Hallo Hannes,
Deine Montierung ist (hoffentlich!) eine Montierung equatorialen Typs - das bedingt, dass die Montierung, egal was du beobachten möchtest, IMMER möglichst genau auf den Polarstern, bzw. genauer gesagt auf den Himmelspol, ausgerichtet sein muss!
Der Motor der R.A.-Achse (die untere) läuft dann stur mit der eingestellten (solar, lunar, stellar) Geschwindigkeit in EINE Richtung. Mond und Sonne folgen doch dem gleichen Lauf wie die Sterne, nur dass sie etwas "langsamer" sind. - Deshalb die unterschiedlich anwählbaren Nachführgeschwindigkeiten.
Die Richtungstasten der Steuerung mit den auswählbaren Korrektur(!!)-Geschwindigkeiten dienen nur manuellen Korrektur - z.B. um ein Objekt im Teleskop zu zentrieren, oder um z.B. bei Beobachtung des Mondes über den selbigen zu "fahren".
Das alles funktioniert ohne Autoguiding absolut problemlos.
Erst wenn du Sterne/Nebel fotografieren(!!) möchtest und somit die Nachführung längere Zeit auf den Pixel genau sein muss (!!), kommt Autoguiding ins Spiel.
Dann benötigst du zur eigentlichen Kamera noch eine zweite kleine Kamera mit einer zusätzlichen Optik und Auswertetechnik (PC, MGEN...), welche auswertet, wie die Montierung sich nun genau bewegt und bei Bedarf über die ST4-Schnittstelle kurze Korrektursignale (ala manuellem Tastendruck der Richtungstasten) sendet. Dafür musst du die Nachführgeschwindigkeit auf "Stern" und die Korrekturgeschwindigkeit auf "0,5x" setzen. Aber das gilt ebend nur für Langzeitbelichtungen (pro Bild z.B. 60" oder länger) bei der Fotografie.
Bei Fotografie/Filmerei von Sonnen, Mond und auch Planeten sind die Belichtungszeiten so kurz (meist im Milisekundenbereich), dass Autoguiding nicht notwendig ist.
Ich denke mal, es werden bestimmt noch mehr Hinweise kommen, aber es wäre wahrscheinlich auch hilfreich für dich, sich im Internet/Büchern/Teleskoptreffen/Sternwarten umfangreich über dieses Thema zu informieren. Es ist leider nicht in einen einzelnem Post komplett abzuhandeln.
viele Grüße - Ronald