SQM Wert unter ASTAP

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franzjs

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Liebe Astrokollegen,

ich versuche gerade zu ermitteln wie man am besten und korrekterweise (soweit es hiermit möglich ist) unter ASTAP den SQM Wert meiner jeweiligen Aufnahme-Session zu ermitteln.
ASTAP hat ein entsprechendes Tool eingebaut was ein SW-Bilder voraussetzt.
Bei einer Mono-Kamera gibt es je nach gewählten Filter vermutlich unterschiedliche Werte.
Ich sehe hier div. Einflussfaktoren wie :
- Aufnahmeposition am Himmel
- Zeitpunkt der Aufnahme
- Filter (LRGBSHO)
- evtl. Belichtungszeit ?
Aktuell messe ich an meinem Standort einem SQM-Wert zwischen 18,6 und 20,15. Bisher immer im R-Kanal zur dunkelsten Zeit am jeweiligen Objekt.

Hat jemand damit schon gearbeitet und praktische Erfahrungen bzgl. der Einflußfaktoren ?
Und wie sieht es mit NB-Filtern aus. Ergibt das überhaupt sinvolle Werte ?
Ich würde gerne diesen Wert in meiner Datenbank für meine Aufnahmen mit reinschreiben. Ob es mir was bringt weiß ich noch nicht, aber interessant wäre es evtl. schon und zur Beurteilung der Ergebnisse in Bezug auf Einflussgrößen.

CS,
Franz
 
Hallo Franz,

ich sehe diese ganzen Messungen kritisch. Das Problem ist, dass es hier keinen einheitlichen Standard gibt. Um die Himmelshelligkeit zu bestimmen, halte ich die Bortle-Klassen für einen gute Einteilungsmöglichkeit, aber selbst dort gibt es innerhalb einer Bortle-Klasse ja starke Unterschiede (z. B. ein "guter" B4-Himmel vs ein "schlechter" B4-Himmel). Aber zumindest hat man erstmal eine grobe Einteilung. Dann müssten man die Bortle-Klasse quasi in einen SQM-Wert "übersetzen". Das ganze kann man sich in der Light Pollution Map anschauen. Für meinen Standort könnte ich jetzt einen Wert von 21,4 mag/arcsec2 erwarten, wobei ich davon ausgehe, dass das wohl eher die Werte in den dunkelsten Nächten sind.

Vor einiger Zeit habe ich mir außerdem einen Unihedron Sky Quality Meter gekauft. Damit messe ich von Zeit zu Zeit auch und konnte tatsächlich einmal bisher die besagten 21,4 mag/arcsec2 bestätigen.

Hinsichtlich ASTAP fehlt mir momentan die Vergleichsmöglichkeit. Obwohl wir kein Astrodark haben, habe ich in den letzten Nächten mit dem Unihedron gemessen. Zum Zeitpuntk der größtmöglichen Dunkelheit wurde ein Wert von 21 mag/arcsec2 angezeigt. Allerdings benötigt man für die ASTAP-Analyse bei OSC 2x2 Binning (ich habe allerdings ohne Binnung aufgenommen), daher wird der von ASTAP ausgespuckte Wert hier keine Vergleichsmöglichkeit bieten.

Daher habe ich jetzt mal ein Luminanzbild meiner Monokamera analysieren lassen und auch Flats und Darks hinterlegt. Der Wert in ASTAP lag dann bei 20.7 mag/arcsec2. Hier fehlt es mir aber an einer Messung mit dem Unihedron zum selben Zeitpunkt. Aber das ist eignetlich ein schönes Projekt, was ich mir mal vornehmen werde. Die 20.7 halte ich aber für wahrscheinlich.

Und natürlich ist die Position am Himmel entscheidend. Messung im Zenit, während man einen "Horizontkratzer" fotografiert - das kann nur in die Hose gehen. Ich habe noch nie in den einzelnen Kanälen versucht, einen Wert zu bestimmen und auch hier mangelt es an einer "Gegenprüfung", denn ich kann dem Unihedron ja nicht vorgeben, die Messung im R-Kanal zu machen. Mir erscheint es sinnvoll, ein Luminanzbild analysieren zu lassen, aber das ist letztlich auch nur ein Bauchgefühl, da ich nicht weiß, wie genau das Unihedrom oder ASTAP die Bestimmung der Himmelshelligkeit vornimmt.

CS.
Ulrike
 
Danke Ulrike,

ja das ist ja schon mal ein Ansatz. Wenn man Vergleichsmöglichkeiten hat kommt man der Sache sicher näher. Wäre noch gut zu wissen inwieweit so ein Unihedron kalibriert ist und gegen was.
Vermutlich ich der Luminanzkanal der Bessere da hier das SNR auch am besten ausfällt.
Ob der gemessene Wert am Ende ein Absolut Wert ist sollte nicht die große Rolle spielen. Wichtiger für mich ist der Relativwert zu den vorangegangenen Nächten, den man zumindest immer vergleichbar exakt aufnimmt. Naja im Sommer ist das schon eher kontraproduktiv zur nächtlichen Erholung.
Mal sehen was das Forum hier noch alles an Erkenntnis zu Tage fördert.
Aber mit deinem Bortle 4 Himmel kannst du jedenfalls zufrieden sein. Dazu müßte ich ca. 10km gen Süden fahren.

CS,
Franz
 
Ein sehr interessantes Thema!

Eigentlich sollte es schon möglich sein, einigermaßen genaue Messungen zu machen, wenn man extraterrestrisch vermessene Referenzsterne von der Erdoberfläche aufnimmt. Die Frage ist, woher man hier an Daten kommt.

Viele Grüße,

Günther
 
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