Skywatcher Newton 200 oder 250? Lohnt es sich?

Astrofan61

Aktives Mitglied
Hallo,
ich besitze den Skywatcher Newton 200/1000 mm. Lohnt sich überhaupt die Aufrüstung zum 250er Skywatcher Newton?
Rein für visuelle Beobachtungen.
Gruß
Michael
 
Als Dobson? - Ja.

Ich hatte früher auch diesen 8" f/5 (Skywatcher) auf selbstgebauter Rockerbox und viel Spaß damit. Dann brach das Öffnungsfieber durch - es wurde auf Meade Lightbridge 12" f/5 aufgerüstet. Das ist natürlich der richtige "Sprung", was das Beobachten anging. Aber ich habe mich schweren Herzens von diesem Gerät getrennt. Grund: zu viel Streulicht, rücksichtslose Nachbarn und schließlich auch das Gewicht des Instruments. Nachdem ich einmal beinahe auf vereister Kellertreppe einen Abgang mit dem 22 kg schweren Tubus gemacht hätte, habe ich das Ding verkauft.
Es ergab sich dann noch der Kauf eines wirklich von der Optik her unschlagbaren Orion-UK 250/1600 mm (10" f/6,4). Der hatte schlußendlich selbst bei einwandfreier Verarbeitung und einer ultra-stabilen Rockerbox aus Schichtholz den Nachteil, daß mit trotz meiner >190 cm Körpergröße von der Brennweite her zu lang war. (Ich beobachte ausschließlich im Sitzen.)
Nach diesen Erfahrungen würde - wenn ich mir überhaupt noch mal einen Dobson anschaffen würde - nur ein 10" f/5 in Frage kommen - wenn es geht mit forcierter Beschichtung der Spiegel, also GSO oder Orion-UK. Das ist für mich der beste Kompromiß zwischen Preis, Gewicht und Leistung unter meinen hiesigen Bedingungen (Stadthimmel mit gelegentlichen Ausflügen).

Man muß sich allein schon überlegen, daß ein 10-Zöller die über anderthalbfache Spiegeloberfläche eines 8-Zöllers besitzt. Das ist schon ein sehr merkbarer Sprung, vor allem, wenn man dann auch noch an der Qualität schraubt (Verspiegelung und Genauigkeit wie geschrieben).
Viele sagen allerdings auch, daß der richtige Schub erst kommt, wenn man zwei Stufen aufrüstet, also von 8" auf 12". Aber ich meine, das ist Geschmackssache, ich hatte ja nun alle diese Optiken vor der Nase. Vor allem der Schleppfaktor ist zu beachten - und wir werden alle nicht jünger.
 
Nimm einen 12 Zoll Dobson von GSO., lass den optimieren, ausgesuchter Hauptspiegel mit Protokoll, Baader Diamond- Auszug und Tragegurte plus magnetische Gewichtstasche.

Als Zubehör unbedingt einen guten Binoansatz.

Grüße
Martin
 
Hallo Michael,
da stellt sich vielleicht die Frage nach den Schwerpunkten, Planeten oder DeepSky?

Ich beobachte am liebsten Sonne, Mond und Planeten mit Binokularansatz.
Aus heutiger Sicht, also nach ein paar Jahren mit Beobachtungspraxis, würde ich Mond und Planeten nicht mehr unter 10" Öffnung beobachten wollen.
Mit Binokularansatz kann man mit 10-12" Öffnung quasi ideal mit ca. 1mm Austrittspupille bei 250-300x Vergrößerung beobachten.

Häufig macht dabei der Binokularansatz schon den Unterschied, wenn es um Volltubus oder Gittertubus geht.
Viele Gitterkonstruktionen können die Justage bei schwerem Zubehör nicht halten.
Auch Streulichtunterdrückung, Taukappe und Grenzschichtabsaugung können gute Gründe für einen Volltubus sein.

Für den Schwerpunkt DeepSky ist der Sprung von 8" auf 10" etwas klein, da würde ich eher auf 12" gehen.
Wenn es noch kompakt sein soll vielleicht ein 12" f/4?

Je nach Budget gibt es hier ein relativ breites Angebot, außer wenn es ein richtiges Planetennewton oder extremer Leichtbau sein soll?
Mit etwas handwerklichem Geschick reicht ein GSO oder Skywatcher.
Mit den allgemeinen Tuning Maßnahmen für Newton geht da schon einiges.
LG
 
ich besitze den Skywatcher Newton 200/1000 mm. Lohnt sich überhaupt die Aufrüstung zum 250er Skywatcher Newton?
Rein für visuelle Beobachtungen.
Hallo Michael,

meine Antwort hierzu wäre: Es kommt darauf an…

Denn es gibt wie bereits meine Vorredner beschrieben haben mehre Dinge, welche beachten werden müssen und diese gehen über die technischen Gegebenheiten der Geräte hinaus. Da wären z.B. das eigene Alter + Fitness (Schleppfaktor), die lokalen Besonderheiten am Wohnort, finanzielle Möglichkeiten und Beobachtungsziele.

Vom technischen Aspekt kann ich im Gegensatz zu manch einem hier nicht viel beitragen, da ich besagte Optik nicht kenne (weder in 8“ noch in 10“). Auch kann ich zur Mechanik nichts sagen…kenne ich genauso wenig.

Ich habe in den letzten Jahrzehnten immer wieder „aufgerüstet“. Irgendwann in der nicht allzu weiten Zukunft wird es wohl eher ein „abrüsten“ sein. Allerdings habe ich immer darauf geachtet, dass ich die best mögliche Qualität v.a. im Hinblick auf die Optiken bekommen konnte. Die Kosten hierfür waren es mir einfach wert, aber das muss nicht für jeden Sternfreund gleichermaßen gelten. Die Ansprüche und Vorlieben können höchst unterschiedlich sein.

Generell kann man m.E. aber sagen: Lieber etwas kleiner aber dafür feiner, wenn man sich bei zunehmender Optikgröße nicht absolut über die gewünschte Qualität im klaren ist. Denn sonst hat man evtl. wesentlich größeres (unnötiges) Gewicht bei gleichzeitig fragwürdiger optischer (mechanischer) Leistung. Das sollte allerdings bei einem Sprung von 8“ auf 10“ beim gleichen Hersteller normalerweise kein Problem sein, falls man mit dem bisherigen zufrieden ist. Natürlich kann man diskutieren ob nicht 12“ besser wären. Im Hinblick auf DS ja, bei reiner Planeten-/Doppelstern-/Mondbeobachtung eher nein. Da wäre optimale optische + mechanische Qualität + geringeres Gewicht + geringere Anschaffungskosten u.U. ein Entscheidungsfaktor.

Viele Grüße
Werner
 
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