Sonnengranulation im 15x50 IS ?

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spatz1

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Hallo,

Ich hab mir für mein 15x50-er Canon IS mittels Baaderfolie eine "Sofi-Brille" gemacht.

Nun bilde ich mir ein, das ich damit die Sonnengranulation sehen kann, jedenfalls wirkt die Sonnenoberfläche seltsam körnig und es sieht ziemlich genau gleich aus wie in meinen größeren Optiken...kann das sein oder ist das Einbildung ?
Immerhin sind es nur 50mm Öffnung...
 
Hallo Frank,

ich würde das nicht ausschließen. Wenn ich an meinen Zeiss Bastelsatz denke, da sehe ich mit 50mm Öffnung und 34-facher Vergrößerung auch, daß die Sonne nicht a'...glatt ist. Natürlich sehe ich die Granulation nicht richtig und schon gar nicht aufgelöst. Man merkt aber, daß da etwas ist, was eine Struktur haben muß. Mit beidäugigem Sehen und der sehr guten Optik der Canon Gläser könnte ich mir vorstellen, daß man diesen Eindruck auch bei 15-fach hat.

Frank.
 
Hallo Frank,

selbst mit meinem "Winzling" von 8x20 Taschenfernglas und Sonnenfolie macht die Sonne einen irgendwie "porigen" Eindruck. Nun kann dies ja bei 8-facher Vergrösserung nicht wirklich die Granulation sein. Aber irgendetwas muss ja für diesen Effekt verantwortlich sein. Daher schliesse ich mich Deiner Frage an die Experten zunächst einmal an.


Gruss:
Thomas
 
Hallo Spatz1,
die Granulation kann man mit solchem Fernglas erkennen. Ich denke, dass es jedoch so ist, dass die Kenntnis der Granulation von einer größeren Öffnung her Voraussetzung ist. Jemandem ohne Erfahrung wird sich die Granulation nicht zeigen.
Gruß Dietmar
 
was du dabei siehst ist nichts anderes als ein optischer effekt, der
zwar auf der eigentlichen granulation beruht, dennoch ist es aber
nicht diese selbst, die du mit dem feldstecher beobachtet hast.

die echten granulen sind lediglich 1" groß und man braucht daher
schon öffnungen an die 80mm-100mm um sie sicher erfassen zu können.
da diese echten granulen aber unterschiedlich hell sind, manche sind
etwas heller, andere wieder ein wenig dunkler, finden sich immer
wieder zufällige anhäufungen von dunkleren und helleren granulen,
die dann dieses fleckige aussehen verursachen bei geringen
vergrößerungen und geringerer auflösung verursachen. es ist also ein
rein optischer effekt.

ähnliches kannst du zb. bei einer mauer, die einen groben verputz
aufweist, beobachten. aus der ferne ist nur zu erkennen, daß diese
mauer nicht glatt ist und irgendwie grieselig wirkt. die einzelnen
kleinen körner des verputzes sind aber erst dann wirklich zu sehen,
wenn man nahe genug rangeht.

hier ein testbild dazu:

Link zur Grafik: http://www.lboro.ac.uk/service/ero/images/Pattern.gif

vergrößere kontinuierlich den abstand zu diesem bild, von 1m bis hin
zu etwa 5-10m. selbst bei 10m abstand kannst du immer noch erahnen,
daß das bild nicht glatt ist und irgendeine struktur haben muß,
aber erst wenn du nahe genug rangehst siehts du den eigentlichen
ursprung des effekts, die eigentliche struktur.

tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Hallo Tom,

Starke Erklärung, das könnte es sein bzw. wird es wohl sein, nachdem auch Kollegen mit 8x30-er "Röhrchen" denselben Effekt sehen...

Beim IS-Fernglas wird der Effekt evtl. durch das Abschalten des Zitterns noch verstärkt, da das Muster sonst vermutlich verschmieren würde.
 
Hallo Binoviewer,

Du schreibst 80-100 mm. Aber das Solarmax 40 oder der sm40 filter haben ja beide auch nur 40 mm, von daher wären beide vom Auflösungsvermögen ja nicht fähig, Granulationen zu zeigen ?

Grüße Edwin

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
hallo edwin,

bei den solarmax ist die situation aber auch eine etwas andere
als bei beobachtung im weißlicht. im h-alpha haben die granulen
einen höheren kontrast untereinader. daher ist es diesen kleinen
öffnungen dann möglich zumindest die größeren granulen (1.5-2")
als kleine dunkle fleckchen abzubilden. als richtig ausgedehntes
objekt mit konkreter begrenzung können sie die granulen aber
auch nicht zeigen.

schau dir folgendes bild an:

Link zur Grafik: http://www.grandeye.com.hk/etx/solarmax_etx1.jpg

einzelne besonders dunkle granulen schwimmen als realtiv verwaschene
punkte in einem brei aus mittelhellen und hellen granulen.
von einer echten auflösung würde ich hier auch noch nicht sprechen.

das nächste bild im weißlicht zeigt eine ähnliche auflösung. man fängt
an die einzelnen granulen zu erkennen, als sehr kleine flecken, aber
noch ohne konkret definierbare ausdehnung. um dieses bild visuell
zu bekommen braucht man etwa 80mm öffnung:

Link zur Grafik: http://www.beobachtergruppe.com/assets/images/Sonnenflecken.jpg

erst dieses viel tiefergehende bild zeigt nun endlich die granulen
als wohldefinierte objekte von meist polygonaler begrenzung:
Link zur Grafik: http://www.sternwarte-peterberg.de/projekte/sonne/grafiken/sunspot1.jpg

für diese auflösung sind bei sehr gutem tagesseeing etwa 120mm öffnung
notwendig.

tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
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