Spektive mit Binokular Einblick

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Hallo Michael,

vor ein paar Wochen hatte ich das "Vergnügen", so ein Soligor Spektiv mal am Tag ausprobieren zu dürfen. Bei Soligor hat es möglicherweise einen Abverkauf der Geräte gegeben. Auf deren HP habe ich die Spektive nicht mehr gefunden und mein Fotohändler hatte drei Stück mit 90mm Öffnung zum Preis von 250 Euro im Angebot. Wenn ich mich recht erinnere, dann hat die 90mm Version mal um die 600 Euro neu gekostet. Nachdem ich so ein Gerät ausprobieren konnte, würde ich heute weder die 600 Euro noch die 399 Euro bei TS dafür bezahlen.

In Erinnerung sind mir als Schwachpunkte vor allem die fragwürdige optische Leistung und der recht knappe Durchlass des Prismensystems. Die 25mm Okulare zeigten mir bei einem kritischen Blick, dass Vignettierung am Sehfeldrand auch am Sternhimmel ein Thema sein dürfte. Mit den 18mm Okularen klappte es in dem Punkt besser. Die Kollimation war bei zwei ausprobierten Geräten einigermaßen ok. Für höhere Vergrößerungen wäre eine Nachjustierung an den Okularstutzen angesagt gewesen. Problematisch fand ich die optische Leistung. Neben Farbsäumen, welche schon mit den 18mm Okularen sichtbar waren, fehlte es dem Gerät irgendwie an Schärfe und Kontrast. Wir haben dann mal zum Spaß ein Zeiss 65mm Diascope daneben gestellt und der Unterschied war auf den ersten Blick zu sehen. Der Einblick ins Soligor Spektiv war nicht ganz einfach, ich musste die Augen genau zu den AP'en zentrieren, um ein akzeptables Bild zu bekommen. Kleine Abweichungen wurden mit Farbsäumen bestraft. Unterm Strich war das Bild im kleinen Diascope bei vergleichbaren Vergrößerungen deutlich schärfer, kontrastreicher und brillanter. Öffnung ist halt nicht alles im Leben. Die Beschreibung auf der TS Website würde ich nicht allzu ernst nehmen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> Warum die Beobachtung mit beiden Augen mehr Kontrast garantiert, das ist mir ein Rätsel. Und ob der binokulare Einblick für alle 1,25" Okulare geeignet ist, das würde ich kritisch hinterfragen. Nach meiner Erfahrung wäre der binokulare Ansatz schon mit 30mm Okularen bei der Ausleuchtung des Sehfeldes überlastet und der Optik des Spektivs würde ich auch keine Vergrößerungen über 50-fach zumuten. Aber das ist wahrscheinlich eine Frage des Geschmacks und der persönlichen Ansprüche an die Bildqualität. Ein Händler muß Optiken verkaufen, ein Kunde will sie nutzen - da sind unterschiedliche Sichtweisen vorprogrammiert <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" /> ...

Am Ende des Tages bei meinem Fotohändler war ich am Überlegen, ob ich so ein Teil zum Ausschlachten mitnehmen sollte. Immerhin hätte ich für 250 Euro einen Binoansatz und ein 90mm Objektiv bekommen. Da mir aber vollkommen unklar war, ob sich mit dem 90mm Objektiv ein brauchbarer Kometensucher bauen läßt, habe ich es gelassen. Bei so lichtstarken Objektiven muß man schon aufpassen, welchen Glasweg man einbauen sollte, damit nicht bei 15- oder 20-fach Schluß ist. Mit dem Spektiv an sich hätte ich vermutlich wenig Freude gehabt. Da ist mir mein kleines Miyauchi allemal lieber. Das beim Fotohändler gesparte Geld hat mir dann zu einem besseren "Spektiv" verholfen, auch wenn es nur 66mm Öffnung hat und ein "Einguck" ist ...

Viele Grüße, Frank.
 
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Hallo Frank,

vielen Dank für die ausführliche und - wie von dir gewohnt - fachkundliche Info!

Grüße
Michael
 
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