Spiderman II im Kampf gegen die Spikes

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Jetzt kann ich die Bilder endlich "verlinken".

http://www.fh-jena.de/contrib/fb/et/stud/sebastiansauer/meister.htm


Vielen Dank an Sebastian.


Demnächst bekommst Du einen Auftrag und ich ein 14" Testteleskop mit drei Spinnenbeinen, die aus Furnier
formverleimt sind !!! :-)


Die Stabilität bei verleimtem Furnier ist enorm.
Meine Spinne (drei Beine) bewegt sich kein bisschen.
Selbst nach dem Transport musste ich nur den Hauptspiegel
gaaaanz leich mit einer winzigen Schraubenumdrehung nachjustieren.

Warum können Die Hersteller von Massenware nicht auch solche Kleinigkeiten wie
werkzeuglos zu bedienende Stellschrauben oder Griffe
berücksichtigen?

Vielen "Low Price"-Dobsianern wäre mit so etwas doch wirklich geholfen.


Oder ?


Viele Grüße
Dirk

mohlitz@t-online.de
 
Re: Es geht voran !

Technik soll da gezeigt werden, wo sie nötig ist !
Da stimme ich mit Dir überein.
Deshalb habe ich schlichte Edelstahlschrauben genommen und keine "verschnörkelten" Drehknöpfe.
Technik kann sehr schön sein, wenn der Betrachter dadurch die Funktion nachvollziehen kann.
Gerade in der dezenten Betonung der Technik und ausgewogenem Design liegt der Reiz eines Objektes.
Die gebogene Fangspiegelspinne ist so ein Fall.
Dem Laien zeigt sich eine ausgefallene Form, dem
Techniker präsentiert sich eine durchdachte Lösung des Problems.
Die Wirkung durch die Form und durch den Wekstoff ist sehr edel,
da es sich (fast offensichtlich) um ein Teil handelt,
welches gerade genau so gebaut wurde, um perfekt zu funktionieren.
Ein Teil, welches durch seine willkürliche Formgebung nur ablenken will, hätte nicht dieses Material als Grundstoff,
sondern würde chromglänzend oder bunt daherkommen.
Durch die ungewöhnliche Formgebung bei gleichzeitiger Schlichtheit
des Materials entsteht der Eindruck, etwas ganz Besonderes vor sich zu haben.



Wer entwirft die "nächstbessere" Variante?
Denn zu einem Problem gibt es viele Lösungen.

Man muss nur warten.


In diesem Sinne



Dirk
mohlitz@t-online.de
 
Die Stabilität bei verleimtem Furnier ist enorm.
Meine Spinne (drei Beine) bewegt sich kein bisschen.
Selbst nach dem Transport musste ich nur den Hauptspiegel
gaaaanz leich mit einer winzigen Schraubenumdrehung nachjustieren.

Warum können Die Hersteller von Massenware nicht auch solche Kleinigkeiten wie
werkzeuglos zu bedienende Stellschrauben oder Griffe
berücksichtigen?
Hallo,
Erst noch mal Gratulation! Schönes Teil, vielleicht nicht gerade ein Flugreiseteleskop, dafür kann man es aber in jedes Wohnzimmer als Schmuckstück reinlassen!
Ja, ich würde aber Metall für die Spinne nehmen. Begründung: Metall ist bei kleinerer Dicke zugstabiler.
Dann würde ich eine Konstruktion wählen, bei der die Spinnenbeine nur auf Zug und nicht auf Biegung belastet werden.
Das ganze kann man auf Stathis Seite bei seinem Kyklopas sehen. Da greifen je zwei Spinnenbeine an einem Punkt an und zwar nicht genau radial sondern etwas versetzt.
Nachteile durch mehr Beugungserscheinungen muß man nicht in Kauf nehmen.

Da hast Du völlig recht! gerade bei Billigteilen bricht man sich oft eher die Finger ab bevor man einen Fangspiegel justiert bekommt, bzw. den Hauptspiegel bekommt man gar nicht justiert, weil ein normaler Anfänger nicht rausbekommt, wie da die Schrauben angeordnet sind.
Dabei wäre etwas Sorgfalt in dem Bereich sicher kein Kostenfaktor.
Grüße Martin
 
Na? Ist Holz nicht doch besser?

Die Diskussionen erfreuen mich ja sehr, vor allem, wenn man es mit einer "Nachteule" wie Dir (und mir) zu tun hat.

Holz hat einen sehr geringen Wärmeausdehnungskoeffizienten
und als Furnierpaket mit Kaurit Nr.234 und Härter Nr. 30 verleimt,
ist es sogar für tragende Bauteile zugelassen.
(Das Datenblatt lasse ich Dir gerne zukommen)

Wenn man es (sorgfältig !!!) ölt, ist es wasserfest, besitzt
aber noch eine gewisse Aufnahme- und Abgabefähigkeit für Wasserdampf.
(Hygroskopizität statt Hydrophobie !!!)
(Falls ich mich nicht irre, mein Griechisch war nie gut, da ich es nicht kann und niemals konnte und am Ende ist es doch Latein ;-)

Diese Umstände machen ein Teleskop aus Holz erst richtig interessant. (Die Wasserdampfsache, nicht mein schlechtes Latein/Griechisch)
Es ist wasserfest, lässt aber Dampf ein- und ausdringen und verzieht sich nicht bei Temperaturschwankungen.
So wird man fast nie Taubeschlag auf einem Holztubus finden
und die "Auskühlzeit" verringert sich enorm.
Ein Metalltubus "arbeitet" bei Temperaturschwankungen und
zieht Wasser magisch an.

Ich bin und bleibe Holzfetischist, auch wenn andere Leute
andere Meinungen haben.
Aber gerade die anderen Meinungen machen das Leben doch erst interessant, oder?


Beste Grüße


Dirk

 
Hallo Dirk,

zuerst einmal meinen herzlichen Glückwunsch zu diesem wundervollen Teleskop! Da hast Dur wirklich etwas geschaffen, was es in der Form bisher nicht gab. Ich wünsch Dir, dass es dafür wirklich einen Käuferkreis gibt und Deine Geschäftsidee so funktioniert wie Du es Dir vorstellst. Variationsmöglichkeiten gibt es ja noch einige, denke nur an einen Holz Gitterstangen Tubus...
Trotzdem muss ich Marty im Fall der dreiarmigen GERADEN Spinne Recht geben, Metall ist hierfür wesentlich besser geeignet, da Du die Spinnenbeine damit etwa 0.5mm dünn machen kannst. Und dünne Beine bedeuten mehr Kontrast und schwächere Spikes. Was eine GEBOGENE Spinne angeht, so kann ich mir gut vorstellen. dass verleimtes und gehärtetes Furnier eine gute Alternative zu Carbon ist. Die Festigkeit von Carbon ist hier ja fast überdimensioniert, wir bauen ja ein Teleskop und keinen Rennwagen.
Das wirklich einzige, was mir an Deinem Meisterstück aus technischer Sicht noch verbesserungsfähig erscheint, ist die Befestigung der Spinnenbeine am Tubus. Hier sehe ich bei Dir relativ dicke Holzblöcke. Diese sollte man vermeiden, da ohne sie der Tubusdurchmesser kleiner gewählt werden kann. Und je kleiner der Tubusdurchmesser, desto kleiner kann auch der Fangspiegel und somit die Obstruktion werden. Allerdings sehe ich auch Das Problem, wie man die Beine dann befestigen soll. Einlaminieren wie bei Carbon geht ja nicht. Vielleicht solltest Du die Beine durch die Tubuswand gehen lassen, und die Befestigungsblöcke aussen aufsetzen? Die Befestigung der gebogenen Beine wird noch eine besondere Herausforderung, da sie ja auch gebogen geschlitzte Klemmblöcke erfordern...
 
Gerade die Befestigung ist überhaupt kein Problem.
Ich habe extra einen mit 35mm recht großen Abstand des Hauptspiegels zur Tubusinnenwand eingehalten, um so
Turbulenzen vorzubeugen. Den etwas größeren Fangspiegel
(Obstruktion 25%) nahm ich in Kauf.
Das FIRST LIGHT gab mir absolut recht.

Deshalb sind die Befestigungen nicht im Strahlengang.
Ich habe alles mit NEWT25 berechnet und dabei unter anderem auch mal
den "Innendurchmesser" der Befestigungen eingegeben.
Kein Problem, wie sich zeigte.


Ich hab´mir ja schon was dabei gedacht ;-)




beste Grüße

Dirk
mohlitz@t-online.de

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