Skywatcher EQ6-R Mainboard Defekt

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Jonas1646

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Hallo Zusammen,

Bei mir ist innerhalb eines Jahres zwei Mal die Platine meiner EQ6-R gestorben und ich bin nach wie vor ratlos bezüglich der Ursache, weshalb ich mich mal an die Schwarmintelligenz wende. Eine kurze Anamnese:

Patientendaten: Skywatcher EQ6-R, betrieben mit einem LiFePO4-Akku oder mit einem Skywatcher Powertank. Beide Akkus haben je nach Ladestand eine Spannung zwischen 12-14V (den Powertank verwende ich bei der Montierung nur für schnelle "Trockentests" im quasi vollen Zustand). Die Montierung wurde per USB mit einer Pegasus Astro Powerbox verbunden, welche an einem Raspberry Pi hing. Die Pegasus Astro Powerbox wurde zuletzt mit einem Netzteil betrieben, sonst ebenfalls mit dem LiFePO4-Akku. Nach dem ersten Defekt wurde die Feinsicherung im Stromkabel gegen ein kleineres Modell ersetzt, welches bereits bei 3A (flink) auslöst, in der Hoffnung, eine Wiederholung der Ereignisse zu vermeiden.

Krankengeschichte: In beiden Fällen ist die Montierung nicht im Betrieb gestorben, sondern wurde am Ende der Session geparkt und über den Schalter ausgeschaltet. Beim nächsten Start jedoch keine Vitalzeichen mehr. In beiden Fällen wurde die Montierung zuerst per USB und dann mit der Stromversorgung verbunden (falls das von Relevanz ist) .

Symptome: Die Sicherung im Stromkabel sieht unverdächtig aus und hat auch Durchgang. Die LED der Montierung bleibt beim Start jedoch dunkel und auch sonst funktioniert nichts mehr, die Stromzufuhr auf die Platine funktioniert jedoch und auch der Schalter ist funktionsfähig. Der Fehler liegt also auf der Platine. Eine optische Überprüfung der Platine zeigte keine Auffälligkeiten.

Überlegungen zur Diagnose: Kann es sein, dass es zu Problemen kommt, wenn das Potential an der Masse des USB-Kabels verschiedenen mit dem Potential der Masse der Montierung ist (wenn die Powerbox / der Raspberry mit einem anderen Akku als die Montierung betrieben wird oder wie zuletzt ein Gerät per Netzteil und eines per Akku)? Wenn ja, reichen die hier zu erwartenden Potentialunterschiede wirklich aus, um ein Mainboard zu zerstören? Oder kann es grundsätzlich zu Problemen kommen, wenn die Montierung zuerst per USB (an einem aktiven USB-Hub) verbunden wird, bevor die Montierung selbst an den Strom geht?

Für weitere Anmerkungen, Handlungsempfehlungen, Diagnosevorschläge, Erfahrungen etc. wäre ich sehr dankbar, in der Hoffnung, dass Platine No. 3 eine höhere Lebenserwartung hat als die der Vorgänger.

CS Jonas
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Jonas,

Potentialunterschiede zwischen Masseleitungen dürfen auf keinen Fall auftreten, da ansonsten Ausgleichsströme fliessen.

Ich würde auch nicht die Monti zunächst per USB verbinden, da über die USB-Leitung ja bereits eine 5V Versorgungsspannung anliegt, bevor eine 12V SPannung über den Power-Eingang der Monti zugeführt wird. Also immer erst die Montierung an Spannung legen.
So mache ich es auch... zuerst 13,5V Netzteil mit Monti verbinden und dann einschalten. Als nächstes schalte ich aus der gleichen Spannungsquelle über einen DC/DC-Wandler den Raspberry Pi zu.
Auch mein aktiver USB-Hub wird aus dem gleichen Netzteil bzw. DC/DC-Wandler versorgt. Alle Masseleitungen sind immer ungeschaltet verbunden.

In den Datenblättern von ICs steht oft, dass an einem Signal-Pin nur maximal eine sehr geringe negative Spannung anliegen darf. Das könnte passieren, wenn durch nicht verbundene Masseleitungen und Spannungen aus verschiedenen Quellen geringe Potenzialunterschiede auftreten. Da helfen auch keine noch so flinken Sicherungen; es reicht das Anliegen ein Spannung ausserhalb der erlaubten Spezifikation.

Was da genau bei Dir passiert, läßt sich schwer sagen. Einen groben Schnitzer könnte man vielleicht sehen, wenn Du einen Schaltplan hier zeigst mit allen Verbindungsleitungen (+ und Masse-Potenzial) sowie Spannungsquellen.

Grüße
Hartmut
 
Hallo Jonas,

ohne die Platine zu sehen und mal zu messen, ist das alles Rätselraten. So ist keine vernünftige Diagnose möglich.
Wenn du ein Multimeter besitzt, kannst du ja mal auf der Platine verfolgen bis wo hin noch Spannung anliegt.
Allerdings solltest du dann schon wissen, was die verschiedenen Bauelemente machen.
Ich möchte mich nicht an Spekulationen bezüglich der Ursache beteiligen. Es sollte in der Regel keinen Leierkasten spielen, was da zuerst angesteckt wird.
Erst wenn man weiß was da genau defekt ist, kann man evtl. Rückschlüsse ziehen, woran es gelegen hat.

Tino
 
Hallo Hartmut und Tino,

Ein Multimeter habe ich, aber ich selber verstehe die Platine leider nicht hinreichend, bzw. kann die Schaltung nicht vollständig nachvollziehen. Ich habe jetzt die Platine an jemanden gegeben, der davon mehr versteht. Mal schauen ob und was da rauskommt. Aber die Funktion einzelner Bauteile herauszufinden gestaltet sich als recht schwierig. Wenn etwas rauskommt, werde ich hier berichten.

Die Ratschläge die Spannung aus einer Quelle zu beziehen und die Steckreihenfolge zu beachten werde ich ihn Zukunft berücksichtigen. Sicher ist sicher.

Auf eine Mail meinerseits an Optical Vision (dem Generalimporteur von Skywatcher) nach ähnlichen Erfahrungen kam die Antwort, dass sie das Problem in der USB-Verbindung zum Computer für wahrscheinlich halten und dass man peinlichst darauf achten sollte erst die Montierung einzuschalten und erst nach dem Starten der Programme auf dem Computer die Verbindung herzustellen, da ansonsten die 5 V in die Platine abgegeben werden können und zur Zerstörung von Bauteilen führen können (ebenso bei der Handsteuerbox). Allerdings finde ich es dann fraglich, wieso man nirgends darauf hingewiesen wird.

Vielen Dank für die bisherigen Antworten und CS Jonas
 
Hallo Zusammen,
eine kurze Statusmeldung: Dank der Hilfe eines Freundes aus der Sternwarte konnte der Fehler offenbar auf einen Transistor eingegrenzt werden, welchen man überbrücken kann. Es handelt sich um den den Q3 (links neben dem Stecker zum Schalter). Nur bezüglich der Ursache, bzw. einer Strategie zur Vermeidung der Wiederholung in Zukunft bin ich mir weiter unsicher. Aber evtl. hilft es jemandem in Zukunft bei der Fehlersuche auf seiner Platine.
PXL_20230206_154237120.jpg

CS Jonas
 
Hi,

Q3 sieht für mich nach einem FET als Verpolschutz aus. Jetzt musst Du schauen was alles beim Abschalten dran hängt. Das kann ein Relais oder eine Drossel sein die beim Abschalten Selbstinduktion erzeugt. Eine schnelle Freilaufdiode sollte aber auch helfen.

Wenn es wirklich eine Selbstinduktion ist riskierst Du mit gebrücktem FET die restliche Elektronik! Mit einem Oszi solltest Du das beim abschalten sehen.

Gruß Markus
 
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