Spiegelschleifprojekt 10" /f5.5

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Helwig_Fuelling

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Hallo Freunde der Nacht,

Ich wollte einen kurzen Zwischenbericht über mein Spiegelschleifprojekt geben :

Am letzen Mittwoch, pünktlich zum Geburtstag, sind die Spiegelrohlinge von Martin Trittelvitz hier angekommen. Es sind 2 Stück 10“ Borofloat Rohlinge mit 25mm Dicke. Einen Rohling wollte ich als Tool verwenden. Es soll ein 10“ f/5.5 Spiegel werden, also 1400mm Brennweite, als Kompromiss für einem Anfängerspiegel. Das Schleifmaterial von Stathis war schon ein par Tage vorher hier angekommen. Während der Wartezeit habe ich meinen Foucaulttseter gebaut, die wunderbare Schleif DVD von Stathis studiert und mindestens ein Dutzend Spiegelschleifprojekte im Internet aufmerksam gelesen. Ich möchte hier auch noch mal die tolle AtmWiki Seite von Heiner Otterstedt erwähnen.

Ja und dann ging es los mit dem 80 Karbo. Es hat eine halbe Stunde gedauert bis ich den Dreh einigermaßen raus hatte. Am effektivsten funktioniert der Grobschliff mit der von Stathis empfohlenen Strichführung, MOT mit weit ausladenden ovalen Bewegungen mit möglichst großem Überhang und vollem Körpereinsatz. Dabei das Drehen des Spiegels und des Tools nicht vergessen. Nach einer halben Stunde fließt der Schweiß in strömen. Ich habe auch den Rat beherzigt, nicht mit dem Karbo zu sparen. Wenn man richtig zulangt muss man nach 30 bis 45 s neues Karbo auf den Spiegel tun, weil das Schleifgeräusch verschwunden ist. Jetzt nach Abschluss des Grobschliffs ist auch nur noch eine Hand voll Karbo 80 vorhanden. Nach einer Stunde war ich bei einer Tiefe von 0.8mm, nach weiteren 1.5 Stunden bei 1.6mm und jetzt nach knapp 4.5 Stunden habe ich die gewünschte Pfeiltiefe von etwas über 2.8 mm erreicht. Der Spiegelrand ist auch erreicht, ohne das die Phase erkennbar angegriffen wurde.

Link zur Grafik: http://www.astro-fotografie.de/Bilder/phase.jpg

rechts nach Erreichen der Pfeiltiefe

Beim Filzstift Test verschwindet das Kreuz gleichmäßig bis auf einen Bereich am Rand (ca. 25mm) der etwas verzögert nachkommt. Der Lampentest ergibt den gewünschten Spiegelradius von 2800mm +- 100mm also müsste alles im grünen Bereich sein. Die Arme und Handgelenke und Rücken tun inzwischen weh, dass ich heute eine Pause einlege (ist aber nur ein Muskelkater). Gibt es eigentlich einen „Spiegelschleifer Arm“ ?

Die Schleifreste habe ich inzwischen (wahrscheinlich in der Kleidung) in der Wohnung verteilt. Überall knirscht es. Sogar manchmal zwischen den Zähnen. Auch die Computermaus macht so komische Geräusche. Ich mache mir Sorgen wie ich eine Kontamination der nächsten Korngrößen verhindern kann. Ich habe alles gründlich gereinigt und alle Tücher und Schwämme entsorgt.

Jetzt habe ich doch einige Fragen :

Ich möchte jetzt mit dem Karbo 180 weitermachen und wollte zunächst noch MOT mir kleinerem Überhang (1/3) weiterschleifen um den Übergang zum etwas voreilenden Rand hinzubekommen. Wenn das erreicht ist wechselnd TOT und MOT. Ist das ok ?

Schleift man das 180 Karbo auch mit vollem Druck oder kann man da etwas Nachlassen ?

Auf jeden Fall macht das ganze einen riesen Spaß

Viele Grüße
Helwig Fülling
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Hallo Hellwig!

Die Schleifreste habe ich inzwischen (wahrscheinlich in der Kleidung) in der Wohnung verteilt. Überall knirscht es. Sogar manchmal zwischen den Zähnen. Auch die Computermaus macht so komische Geräusche.
Du solltest auch das Karbo nicht wie ein Pizzabäcker in hohem Bogen auf den Rohling schleudern! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />


Gruß Harald
 
Hallo,
beim 180er mußt du nicht mehr so viel Druck machen. MOT /TOT im Wechsel ist ok, wenn du deine gewünschte Pfeiltiefe schon erreicht hast. Um den etwas nachhängenden Rand mußt du dir noch keine Sorgen machen, bei 80er Carbo ist der Spiegel im Zentrum immer etwas stärker gewölbt als am Rand. Bis zum 800er gleicht sich das alles aus.
Grüße Martin
 
Hallo, du brauchst auch keinen Überhang mehr zu machen, du hast ja deine Tiefe schon.
Gruß Erich
 
Hallo Zusammen,

ich habe gestern und heute 3 1/2 Stunden Karbo 180 geschliffen immer 5 Chargen MOT und 5 Chargen TOT im Wechsel mit kurzen Strichen und unterschiedlicher Strichführung, und wenig Überhang. Zischendurch ist mit noch ein spritzer Wasser aus der Sprühflasche in den Karbobeutel geraten, so dass ich nur noch Klumpen hatte, und das Karbo erst getrocknet werden muste. Jetz ist mir das Karbo 180 ausgegangen ohne das ich sicher bin, dass alle Pit´s des Karbo 80 weg sind. Die ganz fetten K80 Kratzer und Löcher sind nicht mehr zu sehen, aber es finden sich immer noch hier und da Locher, die etwa doppelt so Groß sind wie der Rest.

Die Sphäre scheint sich, wie Martin schon erwähnt hat, von selbst zu ergeben. Beim Filzstifttest mit kanz kleinen Schleifbewegungen verschwindet das Kreuz glichmäßig sowohl auf dem Tool als auch auf dem Spiegel. Den Radius konnte ich jetzt bis auf +- 2cm genau auf den gewünschten Wert von 2800mm bestimmen.

Das Rumtragen der Schleifreste in der Wohnung entwickelt sich zu einem echten Problem. Mir ist es ein Rätsel wie man eine Kontamination vermeiden kann. Ich sehe schon die dicken K80 Körner beim Polieren anrollen.

Montag Abend gehts zum nächst kleinern Korn. Ich habe ja Zeit, da meine Kamera schon seit 3 Monaten bei SBIG zu Reparatur ist und ich mir nicht die Nächte bei dem schönen Wetter um die Ohren schlagen muss. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" />

Viele Grüße
Helwig Fülling
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