Spiegelherstellung

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Moin,

ich denke die im Vakuum aufgedampften Schichten sind ein paar µ dick, das ist nicht viel, brauchts ja auch nicht. Es geht ja nur um die Reflexion, die Oberfläche muss schon vorher sauber poliert sein.

CS
Jörg
 
70-150 Nanometer sind üblich, alles drüber führt zügig zur Ausbildung von Microstrukturen und zur Abnahme der Reflexionsleistung; die Spiegel wirken dann als hätten sie einen matten Schleier.
 
Da stellt sich mir die Frage, wie wird das Metall verdampft, etwa durch einen Lichtbogen eines Schweissgeräts?

Gruss
 
Elektronenstrahlkanone

CS, Ralf
 
Ich habe gedacht, dass ein Lichtbogen im Vakuum das Gleiche ist wie eine Elektronenstrahlkanone. Schnürt man den Lichtbogen dann mit Magnetfeldern ein?
 
Aluminium wird in einem Hochvakuum mit einem Glühfaden verdampft. Es sublimiert dann auf dem kälteren Glas.

Gold kann man auch mit einem kalten Plasma sputtern. Kaltes Plasma entsteht bei sehr niedrigen Gasdrücken durch Anlegen einer Hochspannung. Es ist im Gegensatz zum heißen Lichbogen (Bodenlampe) eher mit Emissionsnebeln zu vergleichen und strahlt ganz genau so Licht mit scharfen Spektrallinien aus. Beim Sputtern kann man mit Magneten den Ionenstrom auf das Zielobjekt richten, beim Verdampfen nicht, da keine Ionisierung stattfindet.
 
Entsteht Röntgenstrahlung bei Hochspannung? Und welches Gas für das Plasma?
Gruss
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Benjamin,

bitte benutze die Suchfunktion bevor Du hier ein Fragenbombardement lostrittst.

Es gab schon diverse Berichte zu dem Thema, sogar der Selbstbau einer solchen ziemlich komplexen Anlage wurde hier schon beschrieben. In den entsprechenden Threads ist das Verfahren in aller Ausführlichkeit beschrieben inklusive der teils massiven Probleme bei der Umsetzung.

Das Ganze ist auch wegen der verwendeten Technik usw. nur für den technisch bestens versierten Fachmann zu beherrschen, ansonsten l e b e n s g e f ä h r l i c h.

CS
Jörg
 
Wenn ich das richtig weiß ging es da um ein paar tausend Volt, aber wie gesagt, der Thread war immens umfangreich, es geht ja um die Erzeugung des Hochvakuums, lies mal den Bericht über die Bedampfungsanlage in der Sternwarte Hamburg (!), das Aufschmelzen des hochreinen Aluminiums ohne dass das verunreinigt wird, das Ablagern auf dem Spiegel usw., das ist schon eine massig komplexe Sache wenn das hinterher einen absolut einwandfreien Spiegel geben soll. Da wird ja nicht bloß ne Glasplatte unter die "Glocke" gelegt, ein bisschen Alu heiß gemacht und das ganze unter Vakuum, das war - wie gesagt, suchen und Thread lesen, schon ein ziemlich trickiger Vorgang.

CS
Jörg
 
Hallo Benjamin, so schwierig ist es auch nicht.
Beim Bedampfen ist das Hochvakuum die Herausforderung. Ansonsten ist es eher ungefährlich, da keine hohen Spannungen gebraucht werden.

Aber Deine Fragen passen eher zum Sputtern (Gold) un nicht zum Bedampfen (Alu):
Hochspannung erzeugt UV Strahlung. Röntgenstrahlung entsteht erst, wenn ein Elektronenstrahl im Hochvakuum gegen eine harte Oberfläche geschossen wird. Da wir hier weder Hochvakuum noch Elektronenstrahl haben, besteht hier keine Gefahr.
Man kann mit Gleich- oder Wechselspannungen arbeiten. Die Anordnung ist dann etwas unterschiedlich. Als Gas wird oft Helium oder Stickstoff verwendet. Gleichstrom hat den Vorteil, dass man Gasionen durch einen Ringmagneten auf das Gold richten kann, was effizienter ist. Es reichen schon 2000 Volt je nach Größe der Kammer und des Gasdrucks. Das gibt dann schöne Glimmentladungen mit schönen Farben genau wie bei den Emissionsnebeln. Wichtiger als die Spannung ist der Strom, der proportional zum Auftrag des Metalls auf das Glas ist.

Man kann so etwas gut zu Hause bauen. Eine gute Vakuumpumpe (Drehschieberpumpe) ist dabei hilfreich, ein Kühlschrankkompressor schafft es auch für eine Zeit. Als HF-Generator kann man mit einem Zeilentrafo (alter Röhrenfernseher) entsprechend 2-20000 Volt erzeugen.

Hochspannung kann gefährlich sein. Sie kann Distanzen von einigen Zentimetern überspringen und auch einen nicht daran gewöhnten Elektrotechniker böse überraschen. Man sollte entsprechende Werkzeuge und Isolationshandschuhe nutzen. Normalerweise sind 18kV bei Frequenzen von 20kHz und höher nicht sehr gefährlich. Es gibt kleine verkohlte Punkte auf der Haut, mehr aber auch nicht. Wenn man sie aber gleichrichtet und einen Kondensator damit auflädt, kann sie schnell tödlich werden. Daher bitte ausführlich Infos einholen und äußerst vorsichtig sein.
Ich habe im letzten Jahrtausend als Jugendlicher in meinen Sommerferien damit viel experimentiert (Spektroskopie von Alkalisalzen) und auch in der Schule vorgeführt. Es gibt inzwischen Youtuber, die das alles schön vorführen.
 
Hallo zusammen,

sorry, wenn ich diesen etwas eingeschlafenen Thread nochmal reanimiere... aber das Thema lautet ja "Spiegelherstellung" und
da wollte ich nicht noch eine aufmachen.
Habe schon immer eine Frage gehabt:
wie bekommt man eigentlich Vergütungen oder Beschichtungen ala UTHC, Starbright usw. auf den Spiegel? Werden die auch
aufgedampft?

Danke schonmal :-) !

Gruß,
Jürgen
 
Da gibt's verschiedene Verfahren. Einmal durch verdampfen von Alu im Vakuum oder Ablagerung von Material aus einem Ionenstrahl usw.

Es gab hier Mal eine Beschreibung wie man das mit dem Alu in einem Tiegel hinkriegst, das müßtest Du per Suchfunktion im Archiv orten.

CS Jörg
 
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