Sperrholztubus für Newton

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standkost

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Hallo Leute,

ich möchte mir einen Tubus für einen 8" f/6.2 Newton aus Sperrholz selber bauen. Ich denke da an 4mm Pappelsperrholz. Das ist schön leicht. Der Tubus soll 16eckig werden. Das gibt dann ca. 50 mm breite Streifen, die miteinander sowie oben und unten mit Sperrholzringen und in der Mitte mit Sperrholz-Rohrschellen verleimt sind.

Meine Fragen:
* Ist das auch stabil genug?

* Wie ist das überhaupt mit Tubus aus Holz in anbetracht der Justierkonstanz, da Holz immer etwas arbeitet, selbst Sperrholz? Ist das ein ernstzunehmendes Problem oder gar k.o.-Kriterium, oder ist das nur eine Frage der Dimesionierung (dass z.B. dickeres Holz sich weniger verzieht, allerdings den Tubus schwerer macht)?

* Welche Oberflächenbehandlung sollte ich vornehmen?

Danke für Eure Antworten!

Gruß Steffen
 
Hallo,
Holz ist sehr gut geeignet um einen Tubus zu machen. Ich habe einen Tubus für 6" aus einem sehr dünnen Sperrholz gewickelt.
Homepage Es lohnt sich auch hier zu stöbern:
Webring
Der Vorteil bei Holz ist die gute isolierende Wirkung. In Kombination mit einem Ventilator bekommt man ohne langes Warten ein gutes Bild.
Grüße Martin
 
Hallo
Ich habe den Tubus für meinen 8" aus Birkensperrholz (1,5mm )
gewickelt. Zuerst Hozringe mit der Stichsäge und dann das Sperrholz drumherum gewickelt mit Spanngurten fixiert bis der Leim Trocken ist. Aber den nächsten Tubus für meinen 12"
habe ich bei Gerd Neumann bestellt ( Hartpapier) ist auch nicht so teuer . Lass dir mal ein Angebot für deinen Tubus machen .
 
Hallo Steffen,

ich habe meinen 152/797-Newton mit einer Holzkiste gebaut. Eine kurze Beschreibung findest Du hier. Dabei habe ich 6,5mm Sperrholz verwendet, weil ich genug Stabilitätsreserven haben wollte. Innen befinden sich 8 Blenden, die das ganze Gerät zusätzlich aussteifen. Das Teleskop ist für den fotografischen Einsatz optimiert, und da dachte ich mir bei der Konstruktion halt: Hauptsache verwindungssteif. Der Nachteil ist natürlich das hohe Gewicht ;-)

Primär fotografiere ich mit dem Teleskop, und hinsichtlich Justier- und Fokuskonstanz habe ich keine Probleme (nur 1x Justeren nach jedem Transport, obwohl sich da kaum etwas verschiebt). Als Okularauszug habe ich einen Fokussierschlitten gebaut mit einem Fokussierweg von nur 109mm.

Das Holz ist innen mit Schultafellack 2x angestrichen, außen sind zwei Lagen klarer Holzlack drauf. In den letzten 4 Jahren Benutzung hatte ich mit Feuchtigkeit keine Probleme.

Mein nächster Newton wird wahrscheinlich auch wieder eine viereckige Holzkiste werden.

Schöne Grüße,
Stefan
 
Ich habe für den 200/800er Spiegel einen quadratischen Tubus aus 6 mm Birkensperrholz gebaut. Darin vier Blenden aus 4 mm starkem Sperrholz, 12 mm starke Platte für die Aufnahme des Spiegels und 6 mm starker Abschluß vorn. Ist verleimt und verschraubt - da kann ich mich draufstellen. Wenn das Ganze arbeitet, dann so langsam, daß es praktisch keine Rolle spielt.
 
Hallo Stephan,

danke für Deine Antwort.

Du schreibst "... 12 mm starke Platte für die Aufnahme des Spiegels ..."

Liegt Dein Spiegel direkt auf der Sperrholzplatte, oder was für eine Spiegelzelle hast Du verwendet?

Gruß Steffen
 
Hallo Stefan,

danke für Deine Antwort und den Link zu Deiner Homepage.

Einen Okularschlitten wollte ich auch einbauen, mit 97 mm Verschiebeweg, um zwischen monokularer und binokularer wechseln zu können.

Wie hast Du die Führung und den Verstellmechanismus realisiert? Ich plane zwei Stangen zu nehmen, auf denen der Schlitten mit vier Führungsbuchsen läuft. Abstand der Stangen ist 110mm, der äußere Abstand der Führungsbuchsen 122mm. Verstellbar ist das ganze über Gewindestange M6. Das ergibt 1mm pro Umdrehung Verschiebeweg, Freude für jeden Planetenbeobachter. Um nun nicht über 100 Umdrehungen für den ganzen Hub machen zu müssen, ist die Mutter halbiert und drückz gegen eine Halbschale ohne Gewinde. Die Hälfte mit Gewinde kann ich ausrasten und so den Okularschlitten grob an die Stelle des Fokuspunktes schieben. Danach wird mit Verstellrad fein fokussiert.

Ich bin schon gespannt auf Deine Lösung!

Gruß Steffen
 
Hi,

nein, der Spiegel liegt nicht direkt auf der Platte. Ich habe den originalen Alu-Guß-Ring weiterverwendet, der im Newton drin war. Allerdings habe ich den Kork herausgenommen und in die Bohrungen abgesägte Gewindestäbe eingesetzt und gekontert. Auf die Gewindestäbe kamen Druckfedern und Unterlegscheiben, das Ganze habe ich dann durch drei Bohrungen in der 12-mm-Platte gesteckt und "von außen" mit Flügelmuttern versehen. So ist eine werkzeuglose und extrem schnelle Justierbarkeit gegeben. Stabil genug ist sie auch. Ich habe keine zusätzlichen Feststellschrauben o. ä. verwendet. Wenn die Federn gut dimensioniert sind, dann paßt das.
 
Hallo,
Pappelsperrholz ist das billigste, und es gilt als NICHT dauerhaft wasserfest. Deswegen möglichst Birke nehmen, das auch wasserfest verleimt wurde!
Gruß,
Martin
 
Hallo Steffen,

in den nächsten Tagen werde ich mal eine Zeichnung meiner Schlittenkonstruktion posten (in der Hoffnung, daß es einigermaßen vernünftig dargestellt wird), zur Zeit kann ich nicht auf den Rechner zugreifen.

Der Okularschlitten besteht aus einer Aluplatte mit einem Durchlaß für Kamera/Okular und der Halterung für den Fangspiegel. Diese Aluplatte ist in Längsrichtung mit drei Bohrungen versehen: 2x 8mm zur Führung und 1x M6 zum Fokussieren. Am Ende der Gewindestange befindet sich ein Schrittmotor von Vehrenberg zum Fokussieren, als Ansteuerung benutze ich die alte Schrittmotorkarte von Conrad Elektronik (die es leider nicht mehr gibt (die Karte, nicht Conrad!)). Alle Bohrungen für die Führungsstangen und die Gewindestange habe ich mit einer Fräsbank gemacht, in der Hoffnung, daß sie alle parallel zueinander sind - Pustekuchen! Innerhalb des Material fangen dann doch irgendwann die Bohrer an, etwas auseinander zu laufen. Zwar nicht viel, aber bereits ausreichend genug, daß der Fokussierer recht schwergängig läuft. Hat aber zum Vorteil, daß sich nicht so schnell etwas verstellt :-)

Bei meiner nächsten Konstruktion werden ich nicht mehr die Stangenversion bauen, sondern mit Kegelfräsern ein Schlittensystem fräsen. Hat den großen Vorteil, daß sich ein fräser nicht so schnell hin- und herwindet wie ein 8mm-Bohrer.

Schöne Grüße,
Stefan

PS: Wieso schreiben hier (fast nur) Stefans, Stephans und Steffens???
 
Pappelsperrholz ist sehr leicht und sehr weich. Stabil genug
ist es, durch eine saubere Lackierung oder Holzöl bekommst
Du es wasserfest.

Nur wird es leicht Dellen und Kratzer bekommen.
Birke ist da schon besser.

Wenn der Tubus 16-eckig wird, musst Du Schmiegen an die
Streifen schneiden. Hast Du dafür die richtigen Maschinen?
(Eine Schmiege ist ein Schnitt in einem bestimmten Winkel,
eine Gehrung ist eine Schmiege mit 45°)

Der Schnittwinkel beträgt dann 11,25° (Dezimalgrad)
Schneide lieber 11,3°, denn der Leim braucht erfahrungsgemäß
auch etwas Platz.

Wenn Du die Streifen geschnitten hast, lege sie mit der
Außenseite nach oben auf eine gerade Platte. Nun klebst Du
die Streifen mit Paketband zusammen.

Wenn Du die zusammengeklebten Streifen nun umdrehst, kannst
Du Holzleim in die V-Fugen geben und das Rohr "zusammenklappen".
Die letzte Fuge ziehst Du auch mit Paketband zusammen.
Nach etwa 10 Stunden ziehst Du das Paketband wieder ab.

Wenn Du Blenden etc. einbauen möchtest, kannst Du sie direkt
mit einleimen. Versuche das "Zusammenklappen" erst einmal
trocken ohne Leim, um zu sehen, ob auch alles passt.

Holz ist ein wirklich hervorragendes Material. Durch die geringe
Wärmeleitfähigkeit und die bei Sperrholz extrem geringe Wärmeausdehnung
ziehe ich es jedem anderen Material vor.


Bei weiteren Fragen helfe ich gerne.

Viele Grüße
Dirk Mohlitz
Teleskope, Zubehör & mehr
mohlitz@t-online.de

 
Hallo Dirk,

danke für Deine Antwort und die Tipps!

Pappelholz oder Sperrholz: Ich habe erstmal Pappel ausgwählt, weil es schön leicht ist. Leider ist es bei gleicher Dicke weniger steif als Birke. Der E-Modul - das Maß für die Steifigkeit - ist bei Holz nunmal in etwa proportional zur Dichte. Aber dass wirst Du vielleicht besser wissen als ich. Mit Pappel würde mein Tubus ca. 1520g wiegen, mit Birke ca. 2300g, macht fast 800g Differenz. Bei einem Leichtbau-Newton mit ca. 6kg Gesamtgewicht sind das fast 15% Gewichtszuwachs. Muß ich mir nochmal in Ruhe überlegen und die Vor- und Nachteile gegeneinander aufrechnen. Deiner Antwort nach bekommt man sowohl Pappel als auch Birke mit den entsprechenden Holzschutzmitteln wasserfest, so dass also nur noch Gewicht und Verformung (Dellen, Kratzer) in die Betrachtung einbezogen werden müssen. Was muss ich beim Behandeln des Holzes beachten? Welches Mittel, was ich auch im Baumarkt oder so beziehen kann, ist am besten geeignet?

Schmiegen fertigen: Ich habe eine Kreissäge, die Schnitte unter bestimmten Winkel ausführen kann. 11.3° einzustellen wird mir nicht gelingen, weil es so genau mit meiner Maschine nicht geht. Das wird dann irgendetwas 12° ±2° werden. Das reicht aber eigentlich auch aus, denn bei 4mm dickem Holz ist das eine Abweichung von ±0.2 mm.

Denn Tipp mit dem Paketklebeband finde ich Klasse. Ich hätte jeden Streifen einzeln auf die Blenden aussen aufgeklebt. Dann hätte ich nur nicht alles mit einem Mal machen können, sondern hätte warten müssen, bis ein Teil trocken ist. Erst dann wäre der nächste Abschnitt möglich gewesen.

Vielen Dank für Deine Antwort!

Liebe Grüße Steffen
 
Hallo Steffen,

natürlich sind 12° bei 4mm Materialstärke noch in Ordnung.
Dazu noch ein Tipp:
(Vorausgesetzt, Du hast eine Tischkreissäge)

Schneide erst gerade Streifen, die etwas breiter sind. Dann
schneidest Du die Schmiege am Parallelanschlag an. Und zwar
mit der Außenseite (!) nach oben und dem Originalstreifen
links vom Sägeblatt.
(einen sehr schmalen Streifen am Anschlag abschneiden)

So reisst das Material nicht außen aus und Du kannst die Streifen
gut nach unten andrücken.
Doch pass bei den schmalen Streifen gut auf Deine Finger auf <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Lasse Die Streifen auch deutlich länger und schneide sie erst
nach den Schmiegen auf genaues Maß.
So kannst Du eventuelle Ungenauigkeiten am Anfang oder Ende
wegschneiden.

Die Oberfläche kannst Du ölen, lackieren oder lasieren.

Lasieren wird das Einfachste sein. (mit Dünnschichtlasur)
Einfach nach Anweisung in Faserrichtung auftragen.

Ölen ist auch eine sehr gute Möglichkeit. (NHO-Hartöl von Zweihorn vom Tischler um die Ecke <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />)
VORSICHT !!! ÖLGETRÄNKTE LAPPEN KÖNNEN SICH SELBST ENTZÜNDEN !!!
NACH GEBRAUCH UNTER WASSER DAMIT !!!

Einfach das Öl mit einem Pinsel auftragen, nach 20 Minuten
abreiben und am nächsten Tag nach feinem Zwischenschliff
wiederholen. (insgesamt 3 x)

Lackieren wird ohne eine gute Spritzpistole nur sehr unbefriedigende
Ergebnisse zeigen.

Alle Arbeiten am Holz immer in Faserrichtung! So bekommst
Du eine gleichmäßige Oberfläche ohne Querschliff etc. hin.
Alle scharfen Kanten "brechen", dass heisst, leicht rund schleifen.
So legt sich der Oberflächenschutz "um die Kante herum".
Scharfe Kanten können nur sehr dünne Schichten aufnehmen
und an diesen Stellen kann nachher Feuchtigkeit eindringen.

Stelle Dir den Lack o.ä. vor wie das Wasser in einem übervollen
Glas. Es wölbt sich nach oben und zur Kante hin wird es
immer weniger.

Ach ja, wasserfest bedeutet nicht, dass die Oberfläche einem
Gewitter standhält <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Tau oder die ersten Regentropfen sind aber kein Problem, wenn
Du sauber gearbeitet hast.


Bei weiteren Fragen helfe ich gerne.

Viele Grüße
Dirk Mohlitz
Teleskope, Zubehör & mehr
mohlitz@t-online.de
 
Hallo Stephan,

anbei eine Skizze meines Newtons. Später wurde noch hier und da ein wenig angepaßt, halt die typische Entwicklungsgeschichte während der Bauphase.

Zur Erklärung:
In grün wird der längliche Durchlaß dargestellt, der in den Holztubus geschnitten wird. Blau sind die Führungsstangen (2x 8mm) und das Gewinde zum Fokussieren (in der Zeichnung noch ein M8-Gewinde, daraus wurde dann ein M6-Gewinde). Rot ist der eigentliche Fokussierschlitten und eine längliche Blende, damit von außen durch den grünen Durchlaß kein Streulicht in den Tubus gelangt.

Ich hoffe, daß dadurch meine letzte Mail ein wenig verständlicher wird. Ein Bild sagt halt mehr aus als tausend Worte ;-)

Schöne Grüße,
Stefan

Link zur Grafik: http://www.astrofoto.net/astronomie_de/newton1.gif
 
Lieber Stefan,

danke für Deine Skizze zum Okularschlitten. Fast genauso habe ich es auch geplant. Nur bereitet mir die Unterbringung der Blende ein paar Schwierigkeiten, da ich ein drehbares Tubusoberteil habe und auch sonst alles auf minimale Fangspiegelgröße optimiert ist, d.h es geht recht knapp zu. Allerdings, die Blende ist nötig, und da werde ich wohl noch den einen oder anderen Abstrich machen müssen.

Noch eine letzte Frage: Wie hast Du es hingekriegt, dass die Führungsstangen genau parallel zur optischen Achse verlaufen? Der Skizze entnehme ich Befestigungsschellen oder -klötzer für die Stangen, die sich seitlich ausrichten lassen könnten. Wie hast Du aber den Abstand zur opt. Achse eingestellt? Man könnte dünne Unterlagen (Papier, im Zehntelbereich) untelegen. Und wie bist Du beim Justieren der Schlittenführung und der gesamten Optik vorgegangen? Irgendwo fängt man ja damit an, aber wo? Bei mir ist es noch etwas umfangreicher, da das Tubusoberteil um die opt. Achse rotieren soll.

Vielen Dank für Deine Antwort und einen schönen Tag!

Gruß Steffen


PS: Warum hier überwiegend Stefans, Stephans und Steffens schreiben, weiß ich auch nicht!
 
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