Hi Uwe,
auf der Emberger Alm zeigte das SQM 21,45 Mags/Quadratbogensekunde. Das war bisher mein "high score", denn zuhause im Westerwald kam ich bestenfalls auf 20,8.
Die Zuordnung von Mag/"^2 zu konventioneller fst ist problematisch. Klaus Stepputat hat beim DST 2005 solche Zuordnungskurven gezeigt (Siedentopf, Clark, weitere) und diese Korrelationen sind auch in seiner Artikelserie im interstellarum abgedruckt. Man sieht, dass die Autoren erheblich differieren.
Bei der Entwicklung von E&T hatte ich dieselbe Aufgabe: da eine in Mag/"^2 als Input anzugebene Himmelshelligkeit ohne Meßgerät niemanden weiterbringt, muss das "irgendwie" in eine übliche Grenzgröße umgerechnet werden. Ich brauchte also ebenfalls so eine Eichkurve, kannte aber Dr. Stepputats Quellen nicht. Die Werte von Clark schienen mir aber nicht zu passen (sie zeigen auch deutliche Ablagen zu den anderen Autoren).
Anhand der Deep Sky Liste rechnete ich mit dem damaligen E&T-Prototypen nach, wie die dort dokumentierte Sichtbarkeit mit den angegebenen GG zusammenpasst. Nur mit Verbiegen der Clarkschen Werte und eigenen umfangreichen Testbeobachtungen im Grenzbereich konnte ich einen Kurvenverlauf hinbekommen, der meiner Wahrnehmung bzw. den DSL-Beobachtungen nahekam.
Seit E&T 2.5 kann man diese Korrelation benutzen, um aus einer Hintergrundhelligkeit in Mag/"^2 sozusagen rückwärts auf eine fst zu schließen. Selbstverständlich braucht man dazu kein E&T, eine simple Wertetabelle tut's dafür genauso.
Mir ist beim Gebrauch des SQM aufgefallen, dass die Meßwerte wirklich sehr gut mit dem Eindruck des Himmels zusammenpassen. Auch ohne GG-Bestimmung mit Hilfe von Karten merke ich ja nach halbwegs vollzogener Dunkelanpassung, ob der Himmel eher besser oder eher schlechter als der Durchschnitt ist.
Leider habe ich mit dem SQM noch keinen großen Helligkeitsbereich abdecken können: die Tour nach Kärnten brachte 21,45 bzw 6,5 mag, dort geht's aber (aus eigener Erfahrung) noch viel dunkler. Und aus rein akademischem Interesse konnte ich mich noch nicht dazu aufraffen, absichtlich unter schlechterem Himmel zu beobachten. Die ca. knapp 20,0 entspr. 5,4...5,5 im heimischen Garten waren der hellste Wert. Man könnte Messreihen in der Dämmerung oder bei aufgehendem Mond oder, oder... machen, aber mein Wissensdurst ist eigentlich gestillt. Ich protokolliere die Messwerte im Log erst seit kurzem, rechne die GG daraus zurück und bin mir sicher, dass das im Sinne der Dokumentation besser ist als meine früheren Schätzungen. Entscheidend ist für mich persönlich, dass ich ziemlich objektiv die Situation erfassen kann und schnell ans eigentliche Beobachten komme. Mich interessieren ja die Objekte, nicht primär die Grenzgrößen. Ich bin Beobachter und nicht Physiologe oder Wahrnehmungspsychologe (was da an eigener "Forschung" nötig war, ist im Rahmen der E&T-Entwicklung erfolgt und für mich "durch").
Eine beabsichtigte Anwendung des SQM ist eine Fahrt durch die Eifel, um in derselben Nacht einen möglichst dunklen Ort zu finden. Ich denke, dass das SQM für solche Standortvergleiche ganz prima geeignet ist. Wenn man selber keines hat, sollte man wenigstens jemanden kennen der eines hat <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
Clear skies,
Tom