Hallo Uwe,
spätestens die nächste Generation an Kids kommt bereits mit integriertem Breitbandmodem im Hinterkopf zur Welt und diese werden in digitalen Netzwerken herumsurfen können,lange bevor sie das Wort "Astronomie" zum erstenmal hören.
Wo ich Dir Recht gebe, ist die Tatsache, daß das Sammeln von Informationen ein reines Sammeln bleibt. Eine Zunahme an Wissen oder Verständnis geht ohne eine Vertiefung in die Materie nicht einher.
Und das gilt natürlich besonders für die interdisziplinäre Wissenschaft Astronomie.
Schön wäre es wenn das von Dir beschriebene "Volkssternwartenszenario", mit freundlichen Astrokollegen als Tutoren,die für jede Frage eine Antwort haben, auch für die Zukunft so Bestand haben würde. Tatsache ist jedoch, daß für viele bereits die Anreise zu einer solchen Sternwarte schon mit erheblichen Kosten verbunden ist. Wenn ich hier an die Volkssternwarte nach Aalen will zahle ich mit dem Bus mindestens 4.40EURO und das für einen Gesamt-Weg von nichtmal 6km!!!, nur um kurz nach der Ankunft festzustellen, daß gerade eben die nächste dicke Wolkenbank von Osten anrauscht...(Wenigstens kann man sich dann am Anblick der Lichterglocke über Aalen wieder erholen

)
Für den fünffachen Betrag bekommt man eine DSL-Flatrate und damit ist dann zumindest mal eine Einwahl in das SLOOH, Bradford oder GRAS-Remote Observatory System (siehe aktuelle Werbung im Jugendboard) oder gar in A.de möglich.
So wie ich das sehe wird zunehmend mehr Funktionalität in die Netze wandern, einfach weil es preiswerter ist und flexibler gehalten werden kann. Und so ist das auch mit einer Astro-Zeitung.
Wer hofft, daß sich seine Zeitschrift damit verkaufen lasst daß im 12 Monatsturnus dieselben Objekte am Himmel wiederholt beschrieben werden, der wird sich auf die Dauer in unserem Zeitalter täuschen. Er wird vielmehr erkennen müssen, daß statischer Inhalt ohne jegliche neue Information auch irgendwann durch einen "smarten Download" substituiert wird.
Der User subtrahiert folglich daß was er eh schon hat von dem was ihm die Zeitschrift neues bietet und überlegt sich, ob er bereit ist für den Rest an Informationen aus der Zeitung noch Geld zu zahlen.
Der einzige Content, der die Userschaft bei der Stange hält und für den auch das Verlangen eines monetären Gegenwerts bei der Userschaft legitimiert werden kann,ist ein "aktueller Content" und der muß natürlich auch erstmal hergestellt werden.Das gilt sowohl für die "analoge" Papierzeitung als auch für ein digitales Pendant.
Die große Herausforderung wird also sein (oder ist es schon) wie sich ein Anbieter in Zeiten der Globalisierung und "FastClick-Mentalität" am Markt behaupten kann, seinen "Return of Invest" bekommt ohne seine Kunden mit DRM und sonstigen "Nettigkeiten" übermäßig zu ärgern.
Außerdem glaube ich auch nicht daß der User so schnell den Überblick verliert. Und die Kids der Zukunft sowieso nicht. Deren drittes Wort nach Mama und Papa wird vermutlich "Google" lauten :/
Gruß Alex (VSU)