jhecht
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Liebe Sternfreunde,
als gelegentlicher Hobbyastronom hat mich beim schönen Spätsommerwetter wieder einmal die Lust gepackt, mit meinem GSO 680 Dobson (8") wieder nach draußen zu gehen, um mir die zahlreichen Objekte vor allem im Schützen anzuschauen. Eine interessante Erfahrung war, dass es enorm von Faktoren wie Umgebungslicht/Filter abhängt, ob und wie man bestimmte Objekte sieht. So war der erste Abend absolut hoffnungslos, was die Beobachtung des Schützen anbelangte: unser Nachbar hatte Gäste und daher sein Haus beleuchtet, sodass man in Horizontnähe kaum Sterne ausmachen konnte. Also statt dessen nach oben geschwenkt und M11, einen kleinen Sternhaufen im Schild gesucht und relativ schnell gefunden. Ich war extrem begeistert vom Anblick, sehr ästhetisch, unbedingt zu empfehlen. Zwar klein, aber bei höherer Vergrößerung (130fach) wunderbar aufgelöst in kleine, einzelne Diamanten. M26, ein daneben liegender Sternhaufen, wurde von mir an diesem Abend nicht gefunden, sodass ich beschloss, noch den Hantelnebel und den Ringnebel aufzusuchen. Im 25mm Okular zeigte der Hantelnebel schon einiges an Details, er war vor allem enorm groß. Auch der Ringnebel in der Leier war schnell eingestellt und beeindruckte insbesondere meine Eltern, die auch einen Blick ins Fernrohr warfen: Ein wunderschöner kleiner Rauchring, der sich plastisch vom Himmelshintergrund abhob. Da es zunehmend feucht und der Himmel etwas diesig wurde, Abbau und warten auf morgen. Am nächsten Tag kein Licht beim Nachbar, sodass die Beobachtungen begonnen konnten. M22 im Schützen wurde diesmal recht schnell gefunden. Bei höherer Vergrößerung wieder schön aufgelöst, jedoch zumindest nicht mein absoluter Favorit. M 28 in der Nähe ist deutlich kleiner und lohnt zumindest einen kurzen Anblick. Deutlich interessanter dagegen der Lagunennebel, der westlich von einem kleinen Sternhaufen gleich ins Auge sticht. Den Trifidnebel nördlich davon konnte ich wiederum an diesem Abend nicht ausfindig machen. Statt dessen habe ich mir noch den Hantelnebel mit UHC-Filter angeschaut und war - ebenso wie mein Vater - überrascht über die enorme Kontrasterhöhung. Es wurden deutlich mehr Details sichtbar, und der Nebel stand noch dreidimensionaler im Raum. Am Ringnebel brachte der Filter dagegen keine wesentliche Verbesserung.
Dann folgte die dritte Beobachtungsnacht, in der die Grenzhelligkeit etwa immerhin 5 mag betrug. Diesmal habe ich den Lagunennebel mit UHC-Filter betrachtet und war erstaunt: soviel Detailreichtum hatte ich sonst nur im Orionnebel gefunden, der Filter brachte eine enorme Verbesserung, das Dunkelband im Nebel sprang einem förmlich ins Auge. Und der Trifidnebel wurde zum ersten Mal sichtbar, allerdings ohne eine Dreiteilung des Nebels wahrnehmen zu können.
Anschließend schwenkte ich nochmals zu M11 und fand diesmal - wohl wegen des dunkleren Himmels auch M 26, der sich sehr schön auflösen ließ.
Mehr durch Zufall entdeckte ich im Sucher einen großen Nebelfleck, bei dem es sich um den Omeganebel (M17) handelte. Im 2" 40mm Übersichtsokular war der Nebel sehr hell und schon schön strukturiert, schmal und langgezogen. Auch hier brachte der UHC Filter nochmals eine leichte Verbesserung. Auch den nahegelgenen Adlernebel (M16) konnte man relativ schnell ausfindig machen, er erschien jedoch nur als schwaches Nebelfleckchen im Okular.
Abschließend beobachtete ich noch einige interessante Objekte in Casseopeia, wobei ich mich von dem Starhopper-Bericht auf astronomie.de inspirieren ließ. Am besten haben mir hier der Doppelstern Eta Cas mit seinem kleinen roten Begleiter, sowie M103, ein Sternhaufen in Dreiecksform und NGC 7789, ein schwacher, aber sternreicher Sternhaufen gefallen. Die Zähne ausgebissen habe ich mir hingegen an NGC 281, einem kleinen Nebel unterhalb von Eta Cas, den ich auch mit UHC-Filter nicht ausfindig machen konnte.
Fazit: ein UHC-Filter bringt bei nicht ganz optimalen Kleinstadtbedingungen bei einigen Objekten eine außergewöhnliche Verbesserung, und das Sternbild Schütze bietet einige ganz tolle Beobachtungsobjekte.
Grüße
Johannes
als gelegentlicher Hobbyastronom hat mich beim schönen Spätsommerwetter wieder einmal die Lust gepackt, mit meinem GSO 680 Dobson (8") wieder nach draußen zu gehen, um mir die zahlreichen Objekte vor allem im Schützen anzuschauen. Eine interessante Erfahrung war, dass es enorm von Faktoren wie Umgebungslicht/Filter abhängt, ob und wie man bestimmte Objekte sieht. So war der erste Abend absolut hoffnungslos, was die Beobachtung des Schützen anbelangte: unser Nachbar hatte Gäste und daher sein Haus beleuchtet, sodass man in Horizontnähe kaum Sterne ausmachen konnte. Also statt dessen nach oben geschwenkt und M11, einen kleinen Sternhaufen im Schild gesucht und relativ schnell gefunden. Ich war extrem begeistert vom Anblick, sehr ästhetisch, unbedingt zu empfehlen. Zwar klein, aber bei höherer Vergrößerung (130fach) wunderbar aufgelöst in kleine, einzelne Diamanten. M26, ein daneben liegender Sternhaufen, wurde von mir an diesem Abend nicht gefunden, sodass ich beschloss, noch den Hantelnebel und den Ringnebel aufzusuchen. Im 25mm Okular zeigte der Hantelnebel schon einiges an Details, er war vor allem enorm groß. Auch der Ringnebel in der Leier war schnell eingestellt und beeindruckte insbesondere meine Eltern, die auch einen Blick ins Fernrohr warfen: Ein wunderschöner kleiner Rauchring, der sich plastisch vom Himmelshintergrund abhob. Da es zunehmend feucht und der Himmel etwas diesig wurde, Abbau und warten auf morgen. Am nächsten Tag kein Licht beim Nachbar, sodass die Beobachtungen begonnen konnten. M22 im Schützen wurde diesmal recht schnell gefunden. Bei höherer Vergrößerung wieder schön aufgelöst, jedoch zumindest nicht mein absoluter Favorit. M 28 in der Nähe ist deutlich kleiner und lohnt zumindest einen kurzen Anblick. Deutlich interessanter dagegen der Lagunennebel, der westlich von einem kleinen Sternhaufen gleich ins Auge sticht. Den Trifidnebel nördlich davon konnte ich wiederum an diesem Abend nicht ausfindig machen. Statt dessen habe ich mir noch den Hantelnebel mit UHC-Filter angeschaut und war - ebenso wie mein Vater - überrascht über die enorme Kontrasterhöhung. Es wurden deutlich mehr Details sichtbar, und der Nebel stand noch dreidimensionaler im Raum. Am Ringnebel brachte der Filter dagegen keine wesentliche Verbesserung.
Dann folgte die dritte Beobachtungsnacht, in der die Grenzhelligkeit etwa immerhin 5 mag betrug. Diesmal habe ich den Lagunennebel mit UHC-Filter betrachtet und war erstaunt: soviel Detailreichtum hatte ich sonst nur im Orionnebel gefunden, der Filter brachte eine enorme Verbesserung, das Dunkelband im Nebel sprang einem förmlich ins Auge. Und der Trifidnebel wurde zum ersten Mal sichtbar, allerdings ohne eine Dreiteilung des Nebels wahrnehmen zu können.
Anschließend schwenkte ich nochmals zu M11 und fand diesmal - wohl wegen des dunkleren Himmels auch M 26, der sich sehr schön auflösen ließ.
Mehr durch Zufall entdeckte ich im Sucher einen großen Nebelfleck, bei dem es sich um den Omeganebel (M17) handelte. Im 2" 40mm Übersichtsokular war der Nebel sehr hell und schon schön strukturiert, schmal und langgezogen. Auch hier brachte der UHC Filter nochmals eine leichte Verbesserung. Auch den nahegelgenen Adlernebel (M16) konnte man relativ schnell ausfindig machen, er erschien jedoch nur als schwaches Nebelfleckchen im Okular.
Abschließend beobachtete ich noch einige interessante Objekte in Casseopeia, wobei ich mich von dem Starhopper-Bericht auf astronomie.de inspirieren ließ. Am besten haben mir hier der Doppelstern Eta Cas mit seinem kleinen roten Begleiter, sowie M103, ein Sternhaufen in Dreiecksform und NGC 7789, ein schwacher, aber sternreicher Sternhaufen gefallen. Die Zähne ausgebissen habe ich mir hingegen an NGC 281, einem kleinen Nebel unterhalb von Eta Cas, den ich auch mit UHC-Filter nicht ausfindig machen konnte.
Fazit: ein UHC-Filter bringt bei nicht ganz optimalen Kleinstadtbedingungen bei einigen Objekten eine außergewöhnliche Verbesserung, und das Sternbild Schütze bietet einige ganz tolle Beobachtungsobjekte.
Grüße
Johannes