Skywatcher 200/1000mm geeignet für Astrofotgrafie?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Amducias

Neues Mitglied
Hallo Miteinander,

mich würde interessieren, ob das folgende Teleskop wirklich in der Preisklasse (ca. 1000 €) für Astrofotografie geeignet ist. Laut Angaben und Meinung eines Verkäufers des Shops wäre das die 1. Wahl (in dieser Preisklasse). Für mich käme das Teleskop hauptsächlich für deep sky infrage. Hat jemand schon Erfahrungen mit diesem Teleskop, bzw. kann mir ein paar nützliche Tipps auf den Weg geben?

Es handelt sich um: Skywatcher 200/1000mm HEQ-5
http://www.astroshop.de/teleskope/skywatcher/spiegelteleskope--reflektoren-/skywatcher-200-1000mm-heq-5

Danke im Vorraus

Gruß

Mathias
 
Re: Skywatcher 200/1000mm geeignet für Astrofotgra

Hallo Mathias und Willkommen im Forum

Eigentlich hast Du die Frage selbst schon mit "Nein" beantwortet: Astrofotografie kann man sich nicht erkaufen. Auch wenn man 5000€ oder mehr setzt, fehlt für gute Fotos mindestens noch eine Komponente: Erfahrung. Lass dich dadurch nicht abschrecken, dennoch ist auch mit rund 1000€ ein guter Einstieg möglich, auch fotografisch gesehen könnte das für eine einfache Ausrüstung zum rantasten schon reichen.

Abgesehen davon :
- ist die Montierung etwas knapp bemessen
- kommen rund 1000€ für Okulare, Steuerung, Leitrohr und Kleinkram noch dazu; eher mehr.

CS
Jürgen
 
Hallo Mathias,

für Astrofotografie braucht man:

1. Übung
2. Eine Montierung, die sauber Nachführt und genug Tragkraftreserven für leichten Wind und die Dinge, die noch unter den weiteren Zahlen hier kommen, haben muss.
3. Eine geeignete Kamera.
4. Ein Teleskop, was astrofotografisch tauglich ist, oder ein Kamera-Objektiv, was man astrofotografisch verwenden kann.
5. Ein Leitfernrohr mit Leitrohrschellen.
6. Eine Montagemöglichkeit, um Leitfernrohr und Hauptfernrohr parallel auf die Montierung zu bekommen, also oftmals eine Doppel-Teleskopplattform, die dann noch erlauben muss, die beiden Teleskope durch Verschieben in Balance zu bringen.
7. Leitrohrzubehör, klassisch ein Fadenkreuzokular mit Beleuchtung, modern ein Autoguider oder eine Nachführkamera, die samt Laptop Autoguider sein kann.
8. zusätzliche Gegengewichte.
9. Einen Polsucher (manchmal bei der Montierung dabei).
10. Geduld.
11. Übung.
12. Mehr Geduld.
Manche Leute sagen heute, man bräuchte auch Goto an der Montierungssteuerung. Ich meine das nicht, aber ein ausgereiftes Goto an einer fotografischen Montierung ist nützlich und komfortabel.

Du bemerkst sicher, dass eine ganze Menge Krempel auf die Montierung muss. Einen 200/1000 bringt man besser auf einer EQ-6 fotografisch unter (die man entweder selbst umbaut, oder Durch Wahl einer Skyscan-Version mit astrofoto-tauglichen Getrieben erwirbt).
Eine HEQ-5 halte ich für überlastet, wenn es um Langzeitbelichtung geht.

Zur Optik: Die erste Lektion bei geplanter Langzeitbelichtung ist, dass es zuerst nur auf die Montierung ankommt, während man auch mit sehr kleinen Teleskopen oder Objektiven wunderbare Fotos machen kann. Der Einstieg sollte dann auch mit Optiken wie einem 135mm Tele erfolgen, problemlos aber auch mit 50mm, 28mm, was man will. Mit steigender Brennweite wird die Sache dann anspruchsvoller.
Das heißt es macht wenig Sinn, die HEQ-5 gleich mit einem 200/1000 zu überladen. Weniger ist mehr! Noch mehr ist mehr Montierung und weniger Optik.
Vielleicht fällt Dir auch jetzt schon auf, dass der ganze Zubehör-Krempel, den ich oben genannt habe, schon gar nicht in 1000 Euro Budget hineingeht.
Die "erste Wahl" wird da wohl im Gedanken an Händlers Kasse entstanden sein.
Der 200/1000 ist auch in weiterer Hinsicht zu überdenken. Es ist ein f/5-Newton, der zunächst mal durch Koma und Bildfeldwölbung für am Rand unscharfe Sterne sorgt. Man braucht also zum Newton zusätzlich einen Komakorrektor, und man könnte es einen Test "gegen den Verkäufer" nennen, wenn ich nun frage, ob er Dir das klar gemacht hat.

Ich glaube, dass man mit der HEQ-5 und einem relativ kleinem Teleskop einen netten, bescheidenen Einstieg in die Astrofotografie machen kann. Für 1000 Euro passt da aber kein 200/1000 Newton mehr hinein. Wenn ich im Geiste so eine astrofotografisch zukunftstaugliche Zusammenstellung mit 200/1000 Newton mache, dann komme ich auf weit über 2000 Euro, ohne da Okulare für die visuelle Beobachtung einzurechnen, und ohne Autoguider.

Was mit dem so vorgeschlagenen Paket warscheinlich gehen wird, wäre Fotografie mit Huckepack aufs Teleskop geschnallter Kamera durch ein kleines (leichtes) Tele-Objektiv. Also Aufnahmen, bei denen kleinere Sternbilder bildfüllend sind, und größere Nebel und Objekte schon erkennbar werden. Also ein guter, sinnvoller Einstieg in die Astrofotografie, aber mit großer Warscheinlichkeit wird man bald über eine kräftigere Montierung nachdenken.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Mathias!

Also ich will und kann meinen Vorrednern hier nicht widersprechen, aber ich habe den Skywatcher 200/1000 und die ADM von Celestron, die ziemlich ähnlich zu der HEQ-5 sein sollte. Mit allein dieser Ausrüstung ist Astrofotographie durchaus möglich, wenn auch nur begrenzt, aber seine Freude hat man allemal damit.
Wenn du Bilder sehen willst, die ich mit meiner Kombi und der EOS 350D gemacht habe, schau auf meine HP, und wenn dir das nicht reicht, dann kontaktier mich per PN.

Aus meiner Erfahrung kann ich nur noch sagen, dass die Montiertung wirklich etwas zu klein ist, aber mit ein bisschen Geschick und genauigkeit beim Austarieren ist das normal kein Problem.

CS
Florian
 
Hallo Matthias,
laß dich nicht verschrecken, mit der HEQ5 und einem GSO
200/1000 mm und umgebauter EOS 350D und einem Mak 103/1300 mm als Nachführteleskop arbeite ich seit einem Jahr.
Ich denke für den Einstieg durchaus brauchbar.

Bedingung ist aber ein kleiner Umbau der HEQ5 um die
Korrektur der Nachführgeschwindigkeit auf 1,3 fach
zu senken.

Bei Fragen e-mail an: familie.holger.weber@web.de

gruß astroholgi


 
Hallo und erstmal ein großes DANKE für die schnellen und informativen Antworten!

@ Florian_Mikulik - Deine Bilder auf deiner Homepage haben mich sehr beeindruckt und geben mir einen kleinen Einblick, was mich zu erwarten hat. Ich selber besitze schon eine Canon 400D, welche die Folgekosten nochmal um ca 600 € senken. Ich möchte natürlich nicht alles auf einmal kaufen (ich bin Student) und gebe mich am Anfang mit einem gescheiten Teleskop zufrieden. Allerdings erwarte ich an das Instrument, dass ich später, und durch Zukauf von Zubehör, mich auch der Astrofotografie mit dem Teleskop zuwenden kann.

Ich werde wohl bei diesem Modell bleiben und mir nach und nach alles nötige zulegen.

Gruß

Mathias

 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben