Hallo Andre,
da kannst Du nur auf den Dienst eines idealistischen Spiegelschleifers hoffen. Kommerziell ist eine Aufarbeitung des Spiegels sonst nicht darstellbar.
Wenn die Oberfläche so schlecht ist, daß nachgeschliffen werden muß besteht zunächst das Problem, ein Schleiftool mit genau dem passenden Krümmungsradius zu bekommen. Man kann mit Gips die Form abnehmen, das Gipstool mit Fließen bekleben und dann schleifen. Dann muß man aber mit grober Körnung beginnen, bis sich Tool und Spiegel völlig angepaßt haben. Der Aufwand ist dann praktisch identisch mit einem Neuschliff, die Brennweite wird hierdurch auch etwas verändert.
Ist die Glasoberfläche nur sehr wenig angegriffen, kann man dies u.U. mit Polieren schaffen.
Eine grobe Aufwandsabschätzung:
Pechhauttool herstellen 3 - 5 Stunden
Politur: ca. 15h
Herstellen Zonenmaske: 1 h
Parabolisieren: 10h - 20h incl. Zwischenmessungen (kann auch wenig kürzer oder viel länger dauern)
Materialaufwand bestenfalls hierfür ca. 30 bis 50 Euro bei vorhandenen Foucaulttester.
Beschichten mit Reflektions- und Schutzschicht incl. Transport und Verpackung ca. 200 Euro.
Durch das Polieren / Parabolisieren wird die ursprünglich vorhandene Brennweite praktisch nicht verändert.
Fazit: Im 1. Fall ist der Spiegel nur noch als Rohling verwendbar
Im 2. Fall ist mit ca. 250 Euro plus 20 bis 30h Einsatz eines Spiegelschleifers kann wieder ein guter Teleskopspiegel entstehen. 32cm und f/5,7 ist nicht banal, aber auch nicht ausgesprochen schwierig, wenn Erfahrung vorhanden ist.
Viele Grüße
Achim
p.s. ich beginne gerade mit einem neuen Spiegelschleifprojekt, da bin ich auf Monate beschäftigt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />