Ehemaliges Mitglied
Guten Morgen zusammen,
bevor ich ins Bett gehe, muss ich euch noch von meiner heutigen Beobachtungsnacht erzählen. Gegen Mitternacht schaute ich nach, wie es denn sterntechnisch auf meinem Balkon aussah. Da sich die Sterne und die Wolken in etwa die Waage hielten, beschloss ich, dass ich ja noch kurz nach ein paar Doppelsternen schauen könnte. Also holte ich mein kleines 60 mm Teleskop raus und stellte es, um bequemer in den Zenit schauen zu können, auf den Balkontisch - wackelig, aber machbar.
Ich suchte mir als erstes Ziel Albireo aus. Kaum hatte ich ihn ins Visier genommen: Wolke davor. Also gut, dann halt ein anderer. Schnell den Sternatlas rausgeholt und (mit Rotlichtlampe) nachgelesen, was denn in der Kassiopeia doppelsternmäßig so machbar wäre, den dort gab es keine Wolken. Als ich mir dort ein Ziel auserkoren hatte und das Teleskop samt Tisch so herumgeschoben hatte, dass ich mit dem Suchen beginnen konnte, war Albireo wieder da. Und da ich den sehr hübsch finde, also wieder umentschieden und Tisch samt Teleskop wieder zurückgeschoben, Albireo mit dem Übersichts-Okular gefunden und mich gefreut. So lange, bis mein Kater (der findet meine nächtlichen Balkonbesuche mit Teleskop immer sehr aufregend) einmal quer über den Tisch getobt ist, am Stativ hängengeblieben - und Albireo zwar noch am Himmel, aber nicht mehr in meinem Okular war.
Macht nichts, man liebt seine Tierchen ja...
Außerdem wollte ich noch ein paar Doppelsterne in der Leier ansehen, dazu musste ich sowieso wieder umräumen. Epsilon Lyrae war wie nicht anders erwartet wieder ein netter Anblick. Und nachdem ich mit Hilfe eines detailreichen Fotos die beiden Komponenten von Delta Lyrae identifiziert hatte, konnte ich mich auch auch an den beiden hübschen Sternen erfreuen. Dann machte ich mich auf die Suche nach Beta Lyrae. Den Stern zu finden ist ja nicht schwer. Also mit dem Teleskop angepeilt und versucht, die beiden Komponenten dieses Doppelsterns zu identifizieren. Dabei suchte ich immer wieder die Gegend um den Stern herum ab, pausierte, wenn die Wolken zu dicht wurden, und machte bei besserer Sicht wieder weiter.
Als ich trotz des Sternatlas' noch immer nicht sicher sagen konnte, welche zwei von all den Sternen denn nun zu Beta Lyrae gehörten, wollte ich eigentlich schon zusammenpacken. Da hatte ich plötzlich so ein seltsames kreisrundes helles Mini-Fleckchen im Bild. War das ein Lichtreflex? Oder hatte ich ein Schmutzkörnchen auf dem Okular? Ich bewegte den Fokus vorsichtig ein wenig hin und her, und wurde mir immer sicherer: Nein, da war wirklich was am Himmel! Dass M 57 in der Gegend lag, war mir klar, aber ich hielt das für mein Gerät und noch dazu am Balkon mit all den Lampen in der Umgebung eigentlich nicht für möglich. Also noch schnell mein Messier-Buch geholt, den Himmelsbereich mit der Aufsuchkarte verglichen, und tatsächlich: Ich hatte M 57 entdeckt! Kein Zweifel!
Leute, ist das herrlich!! Und wieder mal so: Eigentlich will man frustriert aufhören, und dann taucht da plötzlich was Tolles auf, ohne dass man es gesucht hätte. Wahnsinn!
Vor Erstaunen und Glück setzte ich mich auf meine Bank und blickte bloßäugig nach oben. Ein heller Schleier zog sich quer über den Himmel und ich dachte mir: Schon wieder Wolken. Bis mir klar wurde: Nö, das ist die Milchstraße! Der Himmel war inzwischen großflächig klar geworden, nur am Rand gab es noch wolkige Bereiche.
So, und nachdem ich nun alles wieder reingeräumt hab (es hat schon Vorteile, wenn man die tausend Sachen nur bis auf den Balkon schleppen muss und wieder zurück
), musste ich euch noch von meiner ereignisreichen Nacht erzählen.
Schlaft alle gut - oder schaut euch den Himmel noch ein wenig an!
Es grüßt
Sabine
bevor ich ins Bett gehe, muss ich euch noch von meiner heutigen Beobachtungsnacht erzählen. Gegen Mitternacht schaute ich nach, wie es denn sterntechnisch auf meinem Balkon aussah. Da sich die Sterne und die Wolken in etwa die Waage hielten, beschloss ich, dass ich ja noch kurz nach ein paar Doppelsternen schauen könnte. Also holte ich mein kleines 60 mm Teleskop raus und stellte es, um bequemer in den Zenit schauen zu können, auf den Balkontisch - wackelig, aber machbar.
Ich suchte mir als erstes Ziel Albireo aus. Kaum hatte ich ihn ins Visier genommen: Wolke davor. Also gut, dann halt ein anderer. Schnell den Sternatlas rausgeholt und (mit Rotlichtlampe) nachgelesen, was denn in der Kassiopeia doppelsternmäßig so machbar wäre, den dort gab es keine Wolken. Als ich mir dort ein Ziel auserkoren hatte und das Teleskop samt Tisch so herumgeschoben hatte, dass ich mit dem Suchen beginnen konnte, war Albireo wieder da. Und da ich den sehr hübsch finde, also wieder umentschieden und Tisch samt Teleskop wieder zurückgeschoben, Albireo mit dem Übersichts-Okular gefunden und mich gefreut. So lange, bis mein Kater (der findet meine nächtlichen Balkonbesuche mit Teleskop immer sehr aufregend) einmal quer über den Tisch getobt ist, am Stativ hängengeblieben - und Albireo zwar noch am Himmel, aber nicht mehr in meinem Okular war.
Macht nichts, man liebt seine Tierchen ja...
Außerdem wollte ich noch ein paar Doppelsterne in der Leier ansehen, dazu musste ich sowieso wieder umräumen. Epsilon Lyrae war wie nicht anders erwartet wieder ein netter Anblick. Und nachdem ich mit Hilfe eines detailreichen Fotos die beiden Komponenten von Delta Lyrae identifiziert hatte, konnte ich mich auch auch an den beiden hübschen Sternen erfreuen. Dann machte ich mich auf die Suche nach Beta Lyrae. Den Stern zu finden ist ja nicht schwer. Also mit dem Teleskop angepeilt und versucht, die beiden Komponenten dieses Doppelsterns zu identifizieren. Dabei suchte ich immer wieder die Gegend um den Stern herum ab, pausierte, wenn die Wolken zu dicht wurden, und machte bei besserer Sicht wieder weiter.
Als ich trotz des Sternatlas' noch immer nicht sicher sagen konnte, welche zwei von all den Sternen denn nun zu Beta Lyrae gehörten, wollte ich eigentlich schon zusammenpacken. Da hatte ich plötzlich so ein seltsames kreisrundes helles Mini-Fleckchen im Bild. War das ein Lichtreflex? Oder hatte ich ein Schmutzkörnchen auf dem Okular? Ich bewegte den Fokus vorsichtig ein wenig hin und her, und wurde mir immer sicherer: Nein, da war wirklich was am Himmel! Dass M 57 in der Gegend lag, war mir klar, aber ich hielt das für mein Gerät und noch dazu am Balkon mit all den Lampen in der Umgebung eigentlich nicht für möglich. Also noch schnell mein Messier-Buch geholt, den Himmelsbereich mit der Aufsuchkarte verglichen, und tatsächlich: Ich hatte M 57 entdeckt! Kein Zweifel!
Leute, ist das herrlich!! Und wieder mal so: Eigentlich will man frustriert aufhören, und dann taucht da plötzlich was Tolles auf, ohne dass man es gesucht hätte. Wahnsinn!
Vor Erstaunen und Glück setzte ich mich auf meine Bank und blickte bloßäugig nach oben. Ein heller Schleier zog sich quer über den Himmel und ich dachte mir: Schon wieder Wolken. Bis mir klar wurde: Nö, das ist die Milchstraße! Der Himmel war inzwischen großflächig klar geworden, nur am Rand gab es noch wolkige Bereiche.
So, und nachdem ich nun alles wieder reingeräumt hab (es hat schon Vorteile, wenn man die tausend Sachen nur bis auf den Balkon schleppen muss und wieder zurück
Schlaft alle gut - oder schaut euch den Himmel noch ein wenig an!
Es grüßt
Sabine