Sonne-und-Mond Teleskop

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Mr. Spock

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Hallo,

ich hätte gerade die Gelegenheit, recht günstig einen 6" f6,5 Refraktor von Explorer Scientific in sehr gutem Zustand zu erwerben. Es handelt sich dabei jedoch um einen Zweilinser, keinen APO. Macht es Sinn, daraus einen reinen Sonne-und-Mond Monochrom-Fotografierplatz zu bauen? Früher oder später wird das Coronado PST einen großen Bruder haben wollen. Eigentlich hätte das ja noch Zeit, aber wenn gerade die Gelegenheit ist .... Bestechend daran fände ich die 152 mm Öffnung, die ich bislang bei weitem nicht auf dem Radar hatte (eher so 80 bis 100 mm).

Meine Fragen:
1) Für den Mond war eine monochrome Kamera (ASI 178 MM) plus RGB Filter angedacht. Damit sollten eigentlich die Farbfehler, die der Achromat (im Gegensatz zum APO) verstärkt hat, doch eigentlich keine so nennenswerte Rolle spielen, oder?
2) Für die Sonne sollte beim Einsatz einen Schmalband-/Linienfilters das gleiche gelten, richtig? Bei Aufnahmen im Weißlicht jedoch nicht. Macht es Sinn, Weißlicht-Aufnahmen der Sonne mit RGB-Filter zu knipsen? Was gäbe es sonst für Optionen?
3) Die Brennweite ist mit knapp 1000 mm für die ASI 178 MM viel zu lang, als dass die Sonne / der Mond komplett auf den Sensor passen würden. Entweder müsste dann noch eine andere Kamera mit einem größeren Sensor her oder es es müsste ein Reducer mit einem starken Faktor eingesetzt werden. 0,5 würde gerade eben so ausreichen. Ich habe keinerlei Erfahrung bzgl. Reducer. Ist es sinnvoll, so ein Teil einzusetzen? Was macht das mit der Auflösung und der sonstigen Abbildungsleistung des Teleskops?

Danke
Peter
 
Hallo Peter,
für den Mond würde ich keine RGB-Aufnahmen mit dem doch recht lichtstarken Achromaten machen, ich könnte mir vorstellen, daß die RGB-Bilder unterschiedlich groß sind und nicht so genz einfach vereinigt werden können.
Die Sonne würde ich im "Weißlicht" mit einen Grün-Linienfilter, wie dem Solar Continuum-Filter aufnehmen.
Einen Reducer würde ich nicht verwenden, schon gar nicht einen preisgünstigen 0,5x-Reducer, denn der würde erstens das gut gezeichnete Feld auch reduzieren und was der an chromatischer Korrektur anstellt, mag ich auch nicht haben wollen.
Aber für sw-Aufnahmen von Sonne und Mond sollte der Refraktor taugbar herzurichten sein - und natürlich zum visuell beobachten.

Grüße
*entfernt*
 
Hallo Dietrich,

Danke für Deine Antwort. Ich bin wirklich hin und her gerissen. Einerseits passen die Eigenschaften solcher Achromaten nicht wirklich zu meinen sonstigen Qualitätsansprüchen, andererseits frage ich mich, was von den Farbfehlern noch übrigt bleibt, wenn man quasi nur sequentiell-monochrom unterwegs ist. Und ein paar Öre kostet das Teleskop natürlich trotzdem, die ich ungern völlig nutzlos versenken will.

zu "RGB-Bilder unterschiedlich groß":
Genau, das wird wohl das Hauptproblem sein. Meine Hoffnung/Optionen: (1) Wenn da irgend eine Gesetzmäßigkeit in den einzelnen Kanälen erkennbar ist, dann müsste man eigentlich auch auf dem Rückwärtsweg eine passende Korrektur finden. Entweder in Photoshop oder rein numerisch direkt mit der Bilddatei. Ich habe früher (als es das noch nicht fertig gab) Objektiv-(Korrektur-) Profile für Lightroom selbst erstellt. Das war zwar ganz schön aufwändig, aber es hat funktioniert. (2) In der HDR- und Pano-Fotografie ist es üblich, Bilder (die nicht wirklich perfekt zueinander passen) teilweise oder komplett deckungsgleich zu bringen. Das könnte auch ein Ansatz für meine unterschiedlich großen Kanal-Bilder sein. Aber das sind alles nur so theoretische Überlegungen.

zu "Filter bei Weißlicht":
Ja, klar ... daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Wenn es im Weißlicht keine dominanten Wellenlängen gibt, dann kann man sich natürlich auch eines kleinen Bereiches (mittels Bandpass- (aka Farb-) oder Linienfilter) aussuchen und sogar noch etwas für den Kontrast machen. Super ... dankeschön.

zum "Reducer"
das wäre nur eine Komfort-Funktion wenn eben mal die ganze Sonnen-/Mondscheibe sichtbar sein soll. Die Alternative wäre ein 0,7x Reducer und Stitching von 2 Aufnahmen oder gar kein Reducer und Stitching von 4 Bilder. Aber eigentlich ist das ein ganz separates Problem. Das kommt erst, wenn /falls ich die Farbfehler in den Griff bekommen habe.

Ciao
Peter
 
Einerseits passen die Eigenschaften solcher Achromaten nicht wirklich zu meinen sonstigen Qualitätsansprüchen
Warum kaufst Du Dir dann den Achromaten?
Die Brennweite ist mit knapp 1000 mm für die ASI 178 MM viel zu lang, als dass die Sonne / der Mond komplett auf den Sensor passen würden
Wenn Du nicht nur eine wischiwaschi Aufnahme vom Mond machen möchtest, musst Du eh mehrere Aufnahmen machen und zusammenfügen.
Das kommt erst, wenn /falls ich die Farbfehler in den Griff bekommen habe.
Ich habe hier noch 3 Achromate (2-Linser) liegen, die ich noch nicht eingebaut habe. Vielleicht haben 2 davon messtechnisch einen Farbfehler, sehen kann man ihn nicht. Der dritte Achromat (verkittet) 150 / 800 zeigt an wirklich sehr kritischen Objekten einen sehr geringen Farbfehler. Den sieht man aber nur, wenn man ihn direkt mit einem 152 / 1200 Apo vergleicht.
Finde den Fehler...
CS *entfernt*
 
Hallo Bernd,

aus drei Gründen: Erstens weil ich hoffe (... nicht weil ich es weiß), dass die Schwächen, die landläufig den Achromaten nachgesagt werden, in meinem konkreten Setup (Schmalband-Fotografie) nicht sehr relevant sind. Ob das so ist, ist Gegenstand dieses Frage-Threads. Zweitens weil der preisliche Unterschied zwischen einem Achromaten und einem APO ähnlicher Öffnung/Brennweite etwa dem Faktor 5 bis 8 entspricht. Das ist schon eine ordentliche Hausnummer. Drittens, weil ich es wissen will :). Als Ingenieur ist man einfach notorisch neugierig.

Wenn Du nicht nur eine wischiwaschi Aufnahme vom Mond machen möchtest, musst Du eh mehrere Aufnahmen machen und zusammenfügen.
Dass Aufnahmen vom Mond aus vielen gestackten Aufnahmen entstehen, ist schon klar. Bei dieser Brennweite muss aber zusätzlich zum stacking auch noch gestitcht werden, um die volle Mondscheibe aufzunehmen.

Den sieht man aber nur, wenn man ihn direkt mit einem 152 / 1200 Apo vergleicht.
Danke, das macht mir wieder etwas Mut. Die Bilder und Videos, die ich im Web gefunden habe, waren teilweise ziemlich gruselig. Auf Farbfehler kann ich mich ja auch ein Stück Weit einstellen. Ich frage mich aber, ob es darüber hinaus noch einen Grund für den enormen Preisunterschied zwischen Achromat und APO gibt, an den ich bislang noch nicht gedacht habe und der der Showstopper für mein Projekt sein könnte. Die dritte Linse alleine kann den Preisunterschied ja eigentlich nicht ausmachen.

Ciao
Peter
 
Dass Aufnahmen vom Mond aus vielen gestackten Aufnahmen entstehen, ist schon klar. Bei dieser Brennweite muss aber zusätzlich zum stacking auch noch gestitcht werden, um die volle Mondscheibe aufzunehmen.
Hatte ich doch geschrieben, Du must immer beides machen. Auch wenn Du den Mond voll auf den Sensor bekommst wirst Du so nie eine hochaufgelöste Aufnahme hinbekommen.
Drittens, weil ich es wissen will :). Als Ingenieur ist man einfach notorisch neugierig.
Ich habe 20 Jahre in der optischen Konstruktion gearbeitet... allerdings habe ich nie ein Ingenieurstudium machen können. Meine Firma hat mich damals nach der Ausbildung gleich "weggefangen" und mich in die Konstruktion gesteckt. :)
Wenn Du den Achromaten monochrom einsetzen willst, sehe ich keine Probleme (mache ich mit meinem 150 / 800 ja auch). Wichtig wäre nur, dass er sphärisch auch gut korrigiert ist.

CS *entfernt*
 
So ... nun steht der Achromat also tatsächlich bei mir zuhause und wartet auf seinen ersten Einsatz. Sieht schon sehr beeindruckend aus und von der der Verarbeitung und dem Zustand gibts absolut nichts zu meckern. Neuwertig würde ich mal sagen. Ohne irgend welche Gebrauchsspuren. Himmel habe ich gestern und heute noch keinen gesehen, aber bei einem ersten Test heute Morgen vom Dachboden aus rüber zum Nachbardorf hat sich im Prinzip genau das bestätigt, was ich vorab erwartet habe: Man hat den Eindruck, dass sich das Teleskop nicht wirklich scharf stellen lässt. Das letzte Quäntchen Schärfe fehlt einfach. Statt dessen sind speziell im Außenbereich grüne und violette Farbränder zu sehen, die im defokussierten Zustand nochmal deutlicher werden.. Hätte ich mit diesem Teleskop nicht etwas ganz spezielles vor, wäre ich von der optischen Qualität enttäuscht und würde es wieder los werden wollen.

Aber es soll ja ein reines Astrofoto-Teleskop ausschließlich für den monochromen Einsatz werden und kein Beobachtungsteleskop. Mit einem Grünfilter an das Okular geschraubt, war es dann plötzlich richtig (!) scharf ... nur eben grün. Natürlich muss genau jetzt mal wieder Neumond sein, wenn ich es gerade überhaupt nicht brauchen kann. Wenn es jemanden interessiert (was ich fast nicht glaube .. Ihr seid ja alles Halb-Profis) dann kann ich in ein, zwei Wochen mal meine Testergebnisse hier einstellen.

Ciao
Peter
 
Hallo Peter.
Das ist manchmal verdächtig, denn wer veräussert ein gutes Teleskop im Neuzustand?

Das letzte Quäntchen Schärfe fehlt einfach. Statt dessen sind speziell im Außenbereich grüne und violette Farbränder zu sehen, die im defokussierten Zustand nochmal deutlicher werden..
Das beantwortet deine Skepsis bez. Unterschied teurerer APO zum günstigen Achromat!

Du kannst keine Wunder erwarten bei 6" Öffnung mit f6,5. Da wird immer Farbe sein. Zudem ist es tagsüber immer so eine Sache solche Linsen beurteilen zu wollen. Bedenke nur, was da an Luftunruhe und Dunst anzutreffen ist.
Ich denke beim Mond wird das gute Stück nicht wirklich berauschende Ergebnisse bringen, Hingegen bei H-Alpha sehe ich da keine Probleme!
CS Jozef
 
Hallo Peter,

wenn Du am Mond auf die Farbe verzichten kannst nehme einen Baader SolarContinuum Filter. Der ist recht schmalbandig und erlaubt auch mit kurzen Achromaten scharfe Bilder, so denn die Optik des Teleskopes in Ordnung ist. Den kannst Du auch für die Sonne verwenden.

Gruß Gerd
 
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