Skywatcher 150/750 Refraktor abblenden?

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas jelee
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jelee

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Ich interessiere mich derzeit für den Skywatcher 150/750 Refraktor (Gründe: 1. Mein Auto hat nur einen Beifahrerplatz und einen sehr kleinen Kofferraum - sonst würde ich eher zu paral. montierten Newtons oder Dobsons neigen; 2. Hauptsächlich finde ich DS-Objekte interessant; 3. Das Großfeld bei diesem Teleskop finde ich attraktiv)

Frage: Um mal gelegentlich Planeten oder den Mond zu beobachten, könnte ich das Objektiv auf z.B. 10 cm abblenden und evtl. einen Barlow zwischenschalten und somit das Öffnungsverhältnis mathematisch auf 'länger', z.B. 1/7,5 oder 1/15 frisieren und hätte dann den Vorteil der höheren Vergrößerung und des reduzierten Farbfehlers?
Oder ist das ein naiver Zahlentrick?

Wenn das Sinn machen sollte, würde es reichen, eine einfache schwarze Pappblende direkt vor die Objektivlinse zu stecken?

Vielen Dank im voraus für Eure Antworten.
Gruß
Je
 
Hallo Je,

das mit der Barlow wird nicht funktionieren.

Ich habe versuche mit einer Irisblende gemacht, und komme bei meinem Refi auf ca 70mm Öffnung um den Farbfehler für mich unmerkbar zu machen. Das Bild ist aber dann schon etwas dunkel. Du müsstest wahrscheinlich auch auf bzw. unter 70mm abblenden.

Sehr gute Erfahrungen habe ich auch mit dem KontrastBooster von Badder gemacht.

Aber Großfeld-DS-Spazieren ist mit dem 6" FH eine Wucht!!!

CS

Charly
 
Hallo Charly!
Vielen Dank für die Info. Für Planeten und den Mond wollte ich mir mittelfristig evtl. einen kompakten Katadioptrischen zulegen. Aber vielleicht reicht mir erstmal der o.g. Frauenhofer, und mit der Blende werde ich auf jeden Fall mal experimentieren.

>Aber Großfeld-DS-Spazieren ist mit dem 6" FH eine Wucht!!!
Genau das fände ich sehr reizvoll. Darf ich fragen, welche Okulare Du benutzt?

>Sehr gute Erfahrungen habe ich auch mit dem KontrastBooster von Baader gemacht.
Dann gibt's noch den Fringe Killer und den Semi APO Filter von Baader. Hast Du evtl. Erfahrungen mit denen?

Ich werde mich noch eine Weile mit Okularen und Filtern beschäftigen, und wenn eine Vorauswahl feststeht, werde ich wohl zum Teleskop-Service Ransburg fahren.

Gruß
Je
 
Ich würde experimentieren: Abblenden auf 10 cm, da ist noch genug Licht und Auflösung da, sowie einen Gelbfilter einsetzen, der das Restspektrum unterdrückt. Oder auch gar nicht abblenden und ein Rotfilter, da ist dann fast monochromatisch.

Eine Barlow macht aus deinem Fernrohr kein anderes Instrument, sondern erweitert deine Okularpalette. Mit den Maßnahmen solltest du um 150x zufriedenstellend erreichen, darauf mußt du die Okulare abstimmen.
 
Hallo Je,

ich habe mit dem Booster und dem leichten Gelbfilter die beste Erfahrung. Wobei der Booster die Farbe etwas unangenehm ins bräunliche verfälscht.

Die Irisblende ist durch den individuellen Durchmesser ein nettes Spielzeug, das durch Pappe gut abgelöst werden kann wenn man sehr genau ausschneieden kann.

Der Semi APO und der FringeKiller hatten an meinem Gerät keine bis kaum eine Wirkung.

Zusätzlich habe ich noch den 8" SC, der sehr gute Dienste leistet.

Okulare habe ich das TS WA 42 2", ein 30mm 70° 2"(mit Barlow zum einschrauben für 20mm), Meade 32mm Plössl, 14mm Meade 82°, Seben Zoom 24-8mm, Speers Zoom 5-8mm, 4mm Ortho, Gute 2fach Barlow, Rotlicht-LED-Taschenlampe, Wasserwaage, Werkzeug, gute Bücher, gute Laune.

CS

Charly
 
Hallo Je,

Ich habe für dich einen ganz anderen Tipp, da du ja ausser DS auch manchmal Planeten beobachten möchtest.
Würde ich dir einen 150/750mm Newton mit 2" Okularauszug vorschlagen, der Tubus ist natürlich etwas dicker als von Refraktor aber düfür ist es viel leichter. Ich denke ein Newton erfühlt alle deine Vorausetzungen, wohl gemerkt nur mit 2" Auszug, sonst wäre das Gesichtsfeld natürlich viel kleiner.

Grüsse
Valerij
 
Hi,

also der 150/750 ist ja auch nicht so klein...
Sind denn nicht Newtons mit 200/1000 bis 200/800 Alternativen? Die gibt es sogar günstiger und sie brauchen auch keine so starke Montierung.
Rechnet man die Lichtverluste Durch Obstruktion usw. auf eine effektive Öffnung zurück, so kommt man beim 200/800 Newton bei "Standard-Spiegeln" auf eine Lichtsammelleistung wie 139,5mm und beim 150/750 mit einfachem Zenitspiegel auf 126,8mm. Mit teurem 99% Zenitspiegel kommt der Refraktor dann auf 142mm, und auch dem Newton könnte man mit besseren Spiegeln auch auf die Sprünge helfen..
Ein 200/800 passt aufrecht auf den Beifahrersitz. Beim 200/1000 kommt es auf das jeweilige Auto an, ob es passt.
Nur mit 99% Zenitspiegel und an sehr, sehr schwachen Objekten (für die man entsprechend guten Himmel braucht) wird der Refraktor nutzbare Deepsky-Vorteile haben, weil dann die maximal erzielbare Bildhelligkeit bei Minimalvergrößerung besser ist, als beim Newton.

Da Du eh auf f/5 setzt, ist die Okular-Problematik bei Newton und Refraktor ähnlich. Beim f/4 Newton wird's noch eine Ecke unangenehmer. Was den maximalen Himmelsausschnitt angeht, so ist der Refraktor auch dem 200/800 Newton überlegen.
Bei f/5 ist mit einem 35mm Panoptic normalerweise das Maximum an Feld erreicht. Das 31mm Nagler hat aber eine noch größere Feldblende, nämlich 42mm. Damit ergeben sich am 150/750 3,2° wahres Gesichtsfeld. Am 200/1000 lassen sich mit dem 31mm Nagler noch 2,4° erzielen und 2,5° zeigt ein 200/800 mit einem 26mm Nagler. Traut man sich, das 31mm Nagler am 200/800 zu verwenden, ergibt das 3,0° und am 200/900 fast 2,7°.
In der Disziplin kann der 150/750 Refraktor also punkten, nur passen die meisten sehr großen Objekte auch in ein 2,5° großes Feld hinein. So große Objekte sind überhaupt selten.

Ich denke, das gilt es abzuwägen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Je,

von diesen kurzen Refraktoren hatte ich bis jetzt insgesamt 12 oder 13 Stück, der größte war ein 120/600er, welcher mir durchaus viel Freude bereitet hat.

Aber, zwei Sachen dazu sollten dir unbedingt bewußt sein:

1. bei praktisch allen Modellen, auch beim 150/750er vignettiert der Okularauszug die Öffnung. Das bedeutet den Auszug abzusägen oder eben mit etwa 1cm weniger Öffnung leben.

2. von etwa 10 Stück dieser Geräte sind 9 Stück optisch mangelhaft. Hauptproblem ist Dezentrierung der Linsen durch zuviel Spiel in der Fassung. Ebenfalls häufig ist Astigmatismus als Flächenformfehler. Hinzu kommt die Korrektur (Sphärische Aberration), welche zum Einen in der Regel schlecht ist, und zum anderen oft nicht auf den grünen Spektralbereich optimiert ist.

Um nicht zu sehr ins optische Detail abzugleiten, zusammengefasst heißt das, daß nur ganz seltene Stücke dieser Gattung jene Leistung bringen, die möglich ist. Einige dieser Fehler kann man selbst bastlerisch beheben, andere nicht oder nicht ohne Labor.

Von daher rate ich dir: mit dem Händler unbedingt ein Rückgaberecht vereinbaren und sofort nach Erhalt des Geräte dieses eingehend am Stern auf Fehler testen!

Bei einem ungetesten Gerät muß du davon ausgehen nur einen Bruchteil vom möglichen Wert vergrößern zu können, wegen eben dieser häufigen Fehler.

lg, Bino-Tom
 
Hallo Uwe, Charly, Valerij, Sven und Bino-Tom!
Allen vielen, vielen Dank für die ausführlichen und aufschlußreiche Antworten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

Obwohl ich vorm Verfassen des ersten Postings dachte, ich hätte mittlerweile alles - was mir möglich ist - bedacht, fiel auch mir tatsächlich nach meinem letzten Posting ein: "He, was ist mit den f/5 Newtons? Die sind doch auch nicht größer, dafür leichter und brauchen evtl. eine Montierung eine Nummer kleiner." Und dahin war meine Sicherheit, was die Teleskopwahl anging. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" /> Also mich nochmal hingesetzt und recherchiert und die Websites von Sven und DS-Brothers nochmals studiert und war jetzt dabei, meine nächste Frage bzgl. der Newtons zu formulieren, und stelle fest, dass Ihr genau diese noch zu stellende Frage schon vorweggenommen habt. Ha! einfach unglaublich, wie gut und hilfsbereit Ihr seid! Und Sven, Du hast für mich schon die Obstruktion vorgerechnet, was ich noch vorhatte.

Ich muß nur noch etwas nachdenken, damit ich Eure Antworten und Anmerkungen auch vollständig verstehe. Ich habe mir vorgenommen, vorher noch kein Teleskop zu kaufen. Gut, dass ich mit den Jahren doch etwas geduldiger geworden bin (als ich vor zwei Tagen in meinem Feldstecher das M5 als einen gerade zu erahnenden gräulichen Fleck sah, wurde ich doch sehr ungeduldig und dachte, es muß bald ein Teleskop her).

Außerdem ist der Hinweis, dass die Refraktoren häufig nicht gut justiert sind, für mich sehr wichtig, weil ich eben dachte, dass sich bei Refraktoren die Justierarbeit erübrigen würde, wogegen es immer wieder heißt, dass die schnellen Newtons häufiger justiert werden müßten.

Ich hoffe, dass das Wetter an meinen nächsten freien Wochenenden gut sein wird, damit ich auf Sandplacken auf dem Feldberg den Erfahreneren über die Schulter schauen kann.

Vielen Dank nochmals.
Clear skies!

Je
 
Hallo Je,

ich hänge Dir noch mal einen Link rein der Deine Anschaffungsproblematik auch thematisiert.
Anfangs kommen auch die kurzen Refris kurz zur Sprache, da sehe ich die Schwierigkeiten wie Tom und Sven,
nicht zuletzt, weil ich inzwischen 2 solcher Geräte 102/500er)zur Verfügung habe.
Wenn(!) sie ok sind, Deepsky/Großfeld ja, Planeten (auch mit abblenden) kritisch, weil eben "für
den Preis ok" nicht zwangsläufig gut bedeutet.

So geht es dann auch in dem Thread weiterführend um 6" Newtons als transportabe Allrounder.
Was ist am Markt verfügbar, was ist wünschenswert, was ist möglich.

http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/showflat.php/Cat/0/Number/492159/an/0/page/0#492159

Könnte sein, es lohnt sich, nachzufragen und/oder etwas abzuwarten. Erst Mal ne Weile
Sternenfreunden über die Schulter schauen war noch nie verkehrt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

CS
*entfernt*
 
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