Hallo Fohnbit,
eigentlich willst du nur ein einzelnes Bild der Galaxie machen, und das z.B. 6000 Sekunden lang belichten, um bei deinem Beispiel zu bleiben. Der Grund für lange Belichtungszeit ist, dass bei steigender Zeit das Signal-zu-Rausch Verhältnis immer besser wird (das ist eine Wurzel-Funktion). Also, je länger, desto besser (wobei es da eine praktische Obergrenze gibt, ab der sich längeres Belichten nicht mehr lohnt).
Warum aber nun viele Einzelbilder?
Das hat viele Gründe. Zunächst mal kann dein Kamerachip nur endliche viele Photonen aufnehmen. Irgendwann sind die Sensorzellen ("Pixel") gesättigt, und du würdest überbelichten. Gesättigte Sterne lassen sich eigentlich nie sinnvoll vermeiden, aber du solltest vermeiden, dass dein Motiv überbelichtet wird. Das siehst du am besten im Histogramm, das sollte nicht "rechts anschlagen".
Dann gibt es noch mehrere andere praktische Gründe, wie z.B. Fehler, die ein Bild zum Ausschuss machen, oder die Möglichkeit, zwischen Aufnahmen zu dithern. Details findest du hier im Forum, z.B. in dem "anderen Thread", auf den hier hingewiesen wurde.
Du zerlegst also ein langes Bild in 50 Einzelbilder (dein Beispiel), hier also 50x 2 Minuten.
Diese Einzelbilder werden nun im sogenannten "Stacking" aufaddiert. Dabei können noch spezielle Algorithmen gewisse Bildfehler als Ausreißer in einzelnen Bildern eliminieren (das sind die sog. "Rejection" Algorithmen).
Diese Addition findet in einem größeren Datenbereich statt, damit es keinen Überlauf gibt (in der Regel 32 Bit ggü. den 16 Bit eines Einzelbildes). Deswegen wird dein Bild auch nicht heller, sondern rauschärmer.
Danach wird wieder in den ursprünglichen Datenbereich zurückkonvertiert (z.B. 16 Bit), damit hat das - bis auf die Ausreißerkompensation - den Charakter einer Mittelwertbildung (viele Programme bilden aber auch Wunsch auch den Median etc.).
Hoffe, das hilft dir weiter.
CS
Stefan