Digitalfotos

...sogenannte "pretty pictures"... :augenrubbel:

> oder 8-zöllige Beobachtungsberichte mit massenhaften exakten NGC-Nummern, über die man sich nur wundern kann.

Du sprichst mir aus der Seele! :super: Manchmal wundert's mich echt, was mancherorts für Tubospeed-Spechteleien abgehalten werden. Als wenn es einen Rekord zu brechen gilt, möglichst viele NGC in einer Nacht zu erschlagen... ;) Die meisten NGC-Freaks haben die Nummer und/oder das dazugehörige Objekt sowieso nach 5 Minuten wieder vergessen. Bei einigen tausend NGCs auch kein Wunder.
 
Hallo Mike,

ich bewundere die Astrozeichner wirklich, vor allem die ganze Zeit, die für diese anständigen und ehrlichen Zeichnungen drauf geht. Der Zeitfaktor ist auch das Moment, das mich von der Zeichnerei abhält. Dennoch: Das von Dir genannte Buch werde ich mir besorgen. Feinzeichnen habe ich als Student gelernt und erfolgreich als Geldquelle praktiziert, da ging es jedoch um Steinwerkzeuge und Gefäßkeramik.

Hallo Micha,

ja genau, diese "pretty pictures", und alle wetteifern um noch mehr Kontrast und zurechtgebogene Sternpunkte ;-)

Das schlimme ist, manchmal habe ich das Gefühl, dass einige Berichterstatter die genannten NGC-Listen nur geahnt und nicht wirklich gesehen haben. Hauptsache ist, es klingt monumental. Da lobe ich mir meine schönen "Himmelswunder", die ich wirklich und in "Echtzeit" wahrnehme und beschreiben kann.

Viele Grüße + clear skies

Ralf
 
Hallo Mike.

Eine sehr gelungene Zeichnung!
Gefaellt mir sehr gut.
Wie waers denn mit ein paar Kometenzeichnungen ... so nebenbei? ;)

CS
m.m.
 
Hallo Mike,

ich möchte nicht wissen, wie lange du dafür auf M51 und Begleiter geschaut hast, aber ich glaube du hast jeden Moment genossen.

CS,
Stefan
 
Zitat von stefand:
Hallo Mike,

ich möchte nicht wissen, wie lange du dafür auf M51 und Begleiter geschaut hast, aber ich glaube du hast jeden Moment genossen.

CS,
Stefan

Hi, soweit ich mich erinnern kann, brauchte ich für M51 und M101 zusammen ungefähr eine Stunde mit Schwätzchen zwischendurch und so. Und ja klar macht das Spaß, sieht man doch, oder :/
Link zur Grafik: http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/8apm-2r.jpg
Übrigens, das kleine Lämpchen mit Drahtfuß und Plastikklemme ist sehr praktisch und gabs bei der Österreichischen Post um ein paar Euro.
CS Mike
 
Danke,m.m.

Kometenzeichnungen mach ich wenn es bei großen, hellen Kometen Details in der Koma zu beobachten gibt, z.B. Spiraliger Jet in Hale-Bopp und so. Aber hast schon recht, einen Kometen zu zeichnen der gerade durch ein Galaxienfeld fliegt wär schon reizvoll.

CS Mike
 
Hi Mike,

schöne Zeichnung von M51. Ich habe schon mehrere sehr gute und sehenswerte Zeichnungen von dir gesehen. Magst du die nicht mal im Internet veröffentlichen, damit unsereiner darin schmökern kann?
 
Hallo!
Mir gefällt die Zeichnung von M51 ebenfalls. Ich habe noch nicht viel Erfahrung was die Beobachtung von Galaxien angeht. Ich kann mich aber erinnern dass ich mit meinem 10" Gerät die Galaxy nur indirekt sehen konnte. Ist das normal? ICh mein du hast natürlich viel mehr Öffnung!


Gruß Deadlock
 
Hallo Deadlock,

kommt drauf an von wo aus du beobachtet hast. Es kommt nämlich nicht nur auf Öffnung an, noch wichtiger ist ein möglichst dunkler Himmel. Es gibt Beobachter die deswegen bis zu einer Stunde zum Spechtelplatz unterwegs sind. Und bei Mondlicht zu beobachten ist auch nicht für erfolgreiche Deep-Sky-Beobachtung hilfreich. Dies hört sich nämlich danach an, wenn du "nur indirekt" schreibst. Selbst mit einem 50mm-Fernglas empfinde ich M 51 als hellen Nebelball, so dass man sich nicht die Augen verbiegen muss. Bei Grenzgrößen zwischen 6,0 und 6,5mag gelang es mir sogar den Begleiter mit einem Fernglas aufblitzen zu sehen. Mit einem 8-Zöller ist die helle Kernregion von M 51 und der Begleitgalaxie kein Problem. Auch die Galaxienscheibe ist unter dunklem Himmel direkt sichtbar. Wichtig ist auch, dass man sich nicht nur 5 Minuten am Zielobjekt aufhält, denn je mehr man sich Zeit lässt, um so besser lässt es sich sehen und man erkennt dann auch schwache Details. Als ich nämlich wusste worauf ich achten muss, fiel mir bei meiner letzten Beobachtung tatsächlich die hellere der beiden Aufhellungen (siehe hier, zweiter Beitrag) in der Scheibe auf.
 
Hallo Deadlock,

vorausgesetzt du hast unter einem einigermaßen dunklen Himmel beobachtet und nicht gerade eine dünne kleine Wolke vor der Galaxie gehabt ist das nicht normal. Auch mit einem russischem 15cm Newton eines Freundes konnte ich M51 direkt beobachten, zumindest die 2 helleren Bereiche und in einem 8" Newton sieht man zusätzlich schon auch ein bisschen Bogen von einem Spiralarm.

CS Mike
 
Moin zusammen!

> und in einem 8" Newton sieht man zusätzlich schon auch ein bisschen Bogen von einem Spiralarm.

Bei guten Bedingungen - ich rede hier von dem hiesigen Vorstadthimmel - ist mit 8" schon etwas mehr an M51 und dem Begleiter möglich. Da sollte als auch mit 10" mehr als nur zwei indirekt sichtbare, diffuse Nebelflecken drin sein.

Das Problem könnte ein anderes sein, wie ich neulich in der Sternwarte mit Besuchern wieder feststellen mußte: Es scheint mir, manchen (und gar nicht mal so wenigen) fehlt einfach die Möglichkeit, schwache Nebelstrukturen überhaupt zu erkennen. Die Reizschwelle ist wohl doch bei einigen Beobachtern ziemlich hoch, daß sie Sachen nicht sehen, die für andere quasi ins Auge springen. Ich meine nicht, daß es hier primär auf die Beobachtungserfahrung ankommt - vielleicht spielt die ein bißchen eine Rolle - sondern es fehlt irgenwo an den physischen Voraussetzungen. Anders kann ich mir manche Beobachtungsfehlschläge bald nicht mehr erklären.
 
Hi, es könnte auch noch mehr Erklärungen für das Nichterkennen geben. Vielleicht war ja die Anpassung der Augen an die Dunkelheit nicht ausreichend oder die Galaxie stand zu nah am Horizont, oder aber es wurde hinsichtlich der Größe und Flächenhelligkeit etwas ganz anderes erwartet und deshalb nicht entdeckt.

CS Mike
 
Moin Mike!

Also, in dem Fall, den ich oben geschildert hatte, lag es garantiert nicht an der Adaption! Wir waren hier alle unter gleichen Voraussetzungen im Dunkeln.

Wenn sich die geschilderte 10"-Nichtsichtung erst kürzlich ereignet hat: Im Moment steht M51 sehr hoch am Himmel - der Große Wagen geht einiges vor Mitternacht durch den Zenit!
 
Hallo Mike,

herzlichen Dank für Deinen Hinweis auf das Buch "Astronomical Sketching", das ich nun in Händen halte. Ein wunderschönes und wirklich lehrreiches Buch, mal schauen, ob ich mich ans zeichnen heranwage. Auf jeden Fall schaue ich mal, was es sonst noch auf dem Büchermarkt und im Internet gibt, aber ich denke, dass das o.g. Buch schon optimal und ein hervorragendes Proseminar ist. ;-)
Viele Grüße + clear skies

Ralf
 
Hi, Ralf unter den verschiedenen Techniken die im Buch beschrieben werden, finde ich besonders die Verwendung eines "Verwischers" zweckmässig. Man nimmt einen weichen Bleistift malt sich auf ein Blatt Papier, welches man nicht für die Skizze verwendet, einen dicken Fleck und benutzt diesen als Reservoir für den "Verwischer". Bemerkenswert ist, dass bei dieser Anwendung der Verwischer zuerst dunkel und deutlich zeichnet und dann heller wird. So kann man gut dosieren.

Noch etwas: Das steht zwar nicht im Buch sondern ist mir selber beim Zeichnen aufgefallen: Eigentlich zeichnet man, wohl aus praktischen Gründen, auf viel zu kleinem Papier. Wenn man bedenkt wie groß einige der helleren Galaxien z.B. M33, M101,M82 usw im Okular bei ca. 200x erscheinen, sollte man realistischerweise zumindest bei der Entdarstellung am Computer die Zeichnungen wesentlich größer darstellen, als es meist der Fall ist.

Obwohl ich jetzt selber damit angefangen habe :blush:, hoffe ich doch, dass es bei allen technischen Einzelheiten doch in erster Linie um das zu sehende Detail geht, und wir nicht wie bei den Planetenwebcamern enden. :/

CS Mike



 
Hallo Mike,
wie gesagt, ich habe als Student mir früher ein wenig Geld verdient, um mich als Zeichner zu verdingen. Die Technk archäologischer Zeichnungen ist teilweise frappierend ähnlich der von astronomischen Objektzeichnungen - es kommt auf die Details an.

Gut, wenn ich mal Zeit und Muße habe, wage ich mich daran. Das bedeutet natürlich, dass man ein Objekt stundenlang oder aber, wie ich gelesen habe, auch über Tage hinweg beobachten muss, um wirklich alle visuell erkennbaren Details festzuhalten. So hibelig wie ich bin, sicherlich eine schöne Entspannungsübung ;-) Ich probiere es mal.

Viele Grüße + clear skies

Ralf
 
Hi Ralf,

es kommt ganz auf das Objekt darauf an, wieviel Zeit man sich lassen kann. Mars zum Bleistift :) ,lässt dir etwa 20 Minuten Zeit, Jupiter schon weniger, aber bei Galaxien mit viel Details kann man sich ruhig Zeit lassen. Hab z.B. ein grobe Skizze von M101 angefangen wo nur die Lage der Arme eingezeichnet ist, erst beim nächsten Mal beobachten versuche ich dann die vielen kleinen helleren Gebiete( das Ding füllt ja bei 200x fast das Okular aus) korrekt wiederzugeben, das dauert eben, macht aber nix.

CS Mike
PS:
Archäologiezeichnen stell ich mir spannend vor, besonders wenns um Unterwasserobjekte geht. Die Wissenschaftliche Untersuchung einen Schiffsfracks auf dem alle Kanonen in ihrer korrekten Lage eingezeichnet werden müssen usw würde mir als Modellschifferlbauer Spaß machen.
 
Hallo Mike,

ich denke, dass deep sky-Objekte eher mein Interesse sind.

Schiffe und komplette Grabungen habe ich nicht zeichnerisch dokumentiert, vielmehr Steinartefakte und Keramik diverser Ausgrabungen im Rheinland und in Westfalen. Dafür gibt es bestimmte Regeln und zeichnerische Vorgaben, um einen gewissen Standard in Publikationen und bei der Auswertung zu gewährleisten.

Viele Grüße + clear skies

Ralf
 
Hi Vielen Dank für die Anmerkungen. Ich habe im Sommer aus einem Vorstadtgarten herraus gespechtelt. Möglicherweise war auch das Teleskop nicht richtig justiert.
Ich werde es einfach nochmal versuchen. 13mm Okular dürfte das Okular der Wahl sein oder?

Gruß Deadlock
 
Hi Deadlock,

für GX ist eien Austrittspupille (Öffnung/Vergrößerung) zw. 2mm und 2,5mm optimal. Bei M51 darfs auch 1,5mm sein, da sehr hell!

Gruß
Lots
 
Hi Lots!

Ich muss wirklich schlechten Himmel haben, wenn die eigentlich sehr hell ist...

Gruß Deadlock
 
Die Wirkung dunklen Himmels wird von Anfängern unterschätzt. Ein vernünftiger Beobachtungsplatz für nebelhafte Objekte sollte die Milchstraße deutlich und strukturiert zeigen (nun nicht gerade an einem Frühlingsabend ;-). Es lohnt sich immer, für solche Objekte mit einem kleineren Gerät in die Pampa zu fahren, anstatt mit einem großen Gerät bei hellem Himmel zu beobachten.

M51 ist im 10x50-Fernglas kein Problem, auch im direkten Sehen. Mit 4 Zoll Öffnung lassen sich schon viele Details erkennen.

Neben der Öffnung spielt hier die Beobachtungserfahrung eine Rolle. Das ist der zweite große Punkt, der unterschätzt wird. Das deutete Micha auch schon an. Aber nach einem Jahr regelmäßig beobachten ist alles schon viel besser.
 
JA vielen Dank für die wirklich wertvollen Hinweise. Ich werde mir das zu Herzen nehmen. ICh habe erst letzte Woche bemerkt, was gutes Seeing für einen Unterschied machen kann.
Leider ist es mir erst in der NAcht darauf bewusst geworden d:-)

Grüße
Deadlock
 
Hi,

man muß sich als Einsteiger Bewußt sein, wie wertvoll ein wirklich dunkler Himmel für die DeepSky Beobachtung ist.
Es ist ein nicht zu unterschätzender Unterschied, ob man einen 5.3mag Himmel oder einen 6.3mag Himmel hat. Nur eine Magnitude mehr Helligkeit und doch entspricht das einem größeren Spiegeldurchmesser um mehr als 50 Prozent!!!
Ein 8 Zoll Spiegel sieht bei 6.3mag mehr als ein 12 Zoll Spiegel bei 5.3 mag.
Zur Sichtbarkeit der Details von M51 in kleineren Fernrohren schreibt der sehr erfahrene Beobachter und Autor Stephen James O`Meara über seine Zeichnung von M51 mit einem 4" Genesis Refraktor unter einem haweianischen Spitzenhimmel:
"Zugegebener Weise ist das am meisten überraschende Detail in meiner Zeichnung die schwach sichtbare Brücke aus Gas die M51 mit NGC5195 verbindet. Die Sichtbarkeit dieser Brücke mit kleinen Teleskopen wird seit langem debatiert.Manche sagen sie kann nur unter einem sehr dunkeln Himmel gesehen werden und mit mindestens einem 12" Teleskop."
Er beschreibt dann eine spezielle Technik um sichergehen zu können die Brücke wirklich mit 4" Öffnung gesehen zu haben, allerdings muß man dazu sagen,daß er von Mauna Kea aus Sterne von 8.2mag mit bloßem Auge aus sehen kann.

CS Mike
 
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