Ehemaliges Mitglied
V460 Cygni (~6.5 mag) und V Aquilae (~7.0 mag) sind aktuell die hellsten Kohlenstoffsterne des Sommerhimmels und schöne Objekte für die spaltlose Spektroskopie. Beide Objekte sind Kohlenstoffsterne vom Typ C-N5 mit intensiven Molekülbanden der CN- und C2-Radikale:
Ein direkter Vergleich zeigt sehr schön die charakteristischen Merrill-Sanford Banden im Spektrum von V Aquilae, die Siliziumdicarbid zuzuordnen sind:
Starke Merrill-Sanford-Banden treten in kühleren Kohlenstoffsternen ab einer effektiven Temperatur von ca. 2800 K auf und bei C/O-Werten von ca. 1.36: https://www.aanda.org/articles/aa/full/2001/13/aa10121/aa10121.html
Daher ist die effektive Temperatur V Aql wahrscheinlich deutlich geringer als diejenige von V460 Cyg (2550 K versus 3160 K), obwohl beide Sterne von Barnbaum und Keenan als C-N5 klassifiziert wurden: https://adsabs.harvard.edu/full/1996ApJS..105..419B/0000421.000.html
SiC2 ist ein faszinierendes Molekül. Es hat eine T-förmige Molekülstruktur, obwohl es mit dem linearen C3 (siehe Spektren von Kometen) isovalent ist. Die Regel nach Walsh in der Theorie der Molekülorbitale sagt hier eine lineare Struktur voraus. Die Si-C2 Bindung in SiC2 hat aber deutlichen ionischen Charakter, sodass die Regel nach Walsh hier eine falsche Voraussage der Struktur ergibt:
Die v3-Normalschwingung von SiC2 führt zu einer fast ungehinderten internen Rotation von Si um die C2-Gruppe:
https://arxiv.org/pdf/2208.05203
SiC2 ist wahrscheinlich eines der Vorläufermoleküle für SiC-Partikel in Kohlenstoffsternen, die von einer Staubhülle umgeben sind.
Beste Grüsse
Matthias
Ein direkter Vergleich zeigt sehr schön die charakteristischen Merrill-Sanford Banden im Spektrum von V Aquilae, die Siliziumdicarbid zuzuordnen sind:
Starke Merrill-Sanford-Banden treten in kühleren Kohlenstoffsternen ab einer effektiven Temperatur von ca. 2800 K auf und bei C/O-Werten von ca. 1.36: https://www.aanda.org/articles/aa/full/2001/13/aa10121/aa10121.html
Daher ist die effektive Temperatur V Aql wahrscheinlich deutlich geringer als diejenige von V460 Cyg (2550 K versus 3160 K), obwohl beide Sterne von Barnbaum und Keenan als C-N5 klassifiziert wurden: https://adsabs.harvard.edu/full/1996ApJS..105..419B/0000421.000.html
SiC2 ist ein faszinierendes Molekül. Es hat eine T-förmige Molekülstruktur, obwohl es mit dem linearen C3 (siehe Spektren von Kometen) isovalent ist. Die Regel nach Walsh in der Theorie der Molekülorbitale sagt hier eine lineare Struktur voraus. Die Si-C2 Bindung in SiC2 hat aber deutlichen ionischen Charakter, sodass die Regel nach Walsh hier eine falsche Voraussage der Struktur ergibt:
Die v3-Normalschwingung von SiC2 führt zu einer fast ungehinderten internen Rotation von Si um die C2-Gruppe:
https://arxiv.org/pdf/2208.05203
SiC2 ist wahrscheinlich eines der Vorläufermoleküle für SiC-Partikel in Kohlenstoffsternen, die von einer Staubhülle umgeben sind.
Beste Grüsse
Matthias