Stabilität der Kollimation bei den Celestron SCTs

Dane Vetter

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

gestern Abend habe ich mein C11 EHD für die kommenden klaren Nächte wieder in Betrieb genommen. Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich es sorgfältig justiert, seitdem aber nur ein- bis zweimal auf- und abgebaut. Bereits nach der ersten Aufnahme fiel mir auf, dass die Sterne in den Ecken deutlich elongiert waren. Ich habe sogar bei der letzten Justierung die Schrauben extra etwas strammer angezogen, was aber in dem Fall auch nichts bringt.

Da ich nach jedem erneuten Aufbau mit einer Tri-Bahtinov die Kollimation überprüfe, und bei kleineren Abweichungen direkt nachkorrigiere, fehlt mir die Erfahrung, wie lange mein SCT die Justierung eigentlich zuverlässig hält. Mittlerweile nach 2-3 Jahren habe ich jedoch den Eindruck, dass sie nicht über längere Zeit stabil bleibt, und ich meine konsequenten Kontrollen und Feinjustierungen nach Aufbau beibehalten muss. Ein aufsatteln und blindes loslegen scheint mir wohl nicht gegönnt zu sein, wie ich das von meinen bevorzugten Apos kenne.

Es spielen hierfür sicher mehrere Faktoren eine entscheidende Rolle. Der stetige Auf- und Abbau ist sicherlich ein Nachteil im Vergleich zu einer dauerhaft stationären Montage. Hinzu kommt der Einsatz von Bob’s Knobs, denen man nachsagt, dass sie die Kollimation weniger zuverlässig halten als die originalen Schrauben. Auch der Gebrauch einer Vollformatkamera wird meine Anforderungen sicher auch noch mal eine Etage höher setzen. Wahrscheinlich wirken all diese Aspekte zusammen.

Wie sind eure Erfahrungen mit der Stabilität der Kollimation den Celestron SCTs?
 
Hi Dane,

Mein C11 EdeHD hält die Kollimation recht gut trotz Auf- und Abbau. Ich nutze allerdings statt Bobs Knobs Halsschrauben, die genau die gleiche Aufgabe erfüllen jedoch den Teflon/Kunststoffschuh nicht mitbringen.
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Hast Du Dir mal den Mirror-Flop angeschaut? Wie arbeitest Du mit der Hauptspiegelfixierung?

CS, Ralf
 
Hi Ralf,

daran hatte ich gar nicht Gedacht, was die von dir erwähnten Teflon/Kunststoffschuhe angehen. Das wäre ja natürlich auch ein weiterer potentieller Einfluss in Bezug auf die Stabilität.

Ich habe bei mir den HS über die beiden Drehknöpfe fixiert. Die letzte Fokussierung hatte ich damals gegen den Uhrzeigersinn gemacht, danach wird eh über den Steeltrack fokussiert. Ich hatte auch nie Probleme, dass nach einem Schwenk oder nach dem Meridian-Flip sich etwas geändert hat.
 
Fixierst Du den Spiegel nach dem Feinfokus oder davor oder hast du den dauerhaft fixiert und fokussierst drauf los? Letzteres wäre fatal, da die Stützwellen unter Spannung kommen und Schub auf den HS ausüben was zu Tilt führt.

Edit: Lesen heißt Lösen ... Spiegel fixiert und dann via OAZ fokussiert ... nutze ich gar nicht.

Ich fixiere den nie und hab mir diese Spacer gedruckt um die Schrauben nicht ausversehen anzuziehen.

CS, Ralf
 
Ich habe zu beginn an den Spiegel nie fixiert gehabt, aber hatte hier eigentlich auch nie Probleme. Klar, das wurde auch mal von Celestron gesagt, dass ein gesicherter Spiegel und trotzdem fokussieren schnell zum Problem werden kann, da hierenorme Kraft aufkommt, ohne, dass man es spürt.

Damalige Nachricht vom Celestron Support, als ich mich erkundigt habe, wie fest man diese Knöpfe eigentlich anziehen soll:
Sehr geehrter Herr Vetter,

vielen Dank für Ihre Anfrage.
Sie können gefahrlos die Mirrorlock Knöpfe komplett abschrauben. Wenn Sie nun fokussieren
bedarf es für Sie keiner weiteren Erklärung. Leicht handfest angezogen reicht mehr als ausreichend
aus für einen guten Halt. Soweit wurden die Mirrorlocks wohl von Meade erstmals eingeführt und
Celestron „musste“ mitmachen. Ich persönlich kann mich mit den Knöpfen nicht anfreunden, zu oft
ist es schon passiert das Kunden trotz Klemmung fokussiert haben. Das baut erstaunliche Kräfte auf,
brachial wird das Fett am Baffle weggequetscht. Der MirrorFlop, Objektsprung bei Fokus-Umkehr steigt
dauerhaft enorm. Mit einem Steeltrack können die Knöpfe natürlich angezogen bleiben, man vergisst
nur schnell das noch geklemmt ist… Für Sie sicherlich bekannt, soll ja üblicherweise neudeutsch
counter-clock-wise mit dem originalen Fokusknopf fokussiert werden, das der Hauptspiegel auf den
Gewindegängen der Fokussiermechanik aufliegt. Ist m.M.n. einer Hauptsiegelklemmung vorzuziehen,
weil so weniger Spannung in der Mechanik aufkommt. In der Astrofotografie sollte ja ohnehin öfter
neu anfokussiert werden.

Wenn ich das nicht falsch verstanden habe, sollte es aber wohl beim Mirror-Flop so sein, dass sich eben der Fokus verändert, aber nicht die Kollimation? Die Sterne sind ja nicht aus dem Fokus, sondern deformiert, was ich dann wieder über den sekundären Spiegel richte. Deswegen bin ich nicht ganz sicher, ob hier der HS einen Einfluss hat.
 
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