„Higtechferngals” ist kein „High-Tech-Fernglas”
Hallo Daniela,
ich kann mich der Warnung meiner Vorredner nur anschließen. Das Angebot ist nicht nur wegen des genannten Phantasiepreises von 345 Euro unseriös, sondern es zeigt auch schon in der Wortwahl und Orthographie (siehe z.B. „20 Fach Soom”), was man von den Autoren dieses Gelabers halten muß.
Aber vielleicht ist die Scheibweise „Higtechferngals” gar absichtlich gewählt, um im Falle gerichtlicher Schadensersatzforderungen sagen zu können, man habe es niemals als „High-Tech-Fernglas” beworben? Interessant ist auch, daß in diesem Ding „Reflektions-Spiegel” verwendet werden. Ich sehe mal davon ab, daß „Reflexion” mit x geschrieben werden muß (weil das auch hier im Forum die übliche Schreibweise der Schreib-Lese-Schwachen ist). Aber ich frage mich angesichts dieses Begriffs, ob es vielleicht auch Transmission-Spiegel gibt?
Noch eine Anmerkung zur Bildhelligkeit, die schon weiter oben moniert wurde. Wenn die zwei Spiegel zur Faltung des Strahlengangs je etwa 85% Reflexionsvermögen haben (mehr haben sie ganz bestimmt nicht, eher weniger, insbesondere nach einigen Jahren), dann ergibt allein das schon eine Helligkeitsminderung auf nur ca. 72%. Unter Einbeziehung der Transmissionsverluste von Objektiv, Okular und Bildumkehrsystem (Prisma?, ebenfalls Spiegel? Relaisoptik?) dürfte am Ende sicher nicht mehr als 60 bis 65% herauskommen, bei weiteren Spiegeln zur Bildumkehr sicher unter 50%. Das bedeutet, daß die effektive „Lichtmenge” (um für einen Anfänger mal bei polulären Begriffen zu bleiben, statt es physikalisch korrekt auszudrücken) schließlich nur noch der eines Spektivs mit 35 bis 40 mm Öffnungsdurchmesser entspräche. Kein Wunder also, daß das Bild dunkel ist.
Also Finger weg von diesem exklusiven „Abfallprodukt” (nicht der Weltraumforschung, sondern eines unseriösen Anbieters), das nicht in die Hand von Hobbyastronomen, sondern tatsächlich in den Abfall gehört.
MfG Walter E. Schön