Stacking: Vignette trotz Flatfields beim stretchen

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KwieKatze

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Hallo,

während es in der Praxis inzwischen gut mit der Astrofotografie funktioniert, bereitet mir die anschließende EBV weiterhin Kopfzerbrechen. An und für sich funktioniert das Meiste reibungslos, doch beim Stacking, egal ob mit Fitswork oder DSS (letzteres nutze ich lieber), gibt es jedes mal starke Probleme mit Vignettierung, die offenbar nicht von den Flatfields erfasst und erst beim stretchen so richtig sichtbar wird. Um zu veranschaulichen was ich meine, hier ein Beispiel:

Ein Einzelbild aus der Serie:
Link zur Grafik: http://abload.de/img/dsc_0927wjspc.jpg


Gestacktes Bild aus DSS:
Link zur Grafik: http://abload.de/img/dssohneflatsw6sqi.jpg

Das dazugehörige Masterflat:
Link zur Grafik: http://abload.de/img/allebilderalstiffgela3rsd0.jpg

Das sieht auf den ersten Blick ganz gut aus. Jetzt stretche ich das Bild in Photoshop (in anderen Bildbearbeitungsprogrammen wie Fitswork sähe das Ergebnis genauso aus) und es wird eine starke Vignette sichtbar:

Link zur Grafik: http://abload.de/img/dssohneflatsscrv9.jpg


Der Vollständigkeit halber hier auch noch ein gestretchtes Einzelbild:

Link zur Grafik: http://abload.de/img/dsc_0927avpf4.jpg


Auch hier ist die Vignettierung zu erkennen, wobei sie durch das Stacking offenbar nochmals deutlich verstärkt wird. Dabei sollte die Vignettierung zumindest in der Theorie doch eigentlich auch vom Masterflat erfasst und herausgerechnet werden? Ich habe auch mal das Masterflat gestretcht und dort wird die Vignette ebenfalls sichtbar. Es ist ganz klar zu erkennen, das die Vignettierung deckungsgleich mit der des gestretchten Fotos ist:

Link zur Grafik: http://abload.de/img/allebilderalstiffgeladtqiv.jpg


Die große Preisfrage lautet also, warum die Vignette nicht richtig erfasst und heraus gerechnet wird? Ich habe schon eine ganze Menge ausprobiert: Dunklere und hellere Flatfield-Aufnahmen, verschiedene Programme zum stacken. Doch das Ergebnis ist immer das Selbe. Reflexionen von Außen (ich verwende ein 6" und 8" Newton aber auch mit einem Refraktor hatte ich das gleiche Problem) kann ich ausschließen. Eine mögliche Lösung wäre das Entfernen der Vignette durch die Behandlung als Gradient. So habe ich es bisher immer gelöst, ganz Glücklich bin ich mit diesem Ansatz aber nicht. Hat jemand von euch ebenfalls mit diesem Problem zu kämpfen und eine Lösung parat?


Vielen Dank,
Carsten
 
Ich kenne das Problem sehr gut, hier mal meine Erfahrungen:

Also einmal kann es sein, dass du zu wenig Flats hast und dadurch zuviel zusätzliches Rauschen durch dein Masterflat einbringst. Das äußert sich dann durch verrauschte Ränder im kalibrierten Bild. Du solltest also genügend Flats machen, 40-50 waren bei mir meistens ok. Das hängt aber sicher auch von deiner Kamera ab.

Ansonsten hatte ich bei meiner DSLR einmal eine andere ISO als die der Lights genommen, dadurch habe ich auch solche Effekte bekommen.

Oder ich hatte mal eine ungünstige Belichtungszeit verwendet. Das Histogramm sollte immer relativ mittig sein. Es empfiehlt sich der Automatik Modus mit fest eingestellter ISO.

Hast du die Flats richtig kalibriert? Ich nutze PixInight und weiß nicht genau, wie es beim DSS funktioniert. In PI muss man da schon aufpassen, dass man die Flats nicht aus Versehen 2x kalibriert. Teilweise hat es aus irgendeinen Grund auch mal geholfen, die Flats garnicht zu kalibrieren.

Vielleicht waren die Flats auch nicht gut ausgeleuchtet`?

Als letzte Möglichkeit fällt mir noch ein CLS Filter ein, damit hatte ich auch oft Probleme mit Flats, da die einzelnen Farbhistogramme total verschoben waren und dadurch eine Farbe falsch korrigiert wurde. Das hat sich dann aber eher in Farbstichen ausgedrückt.



Was hast du denn für eine Kamera genommen und welche Einstellungen (
ISO, ANzahl der Bilder usw.) bei den Lights/Flats, ein paar mehr Infos wären hilfreich.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi,

danke für deine ausführliche Antwort. Ich beantworte mal einige Fragen: Ich habe bisher immer 10 Flats aufgenommen, also offenbar zu wenig. Das liegt irgendwie auch auf der Hand, denn bei den Lights wird die Vignette ja auch durch zunehmende Anzahl an Ausgangsbildern verstärkt. Bei den Flats sollte es sich dann ja ähnlich verhalten. Beim nächsten mal fertige ich also probeweise deutlich mehr Flats an. Ich verwende immer den selben ISO wie bei den Lights.

Beim Histogramm achte ich immer darauf, das der Ausschlag in der Mitte liegt. Allerdings sind die RGB-Kanäle stets leicht verschoben, da ich eine ND-Folie in meiner Aurora Flatfield Leuchtfolie verwende. Aber DSS korrigiert den daraus resultierenden Farbstich ja sehr gut. Von Flats kalibrieren habe ich noch nie etwas gehört, PixInight nutze ich nicht.

Als Aufnahmekamera dient mit eine von DSLR-AstroTec Ha-modifizierte Nikon D5100. Das gezeigte Beispiel setzt sich auch 30 Lights mit ISO 1.600 und 10 Flats, ebenfalls ISO 1.600 zusammen.


Viele Grüße,
Carsten
 
Moin,

vergangene Nacht habe ich einen weiteren Test durchgeführt und zu den üblichen Darks und Offsets 50 Flats aufgenommen. Hier einmal das Histogramm eines einzelnen Flats:

Link zur Grafik: http://abload.de/img/histogrammy7ijt.jpg


Und hier das von DSS berechnete Masterflat:
Link zur Grafik: http://abload.de/img/masterflat_iso8002lfnn.jpg


Das ist das Ergebnis nach dem stretching:
Link zur Grafik: http://abload.de/img/test08e1y.jpg

An der bloßen Anzahl der Flats liegt es also schon einmal nicht.


Viele Grüße,
Carsten
 
Eine Sache habe ich noch heraus gefunden: Wenn ich unter RAW/FITS DDP Einstellungen unter RAW-Dateien die Helligkeit auf 2 oder 3 stelle, fällt der gezeigte Fehler beim Stretching etwas moderater aus. Jedoch ist er immer noch im störenden Ausmaß vorhanden. Wer in der EBV entsprechend begabt ist und die Muße hat sich den Fall einmal näher anzuschauen, hier habe ich alle benötigten RAWs meiner Nikon D5100 hochgeladen (860 Mb): *Klick*


Viele Grüße,
Carsten
 
Kann es sein, dass Du ein Problem mit Streulicht hast und das verschiedene Spektrum bei Flats und echten Bildern zu verschiedenen Vignettierungseffekten führt?

Dagegen spricht, dass Du sagst, den gleichen Effekt bei verschiedenen Teleskopen zu haben.

Rein optisch finde ich die Vignettierung beim ersten Masterflat oben und dem ersten gestreckten Bild oben verschieden. Es könnte sich lohnen, mal eine Serie unscharfer Bilder bei Nacht aufzunehmen (Teleskop bewegen) und das Helligkeitsprofil mit dem der Flats zu vergleichen oder die Bilder durcheinander zu teilen und das Ergebnis zu strecken.

Michael
 
Hallo Michael,

ich habe im Nachbarforum einen ähnlichen Thread eröffnet. So wie es aussieht, werden die Probleme indirekt durch meine Nikon D5100 verursacht, weil Nikon das Dunkelstromrauschen unterdrückt, was beim stacken zu Berechnungsfehlern führt. Ich gehe der Sache die Tage jedenfalls weiter auf dem Grund. Inzwischen habe ich mir den Nikon Firmware-Hack aufgespielt, welcher diese Unterdrückung deaktiviert. Der nächste Testlauf wird zeigen, ob der Hund hier begragen liegt ;)


Viele Grüße,
Carsten
 
Interessanter Ansatz! In der Tat las ich schon, dass Nikon quasi ohne Bias arbeitet, d.h. der negative Anteil des Rauschens wird bei Darkframes abgeschnitten. Man muss also bei allen Bildern dafür sorgen, dass man vom unteren Ende des raw Histogramms weg bleibt. Ich wusste nicht, dass das nur durch die Firmware bedingt ist.

Hast Du mal einen URL zu dem Thema? Ich habe keine Nikon, aber mich interessiert es vom theoretischen Aspekt her.

Michael
 
Auch wenn der Thread schon ein paar Jährchen alt ist, so will ich ihn doch noch mal reaktivieren, da ich mit meiner Nikon D5300 das gleiche Problem habe....trotz kalibrierter Flats zeigt sich nach wie vor eine gewisse Vignettierung und Farbgradienten im gestretchten Summenbild.

Hat der Firmware-Hack eine Verbesserung gebracht?

Gruß Lars
 
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