SQA130 nach FSQ130 - Wie ist der zu bewerten?

Chris_in_hd

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

ich sah gerade bei TS, dass ASKAR nun auch einen SQA130 anbietet. Mit der SQA Serie scheint ASKAR die Takahashi FSQ Serie nachzuahmen
die sich nun mit dem SQA130 nach oben komplettiert, gab es doch auch den FSQ130.
Vom FSQ130 laß ich, dass die Optik in dieser Dimension schwer zu beherrschen war und weltweit nur wenige in der Lage waren das Instrument
in der nötigen Präzision zu justieren. Angeblich wurde vor dem Hintergrund diese Variante frühzeitig eingestellt.
Mich würde interessieren wie die Fachleute in Sachen Teleskopoptik den SAQ130 einschätzen? Noch hat ihn vermutlich niemand in den Händen gehabt
die kleineren Modelle sind jedoch schon einige Zeit am Markt und wurden hier im Forum auch schon diskutiert.

Beherrscht ASKAR inzwischen wozu Takahashi damals nicht in der Lage war oder ist das optische Design des ASKAR anders und dadurch einfacher zu
beherrschen?

CS
Christof
 
Hallo Chris
Der Takahashi FSQ ist ein "Highly air-spaced quadruplet. 4 lenses/4 groups. 2 x S-FPL53 ED lenses"
Der Askar SQA ist ebenfalls ein 4-Objektiv-Petzval, aber mit den 3 Objektiven in einer regulären Triogruppe + einer Petzval-Linse zusammengefasst

Also ja; Askars Design ist wahrscheinlich leichter zu skalieren.

Der Vorteil der "Highly air-spaced" design der FSQ-Serie besteht darin, dass sie eine größere Farbkontrolle über das gesamte sphärische Feld bieten
'sphärische/chromatisches Korrektur' kann man es nennen?

Ich habe eine Takahashi Sky90, die ebenfalls einen großen Spalt zwischen den Objektiven hat – 45 mm.
Eben in dem einfacheren FS-Design, bietet es eine großartige sphärische/chromatische Korrektur :)
Ich möchte glauben, dass es viel besser ist.

(Der FSQ kann außerdem ein größeres Feld von bis zu 70 mm beleuchten und korrigieren (mit der 0,72 Reducer/Flatter)

Grüss Kaj
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Christof,

Der FSQ130 unterschiedet sich grundlegend von den kleinerem FSQ106.
Der FSQ 130 hat vorn ein Triplet genau wie der SQA 130.
Der FSQ 130 hat aber lediglich 2 Gruppen also ein hinten liegendes Doublet während der SQA130 in 3 Gruppen aufgebaut ist.
Es folgen der vorderen 3er Gruppe also noch 2 einzelne Linsen mit großem Abstand zueinander.


Im SQA130 sind 2 SD Gläser verbaut, im FSQ130 sind es 3.
Das liegt daran das das vordere Triplet des FSQ130 ein P-N-P Design wie der TOA 130 aufweist bei dem 2 SD Gläser außen liegen und das Partnerglas in der Mitte.
Beim vorderen Triplet des SQA130 ist es anders rum dieses hat ein N-P-N Design und das SD-Glas befindet sich hier in der Mitte des Triplets, siehe Grafik oben.

Sowohl FSQ130 als auch SQA 130 sind aber als Ganzes also als echte 5 Linser gerechnet und nur als Ganzes funktionsfähig.
Es sind also keine für sich korrigierte Triplets mit nachgeschalteten Flattener sondern echte 5 Linser.

Echte 5 Linser sind aber schwieriger zu beherrschen, vor allem wenn sie in mehreren Gruppen aufgebaut sind.
Auch große Luftspalte im vorne liegenden Triplet wie es sie beim FSQ130 gibt machen das Ganze mechanisch anspruchsvoller.
Hier wäre das Triplet des SAQ130 dank seiner kleinen Luftspalte besser zu beherrschen.
Dafür besteht es aus 3 Gruppen währen der FSQ130 nur aus 2 Gruppen besteht.

Welches Design jetzt einfacher zu beherrschen ist lässt sich per Ferndiagnose nicht so ohne weiteres sagen.
Dazu müsste man das Konkrete Design haben und eine Toleranzrechnung machen.

Was ich allerdings sagen kann ist das sich der prinzipielle Aufbau des SQA130 bei den kleineren Modellen absolut bewährt hat und dort hervorragende Ergebnisse liefert ohne das es hier ernsthafte Justage Probleme gibt.

Da sich der Aufbau des FSQ130 prinzipiell von dem der kleineren Modelle unterschiedet können hier keine Rückschlüsse auf die Stabilität der Justage anhand der Erfahrungen mit den kleineren Modellen gezogen werden.

Askar hat sehr viel experimentiert und die unterschiedlichsten Designs herausgebracht.
Siehe diverse Flatfield APOs von Askar mit ganz mit unterschiedlichem Aufbau.

Letztlich hat sich aber der Aufbau der SAQ Serie als der Beste herausgestellt.
Das trifft bezüglich der Abbildung in jedem Fall zu und ich denke auch bezüglich der Beherrschbarkeit sollte zumindest nichts dagegen sprechen denn sonst hätte man unter der Fülle von Ansätzen die man verfolgt hatte sich nicht letztendlich dann genau für den beim SQA verwendeten Aufbau entschieden.

Grüße Gerd
 
Vielen Dank Gerd und Kaj für die Informationen und Einschätzungen.
Das macht Hoffnung, dass man einen SQA130 remote unter gutem Himmel einsetzen und ausreizen kann.

Viele Grüße
Christof
 
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