Hallo Mathias,
für Astrofotografie braucht man:
1. Übung
2. Eine Montierung, die sauber Nachführt und genug Tragkraftreserven für leichten Wind und die Dinge, die noch unter den weiteren Zahlen hier kommen, haben muss.
3. Eine geeignete Kamera.
4. Ein Teleskop, was astrofotografisch tauglich ist, oder ein Kamera-Objektiv, was man astrofotografisch verwenden kann.
5. Ein Leitfernrohr mit Leitrohrschellen.
6. Eine Montagemöglichkeit, um Leitfernrohr und Hauptfernrohr parallel auf die Montierung zu bekommen, also oftmals eine Doppel-Teleskopplattform, die dann noch erlauben muss, die beiden Teleskope durch Verschieben in Balance zu bringen.
7. Leitrohrzubehör, klassisch ein Fadenkreuzokular mit Beleuchtung, modern ein Autoguider oder eine Nachführkamera, die samt Laptop Autoguider sein kann.
8. zusätzliche Gegengewichte.
9. Einen Polsucher (manchmal bei der Montierung dabei).
10. Geduld.
11. Übung.
12. Mehr Geduld.
Manche Leute sagen heute, man bräuchte auch Goto an der Montierungssteuerung. Ich meine das nicht, aber ein ausgereiftes Goto an einer fotografischen Montierung ist nützlich und komfortabel.
Du bemerkst sicher, dass eine ganze Menge Krempel auf die Montierung muss. Einen 200/1000 bringt man besser auf einer EQ-6 fotografisch unter (die man entweder selbst umbaut, oder Durch Wahl einer Skyscan-Version mit astrofoto-tauglichen Getrieben erwirbt).
Eine HEQ-5 halte ich für überlastet, wenn es um Langzeitbelichtung geht.
Zur Optik: Die erste Lektion bei geplanter Langzeitbelichtung ist, dass es zuerst nur auf die Montierung ankommt, während man auch mit sehr kleinen Teleskopen oder Objektiven wunderbare Fotos machen kann. Der Einstieg sollte dann auch mit Optiken wie einem 135mm Tele erfolgen, problemlos aber auch mit 50mm, 28mm, was man will. Mit steigender Brennweite wird die Sache dann anspruchsvoller.
Das heißt es macht wenig Sinn, die HEQ-5 gleich mit einem 200/1000 zu überladen. Weniger ist mehr! Noch mehr ist mehr Montierung und weniger Optik.
Vielleicht fällt Dir auch jetzt schon auf, dass der ganze Zubehör-Krempel, den ich oben genannt habe, schon gar nicht in 1000 Euro Budget hineingeht.
Die "erste Wahl" wird da wohl im Gedanken an Händlers Kasse entstanden sein.
Der 200/1000 ist auch in weiterer Hinsicht zu überdenken. Es ist ein f/5-Newton, der zunächst mal durch Koma und Bildfeldwölbung für am Rand unscharfe Sterne sorgt. Man braucht also zum Newton zusätzlich einen Komakorrektor, und man könnte es einen Test "gegen den Verkäufer" nennen, wenn ich nun frage, ob er Dir das klar gemacht hat.
Ich glaube, dass man mit der HEQ-5 und einem relativ kleinem Teleskop einen netten, bescheidenen Einstieg in die Astrofotografie machen kann. Für 1000 Euro passt da aber kein 200/1000 Newton mehr hinein. Wenn ich im Geiste so eine astrofotografisch zukunftstaugliche Zusammenstellung mit 200/1000 Newton mache, dann komme ich auf weit über 2000 Euro, ohne da Okulare für die visuelle Beobachtung einzurechnen, und ohne Autoguider.
Was mit dem so vorgeschlagenen Paket warscheinlich gehen wird, wäre Fotografie mit Huckepack aufs Teleskop geschnallter Kamera durch ein kleines (leichtes) Tele-Objektiv. Also Aufnahmen, bei denen kleinere Sternbilder bildfüllend sind, und größere Nebel und Objekte schon erkennbar werden. Also ein guter, sinnvoller Einstieg in die Astrofotografie, aber mit großer Warscheinlichkeit wird man bald über eine kräftigere Montierung nachdenken.
Clear Skies
Sven