Sonne im Weißlich mit Glas und Folienfilter

FStone

Aktives Mitglied
Hallo,

Grundkonfiguration
Heute (2026:04:23 12:30 ) hab ich mal die Sonne mit zwei verschieden Konfigurationen abgelichtet
Model - Canon EOS M6 Mark II
ExposureTime - 1/2500 seconds
ISOSpeedRatings - 400
ShutterSpeedValue - 1/2500 sec
jeweils ca. 500 Einzelbilder, 20 gestackt

A) Rollei Glassfilter ND4000+ND8
Lens Model - EF400mm f/5.6L USM, Canon 3x Extender

FNumber - 8
ApertureValue - F 8.00 x3
FocalLength - 1200 mm

IMG_0001_-GSurf-2-_AS_F13_lapl3_ap9266_conv  ncol.jpg



B) Baader Folienfilter ND 3.5 (ND ist hier ein anderes Dämpfungsmaß)
Lens Model - Reflex-Nikkor 1000/f11
FocalLength - 1000 mm

IMG_9383_-G-F8_conv   ncol  2k.jpg


Die Bildbearbeitung ist (offensichtlich) nicht homogen.
Interessant finde ich die deutlich neutralere Farbabbildung des Rolleifilters.

IMG_0171  colr.JPG

Rollei Glasfilter (ein Einzelbild)
IMG_9768 col B.JPG

Baaderfilter (ein Einzelbild)

CS&BG - Frank
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Frank,

interessanter Vergleich.

Die Farbgebung des Rollei Glasfilter finde ich auch viel ansprechender.:y:


Grüße
Jürgen
 
Farbe spielt für mich keine große Rolle bei der Sonne, ist ja eh künstlich und kann mit Bildbearbeitung angepasst werden. Teilweise wurde ein bisschen sehr an der Schärfeschraube gedreht, was man an der hellen Umrandung der Umbra sehen kann:

Screenshot 2026-04-24 203732.jpg


Das Schwarz ist auch zu weit hochgezogen, finde ich.

Die Filterqualität an sich kann man nicht beurteilen, weil ja zwei verschiedene Optiken verwendet wurden.

Viele Grüße
Andreas
 
Farbe spielt für mich keine große Rolle bei der Sonne, ist ja eh künstlich und kann mit Bildbearbeitung angepasst werden. Teilweise wurde ein bisschen sehr an der Schärfeschraube gedreht, was man an der hellen Umrandung der Umbra sehen kann:
Schon richtig, subjektiv ist der Unterschied kaum wahrzunehmen und ich arbeite eh meist nur mit dem Grünkanal. Trotzdem fand ich das interessant.
Zur Abbildungsqualität kann man sicher die Szenarien weiter angleichen um zu hochwertigeren Aussagen zu kommen,
aus meiner Erfahrung (so auch hier) ist der qualitative Unterschied kaum nachweisbar.
Und die Bildbearbeitung ist eh "Geschmackssache", der helle innere Rand der Penumbra sollte aber nicht sein, aber da ging es mir gar nicht drum.

Ich überlege, was ich im August mit nach Spanien zur SoFi nehme.
* eben das Reflex Nikkor 1000/f11 (wäre Einzweckoptik nur dafür auf der Reise mit eh transportempf. Folienfilter)
* Canon 400/5.6 L mit 1.4x, 2x und 3xfach Konverter (wie eben hier) mit unempfindlichen Glasfilter (das Rolleiset hat verschiedene kombinierbar Stärken)
--> viel flexibler von 400mm an FF bis 1200mm an APS-C,
(etwa) gleiche Abbildungsqualität wie oben, unempfindlicher und für mich besser zu transportieren

Übrigens - ich hab gestern das Setup mit 400x3=1200m nochmal mit einem weiteren hochwertigen B&W Geldfilter kombiniert,
nicht wegen der schönen gelben Sonne sondern um Blau und (schwächer) Rot wegen der Linsenoptik zu dämpfen.

ca. 300 Aufnahmen, nur Grünkanal verwendet, 15 gestackt, Graubild dann wieder gelb eingefärbt.

IMG_0931_-GSurf-D-_AS_F13_lapl2_ap9220_conv  ns.jpg


Ergebnis - zumindest bei dem gestrigen miesen seeing und ohne Nachführung brings das nichts.
Ich habe den Eindruck, es wird sogar schlechter und zwar weil die Vignetierung zunimmt (warum auch immer).
Da ich ohne Nachführung arbeite fällt das beim Stacken stärker auf und für zu dem sichtbaren banding.

BG & CS - Frank
 
Ich überlege, was ich im August mit nach Spanien zur SoFi nehme.
* eben das Reflex Nikkor 1000/f11 (wäre Einzweckoptik nur dafür auf der Reise mit eh transportempf. Folienfilter)
* Canon 400/5.6 L mit 1.4x, 2x und 3xfach Konverter (wie eben hier) mit unempfindlichen Glasfilter (das Rolleiset hat verschiedene kombinierbar Stärken)
--> viel flexibler von 400mm an FF bis 1200mm an APS-C,
(etwa) gleiche Abbildungsqualität wie oben, unempfindlicher und für mich besser zu transportieren
Wenn du in der Totalitätszone sein willst: Nimm keinen Schraubfilter, weil sonst die Totalität vorbei ist, bevor du den Filter abgeschraubt hast.

Und so empfindlich sind die Folienfilter auch nicht. Versuch mal, da ein Loch reinzumachen... Mir ist in den letzten 30 Jahren noch keiner kaputt gegangen; Probleme gab es nur, wenn die Folie unter Spannung war, weil sich die schwarze Fassung ausgedehnt hat. Der "Klirrfaktor", wenn ein Glasfilter runterfällt, ist aber auch nicht zu verachten.

Mein Teleobjektiv ist dank MFT-Format zum Glück so klein, dass ein aufgebohrter Klappdeckel drauf passt. So kann ich den Folienfilter einfach wegklappen und muss ihn nirgends ablegen, wenn ich die Kamera erneut auf die Sonne richte:
IMG_3622.JPGIMG_3623.JPG
Der kommt in eine kleine Pappschachtel, und gut ist.

Clear Skies,
Alex
 
das mag schon stimmen, aber für das Nikkor (>110mm Frontdurchmesser + Rand) ist es eben doch deutlich größer und
ein "echtes" Loch entsteht sicher nur mit Gewalt, aber ich hab den gerade neu gemacht,
weil 2 kleine "optische Löcher" drin waren, das geht zwar noch aber kostet Kontrast. Letztlich Geschmackssache ...
 
Ich habe die bis 20cm Größe für das C8 im Einsatz gehabt. Solange beim Transport nichts dran scheuert, halten die schon was aus – und das wollte ich beim Glasfilter auch nicht.

Ich habe zu oft in Foren den Eindruck, dass die Folie von der Stabilität her mit Seidenpapier verglichen wird, daher der Einwurf ;)

So oder so würde ich für die Totalität Schraubgewinde vermeiden.
 
Auf jeden Fall keine Schraubfilter an Kameras für totale Sonnenfinsternis! Der ideale Zeitpunkt zum Entfernen des Filters ist nicht vorhersehbar. Es kann nötig sein, das Filter schon Momente vor der Totalität herunter zu nehmen. Und dann kann das Filter verklemmt sein, durch das Abschrauben kann sich die Kamera versetzen und muß neu ausgerichtet werden. Und das in den kurzen Sekunden der Totalität. Das will man nicht haben. Eine leicht ab- und aufsetzbare Filterfolien-Fassung ist viel geeigneter.
Meine erste totale Sonnenfinsternis dauerte nur 55 Sekunden (1995/Indien). Das war lehrreich, den man sollte wenigsten 75% der Totalität nicht durch einen Kamerasucher blicken oder an irgendwelcher Technik schrauben müssen. Und das Naturereignis direkt wahrnehmen mit weit offenen Sinnen.
Grüße
Dietrich
 
Hallo Frank,
ich fahre auch nach Spanien und überlege was ich mitnehmen soll. Für mein 500 mm Tele habe ich zwei Folienfilter (visuell und fotografisch), Teleskop lasse ich daheim. Vielleicht wäre das auch etwas für Dich zur Sicherheit einfach zwei Filter mitzunehmen? Evtl. hole ich mir noch einen zweiten Body für eine programmierte Intervallaufnahme mit geringer Brennweite und ohne Filter, das kann man vorbereiten und die Kamera einfach hinstellen ohne Nachführung, und das wars dann. Die Sonne steht schon sehr tief und die Zeit ist kurz.
Ich würde lieber mehr in Talismane und solche Dinge investieren, dass das Wetter auch passt. ;)
Andreas
 
Es kann nötig sein, das Filter schon Momente vor der Totalität herunter zu nehmen.
hm, dann werde ich das mal probieren/ üben.

Ich habe zu oft in Foren den Eindruck, dass die Folie von der Stabilität her mit Seidenpapier verglichen wird, daher der Einwurf ;)
Das wollte ich damit nicht sagen. Die Folie ist recht stabil und save, keine Frage.
Ich hab allerdings den Eindruck (subjektiv), das er eben doch oberflächlig verkratzt und ich mir zumindest einen neuen machen müßte.

und die Abschrauberei ist Fluch und Segen, einmal drauf fällt er nie von alleine ab ...

BG
Frank
 
Die 26er SoFi ist ja nun vorbei*, aber nach der SoFi ist vor der SoFi ... und ihr wisst ja, nächstes Jahr steht die Jahrhundert-SoFi vor der Tür, mit der längsten Totalitätsdauer. Um mich darauf optimal vorzubereiten lese ich alles was dazu beitragen könnte. Deshalb hierzu einige Fragen ...
... ich arbeite eh meist nur mit dem Grünkanal.
Hat das irgendwelche Vorteile? Welche?

* zeigt Du Deine in Spanien gemachten Bilder hier irgendwo?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich glaube/ hoffe, dass die Restchromasie der Objektive gemindert wird und Graustufenbilder sind halt deutlich kleiner,
dh. mein alter Rechner und der Stacker ASS!4 kommen damit deutlich besser zurecht.
Außerdem ist im Blaukanal das seeing schlechter. Tatsächlich nehme ich zum Bearbeiten den Rot- und Grün-Kanal also quasi Gelb als Ausgangsmaterial.
Wenn ich dann doch mal die Farbinfo haben will (bringt’s nicht wirklich) dann suche ich ein gutes Einzelbild und erzeuge daraus die Färbung.
Und - mit Grünfilter kommt auch etwas Granularität durch.
* zeigt Du Deine in Spanien gemachten Bilder hier irgendwo?
Wenn Du damit mich meinst – bisher nicht, aber hier mal eines, Canon M6II, Canon 300/f4 x2, Rolleischraubfilter, hier mit BW-Gelbfilter

A3_CSI_3628_0000    n2.png


Eigentlich geht’s (mir) ja um die verdunkelte Sonne, dh. die weite Korona.
Schon das Rohmaterial (200/2.8) war leider nicht so geworden (Sonnenrand unscharf). Trotzdem mal

B2_IMG_3xxx_HDR   ready2.png


Kann es sein dass das vom Rand der Sonne abgestrahlte Licht höhere Rot- und Blauanteile hat die der Geldbfilter dann wegfiltert?
Zur (geringen) Randverdunkelung siehe Randverdunkelung
Er kommt lt. Wikipedia also durch die etwas kühleren und also leicht leuchtschwächeren äußeren Schichten zustande.
„Kühler“ bedeutet auch, dass von diesen Randpunkten ausgehende Schwarzkörperstrahlung etwas mehr rot sein dürfte (nicht blau!).
Ob man das jetzt fotografisch im Bild sehen kann bezweifele ich. Aber ich hab angeregt durch deine Frage mal folgenden Versuch auf die Schnelle gemacht:
Ein Bild der Sonne wie es als JPG aus der Canon M6 (APC-C, 32 MPix) gekommen ist,
Linse Reflex-Nikkor 1000/11 und Baaderfolie 3.8 genommen und eine HLS-Kanaltrennung gemacht.
Hier der Farbton (H-Kanal), das Ergebnis

IMG_5212  nur farbton.JPG

Weiß ist reines Blau, Schwarz – rot (falls den überhaupt Licht da ist).
Interessant! Ich werde das demnächst noch mal mit RAW’s und im Vergleich von Schraubfilter und Folienfiltern bei gleicher Optik wiederholen.
Was auffällt- innen hell dh. violett/ blau, am Rand sehr dunkel dh. rötlich, und
kaum mittlere Grauwerte dh. kein Grün. (es gibt eben keine grünen Sterne, Erklärung findet sich im Netz).

Wir reden hier von einer DSLM-Farbkamera, da mache ich’s mal so mal so, je nach Qualitätsanspruch und vor allem Zeit!
Zeit zur Nachbearbeitung - RAW im Burst-Modus (viel weniger Frames, komplexe Aufarbeitung) oder
wenig Zeit - Einzelframes (defacto JPG’s) aus dem MP4-Video (viele Frames aber einfacher Workflow, leider Kompressionsartefakte)

* PIPP – zentrieren, RG-Kanal selektieren; Belichtung normieren, erste Qualitätsbewertung,
ist vergleichsweise schneller und kommt mit größeren Datenmengen zurecht)
* ASS!4 zum Stacken
* anschließend Bildbearbeitungssoftware

nochmal ganz grundsätzlich:
DSLM+Objektiv ist halt hochtransportabel für den Urlaub. maximal gute Ergebnisse brauchen anderes Equipment.

BG - Frank
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,
das Sonnenbild mit der Corona ist einfach unscharf, schade. Bei mir lief es auch nicht perfekt, es war leicht verwackelt, aber ich habe im Vorfeld manuell fokussiert und nicht auf die Automatik vertraut. Du?
Ich wüsste jetzt nicht, warum man mit Systemkamera plus Tele kein vernünftiges Coronabild zustande bringen könnte. 500 mm hatte ich verwendet, das ist ja nicht so exotisch. Hier mal ein etwas weniger belichtetes Foto, um die Protuberanzen zu sehen. Iso 100, 1/320 Sek., 500 mm F 5,6, Crop.
Die Fotos mit größerer Corona wurden länger belichtet, und zwar 0,6 Sek.

Sofi002k.jpg


Sofi005k.jpg


Es gibt ja bald die nächste Chance...

edit: Es ist sinnvoll, die Systemkamera berührungslos per App auszulösen, hatte ich mich allerdings (leider) nicht getraut wg. der weiteren möglichen Fehlerquelle. Bei Sony ist das auch ziemlich störungsanfällig, die App ist, naja, so lala.
Andreas
 
das Sonnenbild mit der Corona ist einfach unscharf, schade. Bei mir lief es auch nicht perfekt, es war leicht verwackelt, aber ich habe im Vorfeld manuell fokussiert und nicht auf die Automatik vertraut. Du?
ja, ja - immer auf die gleiche Stelle! Ich schrub ja, dass das Bild der Korona :poop: ist.
Das ist 'ne längere Geschichte von Zufällen, Neuentscheidungen und überraschenden Wendnungen oder einfach nur Stress im entscheidenden Augenblick.
Ich kann es auch nicht auf Autofokus schieben, ich war es selbst. Ausgelöst wurde die Canon M6 per Drahtauslöser.
Nun muss ich auf's nächste Jahr warten...

Tolle Bilder übrigens. Die kleine Protuberanz am Rand oben ist klasse!

Wobei es in diesem Faden ja eher um den Einsatz von ND-Filtern für die helle Sonne geht.

BG - Frank
 
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