So... wie suche ich ein Objekt?

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Renton

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Hallo zusammen!

Bin, als blutiger Anfänger, nun seit einigen Tagen stolzer Besitzer eines GSO Dobson 150/1200. Der Aufbau war recht einfach, allzu schwer ist das Teleskop ja auch nicht. Nun haben wir an meinem Wohnort leider momentan einen bewölkten Himmel, und so wie es aussieht, wie diese Wetterlage noch ein paar Tage andauern. Ich konnte folglich mein schönes neues Teleskop noch nicht in den Himmel richten. Und um ehrlich zu sein, ich wüsste wohl auch gar nicht so genau, was ich zu tun hätte. Ich hatte mir überlegt, das Ding einfach mal aufzustellen und hindurch zu sehen, aber dieser Weg wird wohl kaum zum Erfolg führen. Daher meine Frage: Was muss ich genau tun, wenn ich ein bestimmtes Objekt anvisieren will? An dem Dobson gibt es eine Art "Fernrohr?", wenn man da hindurchblickt, sieht man ein Fadenkreuz. Muss ich das zu beobachtende Objekt so ins Visier nehmen? Oder muss ich irgendwelche Koordinaten eingeben, Sternkarten wälzen, etc. Wer kann mir helfen?

Viele Grüße


Betreff geändert vom Boardmaster
 
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Re: So...

Hallo

ja so ist das, man hat sein neues Gerät und dann schlechtes Wetter. Mir ging es auch so.

Nun kurz zu Deiner Frage. Du hast schon recht mit dem Sucherfernrohr, was einen grösseren Bereich am Himmel sieht, fixiert man ein Objekt an, nun muss es auch durch das Hauptrohr im Okular zu sehen sein. HALT!
Vorher muss der Sucher noch mit dem Hauptrohr auf eine Achse ausgerichtet werden, dies macht man am besten am Tag. Fixiere mit dem Hauptrohr ein entferntes Objekt an (Haus,Baum ...) und stelle es mittig ein, nun schaue durch das Sucherfernrohr und stelle mit dessen Einstellschrauben dies Objekt genau mittig mit dem Fadenkreuz. Nun sollte ein neu anfixiertes Objekt auch im Hauptrohr mittig sein. Nimm dazu erst das 25mm Okular und dann dann das 9mm Okular, so verbesserst Du die Genauigkeit (erst mit kleiner dann mit grösser Vergrösserung).

Nimm zu Anfang als Nachtobjekt doch den Mond. So mache ich es auch zu Anfang. Der Erfolg kommt dann sehr schnell.

Natürlich ist eine Sternkarte und div. Literatur hilfreich und das solltest Du dir auch zulegen. Schau mal hier in die Literatur Threads.


 
Objekte suchen

Hi Renton!

Um erstmal überhaupt zu wissen, wo sich (Deep-Sky-)Objekte verstecken, solltest du dir einen Himmelsatlas (z.B. Atlas für Himmelsbeobchter, Karkoschka) zulegen. Dann suchst du dir einen hellen Stern in der Nähe dieses Objekts und visierst ihn mit dem Sucherfadenkreuz an. Damit du diesen Stern dann aber auch im (langbrennweitigsten) Okular siehst, muss der Sucher genau parallel zum eigentlichen Teleskop ausgerichtet sein. Das erledigt man am besten bei Tag (weit entfernter Kirchturm, Schornstein, o.ä.). Nun gehts von diesem Stern per Starhopping (a la "ziemlich weit links vom hellen Stern muss ein weiterer recht heller Stern sein; ein wenig über diesem ist dann das Objekt") zum eigentlichen Objekt.

Bei den hellsten Planeten un dem Mond läuft das natürlich einfacher ab: Der Jupiter z.B. ist derzeit um 6:00Uhr ziemlich hoch im Osten zu finden; er ist gleichzeitig der hellste "Stern" und wird wie der Mond einmal mit dem Sucher angefahren und schon hat man ihn im Okular.
Auch hier ist aber die Ausrichtung des Suchers (parallel zum Teleskop) wichtig!
 
Koordinateneingabe beim Dobson ???

Hallo!

Ich schließe mich meinen Vorgängern an, aber eine kleine Frage schwelt mir das im Gebeiß:

Du schreibst:

"Oder muss ich irgendwelche Koordinaten eingeben,"

Wie soll ich das verstehen, ich meine: Wie willst Du bei einem 6"-Dobson (wahrscheinlich GSO, stimmt´s?) denn Koordinaten eingeben?

Oder hab´ ich was verpasst....?

Jetzt hast Du mich verwirrt!



Grüße
Thomas
 
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Re: Koordinateneingabe beim Dobson ???

@ Thomas Stelzmann
Hehe, da sieht mn halt, dass ich ein absoluter Anfänger bin. Ich hatte offenbar völlig falsche Vorstellungen von einem Teleskop. Ich dachte, man würde das Teleskop nach Himmelsdaten ausrichten, die man irgendeinem Sternenatlas entnimmt. Ähnlich einem Sextant. Aber jetzt bin ich ja schlauer.

Tja, jetzt hat es doch ein wenig aufgeklart und der Mars war recht gut zu sehen und deshalb auch leicht zu finden. Ich also fix mit meinem Teleskop ins Freie und den Mars mit den Sucherfernrohr eingefangen. Als ich daraufhin jedoch durchs Teleskop geblickt habe, habe ich rein gar nichts gesehen. Noch nicht einmal einen roten Punkt, obwohl ich wie wild an der Schraube gedreht habe. Offenbar habe ich, wie von euch beschrieben, Sucherfernrohr nicht richtig auf das Hauptrohr ausgrerichtet, ich werde das dann aber morgen tun. Oder gibt es noch andere möglche Gründe dafür, dass ich nichts gesehen habe? Alle Schutzkappen habe ich auf jeden Fall entfernt. Oder müssen bei einem Dobson beide Seiten offen sein? Habe ich auch die richtige Seite gen Himmel gerichtet ( ah, ich blamiere mich hier total...)....
 
Re: Koordinateneingabe beim Dobson ???

Hallo!

Niemand blamiert sich hier, auch Du nicht.
Ich war nur verwundert über die Koordinateneingabe, da habe ich irgendeine Steuerung erwartet.

Dass Du nichts gesehen hast, liegt mit Sicherheit daran, dass der Sucher in eine andere Richtung geguckt hat als Du. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Darf ist Dir was Tolles empfehlen?

Ersetz den Sucher durch einen Leuchtpunktsucher wie den Skysurfer III hier:

http://www.teleskop-service.de/Selbstbau/Sucher/sucher.htm

oder den Starpointer-Sucher von Skywatcher.

So´n Ding hat ´ne Menge Vorteile.
Du schaust durch eine Scheibe, auf deren Mitte ein kleiner roter Punkt projiziert wird.
Diesen Punkt richtest Du auf das Objekt, was Du sehen willst, oder in dessen Nähe.
Der Vorteil ist, dass Du mit den Augen nicht direkt am Sucher klebst und die Umgebung im Auge behalten kannst. Ich habe durch meinen normalen Sucher nie mehr durchgeschaut, seit ich das Ding habe.

Grüße
Thomas
 
Re: So...

Hallo Renton,

auf den Einsteigerseiten von Sven Wienstein findest Du sicher ein paar Antworten.

Ich muß hier 'mal 'was Grunsätzliches loswerden:
Sind die Dinger denn mittlerweile so knapp kalkuliert, daß auch die Anleitung wegoptimiert werden mußte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />
Gerade bei Einsteigergeräten kann man doch darauf nicht verzichten, wie man an obigem Posting sieht. Und: so teuer sind ein paar Photokopien nun auch wieder nicht.

Bei meinen 8" Taiwan-Dobs von ICS war eine Anleitung dabei, die keine Fragen offenlies: vom Aufbau über die Justage bis hin zu Tips für die Beobachtung war alles enthalten.

Gruß
Stefan
 
Re: So...

Hallo Stefan

Bei meinem 6"/f8 GSO Dob war auch keine Anleitung dabei.
Brauchte auch keine.
Jedoch bei meinem 80/480 GSO Refraktor auf SkyView.
Diese war in Englisch gehalten , was ja nicht gerade jedem zugute kommt (wie z.B. bei mir <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" /> ).

Vieleicht wäre es nicht schlecht wenn die Händler selber reagieren (agieren) würden und eigene Anleitungen herstellen könnten (dürfte ja hoffentlich nicht in die Million gehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ).

Es müssten ja nicht unbedingt 100 Seitige Bücher werden , sondern nur die allerersten Schritte (wo muß ich durchschauen , wie rum muß der Sucher sitzen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> )aufgeführt werden.

Gruß
Micha
 
Re: So...

Hallo Renton


Auch ich hatte genau dieselben Probleme wie Du sie beschrieben hast. Mit einem Sucherfernrohr kam und komme ich überhaupt nicht klar. Ich habe stets immer nur sehr viele kleine Pünktchen gesehen, dazu auf dem Kopf und seitenverkehrt.

So ein Leuchtpunktsucher wie Thomas ihn beschrieben hat ist schon eine enorme Hilfe.

Ich selbst benutze ein Telrad. Da werden, ohne jegliche Vergrößerung, 3 Teilkreise in dem Nachthimmel projiziert. Mit den entsprechenden Telradkarten (auch im Net zum ausdrucken erhältlich, habe leider den Link grad nicht da) wird das Auffinden zum Kinderspiel. Dort sind die Objekte mit der entsprechenden Positionierung der Teilkreise genau eingezeichnet.

Bei mir war es so das ich mit einem Sucher nie etwas gefunden habe. Mit dem Telrad habe ich Objekte auf Anhieb gefunden.

Telrad oder Leuchtpunktsucher, was Dir besser liegt mußt Du dann nur noch rausfinden.


Gruß Murdock.
 
Re: aller Anfang ist schwer..

aber es gibt ja überall bereits Sternfreunde, schau mal im Forum Treffpunkt nach Sternfreunden in
Deiner Gegend, das wird sonst eher sowas wie "man muß halt nur den Nippel durch die Lasche ziehn" -
vieles läßt sich leichter zeigen als mit Worten hier erklären.

Ein gutes Buch ist unterstützend auch sehr hilfreich, schau mal unter: allgemeine Einführung.. hier im
thread vor so 2 Wochen!

Gruß
 
Re: aller Anfang ist schwer..

Hallo zusammen!

Jetzt hat es also doch noch geklappt. Heute abend ist für kurze Zeit die Wolkendecke aufgerissen, so dass ich endlich mal das Teleskop ausprobieren konnte. Ich habe dabei euren Ratschlag befolgt ( danke dafür ) und zunächst bei Tageslicht das Sucherfernrohr auf den Tubus ausgerichtet. Und was soll ich sagen? Es hat funktioniert. Als erstes Ojekt habe ich mir den Mars ausgesucht, da er am Nachthimmel am einfachsten zu finden ist. Ich muss allerdings sagen, dass ich schon ein wenig enttäuscht war. Bis auf ein leuchtendes rotes Scheibchen konnte ich nicht allzu viel sehen. Ich hatte ehrlich gesagt schon gehofft, dass das, was ich sehe, zumindest im entferntesten an das erinnert, was man hier teilweise auf Amateurfotos, die den Mars zeigen, gesehen hat. Ist der Mars mittlerweile zu weit weg, mein Teleskop ( GSO Dobson 150 ) zu schwach oder der Plant einfach zu klein? Oder habe ich immer noch was falsch gemacht? Gibt es momentan ein besseres Objekt zur Beobachtung, und wenn ja, wann und wo kann ich das am besten am Himmel entdecken?

Viele Grüße
 
Re: aller Anfang ist schwer..

Hi Renton,

nein, daran lag es nicht. Problem ist, daß Mars dieses Jahr recht tief steht und deshalb sein Licht durch einige hundert km Luftschichten senden muß. Das verwabert das Bild ganz ordentlich und nur wenn an bestimmten Tagen das "Blubber", genannt Seeing, mal nach lässt, gelingen unsere Fotos. Etwas anderes ist es, wenn man nach Süden fährt, wodurch der Mars höher steigt. Vom Mittelmeerraum aus entstanden deshalb viel bessere Fotos als aus Deutschland.
Hinzu kommt allerdings auch, daß man das Beobachten erlernen muß und Mars ist ein schwieriges Objekt, weil seine Details visuell erst nur als "dunkle Schlieren" im Rot wahrgenommen werden. Ausserdem passiert es leicht, daß man im dunklen durch Mars geblendet wird. Hier hilft entweder ein Blaufilter, oder tatsächlich Licht in der Umgebung einzuschalten. Licht stört die Planetenbeobachtung praktisch nicht, ist in diesem Falle sogar förderlich gegen Blendung. Nur eben von der blendenden Planetenbeobachtung dann auf die Beobachtung von schwachen Nebeln zu wechseln ist dann problematisch, weil die Dunkelanpassung des Auges zeit braucht. Erst nach 20 Minuten Dunkelheit kommt man langsam zum Idealzustand (wobei man aber schon nach 5 Minuten einen deutlichen Unterschied merkt).
Du kannst das selbst mal ausprobieren indem Du Dir nach einigen Minuten Beobachtung ein Auge zu hältst und dann mal eine weisse Taschenlampe einschaltest und z.B. einen weissen Teleskoptubus damit anleuchtest und betrachtest. Es reichen ein paar Sekunden. Machst Du dann die Lampe wieder aus und öffnest das andere Auge wieder, merkst Du, daß Du praktisch alles mit dem anderen Auge siehst.
Achja, der Trick ersetzt keine Rotlicht-Taschenlampe (die stört nämlich die Dunkeladaption nicht!), weil die Blendung des offenen Auges über gewisse Faktoren trotzdem das geschlossene Auge beeinflusst.

Clear Skies
Sven
 
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