Sonnenbeobachtung mit Herschelkeil

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paddy142

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Hallo an alle,
ich schreibe den Beitrag mal ins Einsteigerforum weil die Antwort sicher vielen wieder bekannt ist, ausser mir <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Mich würde mal interessieren warum man einen Herschelkeil nur an einem Refraktor betreiben kann, Einblickverhalten kann es ja nicht sein, dann könnte man ja auch einen MAK nehmen.
Danke im Voraus
Grüße
Patrick
 
Halo Patrick,
ich habe mit einem Herschelkeil, auch stundenlang mit einem Mak-Cassegrain die Sonne beobachtet, und dem Spiegel ist auch nichts passiert. Meine Erfahrungen beruhen auf den Einsatz sowohl mit einem Refraktor, als auch mit einem Mak-Cassegrain und ich kann keine Unterschiede dabei entdecken. Auch hat sich beim Mak-Cassegrain weder irgendwas verändert, noch ist was angeschmorrt, noch hat das Mak irgendwie dran gelitten. Ich habe ein Ylena 150 verwendet.

Gruß
 
Hi!
Also ich darf vielleicht mal drauf hinweisen, daß hier zwei Dinge zu beachten sind (wenn man theoretisch einen Herschelkeil an einem Reflektor benutzten wollte):
1) die Größe des Haupspiegels und
2) die Verunreinigungen an okularseitigen optischen Flächen.

Jede Verunreinigung (Kratzer oder Staubkorn) absorbiert mehr oder weniger Energie. Das ist natürlich auch bei Refraktorensystemen so! Aber Refraktoren haben naturgemäß eine kleinere Öffnung als Spiegelsysteme. Oder andersrum: Die Spiegel sammeln ein Vielfaches mehr an Energie.

Wird der Herschelkeil an einem Spiegel betrieben, so kann es durchaus zu Überhitzung am Sekundärspiegel oder am Herschelkeil selbst kommen (wie gesagt, Staub und Oberflächenfehler gibts überall).

Als Teleskophändler wäre ich seeeeeeeeehr vorsichtig mit Aussagen in Richtung "Macht dat nur, bei mit hattet ja auch geklappt..."!!!
Wenn Du Deine Kunden auf diese Weise informierst, handelst Du meiner Meinung nach grob fahrlässig!

Sonnige Grüße
Philippe
 
Hallo Philippe,
ich habe lediglich über meine Erfahrung im Gebrauch mit dem Herschelkeil berichtet. Ob es nun einer nachmacht oder nicht, bleibt ihm selbst überlassen, ich habe ihm NICHT explizid empfholen das nach zu tun.
Dennoch, kann ich das, was du schreibst nicht nachvollziehen, Staub hin, Kratzer her, an meinem Teleskop ist nichts passiert und es funktioniert heute noch sehr gut.
Schönen Gruß
 
Hallo Patrick

Du kannst auch mit einem Herschelkeil an einem Schiefspigler beobachten, worauf su achten solltest, dass keine Plastikteiler verbaut worden sind. Diese könnten schmelzen oder sich verformen.
Ob der Herschelkeil Öffnungsabhängig ist weis ich nicht bis 8" kannst du ihn auf jeden Fall ohne Probleme verwenden.
Habe selbst schon an einem 8" FH-Refraktor mit Herschelkeil beobachtet. Der Brennpunkt der eigentlich heiß wird liegt ja weit auserhalb des Herschelkeils, deshalb denke ich ist dieser nicht Öffnungsabhängig.
Bei MC`s oder SC`s würde ich vorsichtiger sein, die Fangspiegel könnten mit Silikon oder Änlichem geklebt sein und abfallen.
Was bei Spiegelteleskopen auftreten kann, wenn der Spiegelträger nicht aus Zerodur ist, dass sich durch die erwärmung, der Spiegel ausdehnt und du ein schlechtes Bild bekommst.
In so vern finde ich den Refraktor am geeignetsten für die Sonnenbeobachtung, bei 5-6" Öffnung ist meistens eh Schluß durch das Seeing.

Gruß Uwe
 
Hallo,

das Problem ist die Lage des Brennpunktes relativ zu den optischen Flächen. Bei einem Refraktor gibt es als einzige optische Fläche nur das Objektiv. Durch den Herrschelkeil, kommt der Brennpunkt außerhalb des Teleskops zu liegen und das Element, welches dem Brennpunkt am nächsten ist, das ist der Herrschelkeil.

Bei einem Newton ist der Fangspiegel dagegen ziemlich nahe am Brennpunkt und wird bereits erheblich erwärmt. Dies führt erstens zur Verschlechterung der Optik (zumindest, wenn es nur billige Fernost-Ware ist) und zweitens kann dadurch auch der Klebstoff des Fangspiegls sich lösen. Dann verabschiedet dieser sich in Richtung Hauptspiegel, was der Sache nicht gerade zuträglich ist.

Der Eigenschutz spielt auch eine wichtige Rolle. Der Brennpunkt beim Beobachten mit Herrschel-Keil verläßt nie das Teleskop! Im Normalfall befindet dieser sich innerhalb des Gehäuses des Herrschelkeils. In diese Öffnung sollte man daher nicht mal probeweise seine Hand reinstecken. Der Brennpunkt ist eine ziemlich enge Angelegenheit. Ein paar Milimetet neben dem Brennpunkt ist das Licht auf den Fingern nur lauwarm und einen Millimeter weiter hat man eine Brandblase. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> Bei einem Newton dagegen wird der Brennpunkt irgendwo auf Höhe des Tubusendes zum Liegen kommen. Angenommen Du hast einen Dobson und setzt den Herrschelkeil ein, die Sonne läuft jetzt raus und der Brennpunkt kommt am Rand zu liegen. Du greifst mit Deinen Händen oben in die Öffnung rein und triffst den Brennpunkt. Nicht gut.

Eine weitere Möglichkeit ist ja auch die Sonnenprojektion. Das habe ich auch schon mit einem Newton gemacht und beim Einstellen hat dann die Kunststoff-Umfassung des Tubus-Randes angefangen zu qualmen. So viel zu dem Thema.

Bei den Maks und bei den SCs hängt es nun von den Innereien ab. Dort wird meist ein sogenanntes Blendrohr verwendet, welches um die Bohrung des Hauptspiegels herum angebracht wird. Wenn die Sonne jetzt nicht exakt eingestellt ist, dann trifft der Brennpunkt dieses Blendrohr und kann das Rohr zum Schmelzen bringen, wenn dieses aus Kunsstoff ist. Auch nicht gut, da habe ich im Netz sogar schon Bilder gefunden, die so ein innerlich geschmolzenes 8"-SC gezeigt haben.

Gruß,
Jörgen
 
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