Stacking, Gewichtung und Hintergrundlimitierung

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

AstroGerdt

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

bei der Verarbeitung meiner letzten Bilder kam ich nach dem Begutachten der Stacks ein bisschen ins Stutzen.

Folgendes zu den Aufnahmen: Ich habe IFN mit meinem Doppelsetup fotografiert. Als Kameras kommen eine Canon EOS 200da und eine Nikon D7500a zum Einsatz. Beide bei gleicher Brennweite und Öffnungsverhältnis an einem Objektiv. Auch die Belichtungszeit ist gleich.

Der Stack der D7500a zeigt wesentlich mehr Nebel als der Stack der 200da.

Soweit hat mich das erstmal nicht gewundert. Die D7500a hat eine höhere Quanteneffizienz und weniger Dunkelstrom, also sollte auch mehr zu sehen sein. Allerdings ist der Unterschied schon eher kräftig, wesentlich kräftiger als ich es nur durch diese Unterschiede erwartet hätte.

Daher kam mir folgende Idee, mit der ich hoffentlich nicht komplett auf dem Holzweg bin:
Die D7500a hat ein deutlich niedrigeres Ausleserauschen als die 200da, ist also wesentlich früher Hintergrundlimitiert bei ansonsten gleichen Bedingungen. Oder anders ausgedrückt, bei gleichen Bedingungen und gleicher Belichtungszeit ist die D7500a deutlich "stärker" Hintergrundlimitiert als die 200da, das Himmelsrauschen ist also um einen deutlich größeren Faktor stärker als das Ausleserauschen.

Demnach steigt die Stackingeffizienz an, und der Stack der D7500a hat ein deutlich besseres Signal Rausch Verhältnis. Selbst wenn also Dunkelstrom, Quanteneffizienz und alles andere theoretisch komplett identisch wären, bis auf das Ausleserauschen, müsste die D7500a trotzdem immer den Stack mit besseren SNR erzeugen, oder?

Dieser Unterschied würde dann nur aus dem Ausleserauschen entstehen und sich erst nach dem Stacken vollständig bemerkbar machen.

Bisher bin ich im Preprocessing immer so vorgegangen, dass ich die Bilder beider Kameras auf einmal registriert, gewichtet und dann überlagert habe. Natürlich nach separater Kalibrierung.

Würde obige Theorie von mir stimmen, würde es doch aber sehr viel mehr Sinn ergeben, die Daten der Kameras einzeln zu stacken und dann die so entstehenden Stacks nach dem SNR gewichtet zu kombinieren.

Ergibt die Idee für euch Sinn, oder bin ich da gedanklich auf dem Holzweg gelandet?

CS Gerrit
 
Moin zusammen,

ich erlaube mir es einfach mal, meine eigene Frage hier ein wenig zu pushen. Hat vielleicht noch jemand eine Idee dazu?

CS Gerrit
 
Hi Gerrit,

ich möchte gern zunächst eine Ebene höher ansetzen. Wenn die Kameras im Ergebnis einen deutlichen Qualitätsunterschied haben - warum auch immer - welchen Sinn macht es dann, die Daten miteinander zu verrechnen? Die schlechteren Daten müssten doch grundsätzlich immer, egal ob als Stack von Stacks oder als Summenstack der Einzelbilder, die Qualität des Ergebnisstacks degradieren. Hast du die Ergebnisse mal objektiv miteinander verglichen (Einzelstacks/Summenstack/Doppelstack)?
 
Am meisten Sinn würde es wohl machen die beiden Kameras unterschiedlich einzusetzen. Die "bessere" z.B. mit einem Dual-Narrowband und die andere für RGB-Farben und Sterne.

Ciao, Udo
 
Hallo Peter,

Danke für deine Einschätzung.

Die Frage habe ich mir heute auch gestellt.
Grundsätzlich haben wir während einer Nacht ja immer gute und schlechte Bilder. Mal von ganz miesen Aufnahmen abgesehen, die man natürlich aussortiert, kombinieren wir die trotzdem alle, nur eben anders gewichtet.
Diesen Ansatz hätte ich hier jetzt so übertragen, dass ich auch die Aufnahmen der schlechteren Kamera (200da) verwende, nur eben niedriger gewichtet.

Eine genaue Analyse der Stacks will ich noch machen, allerdings zieht sich das vermutlich nkch eine weile hin.

Dennoch finde ich die Frage auch losgelöst von meinem konkreten Fall interessant. Es gibt ja viele Leute, die Aufnahmen unterschiedlicher Kameras kombinieren, oder aber auch Aufnahmen der gleichen Kamera mit unterschiedlichen settings. Da stellt sich dann ja generell die gleiche Frage.


Hallo Udo,

Auch dir danke für deine Einschätzung.

Prinzipiell hast du sicherlich recht, so eine Aufteilung macht Sinn. Zumindest bei IFN bringt mir ein Filter zwar nichts, langfristig ist das aber eine gute Option. Wären die Filter nur nicht so teuer....

CS Gerrit
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben