Cor_Francoli
Aktives Mitglied
Vor einem Jahr hatten wir zwei wunderbare Hotel-Zimmer auf der Zentrallinie in Zentral-Spanien, auf halber Strecke zwischen Madrid und Burgos gebucht. Zwei Wochen vor Sofi hat das Hotel unsere Buchung storniert! Wir haben verzweifelt telefoniert und Mails in Englisch und Spanisch geschrieben und bekamen auch ausführliche Antworten mit vielen Entschuldigungen, aber es half am Ende nichts. Immerhin hatte man uns einen kargen Schlafplatz in 20km Entfernung gebucht. Wir versprachen (bzw. drohten an), am Tag der Anreise noch einmal persönlich vorzusprechen.
Der zweite Wirkungstreffer so kurz vor Abreise traf mich, als ich für zwei Ferngläser noch Filter basteln wollte und vom Hersteller in der richtigen Verpackung die falsche Folie (also mit ungesund geringer Filterwirkung!) zugeschickt bekam. Nach Abschluss der Bastelarbeiten und Probebeobachtungen bat ich den Hersteller um eine Stellungnahme, weil es mir merkwürdig vorkam, dass ich mich geblendet fühlte. Nein, das könne nicht sein, teilte man mir mit. Na, dann sei ich ja beruhigt ;-) Ich würde sicherheitshalber nochmal eine Belichtungsreihe machen im Vergleich mit einer alten Sofi-Brille. Am nächsten Tag bat man mich dringend um Rücksendung der Folie, zur Prüfung, wie es hieß. Man würde mir mit Express eine große, neue Folie schicken. Wenige Tage später bekam ich tatsächlich die zwanzigfache Bestellmenge zugesandt. Das korrespondierte wahrscheinlich mit der Größe des schlechten Gewissens, aber steht dennoch nicht im Verhältnis zu geschädigten Augen. Meine Belichtungsreihe bestätigte eine 16-fach höherer Lichtdurchlässigkeit und hat mich doch ziemlich geschockt, muss ich sagen.
Ihr könnt euch denken, dass ich kurz vor Reisebeginn ziemlich demoralisiert war. Vielleicht stand die Reise unter keinem guten Stern. Womöglich würde sich der Himmel verdunkeln ;-)
Am Vortag der Sofi kamen wir im ursprünglichen Hotel an und stellten Jolanda zur Rede. Sie sagte uns, dass sie aus Verzweiflung geweint habe, als sie die Doppelbuchung von sechs Zimmern bemerkte. Sie sei sich bewusst gewesen, was es für die Gäste bedeutete. Sie habe sofort versucht, alle telefonisch zu informieren. Wir glaubten ihr, dass es nicht darum ging, den Gewinn zu maximieren und handelten kostenlose Frühstücke und Abendessen bei ihr aus, weil unser neues Hotel nicht dergleichen anbot. Die Zimmer auf dem Dorf hatten am Ende auch ihren Reiz, weil wir uns so als einzige Ausländer abends in der Kneipe mit viel Mimik und Gestik unter die Einheimischen mischten.
Tagsüber hatten wir uns auf die Suche nach einem guten Spot begeben. In einer kargen, staubigen Gegend, die seinerzeit bereits Sergio Leone einem Spaghetti-Western mit Clint Eastwood diente, konnten wir auf den Berggipfeln einer Schlucht eine Kolonie Gänsegeier beobachten. Das war toll, aber überall standen auf den Feldwegen auch bereits die Camper und vor den Dörfern waren Sperrgitter vorbereitet, um Ortsfremde rauszuhalten. Ich war in Sorge, dass am Folgetag Chaos herrschen könnte und so machen wir uns am 12. bereits Mittags auf den Weg zu "unserem" Feldweg, auf einer Anhöhe mit freier Sicht nach Nordwesten und dösten den ganzen Nachmittag bei 40 Grad unter den wenigen Bäumen. Alles unnötig früh, wie sich herausstellte, denn am Ende waren entlang des Feldwegs etwa 20 Leute großzügig verteilt. Etwas Sorge kam noch einmal auf, als kurz vor dem ersten Kontakt ein Ranger den Weg entlang fuhr und bei jedem anhielt. Würde er uns vertreiben wollen? Nein, er wollte alle nur belehren, genügend Platz für Einsatzfahrzeuge zu lassen. Das Wetter war perfekt. Es konnte losgehen.
Technisch waren wir nur mit Handys und Ferngläsern ausgestattet und ich hatte mir ganz, ganz fest vorgenommen, mich nicht mit Technik zu beschäftigen, sondern die zwei Minuten mit allen Sinnen zu genießen. Der Reiz des Videos liegt also nicht in der Bildqualität, sondern der Authentizität des Tons. Kuckt die Sonne ;-)
Video
Besonders beeindruckt haben mich im bildstabilisierten 15x50 FG die kräftig roten Protuberanzen vor der weißen Korona. Darauf war ich mental nicht vorbereitet.
Den Sonnenuntergang warteten wir nicht ab, aber auf der Rückfahrt hielt ich noch einmal an, um das grandiose Erlebnis mit diesem Foto abzuschließen.
Der zweite Wirkungstreffer so kurz vor Abreise traf mich, als ich für zwei Ferngläser noch Filter basteln wollte und vom Hersteller in der richtigen Verpackung die falsche Folie (also mit ungesund geringer Filterwirkung!) zugeschickt bekam. Nach Abschluss der Bastelarbeiten und Probebeobachtungen bat ich den Hersteller um eine Stellungnahme, weil es mir merkwürdig vorkam, dass ich mich geblendet fühlte. Nein, das könne nicht sein, teilte man mir mit. Na, dann sei ich ja beruhigt ;-) Ich würde sicherheitshalber nochmal eine Belichtungsreihe machen im Vergleich mit einer alten Sofi-Brille. Am nächsten Tag bat man mich dringend um Rücksendung der Folie, zur Prüfung, wie es hieß. Man würde mir mit Express eine große, neue Folie schicken. Wenige Tage später bekam ich tatsächlich die zwanzigfache Bestellmenge zugesandt. Das korrespondierte wahrscheinlich mit der Größe des schlechten Gewissens, aber steht dennoch nicht im Verhältnis zu geschädigten Augen. Meine Belichtungsreihe bestätigte eine 16-fach höherer Lichtdurchlässigkeit und hat mich doch ziemlich geschockt, muss ich sagen.
Ihr könnt euch denken, dass ich kurz vor Reisebeginn ziemlich demoralisiert war. Vielleicht stand die Reise unter keinem guten Stern. Womöglich würde sich der Himmel verdunkeln ;-)
Am Vortag der Sofi kamen wir im ursprünglichen Hotel an und stellten Jolanda zur Rede. Sie sagte uns, dass sie aus Verzweiflung geweint habe, als sie die Doppelbuchung von sechs Zimmern bemerkte. Sie sei sich bewusst gewesen, was es für die Gäste bedeutete. Sie habe sofort versucht, alle telefonisch zu informieren. Wir glaubten ihr, dass es nicht darum ging, den Gewinn zu maximieren und handelten kostenlose Frühstücke und Abendessen bei ihr aus, weil unser neues Hotel nicht dergleichen anbot. Die Zimmer auf dem Dorf hatten am Ende auch ihren Reiz, weil wir uns so als einzige Ausländer abends in der Kneipe mit viel Mimik und Gestik unter die Einheimischen mischten.
Tagsüber hatten wir uns auf die Suche nach einem guten Spot begeben. In einer kargen, staubigen Gegend, die seinerzeit bereits Sergio Leone einem Spaghetti-Western mit Clint Eastwood diente, konnten wir auf den Berggipfeln einer Schlucht eine Kolonie Gänsegeier beobachten. Das war toll, aber überall standen auf den Feldwegen auch bereits die Camper und vor den Dörfern waren Sperrgitter vorbereitet, um Ortsfremde rauszuhalten. Ich war in Sorge, dass am Folgetag Chaos herrschen könnte und so machen wir uns am 12. bereits Mittags auf den Weg zu "unserem" Feldweg, auf einer Anhöhe mit freier Sicht nach Nordwesten und dösten den ganzen Nachmittag bei 40 Grad unter den wenigen Bäumen. Alles unnötig früh, wie sich herausstellte, denn am Ende waren entlang des Feldwegs etwa 20 Leute großzügig verteilt. Etwas Sorge kam noch einmal auf, als kurz vor dem ersten Kontakt ein Ranger den Weg entlang fuhr und bei jedem anhielt. Würde er uns vertreiben wollen? Nein, er wollte alle nur belehren, genügend Platz für Einsatzfahrzeuge zu lassen. Das Wetter war perfekt. Es konnte losgehen.
Technisch waren wir nur mit Handys und Ferngläsern ausgestattet und ich hatte mir ganz, ganz fest vorgenommen, mich nicht mit Technik zu beschäftigen, sondern die zwei Minuten mit allen Sinnen zu genießen. Der Reiz des Videos liegt also nicht in der Bildqualität, sondern der Authentizität des Tons. Kuckt die Sonne ;-)
Video
Besonders beeindruckt haben mich im bildstabilisierten 15x50 FG die kräftig roten Protuberanzen vor der weißen Korona. Darauf war ich mental nicht vorbereitet.
Den Sonnenuntergang warteten wir nicht ab, aber auf der Rückfahrt hielt ich noch einmal an, um das grandiose Erlebnis mit diesem Foto abzuschließen.