Spiegelqualitäten von der Stange

DarkSky82

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

Kann man Stand heute sagen, wer aktuell im Durchschnitt die besseren Spiegelqualitäten in den Standard Dobsons abliefert? GSO, Skywatcher, Bresser? (Die Ausstattungsunterschiede mal unberücksichtigt)

Ich interessiere mich aktuell für einen 8 Zoll Dobson und würde das gerne berücksichtigen.

Vielen Dank im Voraus für ein paar Meinungen.

Vg und CS
Oliver
 
Hallo Oliver,


nach allem zu urteilen was ich so aus meinem Umfeld mitbekomme und selber durchgeschaut habe oder wo es auch Messungen gibt - mir drängt sich der Eindruck auf das tut sich nicht mehr viel. Ich weiß von Skywatcher, GSO und Celestron Newtons/Dobsons mit 8"...10" daß die gute HS mitbringen, von Bresser weiß ich nix habe aber auch da noch nichts negatives zur Spiegelqualität gehört.

Bin auch mal gespannt was es da an weiteren Erfahrungen gibt!


Viele Grüße Felix
 
Guten Tag in die Runde,

ich vermute (!), dass ein ganz erklecklicher Teil der oben genannten "Markenspiegel" aus denselben (wenigen) Firmen stammen und lediglich die Farbgebung und Aufdrucke an den jeweiligen Kundenauftrag angepasst werden. Einige sehen äußerlich völlig identisch aus.
Aber das bezieht sich nur auf die Mainstrem-Marken im unteren bis mittleren Preissegment.

Ich persönlich würde das in diesem Preissegment komplett vernachlässigen und entweder a) damit leben, was man geliefert bekommt, oder b) in richtig gutes und entsprchend teureres Material investieren.

Schöne Grüße,
Urs
 
@Felix: vielen Dank für die Schilderung deines Eindrucks.

@Urs: vielen Dank für Absatz 1. Das würde mit dem Eindruck von Felix zusammen passen. Aber GSO ind Skywatcher verwenden soweit ich weiß nicht den gleichen Spiegel.

Bei den Marken wie Omegon, Orion, Galaxy usw stimmt das meiner Kenntnis nach, das sind z.b. umgelabelte/gebrandete Marken beliefert von GSO oder Synta.

Absatz 2 spielt hier keine Rolle ;-) es geht um Dobson von der Stange. Sicher kann ich mir auch einen von einem europäischen/deutschen Hersteller für den 2-3 fachen Preis kaufen wo die Spiegelqualität gemessen deutlich besser ist. Ich bin aber der Meinung das für den Großteil der Beobachter ein guter Spiegel im Standard Dobson völlig ausreichend ist. Und da schließe ich mich ein.
 
Hallo,
was mich d.J. bei Bresser auf der HATT "angemacht hat", war der 20" Gitterrohrdobson. So etwas von Leichtigkeit in der Beweglichkeit, hoch und runter, 360° Bewegung, hätte ihn am liebsten mit nach Hause genommen. Wäre echte Konkurrenz zum C 8 geworden, und mit GOTO. Ich mache ja bis jetzt immer noch Starhopping, und das seit Beginn des Spezialgebietes.

Gruß Günther
 
Vielen Dank auch an Günther.

Handling, Aussehen, Ausstattung ist erstmal nicht relevant.

Es geht mir hier wirklich nur um die Spiegelqualität und eure Erfahrungen damit.

Wer hat durch verschiedene privat Durchgeschaut, vielleicht auch beruflich, oder Spiegel geprüft/vermessen, und mag seine Erfahrungen dazu preisgeben. Gerne auch per PN falls es nicht öffentlich als Statement stehen soll (z.b. Händlermeinung der hier privat unterwegs ist).

Danke an alle :-)
 
Ich denke, man sollte hier den Ball flach halten. Ich habe noch niemanden gehört, der sich über die Qualität eines Lacerta Foto Newton beschwert hat und der 10", den mein Vereinsfreund hat, ist klasse. Die Spiegel der Lacerta Foto Newtons sind von Skywatcher.

Tommy Nawratil hat mal einen Orion UK Spiegel interferometrisch getestet und der hochgelobte und teure Spiegel mit individuellem Prüfprotokoll war das Prüfprotokoll nicht wert und musste ein paar mal reklamiert werden. Leider finde ich den Link gerade nicht.

Insofern ist es ohne geeignete Interferometrische Prüfung kaum möglich, gut und schlecht voneinander zu unterscheiden.

Somit wäre ich vorsichtig pauschal zu sagen, dass Skywatcher oder GSO Spiegel per se schlecht sind.

Viele Grüße,

Günther
 
Hallo Oli,
ich habe Mal die KI befragt (Perplexus).

Frage:
Vergleiche die qualität von parabolischen 8"/ 203 mm Newton/ Dobson Hauptspiegeln der Hersteller skywatcher, bresser und gso nach den Kriterien Reflektivität (in %), Oberflächengüte (in lambda/...) und Abbildungsfehler

KI Antwort (bis zum Ende des Postings):

Die parabolischen 8"/203 mm Newton/Dobson Hauptspiegel von Skywatcher, Bresser und GSO unterscheiden sich in Reflektivität, Oberflächengüte und Abbildungsfehlern nur in Nuancen, da sie alle im Bereich preiswerter „Massenoptiken“ liegen, aber bestimmte Eigenschaften und Erfahrungswerte sind hervorzuheben.

### Reflektivität

- Die Reflektivität der Hauptspiegel dieser Hersteller liegt in der Regel bei etwa 90% für die Standard-Aluminium-Beschichtung mit einer SiO2-Schutzschicht.[1]
- Hochwertigere Varianten (z. B. Bresser mit „HR-Beschichtung“) sind bis zu ca. 94% angegeben, dies ist aber optional und nicht immer Standard.
- GSO und Skywatcher verwenden meist ähnliche Standardbeschichtungen, bei Spezialausführungen kann die Reflektivität geringfügig höher sein.[8]

### Oberflächengüte (in Lambda/RMS)

- Die typischen Angaben für Massenhauptspiegel dieser Klasse sind etwa $$\lambda/4$$ Peak-to-Valley oder etwa $$\lambda/13$$ RMS für die Oberfläche.[7][1]
- Gute Exemplare und optimierte Spiegel (z. B. Spezialserien bei Skywatcher oder GSO) erreichen manchmal Werte von $$\lambda/5$$ bis $$\lambda/6$$ PV und etwa $$\lambda/20$$ RMS, was spürbare Vorteile in Streulicht und Kontrast gibt.
- Die Unterschiede werden im Alltagsgebrauch meist durch die Serienstreuung und Justage überlagert, einzelne Exemplare können bessere oder schwächere Werte liefern.[7]

### Abbildungsfehler

- Für alle drei Hersteller bedeuten die obigen Qualitätsstufen übliche Fehler wie sphärische Aberration, Zonen, Kanten-Abfall oder Astigmatismus, aber gravierende systematische Bildfehler sind selten.[3][7]
- Bei Skywatcher wird die Fangspiegelaufhängung kritisiert, aber Hauptspiegel werden meist als solide beurteilt; Bresser gilt laut Nutzerfeedback als „durchwachsen“, aber nicht grundsätzlich schlechter als die anderen.[6]
- GSO-Spiegel sind oft auf Fotografie optimiert (größerer Fangspiegel), was den Kontrast leicht mindern kann. Einzelne Exemplare können Zonen oder Kanten zeigen, aber systematische Bildverzerrungen sind im normalen Beobachtungsbetrieb selten.[8][7]

### Zusammenfassung als Tabelle


HerstellerReflektivitätOberflächengüteAbbildungsfehler (Erfahrungswerte aus Internetquellen)
Skywatcherca. 89–92λ/4 PV, bis λ/13 RMSmeist solide, geringe Streuung
Bresserca. 92–94λ/4 PV, bis λ/13 RMSetwas „durchwachsen“
GSOca. 90–93λ/4 PV, bis λ/13 RMSFotobetont, größerer Fangspiegel


Alle drei Hersteller bieten übliche Massenoptikqualität mit leichten individuellen Schwankungen, Premium-Spiegel zeigen deutlich bessere Werte, sind aber teurer.[7]


[1](https://www.intercon-spacetec.de/beratung/teleskope/welches-teleskop/optische-qualitaet/)
[2](https://www.reddit.com/r/telescopes/comments/11jvxx7/bresser_messier_8_dobsonian_vs_skywatcher/)
[3](https://www.astrotreff.de/forum/index.php?thread%2F268555-bildfehler-8-skywatcher-newton-astrofotografie%2F)
[4](https://www.astrotreff.de/forum/index.php?thread%2F269242-erstes-teleskop-welches-8-dobson%2F)
[5](https://www.interstellarum.de/wp-content/uploads/2020/01/isthema2008-1.pdf)
[6](https://forum.astronomie.de/threads/8-dobson-fuer-einsteiger.329334/)
[7](http://r2.astro-foren.com/index.php/de/11-beitraege/03-newton-systeme-und-verwandte-fragen/'http:/rohr.aiax.de/dobson.htm')
[8](https://www.balkonsternwarten-netzwerk.de/index.php/Thread/4983-GSO-oder-Skywatcher/)
[9](https://forum.astronomie.de/threads/abbildungsfehler-newton-hilfe.314008/)
[10](https://www.teleskop-spezialisten.de/shop/Teleskope/Dobson/200mm-8-Zoll:::219_4_59.html)

[KI Informationen ohne Gewährleistung]
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi
ich kenne natürlich auch nicht alle Spiegel die im Umlauf sind, teile aber den Eindruck von Felix.
Die Zeiten von ausgesprochen vielen Gurken scheinen tatsächlich vorbei.
Mir scheint, dass man in Fernost die Serienstreuung in den Griff bekam und durchgängig ordentlich liefert.
Ich habe z.B. einen Syntaspiegel aus Floatglas in 8" f/5 der schon beim ersten Test 300fach sauber konnte.
Was will man mehr .
Kaufe was zu Deinen Anforderungen paßt und teste das Gerät. Richtig justiert, auf Temperierung und Seeing achten. UNBEDINGT!
Kann der Massenspiegel Newton eine Vergrößerung von 2x (HS-FS) vergiß das Thema Strehl und Co und hab Spaß.
CS
 
> GSO, Skywatcher, Bresser?

Oh Mann, diese Diskussion gab es schon vor 20 Jahren in diesem Forum - mit entsprechenden Flame-Wars von Verfechtern der einen oder anderen Seite. Ich glaube, wer sich seit damals mit dem Hobby beschäftigt hat, wird auf keinen der drei großen Anbieter etwas geben. Die tun sich im einfachen bis mittleren Bereich gar nichts, jedenfalls nichts, was nicht optisch auch für Laien und Anfänger sichtbar wäre.

Ich hatte auch schon Newtons von Skywatcher, GSO (bzw Meade Lighbridge) und auch Orion-UK. Mein 10" f/6,3-Orion war visuell der beste, gefolgt vom Meade. Kostentechnisch würde ich mir aber durchaus heute eher einen GSO zulegen wollen. Skywatcher ginge auch, why not? - Aber eine kleine Reihenfolge der subjektiven Vorliebe bleibt doch.

> Ich interessiere mich aktuell für einen 8 Zoll Dobson und würde das gerne berücksichtigen.

Für einen Achtzöller machst du so einen Aufstand? Nimm einen Würfel, würfle und werde glücklich! So machst du am wenigsten falsch.
Ich würde heute aber eher mit einem 10" f/5 Dob anfangen wollen (aber das nur nebenbei) - das ist für mich das Optimum von Leistung und Baugröße.
 
@winnie:
"Oh Mann, diese Diskussion gab es schon vor 20 Jahren in diesem Forum - mit entsprechenden Flame-Wars von Verfechtern der einen oder anderen Seite.
.....
Für einen Achtzöller machst du so einen Aufstand? Nimm einen Würfel, würfle und werde glücklich! So machst du am wenigsten falsch."


Welch freundliche Rückmeldung - genau solche Rückmeldungen führen so solchen "Flame-Wars". Ganz abgesehen davon: ich habe nicht nach alten Kamellen gefragt, sondern nach dem aktuellen Stand.

Und wann ich einen "Aufstand" mache oder eine Frage stelle kannst du mir selbst überlassen - ich kaufe wenn möglich gerne das bestmögliche für das jeweilige Budget. Und da hat sich ja scheinbar was getan laut den anderen freundlichen Schreibern.

@Admin: meine Frage ist somit beantwortet.
Kann so gerne geschlossen
 
(...) teile aber den Eindruck von Felix.
Die Zeiten von ausgesprochen vielen Gurken scheinen tatsächlich vorbei.
Mir scheint, dass man in Fernost die Serienstreuung in den Griff bekam und durchgängig ordentlich liefert.

> GSO, Skywatcher, Bresser?
(...)
Für einen Achtzöller machst du so einen Aufstand Aufwand?

Es mag schon so sein, dass die Wahl der Marke heute kaum noch einen Qualitätsunterschied mehr macht.

Das würde ich aber eher als Erfolg von "20 Jahre lang erfolgreich Qualitätsvergleiche angestellt" :y: deuten als einen Erfolg von "20 Jahre lang Monkey-Choice":n:
 
Hallo Oliver,

vor der Entscheidung stand ich auch mal und hatte ähnliche Gedanken.

Im Endeffekt hat der Preis, das günstigeste Angebot den Ausschlag gegeben und ich bin beim Standard GSO Dobson gelandet und war und bin immer noch damit zufrieden.

Gruß,
Holger
 
Hi Holger,

Ich hatte vor einigen Jahren schon einmal einer 8er und auch einen 10er Galaxy mit "ausgewähltem Quarzspiegel". Ich hatte auch schon einen 12er GSO Deluxe. Ebenfalls stand hier schon ein 16er Martini Gitterrohr mit "Privatschliff" Spiegel.

Ich möchte vom Handling beim 8er bleiben (das, was man persönlich auch am meisten nutzen würde). Da sich die Spiegelqualitäten scheinbar nicht mehr so viel unterscheiden, läuft es nun vermutlich auf einen Galaxy oder GSO Deluxe raus da ich die Ausstattungsvarianten sehr gut finde und bereits kenne.

Danke dir für deinen Input :-)
 
Hallo Oliver,

ich habe mit einem 8 Zoll F/6 Dobson und Pyrex-HS von GSO sehr gute Erfahrungen gemacht, wobei dieser, wie auch der nachfolgende Quarz-HS einen gemessenen Strehl von 98% und sehr glatte Oberflächen hatten. ICS hatten diese angeboten und vermessen lassen. Die Abbildung war bei gutem Seeing grandios. Achte aber auf ein gutes optisches Gesamtsystem, also auch sehr guten FS.

Ich würde mir bei ICS einen bestmöglichen getesteten HS und FS ausbitten, dann hast du Ruhe und beim Verkauf Nachweise zur Qualität, was den Preis höher halten kann.

Grüße
Martin
 
Hallo Oliver,

ich möchte euch auch noch verschiedene Spiegel zeigen. Ich habe mir dazu extra einen Foucault Tester gebaut. Einmal diesen hier:
8-Fremd.JPG
Dieser wurde mit 1/10 Lambda beworben und er hatte sie auch. Aber wie sieht die Oberfläche und der Rand aus. Das wird beim Protokoll nicht dazu gesagt. Dieser ging zurück.

Mein eigener Selbstschliff.
8-Selbstschliff.JPG
Super glatt, keine Zonen. Der Rand ist zwar auch nicht perfekt aber deutlich besser als der Kaufspiegel.

Mfg,Kurt
 
Hallo Kurt,

Vielen Dank für die Bilder.

Welches Fazit soll ich denn deiner Meinung nach daraus ziehen? Trau keinem Kaufspiegel sondern schleif selber? Oder verkaufst du Spiegel und möchtest mir einen anbieten? ;-) oder ich soll nichts auf Zertifikate geben und irgendeinen nehmen?!

Freue mich noch auf eine Ergänzung zu deinem Beitrag.

Vg Oliver
 
Hallo Oliver,
die Beispiele von Kurt zeigen worauf es ankommt - 1/10 PV sagt nicht viel über die Form
und Oberfläche. Die Randzone kann trotzdem überkorrigiert sein und die Abbildung
sichtbar verschlechtern ( Auflösungsvermögen )
Für Planeten und Mond sollte die Randzone des HS eher eine leichte Unterkorrektur und
einen scharfen Rand zeigen.
ich habe einen 6" Orion Spiegel mit 1/8 PV erhalten - stimmt aber nur wenn man die Mittenzone
ausblendet. ( Fangspiegel ) Allerdings ist der abbildende Teil fast perfekt und liefert
knackscharfe Planeten.
Fazit: Spiegel mit Zertifikat bestellen , von unabhängiger Stelle nachprüfen lassen und
ggf. zurückschicken.
Beste Grüße, Joachim
 
(...) von unabhängiger Stelle nachprüfen lassen und ggf. zurückschicken.

Wo gibt es denn einen Focault-Test-Service, wo man einen -ausgebauten? -Spiegel eines neuen Teleskops hinschicken könnte und was kostet es? (Nicht jeder will sich für ein neues Teleskop gleich einen eigenen Focault Tester bauen.) Für ein 1000 Euro Teleskop könnte das natürlich übertrieben sein, je nachdem was der Test kostet.

Viele Teleskopverkäufer vergessen die obligatorische Widerrufsbelehrung, dann beträgt die Widerrufsfrist 30 Tage. Diese Zeit könnte man ja nutzen, um sich ein unabhängiges Zertifikat des Hauptspiegels einzuholen. :D :D

Könnte man alternativ auch einen großen bekannten Mondkrater fotografieren und den Strehl-Wert des gesamten Teleskopsystems aus dem Vergleich mit einem Referenzfoto berechnen, das ein Profiastronomie-Teleskop erstellt hat? (Bei vielen anderen astronomischen Objekten ist der Schwarzenteil des Bilds sehr hoch; schwarz = keine Information)
 
Hallo Oliver,
dass die Spiegelqualität von GSO und Skywatcher wohl ziemlich identisch ist, wurde ja bereits ausgeführt.
Du kannst also nach der Ausstattung auswählen.
Bei GSO sind die Justage und Konterschrauben nah beieinander. Bei Skywatcher, waren die zumindest früher, versetzt. Dadurch konnte sich die Spiegelzelle etwas verformen, was bei der Justage nicht gerade hilfreich ist. Das passiert(e) immer dann, wenn die Konterschrauben etwas zu fest angezogen werden.
Ib die Spiegelzellen heute noch so aufgebaut sind, weiss ich allerdings nicht…

Grüße Rainer
 
Ein einfacher Test des gesamten Systems ( HS und FS ) mit einem Ronchi Okular zeigt
am Polarstern qualitativ den Zustand des Teleskops hinsichtlich Abbildung. ( Linien )
Baut man in eine Okularhülse ( ohne Linsen ) eine Messerschneide ein, lässt sich der
Foucault Test qualitativ auch am Polarstern ausführen. ( Schattenbild )
Beste Grüße, Joachim
 
Ein einfacher Test des gesamten Systems ( HS und FS ) mit einem Ronchi Okular zeigt
am Polarstern qualitativ den Zustand des Teleskops hinsichtlich Abbildung. ( Linien )
Baut man in eine Okularhülse ( ohne Linsen ) eine Messerschneide ein, lässt sich der
Foucault Test qualitativ auch am Polarstern ausführen. ( Schattenbild )

Der Ronchi-Test funktioniert auch ohne zusätzliche Messerscheide schon als qualitativer Test für Abbildungsfehler. (https://www.sternwarte-hof.de/download/OptikOptimierung.pdf)

Kann man den Ronchi-Test bei Wolkenhimmel auch mit (mehreren verschieden-farbigen?) Laserpointern als künstlicher Stern an einer 200 m entfernten Hauswand machen? (Aus einem einzelnen monochromatischen Laserlicht lassen sich i.d.R. keine defokussierten Interferenzmuster erzeugen.) Denn aus irgendeinem komischen Grund ist es immer genau dann bewölkt, wenn ich ein Teleskop testen will. :whistle:
 
Hallo,
persönl. Meinung zu allem: Gehe mit den gegebenen Daten in den bekannten Link "Teleskope...." ,und sehe, was das Gerät leisten müßte. Diese Berevchnung hat bisher immer noch ganz gut funktioniert, auch bei BINOS bis 100 mm Öffnung. Wenn die Daten stimmen, ist für mich "grünes Licht" das Gerät zu kaufen, vorher immer Umtauschrecht vereinbaren, da macht mann/Frau , "gg", nichts verkehrt !

Gruß Günther
 
Wo gibt es denn einen Focault-Test-Service, wo man einen -ausgebauten? -Spiegel eines neuen Teleskops hinschicken könnte und was kostet es? (Nicht jeder will sich für ein neues Teleskop gleich einen eigenen Focault Tester bauen.) Für ein 1000 Euro Teleskop könnte das natürlich übertrieben sein, je nachdem was der Test kostet.

Dann sollte man eher einen Test/Prüfung per Interferometer machen lassen. Wird auch angeboten z.B. von der Firma Wellenform. Preis abhängig von der Spiegelgröße, ob sich das lohnt, muss man selbst entscheiden.

Ronchi-Test ist aber ein sehr guter Hinweis.

Geht auch mit künstlichem Stern in ausreichend Entfernung. Laserpointer geht nicht, da sich der Strahl aufweitet.

In den USA wird gerne ein umgebautes Ronchi Okular mit LED und Test im Doppelpass mit einem „Öl-Flat“ genutzt. Sehr interessantes Verfahren. Suche mal nach „DPAC oil flat“ - geht auch testweise mit Wasser, da aber mehr Vibrationen.

DPAC = Double Pass Auto Collimation

Dazu stellt man das Teleskop auf den Kopf also Öffnung nach unten, was bedeutet, dass ein Newton bspw. nur auf seinen Halteklammern oder Haltering liegt, was bei der Kürze der Messung (ein paar Minuten) aber kein Problem ist (sein sollte).

Wollte das demnächst mal selbst ausprobieren.

Alternativ einen eigenen Foucault-Test zu bauen, braucht vier kurze Schubladenschienen, eine M6-Gewindestange, eine Rasierklinge, LED und ein bisschen Holz, eventuell noch eine Messuhr, wenn man Schnittweiten messen möchte bzw. die Foucaultbilder auswerten möchte. Durch die M6 Gewindestange, da Steigung 1 mm pro Umdrehung, bekommt man aber auch ohne Messuhr schon gute, reproduzierbare Ergebnisse hin.
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke.

Ronchi-Test ist aber ein sehr guter Hinweis.

Geht auch mit künstlichem Stern in ausreichend Entfernung.

Wie viel Meter Abstand braucht ein ein f/4 Newton denn ungefähr?
Ich hatte früher bei stathis first-light Mal gelesen, dass man den Einstern-Test für einen schnellen Newton nur an einem richtigen Stern machen sollte, sonst würde die Geometrie/ Qualität eines schnellen Newtons durch den kurzen Abstand falsch dargestellt.
Gilt das evtl. auch analog für den Ronchi Test?

Als ich meinen Newton ganz neu hatte und die Kollimation mit einem Laserkollimator nachkontrollieren wollte, hatte ich das Problem das ich den roten Laserpunkt in dem Zentrierkreis auf dem Hauptspiegel nicht sehen konnte, bzw. nur wenn ich meine Glubscher direkt neben dem Fangspiegel gehalten habe. (Dafür habe den Laser auf kleinste Stufe runter gedreht.) Die Fabrikkollimierung war 1a (genau im Bulls Eye); ich konnte einfach nur den blöden roten Punkt nur ganz schwer auf dem Hauptspiegel erkennen. (Zwischenzeitlich hat der Spiegel etwas Staub aufgenommen und das "Problem" hat sich ausgewachsen.)

Ist das auch ein erstes Indiz für eine geringe Oberflächenrauheit, wenn man den roten Kollimator-Laserpunkt kaum auf dem Hauptspiegel erkennen kann?
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie viel Meter Abstand braucht ein ein f/4 Newton denn ungefähr?

Faustregel ist mindestens 25-30 x die Brennweite, so weiter so besser, so lange der K-Stern noch hell genug ist.

Das „Entfernungs-Problem“ umgeht man halt bei dem genannten DPAC-Test, aber halt mit dem Nachteil, dass man auf dem Kopf messen muss.

Ist das auch ein erstes Indiz für eine geringe Oberflächenrauheit, wenn man den roten Kollimator-Laserpunkt kaum auf dem Hauptspiegel erkennen kann?

Nein, das ist kein Indiz dafür.
 
Ist das auch ein erstes Indiz für eine geringe Oberflächenrauheit, wenn man den roten Kollimator-Laserpunkt kaum auf dem Hauptspiegel erkennen kann?

Hier noch eine kurze Präzisierung dazu. Dein Laser hat einen Durchmesser von was, 2 mm?
Von dieser kleinen Fläche, im Verhältnis zur Gesamtfläche des Spiegels, sind keinerlei Rückschlüsse möglich.

Daher wird z.B. bei einem Common-Path Interferometer wie dem Bath der reflektierte, nicht aufgeweitete Laserstrahl als Referenz-Strahl genutzt, da Deformationen auf dieser kleinen Fläche praktisch ausgeschlossen sind.
 
Danke. Es war mir halt nur aufgefallen, dass ich den Laserpunkt - trotz Abdunklung des Raums - kaum sehen konnte.

DPAC = Double Pass Auto Collimation

(...)

Wollte das demnächst mal selbst ausprobieren.

Zur groben Orientierung gibt es bei den Teleskopspezialisten ja jetzt schon ein größeres Archiv an Einstern/Ronchitests.

Nur fehlen dort halt Newton Teleskope komplett. Zumindest habe ich beim schnellen Durchblättern keinen einzigen gefunden. Eigentlich weiß ich nur aus den Schilderungen hier im Forum mit einer guten Verlässlichkeit, dass die Newton-Spiegel von GSO besonders präzise sind.

In dem Archiv sind neben Refraktoren und SCTs sonst leider nur noch Maksutovs aufgeführt. Die finde ich wegen des langsamen Öffnungsverhältnisses (hoher focal ratio) und der damit verbundenen geringen Lichtstärke für fotografisch aber total uninteressant.

Besonders würde mich interessieren, wie die neueren ~ f/5 Maksutov-Newtons von der Stange bei einem Qualitätstest abschneiden würden. Z.B.
- Explore Scientific MN 152/731 oder
- Sky‑Watcher MN190 (190/1000)

Denn insgeheim vermute ich, dass der Intes Maksutov-Newton Qualitätsmythos zum Teil einfach Bauart bedingt ist. Und die Bauart ist sogar vergleichsweise günstig. Die Meniskuslinse ist schon drin; der dato immer noch obligatorische Kauf eines Komakorrektors entfällt. Ich habe jetzt aber gerade erst was neues, einen 08-15 8" Newton. Es ist also eher ein generelles langfristiges Interesse.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo heinrichl

Denn insgeheim vermute ich, dass der Intes Maksutov-Newton Qualitätsmythos zum Teil einfach Bauart bedingt ist.
genauso ist es! Hier wird der Fangspiegel bis zum absoluten Minimum klein gehalten.
Die chinesischen Geräte sind heute gar nicht mal so schlecht währe da nicht immer wieder diese total überhöhte Bildlage über dem Tubus und die dadurch bedingten übergroßen Fangspiegel!
Siehe auch hier Beitrag #12.
Gruß
Peter
 
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