Skywatcher 120/600 Refraktor

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Wikie

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Hallo liebe Refraktorfans,

ich möchte mir diesen Refraktor (heißt ja wohl Farbwerfer), kaufen.

Vorher hatte ich ein viel zu großen Newton 150/750 auf einer viel zu großen Monti. Klar die Tuben sind fast gleich schwer +/-1kg vielleicht, aber ich komme nicht so an einen Newton ran. Das "...will ich haben..." Gefühl bleibt aus.
Aus Kindertagen kenne ich halt nur die Refraktoren und bin vielleicht vorbelastet. Habe, als Kind, 1980 mein erstes Fernglas 8x30 bekommen und schaute mir das erstemal den Mond an. Das Astrofieber hat mich seither nicht mehr losgelassen. Habe danach in der Schulsternwarte beobachtet, ja auch mit Newtons, und war öfters in der Archenholdsternwarte den Direktor (Prof. B.Hermann) nerven. Natürlich auch dort durch den groooßen Refraktor geschaut. Mir auch ein kleines Zeiss Linsenfernrohr gebaut und später, vor 15 Jahren das Quelle-Teleskop Rewe 114/1000 gekauft. Durch die alten Zeissokulare, welche ich noch hatte, war er schon irgendwie gut. Naja...
Seit 1980 finde ich jedes Jahr unter meinem Weihnachtsbaum den aktuellen Sternenkalender. Dann denke ich immer an mein erstes Erlebnis mit meinem Fernglas zurück...
Gut vor einem Jahr kaufte ich mir ein FG 20x80.
Vielleicht habe ich mich daher in diesem Skywatcherrefraktor auch verliebt. Das FG hat ein großes Gesichtsfeld und ein sehr gutes Lichsammelvermögen.
Mir gefällt bei diesem Skywatcherrefraktor das Gewicht, es ist sehr mobil und flexibel (Großstadtbalkon ist nicht so optimal zum beobachten) Der Zeitfaktor (Spätdieste/Familie)ist auch so ein Problem.
Nun gut. Als Zubehör kaufe/kaufte ich:
- Omegon SWA 32mm Okular 2"
- Hyperion 5mm Okular 1,25"
- 3x Barlowlinse
- Super Plösel Zoomokular 7-21 mm
- UHC-Filter 2"
- FK 1,25"
- 9x50 Winkelsucher
- und Filter für die Sonnenbeobachtung (Astrozap, Orangefilter)

Diese Kaufentscheidung beruht auf wochenlanges suchen und lesen im WWW und Astroforen sowie mehrmalige Gespräche mit Astronomiehändler. In der Auswahl waren auch div. andere Geräte. Die Empfehlungen sind ja doch sehr unterschiedlich. 2 Teleskope/ 4 Meinungen...

Na dann gutes Wetter

Wikie
 
Hallo Wikie,

die Barlow und das 5mm Okular kannst du dir sparen, denn die damit erziehlbaren Vergrösserungen sind zu viel für den "Farbwerfer". Das ist ein Spezialist für niedrige Vergrösserungen und viel Gesichtsfeld, aber mehr geht damit nicht.

Gruß, Gerry
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Gerry und Wikie,

ich habe auch so einen "Farbwerfer" und auch das 5mm Hyperion. Und ich bin de Meinung, das das nicht zu viel ist. Gegenüber meinem 8mm Ethos waren deutlich mehr Details auf Jupiter zu sehen, auch wenn er schon etwas ins grünkliche tendiert.

Ich sehe eher weniger Sinn bei diesen beiden Sachen hier.

- 3x Barlowlinse
- Super Plösel Zoomokular 7-21 mm

Gruß
Lots
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Lots,

da hat dann wohl jeder wo anders seine Schmerzgrenze. Muss jeder selber probieren und dann für sich feststellen obs noch ok ist.

Aber allgemein, ich würde den "Farbwerfer" eher nur als Zweitgerät, eben als Weitfeldspezialist, empfehlen, denn auch wenn man im 5mm am Jupiter noch was sieht, wirklich toll ist das mit 120x ja noch nicht.

Gruß, Gerry
 
Hallo,

danke für Eure Antworten.
Naja, ist ja doch eine gute Auswahl mit einer geringen Fehlerquote ;)
Bei der Barlowlinse sind die Meinungen 50/50. Werde ich mal ausprobieren. Das selbe gilt für das 5mm Okular. Muß ich halt auch probieren.
Ich überlegte mir den 120/1000 Refraktor zu kaufen. Was ist nun für einen Großstadthimmel besser f/5 oder f/8 ? Die Option auf Land raus zufahren habe ich zwar, aber aus og. Gründen leider recht selten. Mein Garten ist zwar durch hohe und dunkle Bäume gegen direkte Beleuchtung geschützt (große Parkanlage), aber immernoch in der Großstadt.
Naja, muß noch ein paar Jahre arbeiten und werde dann bestimmt in einer Astrogegend ziehen...
Bis dann

Wikie

Ps.: Ein großes Lob an alle Forenteilnehmen. Ich finde es gut, das Mitglieder bei Euch nicht ausgelacht werden, nur weil sie auch mal ein Rewe-Skop oder Lidl-Skop, Tchibo oder Aldi (hatten die auch so etwas?) Teil hatten oder haben. Da habe ich schon in anderen Foren schlimme Dinge gelesen !
Für mich ist es wichtig; lieber ein preiswertes, als kein Teleskop zu haben. Die Sterne stehen über den Dingen !
 
Nachtrag.
Habe noch nicht rausgefunden, wie ich meinen Beitrag ändern kann.
Ein Skywatcher Apochromatischer Refraktor AP 80/600 EvoStar ED OTA auf Skywatcher Montierung NEQ-3 ist auch nicht ohne...
Was ist nun besser ?

Am besten ich kauf jetzt einfach irgendein Gerät. Aber nocheinmal möchte ich da keine Panne (Monster-Newton auf Monti) erleben... Je länger ich lese, umso schwerer wird die Entscheidung!

Wikie
 
Hallo Wikie,

deine Idee mit dem ED 80/600 auf der NEQ ist meiner Meinung nach deutlich besser als dein erster Plan mit dem SW120/600.

Warum?
Der kleine ED ist universeller einsetzbar und handlicher. Du bist ja im Platz recht eingeschränkt und mit diesem supertransportablen Gerät bist du schnell mal außerhalb der Großstadt unterwegs. Die NEQ3 ist perfekt dimensioniert und nicht zu schwer für "mal eben spechtlen".

Der SW120/600 wird mitten in der Stadt nie sein Potenzial als Großfeldstpezialist ausschöpfen können.

Ich rate dir wirklich zum ED80/600, hast du mehr Freude mit. Hat zwar weniger Öffnung, aber die Abbildungsqualität macht diesen kleinen Mangel wieder wett. Schließlich soll das Hobby ja Spaß machen.

Zitat von Wikie:
Ich überlegte mir den 120/1000 Refraktor zu kaufen. Was ist nun für einen Großstadthimmel besser f/5 oder f/8 ?
Nur noch ganz kurz. f/8 ist bei "Farbwerfern" immer besser, egal ob in der Stadt oder auf dem Land. Universeller einsetzar und bessere Abbildung. Du brauchst allerdings wegen des Hebels eine stabile Montierung.

Viele Grüße und Erfolg bei deiner Entscheidungsfindung,
Stefan
 
Hallo Stefan,

ich frage mich, wie die Abbildungsqualität den Mangel wieder wettmachen soll, wenn bei der Deepsky-Beobachtung (UHC-Filter!) der Mangel des zu kurzen Achromaten gar nicht so schwer zum tragen kommt. Da kann der 80/600 einfach nicht mit. Außerdem ist noch unbedingt zu erwähnen, dass aus demselben Grunde f/8 eben doch nicht so ein guter Kauf sein könnte, denn damit ist ja große AP nicht mit Weitwinkel-Anblick möglich (7mm AP = 56mm Okular => 50° scheinbares Feld). Der maximale Himmelsausschnitt ist auch ein ganz anderer. Daher ist mir das alles zu pauschal.

Ich sehe dass hier ein Sternfreund eine "Beratung" bekommen hat, ohne dass er wirklich etwas über Stärken und Schwächen des ausgesuchten Teleskopes oder auch alternativ in Frage kommender Teleskope gelernt hat. Eine solche Beratung durch einen Händler ist inakzeptabel. Wirkliche Hilfe leisten müsste man, indem man hier bei 0 anfängt und das ganz normale Frage-Antwort-Spiel betreibt.

Also Wikie: Was soll beobachtet werden von welchem Standort aus mit welcher "Anreise" zum Standort und mit welchen Budgetvorstellungen? Was ist schon vorhanden?

Clear Skies
Sven
 
Hallo Wikie,

am Besten kaufst Du jetzt gar nichts und suchst erst mal Anschluss zu aktiven Beobachtern, die es sicher irgendwo in Deiner Nähe gibt.
Eine Anfrage im Treffpunktboard könnte da schon helfen, auch die Suche nach Vereinen und Sternwarten in Deiner Nähe.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Du den zweiten Fehlkauf in Folge hinlegst ist hoch.
Das Zubehör passt nicht zum Teleskop. Passt es aber zu Deinen Wünschen, dann passt das Teleskop nicht.
auf der Basis eines solchen Entschlusses wird eine schriftliche Beratung sehr schwierig.

Versuche also, durch Teleskope zu schauen, bevor Du kaufst.

Gruß
*entfernt*


 
Hallo,
vielen Dank für Eurs Info´s, welche ich teilweise nicht so recht verstehe.
Sven:
"Ich sehe dass hier ein Sternfreund eine "Beratung" bekommen hat, ohne dass er wirklich etwas über Stärken und Schwächen des ausgesuchten Teleskopes oder auch alternativ in Frage kommender Teleskope gelernt hat. Eine solche Beratung durch einen Händler ist inakzeptabel."

So kann ich das nicht stehen lassen. Über die Stärken und auch Schwächen des Refraktor bin ich mir schon bewußt. Eine Alternative...? Ein Newton/Dobson möchte ich nicht und da bleibt kaum noch etwas anderes übrig. Ich weiß das dieser Refraktor nicht optimal für mich ist, aber bedingt durch meinen Beobachtungsort und -möglichkeiten muß ich viele Kompromisse eingehen.
Die Frage ist nicht was ich sehen möchte, sondern was ich mit diesen Bedingungen sehen kann!
Mein Budget liegt mit Zubehör bei ca.1500,-€.
Ein ED 80/600 ist mir dann doch von der Öffnung zu klein. Habe ja noch ein FG 20x80 auf Stativ.
Sicherlich kann man über Zoomokulare und Barlowlinsen streiten. Durch meine wochenlangen Infotouren im Netz habe ich sehr viele Meinungen darüber gelesen. Beim SW 120/600 sind die Meinungen von "...totaler Schrott...", über "...naja, geht so..." bis zu "...tolles Gerät...".
Vielleicht suche ich ein Gerät, was noch erfunden werden muß.
Na so ein Teleskopkauf ist ja schwieriger als ein Autokauf;)

Bis dann
Wikie
 
Hi Wiki,

Die Frage ist nicht was ich sehen möchte, sondern was ich mit diesen Bedingungen sehen kann!
Mein Budget liegt mit Zubehör bei ca.1500,-€.

Aus einer Stadt raus geht visuell mit ca. 100 mm Öffnung schon einiges:

- Sonne, Mond, Planeten (problemlos)
- Kometen (sofern sie hell genug sind)
- Doppelsterne, Kugelsternhaufen, offene Haufen (problemlos)
- Orionnebel (problemlos)
- Planetarische Nebel (nur die helleren wie M27, M57)
- Galaxien (nur sehr eingeschränkt)
- große Nebel wie Californianebel, Nordamerikanebel, Cirrusnebel eher nicht

Planetarische Nebel kommen mit UHC oder O-III Filter besser, aber dafür braucht man ca. 2" mehr Öffnung als von Dir angedacht.

Spätschicht und Familie sind prinzipiell kein Hinderungsgrund, durch den Balkon hast eine "Temperiergelegenheit", die Du zu Deinem Vorteil nutzen könntest.

Wie wäre es, das Teleskop (egal, für welches Du Dich schlußendlich entscheidest) dauerhaft auf dem Balkon zu lagern? Z. B. in einer wasserdichten Zargesbox? Auf die Box im Sommer ne hübsche Schaumstoffauflage, schon ist sie zur Sitzbank umfunktioniert und stört nicht weiter...

Soll die passende Montierung zu Deinem Teleskop unbedingt eine parallaktische sein? Wäre eine Säule mit azimutaler Montierung (Giro, Skytee oder Selberbau) eine Alternative? Oder möchtest Du ne "Goto-Montierung"?

Auf dem Balkon könnte eine Säule dauerhaft stehen - klauen wird die wol keiner und Schaden nimmt sie auch nicht durch die Witterung. ;)

Ist es klar, machst mit ein paar Handgriffen den Montierungskopf auf die Säule und klinkst das (temperierte) Teleskop ein, schon kannst losspechteln.

Zur Teleskopbrennweite:
600 mm Brennweite ist zu einem Fernglas (für meinen Geschmack) zu wenig Abstand. Da würde ich schon etwas mehr Brennweite nehmen. Ca. 1000 mm als Untergrenze wäre da meine Überlegung. Damit passen alle oben genannten sichtbaren Objekte ins Gesichtsfeld, die Wahl der Okulare ist unkritisch.

Zur Teleskopbauart:
Du preferierst aus historischen Gründen einen Refraktor. Ein ähnliches Gesichtsfeld und Feeling (rückwärtiger Einblick) wäre noch ein Mak oder ein SC.

Diese Geräte sind ähnlich justagestabil wie ein Refraktor, sind (draußen gelagert) genauso schnell einsatzbereit wie ein 4" Refraktor und hätten mit 5 oder 6" mehr Öffnung, wären aber immernoch "ziehrlich" im Vergleich zum als "Monster" empfundenen Newton 150/750, könnten aber mit farbreinerer Optik punkten.

 
hallo Wikie,

der Segen des Internets ist dass viel Info verfügbar ist, der Fluch dass man alles selber sortieren und immer darauf achten muss wie der Wissensstand des Schreibenden ist. Deshalb bekommst du jede erdenkliche Antwort, und es liegt an dir Spreu von Weizen zu trennen. Keine einfache Aufgabe wenn man selber in einem Gebiet noch nicht so den Durchblick hat! Ein statistisches Mittel zu ziehen führt da zu nichts.

Ich rate dir für Verwendung in der Stadt jedenfalls vom 120/600 ab, es ist ein Grossfeldgerät für Milchstrassenspaziergänge und Kometensuche. Nichts was man unter Stadtbedingungen machen kann. Der 120/1000 kommt deinen Bedürfnissen weit näher, hat weniger Farbfehler, ist aber ein ganz schön schweres Fernrohr das eine EQ5 braucht.

Die Alternativen die Fee aufgezeigt hat (Mak, SC) sind auch eine Variante, und sogar vorzuziehen was die Farbreinheit betrifft. Nachteil: Sie kühlen schlecht aus, deshalb draussen lagern.

lg Tommy
 
Hallo Wikie,

was meinst denn Du, wie man herausfindet, wie ein Teleskop funktioniert? Abstimmen (also gute und schlechte Meinungen abzählen) oder sich informieren, was die Optik kann?

Was meinst denn Du, was der 150/750 kann und was der 120/600 kann? Und wenn Du das als zu lang empfindest: Was soll durch den 120/600 besser werden?
Wenn es aber nur um Dein Bauchgefühl (verliebt in das Gerät) geht: Warum dann diese Einleitung? Die Formuliert doch schon Deine Ratlosigkeit.

Clear Skies
Sven
 
Hallo,
ersteinmal vielen Dank für Eure lieben Ratschläge. Ich weiß das es immer sehr schwer ist, als Laie/Wiedereinsteiger ein passendes Teleskop zu kaufen. Danke für Eure Geduld.

Ja, je länger ich im Netz lese, um so ratloser werde ich. Zu einem Mak wurde mir vom Händler geraten, jedoch in einem anderem Forum wegen der großen Brennweite für die Stadt abgeraten. Meine Wahl war ja der Newton 150/750, aber die NEQ-5 war in dieser Kombi einfach zu fett und unhandlich. Für die Stadt sei dieser Refraktor 120/600 ein gutes Modell da die 1000 Brennweite wieder eine größere Monti benötigt. Ein SC solle ich auch nicht kaufen, da die Justierung sehr schwer ist.

Fazit aus Foren und Händlergespräche:
- kein Newton kaufen (für die Stadt zu schwere Monti)
- kein Mak für die Stadt (zu hohe Brennweite)
- kein CS (schlechte Justierbarkeit)
- kein Refraktor (Farbfehler)
- kein Dobson (zu schwer)
- kein Apochromat (mir zu teuer)

Als doch ein anderes Hobby suchen. (: Vielleicht Briefmarken sammeln ?

"...was meinst denn Du, wie man herausfindet, wie ein Teleskop funktioniert? Abstimmen (also gute und schlechte Meinungen abzählen) oder sich informieren, was die Optik kann?..." Schade, dann würde ich schon ein Teleskop haben ;)

Naja, mein Kauf wird wohl noch etwas dauern...

Bis dann Wikie, der die Hoffnung noch nicht aufgegeben endlich auch mal ein Teleskop zu bekommen...
 
Hallo Wikie,

also für dich wäre ja eigentlich so ein 6" Newton das Mittel der Wahl, schade, dass dir selbst das schon zu groß ist mit der EQ-5, kann ich aber verstehen wenn es schnell gehen soll. Alternative wäre da wohl höchstens ein 6" F/6 Dobson, das wiegt fast nix. Aber da dein Herz für Linsenteleskope schlägt hilft das ja auch nix.

Einen Fraunhofer mit f/6, da habe ich persönlich nie durchgesehen, aber mir hat selbst ein f/10 Fraunhofer nicht gefallen, zumindest nicht am Jupiter. 80mm Öffnung sind dir zu wenig, vor allem hast du bereits ein Fernglas mit 80mm.

Eigentlich gibt es doch für dich nur den Mittelweg, weder Farbwerfer noch Newton, da bleibt eigentlich nur ein ED-Apo, bei 100-110mm Öffnung und f/7 noch recht klein und leicht, noch bezahlbar aber längst kein Farbwerfer mehr. Alles was größer ist wird dir nach deinen Angaben wieder zu viel sein von der Länge/Gewicht und natürlich vom Preis. Dazu vielleicht eine transportable Säule (ist bei einem Refraktor vielleicht sinnvoller als ein Dreibeinstativ) mit einer alt-azimutalen Montierung, wobei ich keine Ahnung habe was der Markt da so bietet. Das sollte alles zusammen sogar noch in deinem Budget liegen.

Edit: Ein C6 oder C8 mit Reducer wären für dich sicher auch interessant, die sind wirklich sehr klein und leicht. Die Justage ist sicherlich nicht einfach - aber eigentlich sind diese so konzipiert, dass die von Werk aus justiert sind und bei guter Behandlung auch nie nachjustiert werden müssen. Wenn dies bei Auslieferung nicht der Fall ist muss der Händler es zurücknehmen und austauschen bzw justieren, also ein Risiko hast du bei einem seriösen Händler eigentlich nicht.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Wikie,

ah, wunderbar, dass Du das mal so aufgeschlüsselt hast. Das macht alles transparenter, wie Du auf diesen oder jenen Weg gekommen bist.

Ich fange mal mit der langen Brennweite an. Wieso, möchte ich Deinen Berater fragen, sollte man für die Stadt davon abraten?
Dazu mal Information: Bei einem visuell genutzten Teleskop bestimmt die Brennweite eigentlich nur, welchen maximalen Himmelsausschnitt man nutzen kann. Indirekt bestimmt sie aber auch, ob man (relativ zum Teleskopdurchmesser) niedrige Vergrößerungen überhaupt erreichen kann und ob man für hohe Vergrößerungen (wieder relativ zum Optikdurchmesser) einen großen Aufwand betreiben muss. Gemeint ist natürlich die Okularwahl and das allgemeingültige Maß ist hier die AP. (Austrittspupille, bitte bei Bedarf nachlesen, hier: http://www.svenwienstein.de/HTML/thema_ap.html )
Je nach Brennweite wählt man also die Okulare so aus, dass man den Vergrößerungsbereich des Teleskopes gut nutzen kann. Ist die Teleskopbrennweite sehr lang relativ zur Öffnung, also Beispielsweise f/13 bei vielen Maks, dann bekommt man niedrige Vergrößerungen nicht hin, weil man die entsprechenden Okulare nicht bekommt. In 1,25" ist beim 40mm Okular schluß, bei 2" ist praktisch mit 56mm die Grenze erreicht, es gibt aber noch ein paar 70mm Vollexoten mit deftigen Einschränkungen.
Der typische Mak mit 90mm bei f/13 hätte eine Minimalvergrößerung von 13x, mit dem 40mm Okular des 1,25" Anschlusses wird aber nur minimal 29x erreicht. Niedrigere Vergrößerungen mit entsprechend hellerem Bild sind nicht nutzbar.
Nun beziehe ich das auf die Stadt. Die Stadt hat aufgehellten Himmel, was besonders bei niedriger Vergrößerung (großer AP) auffällt, da im Aufgehellten Hintergrund Objekte "absaufen", also unbeobachtbar werden. Somit wäre in der Stadt also eine relativ zur Öffnung lange Brennweite kein Nachteil!
Da die lange Brennweite nun wiederum bewirkt, dass man die Maximalvergrößerung des Teleskops bei relativ langen Okularbrennweiten erreicht ( bei f/13 ein 9mm Okular und für 90mm Öffnung ca. 130x) hat man bei der Okularwahl eine gute Auswahl. f/13 macht es auch dem Okular einfach, gut abzubilden, was wieder die Auswahl vergrößert. Lange Okularbrennweiten können einfacher mit einem guten Augenabstand realisiert werden - das wird dann gleich bequemer. Wenn man nun hinzu nimmt, dass die Planetenbeobachtung gar nicht unter dem aufgehellten Stadthimmel leidet (außer das händische Aufsuchen der sehr schwachen Planeten Uranus und Neptun), dann würde ich eher umgekehrt sagen: Warum sollte ich gerade bei der Beobachtung aus der Stadt nicht auf ein Gerät mit langer Brennweite zurückgreifen? Höchstens doch dann, wenn ich ausdrücklich Beobachtungen machen möchte, die eine solche geringe Brennweite erfordern. Dafür gibt es ein paar Beispiele, aber wenn Du die nicht kennst, kann das ja nicht Deine Anforderung sein, oder?

Kein Newton, weil zu schwere Monti?
Auch da fragt sich, wie denn die Aussage zustande kommt. Ich würde sie mal umdrehen: Welches Gerät braucht denn bei vergleichbarer Leistung eine leichtere Monti? Wenn ich da mal überlege, komme ich letztendlich zu dem Schluss, dass das Gerät wohl noch erfunden werden muss. Wenn ich mal so eine GP-Klasse Montierung zugrunde lege, dann ist darauf ein 200/1000 Newton visuell eine gewisse Obergrenze. Genauso ein Refraktor mit ca 130mm Öffnung. Bei einem Refraktor 150/750 würde es eventuell auch noch gehen.
Ein SC? Tja, das ist kürzer als der Newton, was aufgrund des Hebels die Montierung entlastet - aber kommt man dadurch eine Montierungsklasse niedriger? Ich meine nein, ein 8" SC gehört genauso minimal auf eine GP und auch beim 6" SC sehe ich das auf Montierungen kleiner als eine GP kritisch.
Also kann ich auch das nicht nachvollziehen.

Die Justierbarkeit beim SC - ist eine Frage der Hilfsmittel und der Technik. Ich kann nachvollziehen, dass es Sternfreunde gibt, die sich damit nicht auseinandersetzen wollen. Andererseits habe ich auch die Beobachtung gemacht, dass die Geräte ganz gut die Justage halten. Ein Stammtischkamerad hat mal einen Dachbodenfund reinigen lassen und der Händler konnte (zumindest im 2. Versuch) auch justieren. Da er auf Postversand verzichtet hat und das Gerät also selbst abholte, hat die Optik problemlos die Justage gehalten. Bei gutem Umgang kann das Jahre so bleiben.

Refraktor und Farbfehler: Das sollte nicht die Quintessenz aus hier laufenden Diskussionen sein. Die Frage ist: Stört der Farbfehler bei dem was man vorhat und ob es eben Alternativen gibt. Wenn man notgedrungen Refraktor wählt und aus dem obigen, schlechten Rat auf kurze Brennweite setzt, bekommt man Probleme mit dem Farbfehler oder man zahlt für einen entsprechend teuren Apo (oder für ein Gerät auf dem Apo draufsteht, was aber dann trotzdem einen deftigen Restfarbfehler hat).
Will man einfach Deepsky gucken (was aus Der Stadt seine Einschränkungen hat), dann reicht ein Achromat wie ein 120/600 durchaus für die meisten Dinge. Viele Sternfreunde ziehen dann aber doch auch Optiken vor, die am Farbfehler noch irgendwie drehen. Das alte 100/600 "Semi Apo Triplett" von BW ist so ein Beispiel. Wahrscheinlich aber wurde das Objektiv mehr oder weniger nur vorgezogen, weil diese Optiken mit geringer Serienstreuung gefertigt und daher den Billigobjektiven überlegen waren - auch wenn sich am Farbfehler wenig tat.
Will man eher Planeten beobachten, dann kann man ja auf die lange Brennweite setzen und das macht es für den Refraktor viel einfacher. Nur... was ist lang? 80/1200 ist lang. Das geht als FH - nur ist die Öffnung eben auch recht klein. Eine Optik mit ED-Glas kann leicht mehr auch bei weniger Brennweite. Bei 100mm Öffnung wäre ein gut abbildender Achromat dann so lang, dass der nicht mehr so wirklich montierbar ist. Jedenfalls auf dem Balkon. Ab da findet man sich also dabei, irgendwelche EDs mit Dublett und Triplett zu vergleichen, in entsprechenden Preisspähren und mit der Angst im Nacken, dass eventuell vielleicht eine Spiegeloptik mehr Abbildung für weniger Geld liefert. Meine persönliche Erfahrung dazu ist: Wenn man seine Spiegeloptik mit geschickten Eckdaten wählt und sich mit dem Teleskop beschäftigt, dann wird der (ED-)Apo deutlich teurer kommen.

Dobson zu schwer... tja, wie sieht denn der Vergleich so aus, wenn man einen Dobson mit Rockerbox mal mit einem gleich großen Teleskop mit Montierung vergleicht? Da reden wir am Ende über 10% Gewichtsunterschied. Ein KO-Kriterium? Sind denn Dobsons wie der 150/1200 bekannt? Der würde zum Balkon gut passen. Ich mag mich im Forum wiederholen, aber ich sehe immer wieder den Günther mit 150/900 in Rockerbox Alpha an einer Hand: http://vangestel.de/astrozoom/images/simplelists/neu/rb_alpha_transport_klein_.jpg
Zu schwer?

Kein Apochromat, weil zu teuer. Ja... leider. Jedenfalls viele davon. Aber ein paar Produkte sind nun nicht unerreichbar teuer. Beim 90/900 wundere ich mich, dass dieses interessante Gerät wirklich nur als eine Art Dauer-Restposten verkauft wird. Dabei wäre es doch das ideale Gerät um diese altbackene 100/1000 Achromaten-Einsteiger-Empfehlung mit ihrem deutlichen Farbfehler endlich mal abzulösen. Die kleinen 80mm EDs sind so teuer auch nicht. Sind natürlich nur 80mm Öffnung, aber man muss eben überlegen, was man will und was geht.

Wie Du siehst, kann ich zumindest der Quintessenz aus der Dir widerfahrenen "Beratung" wenig abgewinnen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Roman,

den Reducer beim SC sollte man visuell nicht nutzen, sondern stattdessen durch passende Okularwahl AP wie Himmelsausschnitt zugänglich machen. Da der Reducer dasselbe Teleskop-Bildfeld verarbeiten muss, wie das Okular, erweitert er prinzipiell nicht die visuellen Beobachtungsmöglichkeiten. Das Ding nutzt man besser fotografisch, dafür ist es gedacht.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Wikie,

ich wage mal eine Prognose:
Du wirst irgendwann nach sehr langem Abwägen, Lesen, Beratenwerden, Verwerfen und Fehlkäufen beim 8" Dobson landen.
Und ja, Fernrohrkauf kann komplizierter als ein Autokauf sein.
Ein Auto kauft man und in 99% der Fälle funktioniert es und macht das, was es soll. Bei Astrokram ist das nur vergleichsweise selten der Fall - leider.
Warum? Autos werden lange Zeit entwickelt und erprobt, weil Sicherheit eine große Rolle spielt.
Teleskope werden zum Großteil nur billigst zusammengenagelt, weil sie sonst keiner kauft.

Mein Fazit nach ca. 8 Jahren Astronomie und Astrofotografie mit einigen Fehlkäufen: Man kann nur selbst ausprobieren. Das gehört irgendwie zum Hobby dazu.

Grüße
Rolf
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,
ja Ihr habt ja so recht. Nun habe ich mich aber entschieden.
Skywatcher Apochromatischer Refraktor AP 120/900 EvoStar ED OTA. Der Preis ist geradeso noch in Ordnung.
Nun werde ich mal sehen wie ich mit diesem Teleskop klarkomme.
Vielen Dank für Eure Tipp und Ratschläge.
Wikie
 
Wow, imposantes Teil, dass nenne ich mal konsequent.

Viel Spaß damit! ;)

Welche Montierung möchtest du dazu nehmen?



Viele Grüße,
Christian

PS: habe dir eine PN geschickt.
 
Hallo,
naja, wird dann doch die NEQ-5 werden. Die NEQ-3 würde ich zwar besser finden, aber die vielleicht zu leicht.
Als Zubehör werde ich nur den UHC-Filter nehmen. Ein SWA 32mm 2" Okular habe ich noch von meinem ersten Fehlkauf behalten (lange Lieferzeit). Was ich dann noch so haben möchte... naja, Geburtstag, Ostern usw. kommt bestimmt ;)
Viele Grüße
Wikie
 
Hört sich gut an! :super:



Da bin ich jetzt ganz schön neidisch auf dich, ich hab nur einen 4"Fraunhofer, keinen ED :schwitz:
:niemals:


:/ Dann berichte mal welche Erfahrungen du damit so machst. Der zeigt bestimmt ne Menge.


Viele Grüße,
Christian

 
Hallo Wikie,

Gratuliere. Der 120/900mm Evostar ED ist ein gutes Teleskop.
Damit kannst du sowohl Deep Sky als auch Mond und Planetenbeobachtungen machen.
Der 120/600mm Achromat wäre für Planetenbeobachtungen völlig ungeeignet gewesen.

Denke an eine ausreichend stabile Montierung und ein entsprechendes Stativ!
Unter einer EQ5 ist da nichts zu machen.

CS, Karsten
 
Hallo,

mein "Baby" ist schon auf dem Weg und wird morgen vermutlich ankommen.
Ja, es ist noch zu früh, aber Ostern ist ja nun bald. Der Osterhase möchte mir einen Herschelkeil "verstecken"... Als Idee:
- Lunt Solar Systems 1,25" Herschel-Keil mit ND3.0 Filter
- Omegon Variabler Polfilter 1,25"

Ja eine Folie ist preiswerter, möchte ich aber nicht. Der Glasfilter ist preislich nicht so weit vom Herschelkeil entfernt (ca.60,-€ weniger). Da kann ich auch gleich den Herschelkeil kaufen. Ist der von Bader anders? Die Prismen sind ja wohl gleich. Der Unterschied sind ja nur die verwendeten Filter.

Bis dann Wikie
 
Hi,

Nachtrag:
Es ist nun doch ein SK 100/900 Refraktor auf einer NEQ-3 geworden. Klar die Monti ist etwas grenzwertig, aber aus Mobolitätsgründen bin ich diesen Kompromiss eingegangen und finde das Teil ist super!!! Genau meine Größe und relativ leicht und handlich. Klar in einigen Jahren werde ich mich vielleicht mit der Astrofotografie beschäftigen. Dann brauch ich eine größere Monti.
Leider sehe ich zur Zeit nur Schneeflocken, aber das in einer tollen Qualität ;)
Schönes W.-fest

Wikie
...der auf den ersten Stern wartet...
 
Zitat von Wikie:
Da kann ich auch gleich den Herschelkeil kaufen. Ist der von Bader anders? Die Prismen sind ja wohl gleich.
Hi!

Baader hat "nur" einen 2"-Herschelkeil. Die Filter, die beim Lunt (zumindest bei dem 1,25" hier beiliegen, produzieren ein eher gelbliches Sonnenbild, der Baader Cool Herschelkeil liefert ein rein weißes Bild und macht das Sonne-suchen über die Mattglas-Platte einfacher als der Lunt mit seiner Metallabdeckung. Den 2"-Lunt kenne ich nicht aus eigener Erfahrung.

Für Fotografie ist der Baader wahrscheinlich besser, da du leichter Filter tauschen kannst und die Kamera direkt ans Gehäuse schrauben kannst, was die Chancen erhöht, in den Fokus zu kommen. Dafür hat der Lunt von Haus aus weniger Lichtweg... Ich hab bislang nur mit dem Baader fotografiert.

Gruß,
Alex
 
Hi Wiki
Schneeflocken siehst du
nicht schlecht, hier sind es fast 10 Grad +
Ich habe einen 120/1000 Skywatcher Refraktor auf einer Neq3

Die Monti
Schwingt schon ein wenig beim Fokussieren vor allen
bei Planeten, wenn ich 200 x < vergrössere
Durch einen Trick bringe ich aber dieses Schwingen schnell
zum Stoppen durch gleichzeitiges Gegenlenken an der
Raktaszensionwelle .

Aber die Monti schnell von der Küche zum Balkon Tragen macht die Nachteile einigermassen wieder wett

Wer weiss vielleicht werde ich ja auch bald Anspruchsvoller


Ich beobachte auch aus einen Balkon
von der Stadt heraus und das geht Super

Was ich schon alles mit mein Refri beobachtet
habe kann ich garnicht alles aufzählen
zbs plejaden im 38 mm tswa 70° ein Traum

Mein Zubehör hat mittlerweile 4x mehr gekostet wie das Teleskop :)


Grüsse Micha

 
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