SQM-Vergleichswerte Deutschland und Österreich?

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Delyon

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Hallo,

da ich immer auf der Suche nach guten Beobachtungsplätzen bin, würde mich interessieren, ob denn wer vielleicht eine systematisch aufgestellte Liste mit SQM-Vergleichswerten verschiedener Gebirgsbeobachtungsplätze in Deutschland und Österreich kennt?
Für meinen Stammbeobachtungsplatz im Mariazellerland habe ich nun in diesem Bericht: http://astro.nightsky.at/Obs/BB_17apr10/ den dort gemessenen SQM-Wert von 21.86 mag/sec2 gelesen, was ja schon für meinen Eindruck spricht, dass ich da ein außergewöhnlich gutes Fleckchen zum Spechteln gefunden habe (Gut, der Bericht stammt von einem Beobachtungsplatz ein paar Kilometer entfernt, aber sowohl Höhe als auch umgebende Lichtverschmutzung sind fast identisch, auf meinem Platz in Annaberg werden die Bedingungen also praktisch dieselben sein). Allerdings tue ich mir etwas schwer mit der Einschätzung, wie sich ein solcher Wert zu anderen Beobachtungsplätzen im Gebirge verhält und ob es sich vielleicht lohnen würde, für weitere Verbesserung der Beobachtungsbedingungen noch ein Stückchen weiter rauszufahren bzw. mal einen kleinen Astro-Urlaub zu unternehmen. Kurz: Ist ein SQM-Wert von 21,86 einfach nur gut, aber unter mitteleuropäischen Bedingungen noch spürbar steigerungsfähig, oder kann ich mir mit so einem Beobachtungsplatz weitere Fahrten sparen? Und wenn ersteres - wo in Österreich und Süddeutschland kann ich mit noch merklich besseren Werten rechnen?

CS,
Fabian
 
Hallo Fabian,

hier gibt es eine Karte mit weltweiten Messungen, teilweise mit SQM-Messungen dabei. War es das, was du gesucht hast? Habe mal mehrere Standorte in USA und in Europa stichprobenartig angeschaut. Aus meiner Sicht sind da mehrere Werte evtl. etwas nachprüfungswürdig (manche vielleicht zu optimistisch, andere zu pessimistisch, aber dennoch ein schönes Kartenwerk). Die Messpunkte sind zudem in manchen Gegenden eher dünn gesät.

Globe at night

Zusätzlich zum SQM-Wert würde ich die eigene Einschätzung der Bedingungen hinzunehemen, bis zu welcher Grenzgröße man mit freiem Auge kommt. Nur ist dies erfahrungsgemäß individuell unterschiedlich.

In Österreich kenne ich Messungen nur von der Emberger Alm Die besten Meßwerte liegen hier ca. zwischen 21,7 - 21,8. Also 21,86 ist schon sehr gut, meiner Meinung nach in Mitteleuropa kaum mehr steigerungsfähig.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Fabian,

von solch hohen Werten kann ich nur träumen, oder in die Alpen fahren. Da spreche ich wahrscheinlich für die Mehrheit der Teleskopbesitzer.
Da spielt es auch keine Rolle mehr ob 21,85 oder 21,86, denn die zweite Kommastelle sollte man da nicht überbewerten.
Ich komme im langjährigen Mittel auf einen Wert von 21,35, wobei ich 5x einen Wert um, und knapp über 21,60 messen konnte.
Das waren alles Ausnahmenächte im Frühjahr.
Für meinen Standort, fast in der Mitte Deutschlands, auf rund 450 Höhenmeter, ein durchaus guter Wert.
Die Karte mit den wenigen SQL Messungen in Europa ist natürlich sehr dünn, da nutze ich lieber verschieden Lichtverschmutzungskarten, die ich in Google Earth einblenden kann.
Um es abzukürzen, um die zweite Nachkommastelle um zwei Zähler nach oben zu bringen, würde ich keinen weiteren Weg in Kauf nehmen. Da wäre mir die Beobachtungszeit zu schade.

Gruß
Thomas
 
Hallo Uwe,

sorry, da hatte ich mich wohl nicht präzise ausgedrückt. Aber auch wenn es Meßstationen sind, wird das Netz nicht dichter. Für 2014 unter 20 Stationen für D, A und CH und für die vorangeggangen Jahre sieht es nicht wesentlich besser aus.
Wenn dann noch die Höhe des Standortes mit einfließt, wie bei den Beobachtern im Alpenraum, dann ist der Nutzwert dieser Karte, um einen geeigneten Standort zu finden, recht mau.

Gruß
Thomas
 
Hallo Fabian,

für diesen Wer, werden dich 99% der Nutzer her im Forum beneiden. Wenn das für dich wegen Anreise passt, macht es wohl kaum Sinn nach einem bessren B-Platz zu suchen.

Gruß
Lothar
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

die bisherigen Infos helfen mir zur Einschätzung schon einmal weiter - da kann ich mich dann wohl mit meinem bisherigen Beobachtungsplatz begnügen, ohne noch irgendwas zu suchen, das noch einen Tick abgelegener und besser ist.
Aber irgendwie irritieren mich auch etwas die relativ geringen Unterschiede zwischen einem extrem abgelegenen Fleck in den Hochalpen und Flachlandstandorten am Rand großer Agglomerationen - auf den Karten sind ja eine ganze Reihe von agglomerationsnahen, flachen Standorten mit Werten von weit über 21 verzeichnet. Bei meiner kurzen Google-Recherche habe ich für die namibianische Wüste Werte um 22 gefunden - irgendwie scheint es mir befremdlich, dass an deutschen Flachlandstandorten nahe bei großen Ballungsräumen nur geringfügig schlechter Bedingungen als in Namibia herrschen sollen - wie technisch zuverlässig ist denn das SQM einzuschätzen?

CS,
Fabian
 
Hallo Fabian,

da geht es dir ganz ähnlich wie mir. Einige Werte vertragen sich irgendwie nicht so gut, wenn man berücksichtigt, dass man das maximal Mögliche um den Wert 22,0 herum erreicht und dies an den weltweit besten Standorten, weitab von Streulichtquellen. Zur Technik des SQM können dir sicherlich andere mehr sagen.

Man muss natürlich auch immer berücksichtigen, bei welchem Wasserdampfgehalt der Luft Messungen gemacht wurden. Außerdem gibt es jahreszeitlich bedingt (oder im Laufe einer Nacht) Unterschiede, je nachdem wie hoch die Milchstraße am Himmel steht und in welche Richtung am Himmel das SQM gehalten wurde. Da streuen die Werte in unterschiedlichen Richtungen auch bei dunklem Himmel gerne mal ca. 0,2-0,3 mag.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo,

ich beobachte nicht auf dem Hochbaerneck selbst - während das ein paar Kilometer westlich des Oetschers liegt, befindet sich mein Beobachtungsplatz ein paar Kilometer weiter oestlich des Oetschers. Aber da Höhe und umgebende Besiedlungsdichte beider Punkte fast identisch sind, nehme ich mal an, dass die Werte beider Plätze fast gleich sein werden, wobei ich Annaberg eher noch etwas im Vorteil sehe, weil es noch ein Stück höher liegt und durch die abgeschirmte Lage auf einem isolierten bewaldeten Berggipfel noch etwas besser gegen Streulicht der Umgebung geschützt sein dürfte.

CS,
Fabian
 
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