werner48
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"Sterndlschauen am Großglockner", der etwas andere Bericht.
Kurzer Erfahrungsbericht meiner 4 tägigen Exkursion in die hochalpine Welt.
Da ich ja mehr in der lichtverschmutzten Gegend (bei 85049 Ingolstadt) des Normalbürgers wohne, als Ruheständeler viel Freizeit habe, wollte ich mal wissen, wie groß der Unterschied bzw. der Zugewinn an "Mehrsehens" von meiner gewohnten Umgebung (Landhimmel, SQL= 20,9-21,10) zur hochalpinen Region des Großglockners ist.
Also buchte ich mich Mitte April per Internet für die Zeit vom 16.-19.06.2012 im Wallackhaus ( www.wallackhaus.de) der Fam. Wallner, bei Heiligenblut ein. Einige Tage nach der Buchung bekam ich einen personalisierten Gutschein für die kostenlose Benutzung der mautpflichtigen "Großglockner-Hochalpenstraße" zugesandt.
Dieser ist bei der Mautstelle vorzulegen und man erhält ein kostenloses Ticket für die geplante Aufenthaltsdauer(hier 4 Tage) ausgehändigt, was ja bei einem Tageskartenpreis von 32,-€ eine ordentliche Ersparnis bedeutet.
Zusätzlich wird einen noch pro Person die "Nationalpark Kärnten Card" ausgehändigt, welche einem zusätzlich noch die verschiedensten Vergünstigungen einräumt.
Super, die Freunde in Österreich tun halt was für den Tourismus, Respekt!
Wir kamen nach ca. 4 1/2 Stündiger Fahrt ( über München, Kufstein, Kitzbühel, Mittersill, Zell am See und die Großglockner-Hochalpenstraße) nach 335 km am Ziel an.
Das Wetter war prima, Sonnenschein, 22 Grad° und keine Wolke am Himmel.
Das Haus liegt auf einer Höhe von 2300m, also deutlich oberhalb der Baumgrenze.
Herrlicher freier Blick von Osten über Süden bis Westen.
Richtung Norden hat man das Groß-Glockner-Massiv im Rücken, klar das Wallackhaus liegt ja auf einer der steilen Südflanken des Berges, etwa 250m unterhalb der Passhöhe (Hochtor).
Damit liegt das Haus wettermäßig schon auf der Alpen-Südseite, da der Großglockner hier die Wetterscheide darstellt!
Wallackhaus, Lokalität und Services:
Das Doppelzimmer mit Dusche/Toilette war vom Feinsten, modern nagelneu eingerichtet mit TV, Telefon und herrlichen Blick auf das Großglocknermassiv.
Die Gasträume sind allesamt in Holz ausgeführt sehr gemütlich und laden zum längeren Verweilen ein.
Die Verköstigung war ausgezeichnet, man merkt halt, dass der Wirt (Gerwald) selber der Chefkoch ist.
Die 3 Kellnerinnen (Karin, Renate und Daniela), waren ständig um das Wohl der Gäste bemüht, so daß ich fast schon den Hauptgrund meines Hierseins vergass.
Eine 230V Steckdose (zum Laden des Akkus meiner Spechtelelektronik) wurde mir im Pavillon, neben dem Parkplätzen, kostenlos zur Verfügung gestellt. So konnte ich gleich das Gerödel direkt im Auto wieder aufladen ( ca. 10m Verlängerung mitnehmen!).
Die Preise sind zwar nicht ganz niedrig, aber bei einem Haus in dieser Lage, absolut in Ordnung.
Umgebung:
Keine Bäume, höchstens Moose, Flechten und ein wenig Gras, aber sehr viel Fels und Stein, eben Hochgebirgslandschaft mit Schnee, noch im Juni vor der Haustür!
Nordwestlich vom Wallackhaus ist der Hang übersät mit Murmeltierhöhlen. Man sieht die kleinen Nager nur in der Vormittagssonne bei genauen Hinschauen aber die Pfiffe der Murmels sind deutlich vernehmbar. Einfach wunderbar!
Etwa 200 Straßenmeter tiefer liegt eine Gondelstation (moderne 8er Gondel) der Schareckbahnen, welche einen hoch zum Schareck(2600m) bringt und, wenn man will, von hier aus mit einer 6er Gondel in ca. 30 Minuten runter nach Heiligenblut befördert.
Auch diese Bahnen sind mit der an der Mautstelle ausgehändigten "Nationalpark Kärnten Card" kostenlos bentzbar.
Diese Möglichkeit kann man tagsüber als Entspannung vom Spechteln und, so wie ich, als Damenprogramm für meine Gattin nutzen.
Nein, auch die Herren der Schöpfung sollten sich Heiligenblut und dessen Wallfahrtskirche nicht entgehen lassen!
Beobachtungsplatz:
Direkt am Hotel würde ich nicht beobachten, denn die Bergwanderer- und Steinklopfer(Geologen)-Gäste möchten sich nach dem Abendessen ja auch mal bei einem Bier oder Wein erholen und dies kann je nach Kondition schon mal bis Mitternacht dauern.
Außerdem ist selbst bei ausgeschalteten Hotellichtern das Nachtlicht der beiden Hotelgänge, welche nach Süden zeigen, noch etwas störend.
Man muss sich aber darüber nicht grämen, sind doch zwischen dem Wallackhaus und der Passhöhe (Hochtor) auf eine Länge von ca. 1,5 km mehrere geteerte Ausweich-/Aussichtsplätze herrvorragend zum Aufbau des Spechtelequipments geeignet.
Ich entschied mich für den Aussichtspunkt mit schön angelegten laufenden Brunnen und eine aus Holz gehauenen Sitzkombination (so sparte ich mir schon mal das Aufstellen des mitgebrachten Campingtisches), welcher etwa 150 m nördlich des Walackhauses an einem Scheitelpunkt der Straße liegt. Das auch hier stehende alte Sennerhaus war/ist unbewohnt.
Achtung! Die Großglockner-Hochalpenstraße ist Nachts für den Durchgangsverkehr gesperrt, was natürlich für Astronomen ein Segen ist, kann man doch ziemlich sicher sein, dass die Dunkeladaption nicht durch ständig auftauchende Fahrzeuge gestört wird.
Ob des Nachtfahrverbotes habe ich mich mit dem Wirt des Wallackhauses unterhalten und dieser sagte mir, dass es kein Problem ist, innerhalb der Mautstellen kürzere Strecken wie Wallackhaus - Hochtor während des Nachtfahrverbotes zurück zu legen.
Dies bedeutet, man muss nicht unbedingt schon vor der Nachtsperre an Ort und Stelle sein.
Öffnungszeiten Großglockner-Hochalpenstraße:
Anfang Mai - 15. Juni: 6.00 - 20.00 Uhr
16. Juni - 15. September: 5.00 - 21.30 Uhr
16. September - Anfang November: 6.00 - 19.30 Uhr
Letzte Einfahrt jeweils 45 Min. vor Nachtsperre.
Beobachtungen:
Ich stellte also meinen Okularkoffer und sonstige Kleinzeuge auf dem rustikalen und sehr stabilen, aus einen Baumstamm gehauenen Tisch, ab und baute meinen 10" Dobson unmittelbar davor auf.
Während der Auskühlphase und weil es noch nicht gänzlich Nacht war, betrachtete ich mit meinem 9x40 Fernglas die umliegenden Berggipfeln.
Für einen Flachlandtiroler wie mich war es schon sehr beeindruckend wie viele 3000er sich um einen herum befinden, klar, man ist hier eben mitten im Großglocknermassiv, auf knapp 2400m Höhe.
Aber dann: Als ich bei völliger Dunkelheit nach Oben blickte dachte ich zuerst"Mist, sind ja ganz helle Wolken welche den Himmel von NO nach S überspannen".
Jedoch bei näherer Betrachtung hat es mich fast vom Beobachtungshocker gehauen, es war die Milchstraße, welche am auffälligsten im Bereich zwischen Schütze und Schwan, eine helle, wolkige Struktur offenbarte.
M11 (Wildentenhaufen) in der Schildwolke gelegen hatte ich noch nie so brillant gesehen. M17 (Omega-) M8 (Lagunen-) und M20 Trifidnebel oder der Dunkelnebel Barnard 50 sowie die verschiedensten Sternhaufen/Kugelsternhaufen M6 (Schmetterlingshaufen) M4, oder M80 waren absolut beindruckend.
Ich könnte hier noch weitere 50 Objekte aufzählen, welche mich in 3 Beobachtungsnächten faszinierten...
Himmelsqualität:
Die mit meinem SQM-L gemessene Himmelshelligkeit lag im Mittel bei 21,53 ArcSek² (12 Messungen/2 Beobachtungsnächte) dies ergibt etwa 6,40 mag. Die Luftfeuchte lag bei etwa 70%.
Dies erscheint auf dem ersten Blick als zu gering für diese Höhenlage, beginnt doch der Alpenhimmel (Bortle) erst bei 22,00 ArcSek² also 6,60 mag. Man sollte hier nicht vergessen, dass der Beobachtungszeitpunkt im Juni lag ("weiße Nächte").
Was hier die Beobachtung zu einem Erlebnis, siehe -Wolken in der Milchstraße-, machte, hängt natürlich auch von der auf dieser Höhe herrschenden sehr guten Transparenz der Luft ab (wenig Luftverschmutzung, Dunst und Feuchtigkeit etc.).
Kurzer Erfahrungsbericht meiner 4 tägigen Exkursion in die hochalpine Welt.
Da ich ja mehr in der lichtverschmutzten Gegend (bei 85049 Ingolstadt) des Normalbürgers wohne, als Ruheständeler viel Freizeit habe, wollte ich mal wissen, wie groß der Unterschied bzw. der Zugewinn an "Mehrsehens" von meiner gewohnten Umgebung (Landhimmel, SQL= 20,9-21,10) zur hochalpinen Region des Großglockners ist.
Also buchte ich mich Mitte April per Internet für die Zeit vom 16.-19.06.2012 im Wallackhaus ( www.wallackhaus.de) der Fam. Wallner, bei Heiligenblut ein. Einige Tage nach der Buchung bekam ich einen personalisierten Gutschein für die kostenlose Benutzung der mautpflichtigen "Großglockner-Hochalpenstraße" zugesandt.
Dieser ist bei der Mautstelle vorzulegen und man erhält ein kostenloses Ticket für die geplante Aufenthaltsdauer(hier 4 Tage) ausgehändigt, was ja bei einem Tageskartenpreis von 32,-€ eine ordentliche Ersparnis bedeutet.
Zusätzlich wird einen noch pro Person die "Nationalpark Kärnten Card" ausgehändigt, welche einem zusätzlich noch die verschiedensten Vergünstigungen einräumt.
Super, die Freunde in Österreich tun halt was für den Tourismus, Respekt!
Wir kamen nach ca. 4 1/2 Stündiger Fahrt ( über München, Kufstein, Kitzbühel, Mittersill, Zell am See und die Großglockner-Hochalpenstraße) nach 335 km am Ziel an.
Das Wetter war prima, Sonnenschein, 22 Grad° und keine Wolke am Himmel.
Das Haus liegt auf einer Höhe von 2300m, also deutlich oberhalb der Baumgrenze.
Herrlicher freier Blick von Osten über Süden bis Westen.
Richtung Norden hat man das Groß-Glockner-Massiv im Rücken, klar das Wallackhaus liegt ja auf einer der steilen Südflanken des Berges, etwa 250m unterhalb der Passhöhe (Hochtor).
Damit liegt das Haus wettermäßig schon auf der Alpen-Südseite, da der Großglockner hier die Wetterscheide darstellt!
Wallackhaus, Lokalität und Services:
Das Doppelzimmer mit Dusche/Toilette war vom Feinsten, modern nagelneu eingerichtet mit TV, Telefon und herrlichen Blick auf das Großglocknermassiv.
Die Gasträume sind allesamt in Holz ausgeführt sehr gemütlich und laden zum längeren Verweilen ein.
Die Verköstigung war ausgezeichnet, man merkt halt, dass der Wirt (Gerwald) selber der Chefkoch ist.
Die 3 Kellnerinnen (Karin, Renate und Daniela), waren ständig um das Wohl der Gäste bemüht, so daß ich fast schon den Hauptgrund meines Hierseins vergass.
Eine 230V Steckdose (zum Laden des Akkus meiner Spechtelelektronik) wurde mir im Pavillon, neben dem Parkplätzen, kostenlos zur Verfügung gestellt. So konnte ich gleich das Gerödel direkt im Auto wieder aufladen ( ca. 10m Verlängerung mitnehmen!).
Die Preise sind zwar nicht ganz niedrig, aber bei einem Haus in dieser Lage, absolut in Ordnung.
Umgebung:
Keine Bäume, höchstens Moose, Flechten und ein wenig Gras, aber sehr viel Fels und Stein, eben Hochgebirgslandschaft mit Schnee, noch im Juni vor der Haustür!
Nordwestlich vom Wallackhaus ist der Hang übersät mit Murmeltierhöhlen. Man sieht die kleinen Nager nur in der Vormittagssonne bei genauen Hinschauen aber die Pfiffe der Murmels sind deutlich vernehmbar. Einfach wunderbar!
Etwa 200 Straßenmeter tiefer liegt eine Gondelstation (moderne 8er Gondel) der Schareckbahnen, welche einen hoch zum Schareck(2600m) bringt und, wenn man will, von hier aus mit einer 6er Gondel in ca. 30 Minuten runter nach Heiligenblut befördert.
Auch diese Bahnen sind mit der an der Mautstelle ausgehändigten "Nationalpark Kärnten Card" kostenlos bentzbar.
Diese Möglichkeit kann man tagsüber als Entspannung vom Spechteln und, so wie ich, als Damenprogramm für meine Gattin nutzen.
Nein, auch die Herren der Schöpfung sollten sich Heiligenblut und dessen Wallfahrtskirche nicht entgehen lassen!
Beobachtungsplatz:
Direkt am Hotel würde ich nicht beobachten, denn die Bergwanderer- und Steinklopfer(Geologen)-Gäste möchten sich nach dem Abendessen ja auch mal bei einem Bier oder Wein erholen und dies kann je nach Kondition schon mal bis Mitternacht dauern.
Außerdem ist selbst bei ausgeschalteten Hotellichtern das Nachtlicht der beiden Hotelgänge, welche nach Süden zeigen, noch etwas störend.
Man muss sich aber darüber nicht grämen, sind doch zwischen dem Wallackhaus und der Passhöhe (Hochtor) auf eine Länge von ca. 1,5 km mehrere geteerte Ausweich-/Aussichtsplätze herrvorragend zum Aufbau des Spechtelequipments geeignet.
Ich entschied mich für den Aussichtspunkt mit schön angelegten laufenden Brunnen und eine aus Holz gehauenen Sitzkombination (so sparte ich mir schon mal das Aufstellen des mitgebrachten Campingtisches), welcher etwa 150 m nördlich des Walackhauses an einem Scheitelpunkt der Straße liegt. Das auch hier stehende alte Sennerhaus war/ist unbewohnt.
Achtung! Die Großglockner-Hochalpenstraße ist Nachts für den Durchgangsverkehr gesperrt, was natürlich für Astronomen ein Segen ist, kann man doch ziemlich sicher sein, dass die Dunkeladaption nicht durch ständig auftauchende Fahrzeuge gestört wird.
Ob des Nachtfahrverbotes habe ich mich mit dem Wirt des Wallackhauses unterhalten und dieser sagte mir, dass es kein Problem ist, innerhalb der Mautstellen kürzere Strecken wie Wallackhaus - Hochtor während des Nachtfahrverbotes zurück zu legen.
Dies bedeutet, man muss nicht unbedingt schon vor der Nachtsperre an Ort und Stelle sein.
Öffnungszeiten Großglockner-Hochalpenstraße:
Anfang Mai - 15. Juni: 6.00 - 20.00 Uhr
16. Juni - 15. September: 5.00 - 21.30 Uhr
16. September - Anfang November: 6.00 - 19.30 Uhr
Letzte Einfahrt jeweils 45 Min. vor Nachtsperre.
Beobachtungen:
Ich stellte also meinen Okularkoffer und sonstige Kleinzeuge auf dem rustikalen und sehr stabilen, aus einen Baumstamm gehauenen Tisch, ab und baute meinen 10" Dobson unmittelbar davor auf.
Während der Auskühlphase und weil es noch nicht gänzlich Nacht war, betrachtete ich mit meinem 9x40 Fernglas die umliegenden Berggipfeln.
Für einen Flachlandtiroler wie mich war es schon sehr beeindruckend wie viele 3000er sich um einen herum befinden, klar, man ist hier eben mitten im Großglocknermassiv, auf knapp 2400m Höhe.
Aber dann: Als ich bei völliger Dunkelheit nach Oben blickte dachte ich zuerst"Mist, sind ja ganz helle Wolken welche den Himmel von NO nach S überspannen".
Jedoch bei näherer Betrachtung hat es mich fast vom Beobachtungshocker gehauen, es war die Milchstraße, welche am auffälligsten im Bereich zwischen Schütze und Schwan, eine helle, wolkige Struktur offenbarte.
M11 (Wildentenhaufen) in der Schildwolke gelegen hatte ich noch nie so brillant gesehen. M17 (Omega-) M8 (Lagunen-) und M20 Trifidnebel oder der Dunkelnebel Barnard 50 sowie die verschiedensten Sternhaufen/Kugelsternhaufen M6 (Schmetterlingshaufen) M4, oder M80 waren absolut beindruckend.
Ich könnte hier noch weitere 50 Objekte aufzählen, welche mich in 3 Beobachtungsnächten faszinierten...
Himmelsqualität:
Die mit meinem SQM-L gemessene Himmelshelligkeit lag im Mittel bei 21,53 ArcSek² (12 Messungen/2 Beobachtungsnächte) dies ergibt etwa 6,40 mag. Die Luftfeuchte lag bei etwa 70%.
Dies erscheint auf dem ersten Blick als zu gering für diese Höhenlage, beginnt doch der Alpenhimmel (Bortle) erst bei 22,00 ArcSek² also 6,60 mag. Man sollte hier nicht vergessen, dass der Beobachtungszeitpunkt im Juni lag ("weiße Nächte").
Was hier die Beobachtung zu einem Erlebnis, siehe -Wolken in der Milchstraße-, machte, hängt natürlich auch von der auf dieser Höhe herrschenden sehr guten Transparenz der Luft ab (wenig Luftverschmutzung, Dunst und Feuchtigkeit etc.).