Skywatcher Heritage 150P Flextube: Erfahrungsbericht | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Skywatcher Heritage 150P Flextube: Erfahrungsbericht

christian79

Mitglied
Liebe Sternfreunde,

in diesem Bericht möchte ich meine Erfahrungen mit dem neuen Skywatcher Heritage 150P Flextube schildern.

gesamtansicht.jpg


Seit geraumer Zeit bin ich auf der Suche nach einem nicht zu teuren Handgepäck-Teleskop mit brauchbarer Öffnung und guter Stabilität. Beim Stöbern bei TS stieß ich auf den neuen "großen Bruder" des bekannten Heritage 130P, ein Newton-Teleskop mit 150 mm Öffnung und 750 mm Brennweite. Laut Produktbeschreibung enthält es den gleichen parabolischen Hauptspiegel wie das Explorer 150P. Die Tatsache, dass letztgenanntes eines meiner Lieblings-Teleskope ist, weckte mein Interesse am neuen Heritage.

Diese Rezension basiert auf meinem angedachten Einsatzzweck als Reise- und Handgepäck-Teleskop für rein visuelle Zwecke.

Ein Hinweis vorweg: Dem Teleskop liegt kein Werkzeug bei. Es werden ein normal großer Kreuzschlitz-Schraubendreher, evtl. zwei Sechskant-Schlüssel und für die Justage ein 2 mm-Innensechskant-Schlüssel benötigt. Das kein Werkzeug beiliegt ist, sorry Synta, Murks. Einen passenden Schraubendreher gibt es eigentlich in jedem Haushalt, aber die passenden Sechskant-Schlüssel muss man vermutlich nachkaufen.

Die Rockerbox


Das Gerät wird wie der 130er Heritage vormontiert geliefert, lediglich der Sucher muss angeschraubt werden. Auf dem Balkontisch aufgestellt, macht die Konstruktion des Teleskop-Systems selbst einen sehr stabilen Eindruck (siehe Bild oben). Die Rockerbox mit Teleskop lässt sich sehr gut tragen. Auf einem normal hohen Tisch (Tischplatte ca. 70 cm hoch) erreicht das Okular im Zenit eine Einblickhöhe von ca. 150 cm plus/minus ein paar Zentimeter, abhängig von der Ausbalancierung an der Prismenklemme. Synta scheint bei der Konzeption des Teleskops an Beobachter mit kleinem Balkon gedacht zu haben.

Die Verstellung der Gängigkeit im Azimut erfolgt über zwei Sechskantschrauben, je eine auf der Ober- und Unterseite. Da es sich um normale Sechskant-Schrauben handelt, verzichte ich hier auf Fotos. Die Gängigkeit ist für meinen Geschmack sehr gut voreingestellt. Mangels einer Schiebelehre kann ich die Größe der ggf. benötigten Schraubenschlüssel nicht genau ermitteln.

Die Gängigkeit der Verstellung in Höhe wird mit einer griffigen Rändelschraube eingestellt. Die Bedienung ist einfach und bequem. Zum Transport am Tragegriff muss sie sehr fest angezogen werden, sonst driftet der Tubus der Schwerkraft folgend senkrecht zur Rockerbox.

Der Tubus wird mit einer Vixen-Level-Prismenschiene an der Rockerbox befestigt. Die Befestigung ist sehr stabil und erfolgt mit einer griffigen Schraube (Bild unten).

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Da mein Balkontisch zu instabil ist (siehe erstes Bild), kann ich keine seriöse Aussage zur Stabilität machen. Ich würde sie jedoch, einen soliden Unterbau vorausgesetzt, als hinreichend stabil einschätzen.

Der optische Tubus

Es handelt sich um ein Flextube-System. Zusammen geschoben misst er mit montiertem Sucher vom Ende der Justageschrauben bis zum Ende des Suchers knapp 50 cm. Der größte seitliche Durchmesser beträgt 29 cm. Somit passt er mit etwas Reserve in eine C8-Transporttasche oder eine Tragetasche für 130mm-Newtons.

Die Hauptspiegel-Zelle ist aus Metall und entspricht, soweit ich das von außen beurteilen kann, von der Konstruktion her dem Explorer 150P. Das verspricht eine sehr gute Justierbarkeit.

Zum Auseinanderschieben des Tubus müssen an jeder Stange eine Schraube gelöst und die Stangen bis zum Anschlag ausgezogen werden. Danach werden die Schrauben fest angezogen. Die Zwei-Stangen-Konstruktion ist erstaunlich stabil und schwingungsarm und erlaubt selbst bei 300-facher Vergrößerung eine präzise Fokussierung.

Das obere Ende, der "Hut" des Gitterrohr-Tubus, ist fast komplett aus Kunststoff (Bild unten). Einzig der Teil des Okularauszugs, in den das Okular gesteckt wird und der fangspiegelseige Teil der Fangspiegel-Halterung bestehen aus Metall.

hut.jpg


Der Okularauszug scheint mit dem des Heritage 130P identisch zu sein (Bild oben). Er hat etwas Spiel, das sich umso stärker auswirkt, je weiter er heraus geschraubt wird. Der Durchmesser beträgt nur 1 1/4 Zoll. Das ist bei einem 150/750 Newton sehr schade. Mit einem 32mm-Plössl wird am Himmel ein maximales Gesichtsfeld von ca. 2,2 Grad erreicht.

Der Blick durch den leeren Okularauszug zeigt das vom Heritage 130P bekannte Problem des unterdimensionierten Streulichtschutzes (Bild unten). Der etwas unsymmetrische Anblick kommt daher, dass ich die Kamera freihändig an den OAZ hielt. Es wäre wirklich nicht aufwendiger und teurer geworden, den Streulichtschutz etwas größer zu gestalten. Gegen Kunststoff als Material habe ich an dieser Stelle aus Gewichtsgründen nichts einzuwenden.

blick_durch_oaz.jpg


Der obere Tubusring ist zusammen mit der dreiarmigen Fangspiegelspinne in einem Stück aus Spritzguss und damit aus, zugegeben sehr stabilem, Kunststoff. Die Arme der Fangspiegel-Spinne sind drei Millimetrer dick. Ich musste etwas stärkeren Druck ausüben, um eine leichte Bewegung der Fangspiegel-Halterung zu bewirken.

Der Fangspiegel liegt konstruktionsbedingt frei und ist folglich anfällig für Streulicht. Er wartet mit einer für mich völlig neuen Kuriosität auf: Der Rand des Fangspiegels ist okularseitig verspiegelt (siehe Bild unten)! In Richtung Streulichtblende ist hingegen das nackte Glas sichtbar. Auf dem Foto oben zur Beschreibung des Hutes erkennt man deutlich Reflexionen vom Sonnenlicht. Hier werde ich noch einen schwarzen Filzstift ansetzen müssen.

fangspiegel.jpg


Die Befestigung am Halter erfolgt nicht mit Klebeband, sondern mit Klebstoff.

Der Sucher

Der Leuchtpunktsucher wird an die Halterung geschraubt und von dieser stabil gehalten. Nachteilig ist hierbei, dass kein anderes mir bekanntes Befestigungssystem anderer Sucher passt. Die Glasscheibe, auf die der Lichtpunkt projiziert wird, dunkelt den Himmel minimal, aber merklich, ab. Dieses Problem kenne ich bereits von anderen Lechtpunktsuchern.

Die Justage erfolgt über zwei Rändelschrauben. Sie ist etwas schwerängig, aber sehr genau.

Die Justage der Optik

Vor dem First Light kommt die Justage. In Anbetracht der FS-Streben aus Kunststoff graulte es mir hiervor etwas. Es liegt eine einfache, aber durchdachte Justierhilfe bei: Der Deckel des Okularauszugs hat mittig ein kleines Loch und ist auf der Rückseite verspiegelt (Bild unten). Auch mit Brille kann man sie gut nutzen. Eine solche Justierhilfe würde auch teureren Teleskopen gut stehen. Mangels Erfahrung hiermit entschloss ich mich trotzdem, zunächst mit dem Laser zu justieren.

justierhilfe.jpg


Der komplett eingeschraubte Sucher trägt den Laser hinreichend stabil. Da der OAZ fest montiert eine etwas schräge Lage hat, sollte man ihn unbedingt wie ein Okular mit den beiden Rändelschrauben klemmen. Für eine gleichmäßige Klemmung sollte man hierbei etwas Druck von oben auf den Laser ausüben.

Mit den drei Innensechskant-Schrauben muss nun der Laserpunkt in die Mitte der Mittenmarkierung gebracht werden. Dies gelang mir innerhalb einer Minute (Bild unten). Trotz Kunststoff als hauptsächlich verwendetes Material bemerkte ich bei der Justierbarkeit keinen Unterschied zu Newtons, die hier ausschließlich Metall verwenden.

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Bei handwarmem Anziehen der Schrauben hörte ich keinerlei Knirschen oder Knacken.

Bewegt man den inneren Teil des OAZ mit befestigtem Laser im Rahmen des Spiels leicht hin und her, zeigt sich eine minimale Bewegung des Laserpunktes innerhalb der Mittenmarkierung. Erst nachdem der Tubus vier- bis fünfmal zusammen geschoben wurde, zeigte sich eine etwas deutlichere Dejustage. Laut der Justageanleitung von Seeing 1 besteht hier, zumindest für visuelle Zwecke, ein gewisser Toleranzbereich (Schritt 2,) was ich aus Erfahrung bestätigen kann.

Die Hauptspiegel-Justage unterscheidet sich nicht von der anderer Newtons, deshalb gehe ich an dieser Stelle nicht weiter darauf ein.

Erster Test bei Tageslicht

Ein Test war nur mit schwachen Vergrößerungen (32mm Plössl und das beiliegende Super 25mm), also maximal 30-facher Vergrtößerung, möglich: Selbst beim entferntesten von meinem Balkon aus sichtbaren Objekt, einer ca. 50 bis 100 Meter entfernten Pappel, komme ich bei höheren Vergrößerungen nicht in den Fokus. Das Bild war knackscharf und kontrastreich, das Teleskop ist also nicht "tagblind".

First Light

Das First Light erfolgte an Arktur sowie an der drei Tage alten Mondsichel. Da mein Balkontisch aus Stabilitätsgründen eine vernünftige Beobachtung mit der Rockerbox unmöglich macht, setzte ich den Tubus auf meine Giro Ercole-Montierung, die ein Skywatcher EQ 5-Stativ als Unterbau hatte.

Mit den mitgelieferten Super 25- und 10mm-Okularen zeigte sich ein sehr gutes, scharfes Bild mit punktförmigen, symmetrischen Sternabbildungen. In der Bildmitte ist die Abbildung wirklich gut, zum Rand des Gesichtsfeldes hin nimmt sie jedoch ab. Insgesamt sind die Okulare zu meinem Erstaunen bei f/5 sehr gut nutzbar. Hier scheint jedoch eine Serienstreuung vorzuliegen, mir sind auch sichtbar schlechtere Exemplare bekannt.

Arktur erscheint bis 150-fach absolut punktförmig, mit sechs symmetrischen Spikes. Die Anzahl ist der dreiarmigen Fangspiegel-Spinne geschuldet. Eine Vierarm-Spinne erzeugt rechnerisch acht Spikes, von denen sich jeweils zwei überlagern. Die Spikes am Heritage sind daher etwas dunkler als bei einer Vierarm-Spinne.

Bei 300-fach ist das Bild immer noch lehrbuchmäßig, ein kleines Beugungsscheibchen mit konzentrischem, seeingbedingt leicht deformiertem Beugungsring. Ansatzweise konnte ein zweiter Beugungsring erkannt werden. Das Bild ist intra- und extrafokal nahezu identisch.

Beim Mond beobachtete ich zur Beurteilung der Bildqualität den Mondrand und die Sichelspitzen. Bis 150-fach ist das Bild rattenscharf und kontrastreich, bei 300-fach ist das Bild in Momenten mit ruhiger Luft kaum merklich schlechter.

Insgesamt ist die optische Leistung dem Explorer 150P absolut ebenbürtig. Die dickeren Fangspiegel-Streben haben das Bild nicht sichtbar beeinflusst.

Die Scharfstellung ist trotz des Spiels im OAZ problemlos möglich. Sie geht sogar wesentlich besser als bei manchem Billig-Teleskop mit Zahnstangen-OAZ. Bei einem hinreichend stabilen Unterbau ist der OAZ für visuelle Zwecke absolut zufriedenstellend.

Bezüglich des Streulichts machte ich folgende Erfahrung: Viel schwerwiegender als die zu klein geratene Blende wirkt sich Streulicht aus Richtung Hauptspiegel und hinter dem Beobachter aus: Es fällt dann direkt auf den Fangspiegel und wird ins Okuklar reflektiert. Ein Beobachtungsort im Schatten bringt eine deutliche Verbesserung.

Mein Fazit

Was mir gefällt:

Exzellente optische Leistung;
einfach und schnell justierbar;
gute Justagehilfe mitgeliefert;
hoch transportabel;
trotz viel Kunststoff visuell sehr stabile Konstruktion

Was mir nicht gefällt:

Kein Werkzeug mitgeliefert;
Okularauszug nur 1 1/4 Zoll;
Streulicht-anfällig;
Sucher meines Wissens nach nicht gegen andere Typen austauschbar

Trotz einiger Schwächen ist für mir mich mit dem Teleskop ein Traum in Erfüllung gegangen: Es hat eine für meine Ansprüche sehr gute Leistung und ist trotzdem hoch transportabel. Für mich überwiegen die Vorteile der Konstruktion des Teleskops. Meine Bedenken bezüglich des verwendeten Kunststoffs im Bereich der Fangspiegel-Spinne haben sich als unbegründet erwiesen.

Insgesamt erhält man kein High-End-Gerät, aber ein in der Summe der Eigenschaften sehr gut brauchbares Reise- und Handgepäck-Teleskop. Ein absoluter Einsteiger ist zwar mit einem Volltubus-Newton, verschiedenen Sucher-Optionen und spielfreiem Okularauszug wohl besser beraten, dennoch kann ich es für rein visuelle Zwecke als Reise-Teleskop absolut empfehlen.

Lediglich zum "Schnellspechteln" auf dem Balkon würde ich es aufgrund der Streulicht-Anfälligkeit im Auslieferungszustand nur eingeschränlt empfehlen. Hier lässt sich jedoch bastlerisch nachbessern.

In der Summe der Eigenschaften würde ich es als Reise- und Handgepäck-Teleskop, in Schulnoten ausgedrückt, als "gut" bewerten, da für mich die sehr gute optische Leistung und hohe Stabilität schwerer wiegen als die genannten Schwachpunkte
 

komposer

Mitglied
Hallo Christian,

danke für diesen tollen Bericht. Der könnte besonders für Einsteiger mit kleinem Budget sehr hilfreich sein.

Gruß,
Holger
 
Zuletzt bearbeitet:

TS-Wolfi

Mitglied
Hallo Christian, Hut ab - ein toller Erfahrungsbericht und gleich ein paar Verbesserungsvorschläge, die jeder selber gut machen kann. Ich würde ev. noch einen Tipp dazu schreiben.

Oft kann man sich den Beobachtungsplatz nicht aussuchen . Man kann aber einfach aus schwarzen Pappkarton (Schreibwarengeschäft) sich einen guten Streulichtschutz basteln, der den Lichteinfall zwischen den beiden Tubusteilen verhindert. Dann hat man, zumindest was das Streulicht anbelangt, praktisch einen Volltubus. Für den Transport kann das Papier einfach um den eingefahrenen Tubus geschlagen werden. Zum Fixieren ist Klettband (Baumarkt) recht praktisch.

Aber nochmals - TOP Bericht...
 
Sehr schöner und informativer Bericht, danke.
Das scheint ja ein schönes schnörkelloses, leicht zu bedienendes und einigermaßen kompaktes Teleskop zu sein, dass man auch Anfängern empfehlen kann.
Ich hatte vor vielen Jahren den kleineren Bruder 130P getestet:

Dieser "Lendenschutz" in Tangaformat ist natürlich echt ein Witz.

Er wartet mit einer für mich völlig neuen Kuriosität auf: Der Rand des Fangspiegels ist okularseitig verspiegelt
Der Fanspiegelrand wird beim Bedampfen der Planfläche automatisch mit verspiegelt. Es sollte eigentlich als selbstverständlich gelten, ihn zu schwärzen. Das ist essentiell wichtig, da die Seite des Fangspiegelrandes sehr nahe am Okular sitzt und so eine große Projektionsfläche darstellt und durch die Alubeschichtung einem massenweise Streulicht ins Okular "ballert" und den Kontrast zerstört. Man sieht es leider ziemlich oft, dass die Kante nicht geschwärzt wird. Das beweist mir zusammen mit der deutlich zu kleinen Gegenlichtblende, dass die Entwickler und Produzenten wirklich keine Ahnung von Astrooptik haben. Zum Glück kann man das selbst ziemlich einfach nachbessern.
1. Größere Gegenblende aus dünner Isomatte, 2 mm Schaumplatte vom Baumarkt, etc.. Wie schwarz ist gar nicht sooo wichtig, Hauptsache erst mal groß genug
2. Fangspiegelrand schwärzen mit schwarzem Edding, oder bei ruhiger Hand mit mattem Schultafellack. Noch effektiver wäre hier ein Streifen selbstklebendes Velours.

Bezüglich des Streulichts machte ich folgende Erfahrung: Viel schwerwiegender als die zu klein geratene Blende wirkt sich Streulicht aus Richtung Hauptspiegel und hinter dem Beobachter aus: Es fällt dann direkt auf den Fangspiegel und wird ins Okular reflektiert. Ein Beobachtungsort im Schatten bringt eine deutliche Verbesserung.
Das wundert mich wiederum. Der Tubus Unterteil ist je recht lang. Laut deinem Bild durch den leeren OAZ kann von hinten kaum Licht ins Okular aus Richtung Hauptspiegel gelangen. Kann es sein, dass auch hier der spiegelnde Fangspiegelrand schuld ist?

Bei dieser Größe bin ich etwas skeptisch, ob die 2 parallelen Stangen ausreichend steif sind. Konntest du das auf deinem Wackeltisch überhaut vernünftig beurteilen? Vielleicht kannst du noch mal das Gerät auf dem Boden oder auf eine richtig stabile Untergage stellen und bei höherer Vergrößerung noch mal testen, wie das Nachführverhalten und die Zitterfreiheit ist?

Lässt sich das senkrechte Brett der Montierung zum Transport abschrauben und flach legen? Sonst wäre es ja nicht besonders kompakt transportierbar. Das ging bei dem 130P, soweit ich mich erinnern kann, nicht, der ist aber auch insgesamt kleiner.
 
Zuletzt bearbeitet:

christian79

Mitglied
Liebe Sternfreunde,

vielen Dank für die Rückmeldungen. Das mit der schwarzen Pappe werde ich umsetzen.

Zum Thema Streulicht:

Es fiel mir vor allem auf, als sich das große Wohnzimmerfenster von meinem Balkon hinter der HS-Zelle (beim Blick durchs Okular etwa einen Meter rechts von mir) befand. Drehte ich den Tubus so, dass sich das Fenster beim Blick durch das Okular hinter mir befand, war das Streulicht am stärksten.

Zur Stabilität:

Wie erwähnt war der Unterbau, gerade wegen des Wackeltischs, ein EQ 5-Stativ mit Giro Ercole-Montierung (Tragkraft laut Produktbeschreibung 8 kg). Selbst 300-fache Vergrößerung konnte ich da sehr gut fokussieren. Die Stabilität des Tubus' ist sehr gut.

Bei nächster Gelegenheit werde ich die originale Montierung auf den Boden stellen und dann hier berichten.

Das Brett ist nicht entfernbar, zumindest nicht ohne die beiden Azimut-Räder auseinander zu schrauben. Aber ich habe nachgemessen: Das Teleskop passt komplett in eine C14-Transporttasche.
 

Antares

Mitglied
Hi
danke für den interessanten und gut gemachten Bericht.
Dass es einen 150iger Heritage gibt hatte ich nicht auf dem Schirm. Schön.
Viel Freude damit.
Die 2 " Option hat mich vor Jahren dazu bewegt selbst einen 6" f/5 zu bauen.
Haken ist der große FS den man dann braucht. Aber wer gerne Großfeld schaut wird es lieben.
CS
 

christian79

Mitglied
Hallo Stathis,

...Bei dieser Größe bin ich etwas skeptisch, ob die 2 parallelen Stangen ausreichend steif sind. Konntest du das auf deinem Wackeltisch überhaut vernünftig beurteilen? Vielleicht kannst du noch mal das Gerät auf dem Boden oder auf eine richtig stabile Untergage stellen und bei höherer Vergrößerung noch mal testen, wie das Nachführverhalten und die Zitterfreiheit ist...
Gestern Abend stellte ich die Montierung direkt auf den Boden und probierte es aus.

Die Ausschwingzeit beträgt nach Anstoßen der Gitterrohre ziemlich genau drei Sekunden, die Amplitude ist nicht sehr groß. Beim ersten Fokussier-Versuch wackelte es stark, aber als ich ein Gefühl dafür hatte (Helikal-Fokussierer sind für mich eine neue Erfahrung) konnte ich selbst 300-fach problemlos exakt scharf stellen: Bei Momenten mit ruhiger Luft zeigen sich absolut punktförmige Sterne mit Beugungsring. Die Gesamtstabilität des Systems ist gut brauchbar. Das gilt zumindest bei meinem Exemplar auch für den Okularauszug im Auslieferungszustand.

In diesem Zusammenhang muss ich nochmal auf die Montierung allgemein eingehen:

Sitzt man auf einem Stuhl mit typischer Sitzhöhe (ca. 45 Zentimeter), kann man auch bei Objekten in niedrigerer Horizonthöhe (ca. 20°) bequem sitzend beobachten. Mit der offiziellen Bezeichnung von Synta als "Tabletop-Teleskop" wird das Gerät meines Erachtens nach stark unter Wert angepriesen, da sie suggeriert, dass ein erhöhtes Podest für den Betrieb der Einarm-Montierung zwingend erforderlich ist.

Das ist nicht der Fall. Mit einem typischen Ikea-Klappstuhl ist man hochmobil: Das ganze, vormontierte Gerät in eine hinreichend große Reisetasche (ggf. mit Decken auspolstern), den Klappstuhl in die Hand und los gehts. Allerdings muss man dann beim Einstellen von Objekten, zumindest wenn sie hoch am Himmel stehen, neben dem Teleskop hocken oder knien.

Die Nachführung im Azimut ist bei mir werkseitig doch etwas stramm und ruckelig. Auf meinem Balkontisch fiel mir das wegen der allgemeinen Instabilität nucht auf. Hier muss ich die entsprechenden Schrauben noch geringfügig lösen.

Summa Summarum erhält man mit dem Teleskop ein ansprechendes Gesamtpaket.
 
Zuletzt bearbeitet:
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