Spektrum Beteigeuze

Jörg_D.

Aktives Mitglied
Hallo,
habe mit einem Zeiss AQ 80/840 und einem Baader Blazegitter mit 207 L/mm ein Spektrum von Beteigeuze aufgenommen.
Um die Pixel in Angström umzuwandeln benötige ich mindestens zwei bekannte Absorptionslinien und deren Wellenlängen.
Ich komme da momentan nicht weiter, da ich z.B. das Na-Dublett oder die Lage von bestimmten TiO Linien nicht in meinen Spektrum identifizieren kann.

Gruß
Jörg
 

olli.mit.zwei.l

Aktives Mitglied
Mach doch noch ein Spektrum mit einem UHC und/oder Ha oder Hb Filter.
Dann kannst du anhand der dort befindlichen Linien und der Position der Filterflanken die Linien vllt besser zuordnen.

LG
Olli
 

mkoenig66

Aktives Mitglied
Hallo Jörg,

am besten ist es, wenn du die Kalibration deines Spektrums anhand einer irdischen Quelle durchführst. Dies kann etwa eien Energiesparlampe sein, oder aber eine Neon-Glimmlampe. Auf meiner Webseite schreibe ich etwas dazu.

Als Tool empfehle ich die BASS Project, dort öffnest du dein aufgenommenes Eich-Spektrum und kannst die Kalibration mit den auffälligen Linien durchführen. Ist das getan, lädst du dein Beteigeuze-Spektrum in BASS und nun kannst du mit der Elemente- Bibliothek in deinem Spektrum die Linien identifizieren.

Schöne Grüsse
Michael
 

Jörg_D.

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
zunächst mal Danke für eure Anworten.

Hallo Olli: Leider besitzt Beteigeuze keine auffälligen H-alpha oder H-beta Linien.Ich habe zwar solche Filter aber das macht meiner Meinung aus diesem Grund keinen Sinn.

Hallo Ernst: Natürlich habe ich das schon gegoogelt. Habe aber dort auch kein mir geeignets Spektrum zum Abgleich gefunden, könnte das evtl auch an der Veränderlichkeit von Beteigeuze liegen?

Hallo Michael: Ich habe jetzt schon einige Spektren mit Hilfe von Sternvergleichsspektren erfolgreich kalibriert, aber bei Beteigeuze hat das bisher nicht zur Zufriedenheit funktioniert. Danke für den Hinweis auf dein Projekt, das könnte für mich ein erfolgsversprechender Ansatz sein.

Ich werde mich hier melden, wenn ich ein Ergebniss vorweisen kann.

Nochmal Danke an alle.

Gruß
Jörg
 

olli.mit.zwei.l

Aktives Mitglied
H alpha ist da tatsächlich sehr schwach ausgeprägt, aber H beta und OIII hat er, die bekommt man mit einem UHC Filter, außerdem noch Fe III, die ist schon im UHC-E mit drin, oder halt im CLS.
The-calibrated-spectrum-of-Betelgeuse-with-instrument-response-applied-The-spectral.ppm.png

(Quelle: Researchgate https://www.researchgate.net/figure...response-applied-The-spectral_fig3_363653129/)

Einmal Spektrum mit und einmal Ohne Filter, wobei die Linien des Teilspektrums dann wesentlich einfacher identifiziert werden können müssten. Dann nur noch die Linien beider Spektren zur Deckung bringen und man müsste seine Kalibrierung haben.

LG
Olli
 

Arnold3

Aktives Mitglied
Hallo Jörg,

ein kleiner Tipp zu deinem Spektrum:
Für spaltlose Spektren ist die Auswertung um vieles einfacher, wenn man in der Aufnahme das Spektrum und das Bild 0-ter Ordnung hat, als Beispiel ein Spektrum von Albireo mit dem Star Analyzer (100 Linien/mm Gitter):
1674414926092.png


Bei der Auswertung werden dann die Spektren so übereinander geschoben, dass der Peak der 0-ten Ordnung an der selben Stelle ist. Damit kann eine beliebige Aufnahme eines Sterns zur Kalibrierung genommen werden (etwa Vega oder Albireo mit den starken H Linien Halfa, Hbeta, Hgamma...) und mit dieser Kalibrierung ein beliebiges anders Spektrum ausgewertet werden. So habe ich seinerzeit etwa auch Saturn und seine helleren Monde angesehen und sogar einen Quasar.

Wichtig ist dabei: zwischen Aufnahme und Kalibrierung darf sich der Abstand von Gitter und Kamera nicht ändern, sinnvoll ist es Kalibrieraufnahme und Aufnahme des Objektes unmittelbar hintereinander zu machen.

1674415033827.png


Ein weiteres Beispiel: Saturn und seine helleren Monde, im Spektrum das Spektrum zeigt im Infraroten Methan am Saturn und Titan, nicht aber auf den Ringen und bei dem Mond Rhea:
1674416791602.png

Wenn die 0-te Ordnung nicht am Originalbild vorhanden ist, wird díe Sache viel schwieriger, weil ja dann nur mehr Spektrallinien des beobachteten Objektes für eine Kalibrierung genommen werden können. Das ist nur mehr bei gut bekannten Objekten möglich und auch dort fehleranfällig.

Stichworte für die Suche nach Tutorials wäre Star Analyzer, passende Software etwa Vspec, Rspec oder Bass Project. Als Einstieg ein Blog, in dem Beteigeuze ausgewerter wird und eine Beschreibung von Beobachtungen mit dem Star Analyzer

CS
Arnold
 

Jörg_D.

Aktives Mitglied
Danke Arnold für die sehr ausführlichen Hilfen und Hinweise und schönen Spektren und Links.
Ich werde wahrscheinlich nochmal neu aufnehmen und die 0te Ordnung mit aufnehmen. Da ich ein großes Spektrum haben wollte, habe ich den Abstand Gitter zu Chip größer als sonst gewählt. Hätte dann aber ein Vergleichsspektrum ( z.B. Alpha Lyr) mit gleichem Abstand aufnehmen sollen.
Das müsste dann aber auch ohne die 0te Ordnung funktionieren. Werde beides mal testen, wenn es mal wieder passendes hat.

Danke und Gruß

Jörg
 

Arnold3

Aktives Mitglied
Hallo Jörg,

ohne 0-te Ordnung zwar die Skalierung (in nm / Pixel), aber noch immer keinen Nullpunkt. Du musst dich dann auf eine identifizierte Linie im Objektspektrum verlassen. Da gefällt mir die Variante mit 0-ter Ordnung im Bild deutlich besser.

Herzliche Grüße
Arnold
 
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