Skylux 70/700 - Linsengrösse - Alufassung

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Beginner36

Aktives Mitglied
Hallo zusammen

Ich habe mir mal aus ein paar Aluresten eine justierbare Fassung für den Skylux gedreht. Die Fassung entspricht in etwa der Beschreibung aus dem VDS-Journal Nr. 19 "Eine verbesserte Fassung für einen Refraktor 70/700"

Ist noch ein Prototyp, überlege mir aber, ob nicht eine kleine Serie aufgelegt werden könnte (zB. 20 Stk. als Bausatz, mit Schrauben, Federn, Taukappe, inkl. Eloxierung), für all die Röhren die dank Plastikfassung "nutzlos" herumliegen.
Dies ist zuerst mal nur eine Idee. Bitte rennt mir jetzt nicht die Bude ein...muss zuerst mal sehen, wieviel das ganze Kosten würde (Kollegen).

Dann müsste ich auch wissen, wie reproduzierbar die Chinesen ihre Linsen fertigen. Meine Linsen haben einen Durchmesser von 72.7mm. Meine neue Alu-Fassung hat eine Öffnung von 73.1mm gekriegt.

Fragen:
- Wie gross sind denn eure Skylux Linsen? (Bitte nachmessen)
- Sind 0.4mm genügend Spiel (Kälte/Wärme, Fertigungstoleranz Linsen). Lasse mich sehr gerne belehren, da ich kein Mechaniker bin.
- Was für Alumaterial wäre ok (DIN Norm)?
- Mein Tubus hat einen Innendurchmesser von 70mm, Aussendurchmesser 72mm. Ist das bei Eurem auch so?

Soweit der Input von mir.

CS

Alexander



 
Hallo Alexander,
die Linsen des 70/700 haben unterschiedliche Durchmesser. Bei den Geräten, die ich umgebaut habe, lagen diese zwischen 72,5 und 72,9mm. Das ist auch zu erwarten. Bei den großen Toleranzen, mit denen die Linsen in der Fassung sitzen, wird wahrscheinlich kein Hersteller den Aufwand treiben um die Linsendurchmesser mit engen Toleranzen zu fertigen.
Eine gute Fassung ist nur die halbe Miete. Die Linsen müssen auch kippungsfrei eingebaut werden. Das ist nicht so einfach. Deshalb hätte Deine Aktion sicher nur Sinn, wenn Du ein komplett zusammengebautes Objektiv anbieten würdest.
Hier habe ich im Anschluß an den Artikel noch versucht ein paar häufig gestellte Fragen zu beantworten. Die praktische Realisierung ist im Artikel etwas zu kurz gekommen. Im Artikel ging es vor allem darum, zu zeigen, dass der Ring die korrekte Dicke hat (in mehreren anderen Beiträgen wurde die Meinung vertreten, dass China-Fraunhofer besser werden, wenn der Luftspalt kleiner wird).
Die Materialwahl ist hier sicher nicht so kritisch. Ich habe mit Erfolg Fassungen aus offensichtlich unterschiedlichen Alu-Sorten mit gebaut (aus Schrotteilen, die genaue Alu-Sorte war mir nicht bekannt).

CS.Frank
 
Hallo Frank

Ich habe es mir schon gedacht. Mit solchen Fertigungstoleranzen macht eine "Serie" keinen Sinn.

Das mit der kippungsfreien Montage der Linsen scheint mir nicht unbedingt ein Problem zu sein. Ich bin etwas anders vorgegangen. Bei mir liegt die 2. Linse (von vorn gesehen) direkt auf der Alufassung auf. Danach kommt der 2mm Plastikring und dann die 1. Linse. Darauf gesetzt kommt dann der geschlitzte Federring. Der Federring wird mit 3 Madenschrauben (spitze Enden) gehalten, aber in etwas anderer Weise als bei deiner Fassung. Bei meiner Lösung drücken die Flanken der Madenschrauben auf den äusseren Rand des Federringes auf. Damit kann ich mit den Madenschrauben den "Druck" auf den Ring soweit erhöhen, bis kein Spiel mehr vorhanden ist. Ich denke, mit dieser Lösung sind beide Linsen parallel zueinander ausgerichtet. Damit ist der 2mm Plastikring die einzige Schwachstelle. Mal schauen ob ich den auch noch drehen kann.

Wahrscheinlich verstösst meine Fassung gegen alle Regeln der Mechaniker/Optikerzunft. Es würde mich schon noch interressieren, weshalb du mit aufgeklebten Auflageflächen arbeitest.

Zugegeben, ich habe das Ganze noch nicht am Stern getestet, da mir noch etwas Alu fehlt, um einen anständigen Auszug montieren zu können. Aber wenn ich soweit bin, werde ich die Beugungsscheiben fotografieren und je nach Erfolg posten :schwitz:

CS

Alexander





 
Hallo Alexander,
wenn Du die Madenschrauben nur so fest anziehst, dass wirklich kein Druck ausgeübt wird, dann müsste das so in Ordnung gehen. Selbst geringer Druck auf die Linsen führt zur Verspannung und Bildverschlechterung. Damit die Linsen auf drei definierten Punkten aufliegen und möglichst nicht verspannen, arbeite ich auch mit den drei Auflagepunkten. Dass diese aufgeklebt sind, hat seine Ursache darin, dass sich das so einfacher herstellen läßt. Ansonsten müsste man die Auflageflächen herausfräsen und das kann ich mit meinen Maschinen nicht.
Die Verkippung der Linsen ist schon problematisch. Du musst Dir nur mal überlegen, wie weit die optischen Achsen von zwei gegenseitig verkippten Linsen im Bildpunkt auseinanderliegen. Da entstehen dann leicht bildverschlechternde Asymmetriefehler. Da die Plasteringe immer etwas Grat hatten, habe ich mich dann schon etwas anstrengen müssen, bis die Linsen zufriedenstellend in der Fassung saßen. Der Abstandsring ist eh keine gute Lösung, bei guten Fraunhofern mit geringem Luftabstand sind die Abstandsplättchen für gewöhnlich aus weichem Zinn. Da kann man die Linsenkippung mit etwas Druck korrigieren (wenn die Chinesen klever gewesen wären, dann hätten sie das Objetiv verkittet - so wie es Zeiss-Jena bei seiner einfachen Astrooptik getan hat).

CS. Frank
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben