Hallo Carsten,
Also ich habe das Skywatcher Heritage im Dezember 2009 gekauft. Ich bin des öfteren auf Reisen (ohne Auto). Wenn ich nur "für alle Fälle" ein Fernrohr mitnehmen möchte und es die Menge an Reisegepäck zulässt, dann wird das Skywatcher Heritage 130P zerlegt und kommt in meinen Reisekoffer (40x60cm):
Link zur Grafik:
http://developer.kde.org/~tackat/skywatcher_transport.jpg
Da passt dann noch genug Kleidung für die Reise hinein ...
Das Fernrohr wird dazu aus der Prismenschienenhalterung gezogen. Aus der Originalverpackung habe ich mir die Bodenstyroporplatte, die die Primärspiegelseitigen Schrauben schützt, zu einem Quadrat geschnitten, so dass die Schutzfunktion im Koffer erhalten bleibt ...
Dann wird die große Schraube, die die Holzbodenplatte mit der Azimutscheibe entfernt und die drei Schrauben, die den Arm halten, werden herausgeschraubt. Die Bodenplatte und die Azimutscheibe werden dann wieder zusammengeschraubt. Damit bleiben dann nach gut 2-3 Minuten zwei größere Holzteile übrig, die man leicht verstauen kann (siehe oben).
Ich beobachte nur visuell. Das Televue Okular habe ich mir für meinen 8" Hofheim Dobson angeschafft (den ich nur dann auf Reisen mitnehme, wenn der Himmel vielversprechend ist). Das Televue Panoptic macht aber selbstverständlich auch im Heritage eine gute Figur (Falls aber jemand auf die Idee kommt, dort ein Ethos hineinzustecken: Das geht nur leidlich. Denn die Ecken des sechseckigen 1.25" Schraubfokussierers stehen dummerweise so vor, dass sich die äußere 2" Hülse nicht drüber schieben lässt ... ). Daneben besitze ich übrigens für meine Balkonsternwarte noch ein altes Meade MTS-SC8.
Das schöne an dem Heritage ist, dass es schnell auskühlt, ohne viel Aufwand nach draußen getragen werden kann und dass es nicht aufgebaut werden muss (man sollte allerdings beim Ausfahren des Hutes nicht vergessen, nach dem Einrasten die Schrauben anzuziehen, da es sonst schwingt). Ich benutze es daher nicht nur auf Reisen, sondern auch, wenn ich müde nach Hause komme und schnell nochmal vom Balkon aus einen Blick auf den Jupiter, Saturn oder auf den Mond werfen möchte. Wichtig ist natürlich, dass das Fernrohr auf einem stabilen Untergrund steht: ein (Camping)Tisch ist dabei oft nicht optimal, da der meist wackelt. Ideal ist z.B. ein Mauervorsprung auf Hüfthöhe.
Ich persönlich bin mit der Abbildungsqualität sehr zufrieden. Ich möchte aber fairerweise auf den Testbericht von Stathis hinweisen, bei dem das Exemplar was er getestet hat keine gute Figur macht:
http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=102171
Das Modell, das er getestet hat, scheint aber eher neuer zu sein (es hat einen rudimentären Streulichschutz, der bei meinem älteren Modell fehlt).
Wie immer gilt: Man sollte sich sein Fernrohr beim Kauf genau anschauen und auf Herz und Nieren prüfen (und idealerweise so bald wie möglich selbst am echten Himmel austesten).
So ich hoffe, das waren genug Eindrücke zu meinem Scope ;-)
Jetzt wünsche ich allen morgen früh eine möglichst groooooße Wolkenlücke ...
Torsten